Naturschützer sind entsetzt: Geplanter Surfer- und Skatepark eckt heftig an

Borna - Deutschlands größter Surf- und Skatepark soll demnächst am Bockwitzer See entstehen. Mit einem Wavepool für Wellenreiter wie auf Hawaii und einem raffinierten Trainingszentrum für Skateboarder.

Eine solche Naherholungslandschaft schwebt den Planern des Surf- und Skatersparks vor. Mal abwarten, ob daraus etwas wird.Quelle: PR/Surfpark Deutschland GmbH
Eine solche Naherholungslandschaft schwebt den Planern des Surf- und Skatersparks vor. Mal abwarten, ob daraus etwas wird.Quelle: PR/Surfpark Deutschland GmbH

Die Brisanz liegt darin, dass der ganze Spaß unmittelbar neben einem von Sachsens größten Naturschutzgebieten entstehen soll. Umweltschützer gehen auf die Barrikaden.

"Der Bockwitzer ist der einzige Tagebaurestsee südlich von Leipzig, der eine natürliche und vom Menschen weitgehend ungestörte Entwicklung genommen hat", sagt Bernd Heinitz, Landesvorsitzender des Nabu. Eine unglaubliche Vielfalt wurde registriert: über 180 Vogelarten, zwölf Amphibienarten, vier Reptilien- und 31 Libellenarten; dazu 400 Arten der höheren Pflanzen.

Deswegen wurde der Bockwitzer See als Naturschutzgebiet, als europäisches Fauna-Flora-Habitat und als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen - auf 545 Hektar Natur. Nur die 15 Hektar am Nordufer sind für Bebauung und Freizeit vorgesehen. Und um die geht es.

Der Stadtrat in Borna beschloss nun einstimmig die Anpassung des Bebauungsplans am Nordufer.

Das ermutigt die Macher von der Surfpark-Deutschland GmbH, jetzt aktiv Gespräche mit potenziellen Sponsoren zu führen. Geschäftsführer Mike Berus: "Hier soll neben dem größten Surfpark Deutschlands auch die landesweit größte Skate-Anlage entstehen."

Umweltproblematik ist Machern bewusst

Noch herrscht Ruhe am Bockwitzer See.
Noch herrscht Ruhe am Bockwitzer See.

Der Pool für die Wellenmaschine soll nach Firmenangaben etwa 25. 000 Kubikmeter fassen und das Skateboard-Zentrum sich über 6 000 Quadratmeter erstrecken - 1 000 davon überdacht. Der Surfpark rechnet mit bis zu 230. 000 Besuchern jährlich und Investitionen in Höhe von 28 Millionen Euro.

Die Umweltproblematik ist den Machern bewusst. Berus: "Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, das Konzept auf maximale ökologische Verträglichkeit auszurichten. Wir sind selbst Surfer, die umweltbewusst leben." So wird der Energiebedarf des Wellenparks weitestgehend mithilfe regionaler Solaranlagen gedeckt.

Die Naturschützer halten das für "Greenwashing", Etikettenschwindel und eine absolute Farce, dass Surfpark das Projekt als "Zentrum für ökologisch nachhaltigen Tourismus und Leistungssport im Leipziger Neuseenland" nennt.

Bernd Heinitz: "Der Nabu Sachsen wird sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass sich der Bockwitzer See weiter zu einem unbelasteten Naturraum entwickeln kann."

Nicht nur Kormorane, sondern allgemein viele Vogelarten leben an dem See. Auch das macht ihn so schützenswert.
Nicht nur Kormorane, sondern allgemein viele Vogelarten leben an dem See. Auch das macht ihn so schützenswert.  © imago images/blickwinkel
Die Initiatoren des Projekts: Martin Schlimpert (li.) und Mike Berus. Beide sind gebürtige Leipziger und begeisterte Surfer.
Die Initiatoren des Projekts: Martin Schlimpert (li.) und Mike Berus. Beide sind gebürtige Leipziger und begeisterte Surfer.  © PR/Surfpark Deutschland GmbH

Titelfoto: PR/Surfpark Deutschland GmbH

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