Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Rekord-Demo erwartet

München - Die Münchner Sicherheitskonferenz sorgt von Freitag bis Sonntag für Wirbel in der bayerischen Landeshauptstadt.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet.
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet.  © Peter Kneffel/dpa

Am weltweit wichtigsten Expertentreffen zur Sicherheitspolitik nehmen mehr als 60 Staats- und Regierungschefs und rund 100 Außen- und Verteidigungsminister teil. Insgesamt sind etwa 120 Länder in München vertreten und damit etwa zwei Drittel aller Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen.

Die Krise in den Beziehungen zwischen Europa und den USA ist eines der Hauptthemen der Konferenz sein, die am Freitag von Bundeskanzler Friedrich Merz (70) eröffnet wurde.

Neben US-Außenminister Marco Rubio (54) sind auch einige der schärfsten Gegner von US-Präsident Donald Trump (79) zu Gast.

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Zu den prominentesten europäischen Vertretern zählen der französische Präsident Emmanuel Macron (48), der britische Premierminister Keir Starmer (63) und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk (68). Konferenzleiter Wolfgang Ischinger (79) hat in diesem Jahr auch wieder Vertreter der AfD eingeladen.

Am Rande der Konferenz laufen Zehntausende Demonstranten auf. Mit ingesamt 21 Veranstaltungen bedeutet dies eine deutliche Zunahme an Protesten im Vergleich zu den Vorjahren – und damit auch an Beeinträchtigungen für die Menschen in der Stadt.

14. Februar, 7.14 Uhr: Iran-Demo mit 100.000 Teilnehmern angekündigt

Eine rekordverdächtige Demonstration soll in München nach Veranstalterangaben ein Schlaglicht auf die Menschenrechtslage im Iran werfen. 100.000 Teilnehmer hat der Verein The Munich Circle für seinen Protest gegen die iranische Regierung am Samstag auf der Theresienwiese (12 Uhr) angemeldet.

Die Groß-Demo trägt den Titel "Menschenrechte und Freiheit für Iran. Internationale Solidarität mit dem iranischen Volk". Der Zeitpunkt während der Münchner Sicherheitskonferenz sei für die Versammlung bewusst gewählt worden, teilten die Veranstalter mit. Da zu der Konferenz politische und sicherheitspolitische Entscheidungsträger aus aller Welt anreisten, hieß es.

Für das Wochenende sind laut KVR mehr als 15 weitere Versammlungen in Zusammenhang mit der Sicherheitskonferenz angemeldet worden.

Am Odeonsplatz demonstrieren Menschen gegen die Menschenrechtsverletzungen im Iran und für einen Regimewechsel durch das Volk.
Am Odeonsplatz demonstrieren Menschen gegen die Menschenrechtsverletzungen im Iran und für einen Regimewechsel durch das Volk.  © Malin Wunderlich/dpa

13. Februar, 19.40 Uhr: Emmanuel Macron: "Schaut auf Europa"

Emmanuel Macron (r, 48) sprach auf der Münchner Sicherheitskonferenz.
Emmanuel Macron (r, 48) sprach auf der Münchner Sicherheitskonferenz.  © Kay Nietfeld/dpa-Pool/dpa

Um 19 Uhr sprach Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (48) auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

"Ich wollte heute wirklich mit einer Nachricht der Hoffnung und Entschlossenheit zu Ihnen kommen", eröffnete Macron seine Rede. "Wo andere eine Bedrohung sehe, sehe ich unserer Standhaftigkeit. Wo andere Zweifel sehen, möchte ich Möglichkeiten sehe."

Europa solle noch stärker werden, wir würden nur eine "positivere Einstellung" brauchen, so der 48-Jährige.

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"Schaut auf Europa. Schaut auf all die europäischen Freunde – schaut, was wir als Gemeinschaft erreichen können. Schaut auf den freien Verkehr vor Waren und die Reisefreiheit. Einen Raum der Freiheit, ein Raum der Freiheit." Doch Macron weiß auch: Es ist noch viel Arbeit zu tun.

13. Februar, 17.59 Uhr: Trumps Erzfeind lobt Merz für seine Rede auf der Konferenz

Gavin Newsom (58) lobt Merz' Rede.
Gavin Newsom (58) lobt Merz' Rede.  © Peter Kneffel/dpa

Kalifornien-Gouverneur Gavin Newsom (58), langjähriger Gegner von Trump, zeigt sich von der Rede von Bundeskanzler Merz begeistert. Im Gespräch mit ZDF-Korrespondent Andreas Kynast bezeichnete er sie als "sehr beeindruckend".

Für Samstag ist ein Treffen zwischen Merz und Newsom angesetzt – er freue sich bereits darauf.

13. Februar, 17.51 Uhr: Polizeiliche Unterstützung aus Österreich

Die bayerische Polizei bekommt Unterstützung.
Die bayerische Polizei bekommt Unterstützung.  © Sven Hoppe/dpa

70 österreichische Polizisten unterstützen Bayerns Sicherheitskräfte bei der Konferenz. Spezialkräfte aus Salzburg und Tirol, darunter Cobra und Verfassungsschutz, sind im Einsatz – basierend auf einer bilateralen Vereinbarung

Österreichs Innenminister Gerhard Karner lobt die bewährte Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann verschaffte er sich vor Ort einen Überblick über die umfassenden Sicherheitsvorkehrungen.

Karner dankte allen eingesetzten Kräften für ihr professionelles Engagement

13. Februar, 15.49 Uhr: Bundeskanzler Merz: Trumps Kulturkampf "ist nicht unserer"

Donald Trump (79)
Donald Trump (79)  © FREDERIC SIERAKOWSKI/European Council/dpa

Merz sieht in der Partnerschaft mit den USA weiterhin großes Potenzial. Er betont, dass Washington erkennen müsse: "Die NATO ist nicht nur unser, sondern – liebe amerikanische Freunde – auch euer Wettbewerbsvorteil."

Gleichzeitig räumt er ein, dass sich zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten eine "Kluft" aufgetan habe. US-Vizepräsident JD Vance habe dies "vor einem Jahr hier in München sehr offen gesagt", so der Kanzler – und fügte hinzu: "Er hatte recht."

Merz macht dabei klar: Der Kulturkampf von Donald Trump (79) "ist nicht unserer". Tosender Beifall folgte, bevor er seine zentrale Botschaft noch einmal direkt auf Englisch an die amerikanischen Zuhörer richtete.

13. Februar, 15.05 Uhr: Merz setzt auf NATO-Stärkung und enge europäische Zusammenarbeit

Friedrich Merz und Macron sprachen vor der Sicherheitskonferenz.
Friedrich Merz und Macron sprachen vor der Sicherheitskonferenz.  © FREDERIC SIERAKOWSKI/European Council/dpa

Zudem wolle Merz die Ostflanke der NATO stärken. "Dafür steht unsere Brigade in Litauen. Wir werden mehr für die Sicherung des hohen Nordens tun. Die ersten deutschen Eurofighter sind eingemeldet; mehr wird kommen.

Könnte es zu einer Partnerschaft mit Macron kommen?

"Mit dem französischen Präsidenten habe ich vertrauliche Gespräche über europäische nukleare Abschreckung aufgenommen. Wir Deutsche halten uns dabei an unsere rechtlichen Verpflichtungen. Wir denken dies strikt eingebettet in unsere nukleare Teilhabe in der NATO."

13. Februar, 15 Uhr: Merz mahnt: Europas Potenzial muss endlich ausgeschöpft werden

Mit einem nüchternen Zahlenvergleich rüttelt Friedrich Merz sein Publikum auf – und stellt Europas Selbstgewissheit infrage: "Ein Schlaglicht: Das Bruttoinlandsprodukt Russlands beläuft sich auf etwa zwei Billionen Euro. Das der Europäischen Union ist fast zehnmal so hoch. Und doch ist Europa heute nicht zehnmal so stark wie Russland", so der Kanzler.

Das europäische Potenzial müsse endlich voll ausgeschöpft werden – militärisch, politisch, wirtschaftlich und technologisch.

So setze man auf "partnerschaftliche Führung", aber keine Dominanz.

13. Februar, 14.57 Uhr: Merz richtet Botschaft an Deutschland

Friedrich Merz hält seine Rede in München.
Friedrich Merz hält seine Rede in München.  © Kay Nietfeld/dpa

Spätestens seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine befindet sich die Welt in einer neuen Ära offener Großmachtkonflikte, so Friedrich Merz (70). Sein Appell: "Wir müssen reden."

China strebe globale Führungsmacht an, habe sich strategisch darauf vorbereitet und könnte den USA bald auch militärisch auf Augenhöhe begegnen. Zugleich nutze es gezielt Abhängigkeiten und formt die internationale Ordnung nach eigenen Interessen.

Anschließend richtet Friedrich Merz eine Botschaft an das Land: "Freiheit ist nicht mehr selbstverständlich." Der Kanzler mahnt ein grundlegendes Umdenken an – Deutschlands Freiheit stehe auf dem Spiel. Gefordert seien Entschlossenheit, Standhaftigkeit und die Bereitschaft zu Opfern. Und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.

13. Februar, 14.54 Uhr: Bundeskanzler Merz hält Eröffnungsrede

Friedrich Merz (70) auf der Sicherheitskonferenz 2026.
Friedrich Merz (70) auf der Sicherheitskonferenz 2026.  © Kay Nietfeld/dpa

Mit einer eindringlichen Rede hat Friedrich Merz (CDU) die Sicherheitskonferenz eröffnet.

Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr die drängenden sicherheitspolitischen Herausforderungen für Deutschland und Europa – und zeichnet ein düsteres Bild.

Die internationale Ordnung, "so unvollkommen sie war", existiere in dieser Form nicht mehr.

13. Februar,10.04 Uhr: Aktivisten entrollen Protest-Transparent an Kran

Aktivisten von Greenpeace seilen sich von einem Kran mit einem Banner mit der Aufschrift "Break free from tyrants".
Aktivisten von Greenpeace seilen sich von einem Kran mit einem Banner mit der Aufschrift "Break free from tyrants".  © Kay Nietfeld/dpa

An einem Baukran in etwa 60 Metern Höhe haben Aktivisten vor der Münchner Sicherheitskonferenz ein Banner entrollt.

Die Aktivisten wollen durch den Protest auf die europäische Abhängigkeit von Russland und den USA durch Flüssiggaslieferungen aufmerksam machen, wie es in einer Mitteilung von Greenpeace hieß.

Am frühen Morgen stiegen laut der Umweltschutzorganisation zehn Kletterer auf den Kran und brachten das Transparent mit der Aufschrift "Break free from Tyrants" (auf Deutsch: Befreie dich von den Tyrannen) an.

"Wer über Sicherheit spricht, muss auch über Energiepolitik sprechen", hieß es in der Erklärung weiter.

In ihrer Mitteilung kündigte Greenpeace bereits weitere Protestaktionen rund um die Konferenz an.

Titelfoto: Malin Wunderlich/dpa

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