Heute vorm SWR: AfD-Krawallo Räpple protestiert gegen "GEZ-Monstrum"

Stuttgart/Baden-Baden - Nun ist es also so weit: Am heutigen Samstag ruft der baden-württemberische AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple (38) vor dem SWR-Funkhaus zur Demo auf.

Kein Freund des Rundfunkbeitrags: AfD-Politiker Stefan Räpple.
Kein Freund des Rundfunkbeitrags: AfD-Politiker Stefan Räpple.  © Stefan Puchner/dpa

Wie berichtet, soll die Kundgebung um 14 Uhr in der Hans-Bredow-Straße beginnen. Aufhänger ist für den 38-Jährigen der Shitstorm rund um das "Umweltsau"-Lied des WDR.

In einer auf seiner Facebook-Seite verbreiteten Mitteilung behauptet Räpple: "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist zu einem Propaganda-Programm der Regierung geworden." Die Gesellschaft werde in den Augen des AfD-Rechtsaußen gespalten in "Links gegen Rechts" oder in "Jung gegen Alt" , "damit die Regierung uns leichter beherrschen und uns finanziell auspressen kann".

Räpple will den Rundfunkbeitrag (landläufig immer noch "GEZ-Gebühren" genannt) für ARD, ZDF und Deutschlandradio abschaffen. "Gemeinsam bekommen wir dieses GEZ-Monstrum besiegt!", schrieb der 38-Jährige vor Tagen auf Facebook.

Polizei beobachtet Demo und Gegendemo in Baden-Baden

Verdi-Landesbezirksleiter Martin Gross.
Verdi-Landesbezirksleiter Martin Gross.  © Sebastian Gollnow/dpa

Er warf "linksextremen Medienleuten" unter anderem "Manipulation", "Deutschenhass" und "Zwangsgebühren für linke Propaganda" vor.

Die Gewerkschaft Verdi reagierte mit Empörung. "Dies ist kein Aufruf zu einer Demonstration, sondern ein Aufruf zur Bedrohung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SWR und ihrer Familien", hieß es in einer Pressemitteilung.

Verdi-Landesbezirksleiter Martin Gross wurde mit den Worten zitiert: "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ein Garant für eine vom Staat unabhängige journalistische Berichterstattung, dessen Aufgabe es auch ist, Lügen und Hetze von Parteien aufzudecken." Deshalb seien Bedrohungen der SWR-Mitarbeiter nicht hinnehmbar.

Wie ein Sprecher der Polizei gegenüber TAG24 berichtet, findet zeitgleich zur AfD-Demo eine Gegendemonstration statt, angemeldet durch die Gewerkschaft Verdi. "Wir haben zusätzliche Einsatzkräfte vor Ort und beobachten die Situation", so der Sprecher weiter.

Wie berichtet, hatte das "Umweltsau"-Lied des WDR zu enormer Empörung gesorgt, der Sender und Intendant Tom Buhrow entschuldigten sich hinterher. Ein WDR-Mitarbeiter goss noch Öl ins Feuer, als er aus der "Umweltsau" eine "Nazisau" machte und Großmütter so betitelte. Auch er bat später um Verzeihung.

Update: 14.50 Uhr

Räpple spricht von "linksgrüner Propaganda" und "Dekadenz im Endstadium"

Räpple bezichtigte Journalisten der "linksgrünen Propaganda". (Screenshot)
Räpple bezichtigte Journalisten der "linksgrünen Propaganda". (Screenshot)  © Screenshot YouTube.de/EWO Live

Vor dem Funkhaus forderte Räpple am Samstagnachmittag: "Wir dürfen uns nicht spalten lassen in Rechts und Links!".

Auch die Anhänger der Linken forderte er auf, sich mit ihm gegen die "Medienmafia" zusammen zu schließen. Und: "Schließen Sie sich uns an gegen diese Regierung."

Vor mehreren Dutzend Zuhörern bestritt Räpple, sich ein Drittes Reich herbeizuwünschen. Sein Ziel stattdessen: Er wolle, dass es "in zehn Jahren überhaupt noch ein Deutschland gibt".

Im Hintergrund waren immer wieder Pfeifkonzerte von Gegendemonstranten zu vernehmen.

Der 38-Jährige behauptete, dass die Öffentlich-Rechtlichen nicht Meinungsvielfalt gewähren, sondern Meinung bilden. So komme die AfD als stärkste Oppositionspartei nach der Bundestagswahl 2017 nicht in dem Maße in Talkshows vor, wie es ihrem Stimmenanteil entspreche.

Räpple warf den Sendern unter anderem "linksgrüne Propaganda" und "Dekadenz im Endstadium" vor. Auf Twitter spottete ein User: "Räpple von der AfD redet wirr." Ein anderer stieß ins gleiche Horn: "Verschwörungstheoretisches Blabla von Stefan Räpple."

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