Ehe-Drama in München: Täter flüchtig, Polizei fand Leiche unter Kinderbett

München - Eine 34 Jahre alte Frau ist in München Opfer eines schrecklichen Gewaltverbrechens geworden. Der Ehemann gilt als dringend tatverdächtig. Er befindet sich auf der Flucht.

Die Polizei sucht im Zusammenhang mit der Tötung der 34-Jährigen diesen Mann.
Die Polizei sucht im Zusammenhang mit der Tötung der 34-Jährigen diesen Mann.  © Lino Mirgeler/dpa/Polizei (Bildmontage)

Wie das Polizeipräsidium der bayerischen Landeshauptstadt am Dienstag mitteilte, erstatteten Familienangehörige der 34-Jährigen bereits am 17. November eine Vermisstenanzeige.

Der 41-jährige Ehemann hatte ihnen am Mittag mitgeteilt, dass sie noch einkaufen gehen würden. Danach waren beide spurlos verschwunden.

Eine Untersuchung der Wohnung verlief zunächst ergebnislos.

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Als die Polizei die Wohnung am Tag darauf nochmals durchsuchte, konnten laut den Ermittlern Blutantragungen festgestellt werden. Daraufhin wurde die Wohnung des Ehepaars am Donnerstag auf Spuren untersucht.

Zahlreiche Blutspuren wiesen darauf hin, dass hier eine Gewalttat stattgefunden haben musste - die Mordkommission des Polizeipräsidiums München übernahm die Ermittlungen.

Am Freitagnachmittag machten die Ermittler bei einer "gründlichen Durchsuchung der Wohnung" den schrecklichen Fund: Die Leiche der 34-jährigen Frau lag unter einem Kinderbett versteckt.

34-Jährige liegt tot unter Kinderbett: Öffentlichkeitsfahndung nach Ehemann

Die Obduktion des Leichnams bestätigte, dass sie durch mehrere Stiche in den Oberkörper getötet wurde.

Die Polizei fahndet nun per Öffentlichkeitsfahndung nach dem flüchtigen Ehemann, Abdul Mohammad Tukhi. Gegen den 41-jährigen Afghanen besteht ein Haftbefehl wegen Totschlags.

Im Rahmen der Ermittlungen konnte eine bislang unbekannte Person festgestellt werden, die in diesem Fall als wichtiger Zeuge zu werten ist. Laut Kriminaloberrat Josef Wimmer konnten sogenannte Super-Recognizer den Flüchtigen und die gesuchte Person auf einem Überwachungsvideo am Hauptbahnhof München erkennen.

Personen, die sachdienliche Hinweise insbesondere zum Aufenthaltsort des Tatverdächtigen und zur Person des Zeugen geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 08929100, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Update, 12.15 Uhr: Ehemann wohl schon häufiger gewalttätig gegenüber Frau gewesen

Wie Kriminaloberrat Josef Wimmer am Dienstag auf einer Pressekonferenz mitteilte, war der gesuchte Ehemann der Toten Ermittlungen zufolge schon in der Vergangenheit gewalttätig gegenüber der 34-Jährigen geworden. Zu Anzeigen sei es jedoch nie gekommen.

Am 11. November wählte die Frau den Notruf: Sie habe Angst vor ihrem Ehemann. Wenig später rief sie erneut die 110 an und gab an, dass sich das Problem gelöst habe und der Ehemann nun außer Haus sei.

Die Polizei überprüfte die Wohnung trotzdem. Eine Straftat konnte jedoch nicht festgestellt werden, auch wenn sich der 41-Jährige aggressiv und uneinsichtig gegenüber den Beamten verhielt.

Update, 12.42 Uhr: Polizei München fahndet: Abdul Mohammad Tukhi wohl bereits in Afghanistan

Wie die Kripo am Dienstag mitteilte, floh der mutmaßliche Täter nach Italien. Die Ermittler vermuten, dass der afghanische Staatsangehörige von dort aus in sein Heimatland weiterreiste.

Die Leiche der 34 Jahre alten Mutter war am Freitag versteckt unter dem Bett eines Sohnes in der Wohnung des Paares entdeckt worden, drei Tage nach dem Verbrechen. Die Polizei war in den Tagen zuvor mehrfach in der Wohnung, ohne die Tote zu finden. Die Ermittler erklärten dies damit, dass zunächst nur wegen einer Vermisstenanzeige in der Wohnung nachgeschaut worden sei. Anschließend sei nach Blutspuren gesucht worden. Eine konkrete Durchsuchung habe es dann erst am Freitag gegeben.

Die Frau hatte zwei Kinder in die Ehe mitgebracht. Die drei und sieben Jahren alten Buben werden nun von der Familie der Getöteten betreut.

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa/Polizei (Bildmontage)

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