Münchner Sicherheitskonferenz: Ukraine-Krieg und USA-Beziehung im Fokus

München - Die Münchner Sicherheitskonferenz sorgt von Freitag bis Sonntag für Wirbel in der bayerischen Landeshauptstadt.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet.  © Peter Kneffel/dpa

Am weltweit wichtigsten Expertentreffen zur Sicherheitspolitik nehmen mehr als 60 Staats- und Regierungschefs und rund 100 Außen- und Verteidigungsminister teil. Insgesamt sind etwa 120 Länder in München vertreten und damit etwa zwei Drittel aller Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen.

Die Krise in den Beziehungen zwischen Europa und den USA ist eines der Hauptthemen der Konferenz sein, die am Freitag von Bundeskanzler Friedrich Merz (70) eröffnet wurde.

Neben US-Außenminister Marco Rubio (54) sind auch einige der schärfsten Gegner von US-Präsident Donald Trump (79) zu Gast. Zu den prominentesten europäischen Vertretern zählen der französische Präsident Emmanuel Macron (48), der britische Premierminister Keir Starmer (63) und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk (68). Konferenzleiter Wolfgang Ischinger (79) hat in diesem Jahr auch wieder Vertreter der AfD eingeladen.

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Am Rande der Konferenz laufen Hunderttausende Demonstranten auf. Mehr dazu lest ihr hier im TAG24-Ticker.

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15. Februar, 16.15 Uhr: Abschlussbilanz der Münchner Polizei zur MSC

Von 12. bis 15. Februar 2026 sicherte die Polizei die 62. Münchner Sicherheitskonferenz in München ab. Tagungsorte waren der Hotel Bayerischer Hof und das Rosewood Munich. Rund 5.000 Einsatzkräfte – unterstützt von Polizeibehörden aus dem Bundesgebiet sowie aus Österreich, der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden – sorgten unter Leitung von Polizeivizepräsident Christian Huber für einen störungsfreien Ablauf.

Es wurden ein innerer und äußerer Sicherheitsbereich mit Zugangsbeschränkungen eingerichtet; die umfangreichen Personen- und Fahrzeugkontrollen verliefen ohne Störungen. Für die Dauer der Konferenz galt zudem ein Flugbeschränkungsgebiet über der Innenstadt, auch für Drohnen. Mehrere Verstöße dagegen sowie über 20 weitere Delikte im Zusammenhang mit der Konferenz wurden angezeigt.

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15. Februar, 15.12 Uhr: Innenminister lobt Polizei

Die Polizei hat die Herausforderungen rund um die Münchner Sicherheitskonferenz nach Ansicht von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gut gemeistert.

"Die rund 5000 eingesetzten Polizistinnen und Polizisten aus ganz Bayern, dem übrigen Bundesgebiet und sogar erstmals aus fünf anderen Staaten handelten mit größter Sensibilität und Wachsamkeit", sagte Herrmann laut Mitteilung. Angesichts der "aktuellen geopolitischen Entwicklungen" habe sich die Sicherheitslage besonders anspruchsvoll gestaltet.

Einsatzkräfte der Polizei der Schweiz stehen in der Nähe des Hotels "Bayerischer Hof" in München.  © Marijan Murat/dpa

15. Februar, 14.23 Uhr: Ischinger bleibt vorerst Chef der Sicherheitskonferenz

Ex-Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg wird die MSC vorerst nicht übernehmen. Er werde erst als nächster Vorsitzender fungieren, "wenn er glaubt, dass er das tatsächlich tun kann", sagte der aktuelle Chef Wolfgang Ischinger in seiner Abschlussrede.

Aus der MSC-Leitung hieß es, man rechne damit, dass Stoltenberg bei der nächsten Konferenz Anfang 2027 die Leitung bereits übernommen haben werde. Ischinger hatte die MSC bereits zwischen 2008 und 2022 geleitet und war nun eingesprungen. Stoltenberg ist seit letzten Jahr Norwegens Finanzminister.

15. Februar, 14 Uhr: MSC-Chef Ischinger will Druck auf Russland machen

Der aktuelle MSC-Chef Wolfgang Ischinger beendete die Konferenz am Sonntag.

Er sagte in seiner Schlussrede, das transatlantische Bündnis könne mehr tun, um Druck auf Russland zu machen und die Kosten des Krieges in der Ukraine für Russland in die Höhe zu treiben.

Konferenzleiter Wolfgang Ischinger (79) griff in seiner Abschlussrede den Krieg in der Ukraine auf.  © Sven Hoppe/dpa

15. Februar, 13.30 Uhr Stoltenberg warnt vor Doppelmoral in der Nato

Für Jens Stoltenberg muss die Nato sich auch hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit klar positionieren und eine "Doppelmoral" vermeiden.

Die Mitgliedsstaaten müssten klar Stellung beziehen, sobald das Völkerrecht verletzt werde, "unabhängig davon, wo und von wem", sagte der amtierende norwegische Finanzminister und frühere Nato-Generalsekretär. Eine der Herausforderungen sei der Konflikt im Nahen Osten im Vergleich zur Ukraine.

Jens Stoltenberg (66), Norwegens Finanzminister, hätte die Münchner Sicherheitskonferenz eigentlich leiten sollen.  © Kay Nietfeld/dpa

15. Februar, 13 Uhr: EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas pocht auf Frieden für Ukraine

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat zum Abschluss der Münchner Sicherheitskonferenz eine stärkere Einbindung Europas in Friedensbemühungen für die Ukraine gefordert.

Dabei machte sie deutlich, dass es in den Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine deutlich mehr darum gehen müssen, Zugeständnisse von Russlands zu verlangen. "Wenn wir einen nachhaltigen Frieden wollen, dann brauchen wir auch Zugeständnisse von russischer Seite", sagte sie in München.

15. Feburar, 12 Uhr: AfD-Delegation reist Anfang März nach Washington

Die AfD-Bundestagsabgeordnete Anna Rathert hat nach eigenen Angaben am Rande der Sicherheitskonferenz Mitarbeiter von US-Außenminister Marco Rubio getroffen.

Das habe sich "so im Vorbeigehen" ergeben, sagte die Juristin der Deutschen Presse-Agentur. "Es waren sehr konstruktive Gespräche, sehr erfreuliche, sehr positive Gespräche." Zu Rubio selbst habe sie aber keinen Kontakt gehabt.

Rathert kündigte an, dass eine Delegation der AfD Anfang März zu einem internationalen Kongress rechter Parlamentarier unter dem Titel "The Alliance of Sovereign Nations" (Die Allianz unabhängiger Nationen) nach Washington reisen werde.

15. Februar, 11.30 Uhr: US-Senator Graham lobt Merz als Trump-Versteher

Der republikanische US-Senator und Trump-Vertraute Lindsey Graham (70) hat Bundeskanzler Friedrich Merz für seine Haltung im Iran-Konflikt gelobt.

"Merz hat gesagt, Iran wird fallen. Gott segne ihn", sagte Graham am Rande der Konferenz. Graham äußerte sich insgesamt sehr positiv zu seinen Gesprächen mit Merz und dem britischen Premierminister Keir Starmer. "Ich war von beiden beeindruckt. Sie scheinen Trump ziemlich gut durchschaut zu haben." Der Senator zählt zu den erfahrensten Außenpolitikern der USA und hat einen sehr guten Draht zum US-Präsidenten.

Der US-Senator Lindsey Graham (70) trat bereits am Samstag bei der Demonstration für den Iran auf der Theresienwiese auf.  © Felix Hörhager/dpa

15. Februar, 8 Uhr: Clinton kritisiert Zwang zu "Kapitulationsabkommen"

Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton Präsident hat Donald Trumps Haltung zur Ukraine als "schändlich" bezeichnet.

"Ich halte den Versuch, die Ukraine zu einem Kapitulationsabkommen mit (dem russischen Präsidenten Wladimir) Putin zu zwingen, für beschämend", sagte die 78-Jährige. Entweder verstehe Trump das Leid der Ukrainer nicht, oder es sei ihm gleichgültig, sagte die einstige Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten.

15. Februar, 7.44 Uhr: "Tatort"-Dreharbeiten vor Herausforderung, Schauspieler fast abgeführt

Die Sicherheitskonferenz wurde auch zur Kulisse für den neuen "Tatort". Bei den Dreharbeiten für den TV-Krimi stand die Crew mehrfach vor Herausforderungen.

Brenzlig wurde es, als sich die Schauspieler Ferdinand Hofer und Carlo Ljubek in einer Sicherheitskontrolle nicht entsprechend ausweisen konnten.

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