Mafia wäscht Millionen über Scheinfirmen - und das auch in Deutschland

Von Michael Evers, Sabina Crisan

München/Marseille (Frankreich) - Bei einem Schlag gegen Geldwäsche durch die italienische Mafia haben Fahnder Scheinfirmen in Italien, Frankreich sowie Deutschland aufgedeckt und an der Côte d'Azur Immobilien beschlagnahmt.

Die italienische Mafia betreibt Geldwäsche im großen Stil. (Symbolfoto)
Die italienische Mafia betreibt Geldwäsche im großen Stil. (Symbolfoto)  © Monika Skolimowska/dpa

Die von der Finanzfahndung Rom, Spezialfahndern in Marseille und dem für Wirtschaftskriminalität zuständigen Kriminalfachdezernat in München mithilfe von Europol geführten Ermittlungen hätten sich laut Staatsanwaltschaft in Marseille gegen eine zur Camorra gehörenden Gruppierung gerichtet.

Die Bande habe über die Scheinfirmen kriminelles Geld auf diverse Bankkonten in Italien, Frankreich, Deutschland und Tunesien transferiert und legale Einkünfte aus dem Bauwesen, dem Autohandel und zudem der Aluminiumherstellung vorgetäuscht.

Anschließend sei das aus Straftaten stammende Geld über in Frankreich registrierte Unternehmen in Immobilien an der Küste in Südfrankreich investiert worden. Dort seien ein Haus, vier Wohnungen und elf Parkplätze im Wert von mehr als zweieinhalb Millionen Euro von Kräften beschlagnahmt worden.

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Ein Verdächtiger wurde in Frankreich festgenommen.

Camorra gehört zu großen Mafia-Organisationen in Italien

In Italiens Anti-Mafia-Behörde laufen alle Fäden zusammen, auch internationale Razzien werden hier koordiniert.
In Italiens Anti-Mafia-Behörde laufen alle Fäden zusammen, auch internationale Razzien werden hier koordiniert.  © Annette Reuther/dpa

Was für Geldsummen die Kriminellen auf diesem Weg gewaschen haben und welchen Anteil Scheinfirmen in Deutschland daran hatten, konnten die Ermittler zunächst nicht sagen. Von Festnahmen in Deutschland war zunächst nicht die Rede.

Die Camorra gehört zu den großen Mafia-Organisationen in Italien, ist aber auch international aktiv. Neapel und die Region Kampanien gelten als Hochburg. Sie ist nicht streng hierarchisch aufgebaut, sondern in viele Clans zersplittert.

Diese kämpfen teils auch gegeneinander.

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Ihre Geschäfte reichen international vom Drogenhandel über Schutzgelderpressung bis hin zur illegalen Müllwirtschaft.

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa

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