Gen-Z-Demo in München: Gastronom filmt verrammelte Einkaufsstraße - "Wissen uns zu wehren"
Von Cordula Dieckmann, Friederike Hauer
München - In mehreren bayerischen Städten wollen heute junge Leute für Bildung und soziale Gerechtigkeit demonstrieren. Damit kommen Proteste der Generation Z, die es in anderen europäischen Ländern seit Wochen gibt, im Freistaat an.
Die Initiative "Gen Z regelt" hatte deutschlandweit zu den Demonstrationen aufgerufen. Ab dem Nachmittag sind Versammlungen in München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Rosenheim angemeldet.
Ein Video eines Münchner Gastronoms zeigt derweil den Zustand in der Innenstadt: Michael Mühldorfer, Chef vom Café an der Uni (CADU), filmt am Vorabend in der Nobelmeile Maximilianstraße. Dort sind viele Schaufenster der Luxusboutiquen mit Brettern vernagelt.
"Irgendwie kann ich es gar nicht glauben, dass morgen an Halloween, am 31. hier in München, die Wilden hier rumziehen und alles kaputt hauen", sagt Mühldorfer im Video.
Trotz der Vorkehrungen ruft er zur Ruhe auf: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das hier so schlimm wird", betont er und fügt an: "Wenn doch, dann wissen wir uns auch zu wehren."
In der Landeshauptstadt soll ein Demonstrationszug nach Angaben der Initiative um 14 Uhr am Geschwister-Scholl-Platz starten.
"Gen Z regelt" ruft zum friedlichen Protest in Bayern auf
Die Initiative "Gen Z regelt" lehnt aber ohnehin Ausschreitungen ab. Die Bewegung habe eine klare Leitlinie, wonach die Proteste ohne jegliche Gewalt ablaufen sollten, hatte der Münchner Mitorganisator Steve am Vortag erklärt. Man werde "friedlich protestieren".
Dass trotzdem ständig von Gewalt die Rede ist, ärgert den 18-Jährigen. Man werde nicht ernst genommen. "Keiner will sich mit uns um die Inhalte kümmern, sondern es ist immer nur das Thema Gewalt auf der Agenda."
Am bundesweiten Protesttag soll es am Nachmittag neben München auch Versammlungen in Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Rosenheim geben. Bei manchen Geschäftsleuten geht die Angst um, dass es ähnlich wie in Frankreich zu Ausschreitungen kommen könnte – auch wenn die Polizei erklärte, ihr seien keine Gewaltaufrufe bekannt.
Wie groß die Demonstrationen werden, ist noch unklar. Auf der Protest-Homepage von "Gen Z regelt" kann man per Mausklick sein Kommen zusagen. Ob dann am Ende tatsächlich jeder davon dabei ist, wird sich zeigen. Für Nürnberg etwa werden laut Stadt 1000 Teilnehmer erwartet, während online am Freitagnachmittag bereits knapp 6000 ihr Kommen angekündigt hatten.
Erstmeldung 7.50 Uhr, zuletzt aktualisiert 13.11 Uhr
Titelfoto: Felix Hörhager/dpa, Screenshot Instagram/Cafeanderuni

