Sie kämpfte für Vielfalt, war angehende Ärztin: Wander-Tragödie reißt Abrar (†26) aus dem Leben

Interlaken (Schweiz)/Magdeburg/Chemnitz - Sie setzte sich für ein vielfältiges Ostdeutschland ein, studierte Medizin, hatte eine großartige Zukunft vor sich: Nun ist Abrar (†26) tot. Die junge Frau kam bei einem tragischen Wanderunfall in den Schweizer Alpen ums Leben. Die Bestürzung ist riesig.

Abrar (†26) brach zu einer anspruchsvollen Wanderung in den Schweizer Alpen auf. Laut Polizei verunglückte die angehende Ärztin tödlich.  © Bildmontage: Facebook/Screenshot/‎شيف ام عما

Die Deutsch-Libyerin liebte die Alpen: Fotos zeigten die angehende Ärztin lächelnd vor einer wunderschönen Bergkulisse.

Am 2. Mai 2026 brach die 26-Jährige zu einer Wanderung auf - und kehrte nicht wieder zurück. Wochenlang suchte die Polizei nach ihr, bis in dieser Woche ihre sterblichen Überreste gefunden wurden.

Ein tragischer Tod einer jungen Frau, deren Herz für ein vielfältiges Ostdeutschland schlug. Eine Potsdamer Stiftung beschrieb die junge Medizinstudentin als "Netzwerkerin und Brückenbauerin".

Aufgewachsen in Chemnitz, promovierte sie in der Neurologie in Magdeburg. Sie setzte sich mit aller Kraft für den interkulturellen Austausch ein, heißt es.

Ihr Ziel war klar: ein Ostdeutschland, das Vielfalt feiert - ein Ort, an dem alle Menschen die gleichen Chancen haben, unabhängig von Herkunft und Glauben.

Magdeburg Falsche Kontrolleure doch nicht falsch? MVB klären auf

"Ich wünsche mir ein buntes und vielfältiges Ostdeutschland, das aktiv verschiedene Gruppierungen in der Gesellschaft anspricht und unterstützt", sagte sie gegenüber der Stiftung.

Anzeige

Studenten, Freunde und Bekannte trauern um Medizinstudentin

Der Medizin-Fachschaftsrat aus Magdeburg trauert um die angehende Ärztin.  © Screenshot: instagram.com/faramedimd

Unter anderem gründete die 26-Jährige die Muslimische Hochschulgruppe (MHG) an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg, war Sprecherin im Fachschaftsrat Medizin. Dort herrscht große Bestürzung über ihren Tod.

Die Studenten beschreiben die junge Frau als "besonderen Menschen", die für ihre Herzlichkeit und Lebensfreude geschätzt wurde.

Auch auf einem Such-Account auf Instagram wird getrauert. Zahlreiche User sprechen ihr Beileid aus.

Die Kommentare zeigen: Abrar war eine Studentin, die von ihren Mitmenschen als warmherzig und liebevoll beschrieben wird.

Tragischer Fund nach wochenlanger Suche: Polizei bestätigt Tod von Medizinstudentin

Im Brienzersee wurde der Rucksack der Vermissten gefunden.  © Anthony Anex/KEYSTONE/dpa

Anfang Mai war die 26-Jährige zu einer Wanderung in den Berner Alpen aufgebrochen. Vom Aussichtspunkt "Harder Kulm" bei Interlaken (Schweiz) führte ihre Route zum Augstmatthorn, einem 2137 Meter hohen Gipfel oberhalb des Brienzersees.

Die wunderschöne Wanderung gilt allerdings als anspruchsvolle Gratwanderung. Extreme Trittsicherheit und gute Kondition sind ein Muss.

Auf dieser schwierigen Route verschwand die angehende Ärztin spurlos. Eine große Suchaktion wurde eingeleitet - zunächst ohne Erfolg.

Am Dienstag, etwa einen Monat nach dem Verschwinden der 26-Jährigen, fanden die Beamten einen persönlichen Gegenstand der Studentin im Brienzersee. Wie ein Freund der Familie auf Instagram mitteilt, soll es sich dabei um einen Rucksack gehandelt haben.

Einen Tag später dann die traurige Gewissheit: Die Polizei fand im Bereich des Louwigraben bei Oberried am Brienzersee sterbliche Überreste. Sie gehören der vermissten Wanderin. Offenbar wurde ihre Leiche durch ein Unwetter in die Nähe des Sees gespült.

Was genau auf der Wanderung passierte, ist noch unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zur Unfallursache.

Mehr zum Thema Magdeburg: