Geplantes Volksfest in Dubai darf nicht mit "Oktoberfest" werben

München/Dubai - Die Organisatoren eines seit mehr als einem Jahr geplanten "Oktoberfests" in Dubai dürfen nicht mehr damit werben, die echte Wiesn ziehe nach Dubai um.

Millionen von Besuchern zieht die Münchner Wiesn jedes Jahr an. Nun wollte auch Dubai ein Oktoberfest feiern.
Millionen von Besuchern zieht die Münchner Wiesn jedes Jahr an. Nun wollte auch Dubai ein Oktoberfest feiern.  © Bildmontage: picture alliance / dpa, EPA/ALI HAIDER

Sie verpflichteten sich am Donnerstag im Prozess vor dem Oberlandesgericht München, Formulierungen wie "Oktoberfest goes Dubai" sowie "Oktoberfest Dubai" oder "Das traditionelle Oktoberfest am Ort der EXPO 2021 Weltausstellung" zu unterlassen, wenn sie gekoppelt sind mit einer sinngemäßen Aussage, das Münchner Oktoberfest ziehe nach Dubai um.

Der Veranstalter habe eine umfangreiche Unterlassungserklärung gegenüber der Stadt München abgegeben, woraufhin der Rechtsstreit für erledigt erklärt worden sei, teilte ein OLG-Sprecher nach der rund zweistündigen Verhandlung mit.

Auch Fotos der echten Wiesn oder Bilder, etwa auch mit Schriftzügen wie "Das größte Volksfest der Welt in Dubai", dürfen die Veranstalter des mehrfach verschobenen Events nicht mehr verwenden.

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Bereits im vergangenen Sommer hatte das Landgericht München entschieden, diese Art der Reklame bediene sich am Weltruf der Wiesn in der bayerischen Landeshauptstadt. Mit Ankündigungen wie "Oktoberfest goes Dubai" hätten die Veranstalter den falschen Eindruck erweckt, das Traditionsfest ziehe in das arabische Emirat um, entschied das Landgericht München I damals auf Antrag der Stadt München.

Gegen diese Entscheidung hatten die Veranstalter des Dubaier Events Rechtsmittel eingelegt.

Wiesn-Chef sieht Ruf des Münchner Oktoberfests in Gefahr

Der Chef der Münchner Wiesn, Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (45), hatte nach dem Landgerichtsurteil im vergangenen Jahr gesagt, er sei "erleichtert" über die Entscheidung. Die pandemiebedingte "Oktoberfest"-Lücke zum Geldverdienen zu nutzen, sei "schäbig".

Der Ruf der Wiesn könne durch die Kopie so schweren Schaden nehmen, dass Besucher auch das Original nicht mehr besuchen wollen.

Titelfoto: Bildmontage: picture alliance / dpa, EPA/ALI HAIDER

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