Bildungsexperte übt Kritik: Söders Lehrerkampagne "unverantwortlich"

München - Die deutliche Kritik an der von Ministerpräsident Markus Söder (56, CSU) angekündigten Abwerbeaktion von Lehrern aus anderen Bundesländern reißt nicht ab!

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (56, CSU) sieht sich unter anderem Kritik von Bildungsforscher Dirk Zorn ausgesetzt.
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (56, CSU) sieht sich unter anderem Kritik von Bildungsforscher Dirk Zorn ausgesetzt.  © Fabian Sommer/dpa

"Ich halte es für unverantwortlich, was Bayern da macht. Dass ein Land so explizit ein Umzugs- und Anreizpaket auflegt, ist ein Dammbruch", sagte der Bildungsforscher Dirk Zorn von der Bertelsmann-Stiftung gegenüber der Augsburger Allgemeinen.

Söder hatte kürzlich bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Banz angekündigt, dem heimischen Lehrermangel auch begegnen zu wollen, indem in anderen Bundesländern auf die Vorzüge Bayerns hingewiesen werde.

Dies hatte auch in anderen Bundesländern Kritik hervorgerufen, da die Länder eigentlich auf derartige Abwerbekampagnen verzichten.

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Zorn, Direktor des Bereichs Bildung und Next Generation bei der Bertelsmann-Stiftung, betonte, der Lehrkräftemangel sei eine deutschlandweite Herausforderung.

Durch Söders Pläne "erodiert alles Vertrauen darauf, dass wir uns als Land dieser Aufgabe gemeinsam stellen und allen Kindern Teilhabechancen und gute Bildung ermöglichen". Zorn plädiert dafür, zugewanderten Lehrkräften die Bedingungen für die Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Abschlüsse zu erleichtern. Potenzial sieht er auch bei Quereinsteigern.

Anders als in anderen Bundesländern unterrichteten im Freistaat vergleichsweise wenige Quereinsteiger. "In Bayern sind noch Kapazitäten da, um eine gute Begleitung dieser Personen zu gewährleisten", sagte Zorn der Zeitung.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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