Oktoberfest in München: Tourist mit Hendlmesser attackiert

München - Zum 191. Mal heißt es in München "O'zapft is!". Bis zum 4. Oktober findet auf der Theresienwiese das Oktoberfest statt.

Die 191. Wiesn findet vom 19. September bis zum 04. Oktober 2026 auf der Münchner Theresienwiese statt.  © Felix Hörhager/dpa

So mancher Münchner flieht aus der Stadt, andere können von der fünften Jahreszeit gar nicht genug bekommen.

Zwischen dem Schaulaufen der Promis und kurioser Skandale gibt es jede Menge Geschichten, die ans Herz gehen. Doch wo Millionen Menschen zum Feiern zusammenkommen, gibt es auch Schattenseiten: Unfälle, Diebstähle und Alkoholexzesse sind ebenso Teil des größten Volksfests der Welt.

Mit unserem Liveticker zum Oktoberfest bleibt Ihr auf dem Laufenden.

Anzeige

28. September, 14.24 Uhr: Streit im Zelt eskaliert, Attacke mit Besteckmesser

Bei einem Streit in einem Zelt ist ein 32-jähriger britischer Wiesnbesucher mit einem Besteckmesser attackiert und verletzt worden. Zuvor hatte ein 24-jähriger Mann aus dem Saarland laut Polizei eine Frauengruppe belästigt und versucht, eine von ihnen zu schubsen. 

Als der Tourist dazwischenging, sei es zu einem Handgemenge gekommen. Der Tatverdächtige griff demnach zu einem sogenannten Hendlmesser und fügte dem 32-Jährigen eine Schnittwunde am Unterarm zu, die Sanitäter vor Ort nähen mussten. Polizisten nahmen den Mann am Sonntag vorläufig fest und ordneten eine Blutentnahme an.

Nach einem vorübergehenden Gewahrsam wurde er laut Polizeisprecher mittlerweile wieder entlassen. Die Münchner Kriminalpolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Anzeige

28. September, 12.15 Uhr: Safe-Space für Frauen: Mehr Fälle von Gewalt

Bei der Aktion "Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen" haben sich in der ersten Wiesn-Woche 185 Hilfesuchende an den Safe Space gewandt. Das waren etwas weniger Fälle als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (197).

Zugleich verzeichneten die Organisatorinnen einen deutlichen Anstieg bei den Fällen von Gewalt: In 19 Fällen suchten Wiesn-Besucherinnen Hilfe, nachdem sie auf dem Festgelände sexualisierte oder körperliche Gewalt erfahren hatten. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt 12 Fälle.

Diesen Anstieg beobachte das Team der "Sicheren Wiesn" mit Besorgnis. Besonders die Fälle körperlicher Gewalt seien teils sehr massiv gewesen, erläuterten die Organisatorinnen, ohne Details zu nennen. Die Polizei hatte zuvor von 32 angezeigten Sexualdelikten in der ersten Wiesn-Woche berichtet, die Zahl lag auf dem Niveau der Vorjahre. 

38 Prozent der Hilfesuchenden (67 Menschen), stammten aus München oder Umgebung. Aus dem Ausland kamen 37 Prozent (65 Menschen). Die übrigen Besucherinnen stammten aus anderen Teilen Deutschlands.

Dieser Flyer vom Oktoberfest enthält Hinweisen zu einem Safe-Space für Mädchen und Frauen auf dem Festgelände.  © Leonie Asendorpf/dpa

26. September, 11.30 Uhr: Gedenken an die Opfer des Oktoberfest-Attentats von 1980

46 Jahre liegt das Oktoberfest-Attentat zurück, doch die Folgen sind bis heute spürbar. Am 26. September 1980 explodierte am Haupteingang des Oktoberfests eine Bombe. Zwölf Menschen starben, rund 200 wurden verletzt. Am Morgen wurde der Opfer in München gedacht.

Beim diesjährigen Gedenken standen auch die Helfer von damals im Mittelpunkt. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne), der wegen der Entscheidung über die Olympia-Bewerbung nicht am Gedenken teilnahm, hatte beim Einzug aufs Festgelände am Eröffnungstag ein kurzes Gedenken eingelegt.

Jahrzehntelang wurde der rechtsextreme Hintergrund des Anschlags verdrängt. Erst neue Ermittlungen führten zur Neubewertung als rechtsextremistisch motivierte Tat.

Zum Jahrestag nahm erstmals Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Gedenken teil: "Wegschauen ist nicht mehr erlaubt."

Mona Fuchs, Münchens zweite Bürgermeisterin, hält bei der Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Oktoberfest-Attentats.  © Felix Hörhager/dpa

25. September, 14.28 Uhr: Impf-Ampulle statt Maß: Hunderte beim Impfen auf der Wiesn

München - Laut eines Sprechers der Aicher-Ambulanz herrsche auf der Wiesn "großer Andrang" auf das Impfangebot gegen Influenza beziehungsweise Covid-19.

Mehrere Hundert Personen hätten sich bereits auf der Wiesn-Sanitätswache eine Impfung verpassen lassen. Nach etwa 14 Tagen hat diese dann ihren maximal möglichen Schutz im Körper entwickelt.

Montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 bis 14 Uhr kann man sich – mit Impfpass und Krankenkassenkarte – eine der beiden Impfungen (oder auch alle zwei) abholen. Das Ganze läuft im Rahmen der stadtweiten Initiative "München impft".

Damit sollen schwere Krankheitsverläufe verhindert werden – vor allem, wenn man entsprechend anfällig ist. Nicht einmal jeder Dritte, dem eine Impfung empfohlen wird, sei beispielsweise gegen Influenza geschützt. Aber Achtung: Alkoholkonsum und körperliche Anstrengung sind nach der Spritze nicht mehr erlaubt.

Statt literweise Alkohol wollen viele nur eine schützende Ampulle: Viele der Impfwilligen gingen laut Angaben gar nicht auf die Wiesn, sondern schauten nur rasch zum Impfen vorbei.  © Matthias Balk/dpa

25. September, 11.41 Uhr: Mann nach Upskirting festgenommen

Ein 39-jähriger Italiener wurde am Donnerstag festgenommen, weil er einer 34-jährigen Norwegerin unter das Dirndl fotografiert hat.

Wie die Münchner Polizei mitteilte, hatte ein Taschendiebfahnder gegen 17.10 Uhr bemerkt, wie der 39-Jährige von der Frau unbemerkt Fotos anfertigte, als sie sich vor dem Biergarten eines Festzelts hingehockt hatte. Polizisten nahmen den Mann fest und stellten sein Handy sicher. Der italienische Tourist wurde wegen der Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen angezeigt.

Er musste einen vierstelligen Sicherheitsbetrag zahlen und durfte dann die Wiesnwache wieder verlassen. Die Ermittlungen laufen.

Nach einem Fall von Upskirting war die Polizei schnell zur Stelle und nahm den Mann vorläufig fest. (Symbolbild)  © Felix Hörhager/dpa

25. September, 6.18 Uhr: München stellt 200 Oktoberfest-Lizenzen für Influencer aus

Cathy Hummels (38) ist lizenziert auf der Wiesn unterwegs.  © Felix Hörhager/dpa

Die Stadt hat hunderte Oktoberfest-Lizenzen für Influencer vergeben - und noch viel mehr Anfragen bekommen.

"Nach dem ersten Wochenende lagen etwa 300 Anfragen vor, von denen bisher rund 200 zu Lizenzvereinbarungen geführt haben", sagte eine Sprecherin des städtischen Wirtschaftsreferates auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. 

In welchem Kostenrahmen sich diese Lizenzen bewegen, sagte sie nicht, weil "die Landeshauptstadt München bei Verträgen mit Dritten keine konkreten Summen nennt". Es gebe auch eine "Bagatellgrenze" für den Fall, dass ein Wiesn-Post finanziell nicht sonderlich viel abwirft. 

Oktoberfest Horror-Unfall auf Oktoberfest: Mann wird von Free-Fall-Gondel getroffen und stirbt - Attraktion wieder in Betrieb

"Basis der Lizenzkosten sind immer die Einnahmen, die mit dem Posting generiert werden. Die genaue Berechnung hängt dann von verschiedenen Parametern ab, wie der Reichweite oder die Art der Monetarisierung auf einer Plattform."

Sich frühzeitig darum zu kümmern, kann sich für diejenigen, die ihr Geld mit Instagram und Co. verdienen, lohnen - denn: "Vorab nicht lizenzierter Content muss nachlizenziert werden und wird aufgrund des höheren Aufwands teurer." Die Einnahmen fließen dann direkt wieder in die Finanzierung der Wiesn.

24. Oktober, 12.57 Uhr: Gedenkminute für toten Mitarbeiter auf Oktoberfest

Bei einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Oktoberfest haben Hunderte Menschen eines tödlich verunglückten Mitarbeiters gedacht.

Es liege ein Schatten auf diesen frohen Tagen, sagte Pfarrer Sascha Ellinghaus. "Der Tod eines Menschen auf dem Oktoberfest erfüllt uns in der Freude dieses Festes mit tiefer Trauer." Daher solle jeder achtsam bleiben gegenüber denjenigen, für die die Festtage mit Schmerzen verbunden seien. Die Besucher des Gottesdienstes gedachten still des getöteten Mannes.

Der Gottesdienst im Marstall-Zelt richtet sich an Schaustellerfamilien, Wiesen-Wirte und Marktkaufleute, aber auch andere Gäste sind traditionell eingeladen.

Weihbischof Matthias König (M.) feiert einen ökumenischen Gottesdienst im Marstall Festzelt unter anderem mit einem Trauergedächtnis für den verstorbenen Security-Mitarbeiter.  © Felix Hörhager/dpa

24. September, 8.21 Uhr: Wie entstand eigentlich das Italiener-Wochenende?

Wer an einem anderen Tag auf die Wiesn gehen kann, tut es. Der ein oder andere Münchner flieht aus der Stadt. Am Wochenende verschärft sich der Ausnahmezustand in München.

Traditionell stehen zur Oktoberfest-Halbzeit mit dem Italiener-Wochenende die traditionell besucherstärksten Tage an. Wie es dazu kam, liest Du hier.

24. September, 6.48 Uhr: Mehr internationale Gäste am ersten Wiesn-Wochenende

Handydaten zeigen: Viele der Besucher auf dem Oktoberfest stammen aus dem Ausland.  © Felix Hörhager/dpa

Die Besucher am ersten Wiesnwochenende waren weniger aber internationaler als vor einem Jahr.

Am Eröffnungssamstag machten ausländische Gäste rund 33 Prozent aus, am Sonntag gut 29 Prozent, wie eine Untersuchung von Handydaten durch Telefonica Deutschland und Invenium Data Insights ergab. Vergangenes Jahr hatten die Anteile demnach noch bei 29 und 25 Prozent gelegen.

Die meisten ausländischen Gäste kamen dabei - wie vergangenes Jahr - aus den USA, gefolgt von Italien. Auf Rang drei liegt dieses Jahr Frankreich, 2025 war es noch das Vereinigte Königreich. 

Die Zahl der Besucher sank der Analyse zufolge leicht auf 1,04 Millionen. Die blieben im Schnitt aber rund eine Viertelstunde länger auf dem Festgelände als vergangenes Jahr. Männer waren dabei in der Mehrheit: Sie stellten rund 53 Prozent der Besucher. Die höchste Auslastung wurde zwischen 17.00 und 18.00 Uhr festgestellt. 

Dass fast jeder dritte Besucher aus dem Ausland kam, zeige "die enorme internationale Strahlkraft der Wiesn, die auch für München als Tourismusstandort von großer Bedeutung ist", sagt Jörg Kablitz von Telefonica.

23. Oktober, 7 Uhr: Kellnerinnen retten Wiesnbesucher

Zwei Kellnerinnen haben einen Besucher auf dem Oktoberfest wiederbelebt.

Der 78-Jährige war am Dienstag im Biergarten eines Festzeltes nach Angaben des Rettungsdienstes zusammengebrochen. Sofort verständigten die Frauen den Notruf und begannen mit einer Herzdruckmassage.

Danke ihres schnellen Einsatzes konnte er gerettet werden.

Mehr zum Thema Oktoberfest: