Bei Drag-Lesung in München: Rechtsextreme verschaffen sich Zutritt zur Bibliothek

München - Nach einer viel beachteten Drag-Lesung für Kinder in einer Münchner Stadtbibliothek ermittelt die Polizei nun gegen sieben Menschen mit Bezug zur "Identitären Bewegung" wegen Hausfriedensbruchs.

Teilnehmer einer Demonstration protestieren gegen die Lesung vor der Stadtteilbibliothek.
Teilnehmer einer Demonstration protestieren gegen die Lesung vor der Stadtteilbibliothek.  © Sven Hoppe/dpa

Sie waren auf zunächst unbekannte Art und Weise in das Gebäude am Rosenkavalierplatz gelangt und hatten dort mit entsprechenden T-Shirts auf sich aufmerksam gemacht.

Der daraufhin erfolgten Aufforderung, die Bibliothek zu verlassen, kamen sie nicht aus freien Stücken nach, sondern mussten von Beamten geschoben werden, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

In den Saal, in dem die Lesung am Dienstagnachmittag stattfand, gelangten die sieben Personen demzufolge nicht. Dennoch sei davon auszugehen, dass sie die Veranstaltung mit einem politischen Statement hätten stören wollen, sagte ein Polizeisprecher.

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Die rechtsextreme Gruppierung strebt eine ethnisch-kulturelle Homogenität an und warnt vor einem "Bevölkerungsaustausch" in Europa.

Die Lesung mit Dragqueen Vicky Voyage und Dragking Eric BigClit für Kinder ab vier Jahren hatte schon im Vorfeld für große Aufmerksamkeit gesorgt. Vor dem Gebäude der Veranstaltung gab es mehrere Demonstrationen von Befürwortern von Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit ebenso wie von Kritikern wie der AfD, die vor einer Frühsexualisierung warnte.

"Da kommt es natürlich zu entsprechendem verbalem Austausch, aber dabei ist es auch geblieben", bilanzierte der Polizeisprecher die offiziellen Versammlungen.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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