Von Elke Richter
München - Ein weiterer Warnstreik hat den öffentlichen Nahverkehr in mehreren bayerischen Städten erneut beeinträchtigt. S-Bahnen, Regionalzüge und Regionalbuslinien waren zwar nicht betroffen, dennoch mussten zahlreiche Schülerinnen und Schüler sowie Berufstätige am Dienstagmorgen auf Alternativen ausweichen.
In München fuhr die U-Bahn in der Früh zunächst im Abschnitt Münchner Freiheit – Sendlinger Tor, wenig später gab es gar einen Zehn-Minuten-Takt zwischen Fürstenried West und Fröttmaning.
Auch die Tramlinie 20 wurde bald im Zehn-Minuten-Takt bedient, auf der Linie 25 sowie auf der Linie 17 im Abschnitt Sendlinger Tor – St. Emmeram waren es alle 20 Minuten.
Bei den Bussen sei mehr als die Hälfte der Fahrzeuge unterwegs, teilte die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) mit. Sie führen unregelmäßig auf allen Linien.
"Wenn sich zusätzliche Fahrerinnen und Fahrer zum Dienst melden, wird der Betrieb bei U-Bahn und Tram gegebenenfalls auf zusätzliche Abschnitte und Linien ausgeweitet", kündigte die MVG an.
Ansonsten empfahl das Unternehmen, "am Streiktag auf andere Verkehrsmittel auszuweichen, Fahrgemeinschaften zu bilden oder Homeoffice einzuplanen, wenn das möglich ist".
Warnstreik in Bayern: Fahrrad statt Bus in Augsburg
"Zum Erliegen" kam hingegen der öffentliche Nahverkehr in Augsburg. "Bis auf eine Straßenbahn sind alle der rund 150 Busse und Straßenbahnen der swa heute Morgen in den Depots geblieben", teilten die Stadtwerke Augsburg (swa) mit. Als Alternative könne die gesamte Flotte von 940 Fahrrädern des Leihradsystems der Stadtwerke kostenlos genutzt werden.
Wie sich die Lage in den anderen Städten konkret gestaltet, war am Morgen noch offen. "In Niederbayern ist nichts an kommunalem Verkehr rausgefahren", schilderte Verdi-Sprecherin Katharina Wagner. Auch in Nürnberg gehe sie von größeren Einschränkungen aus. Aus den anderen Kommunen gebe es noch keine Rückmeldungen.
In München sei ein Teil-Angebot zustande gekommen, weil die MVG gezielt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angesprochen und die Dienstpläne so gestaltet habe, dass vorrangig Menschen ohne Streikbereitschaft eingeteilt worden seien.