Schluss mit Bällchen werfen: So beschäftigst Du Deinen Hund sinnvoll

Burglengenfeld - Ewiges Bällchen werfen ödet Dich an? Dann solltest Du diese Tipps zur sinnvollen Beschäftigung Deines Hundes lesen.

Viele Hunde lieben das Apportieren, auf Dauer kann das aber negative Folgen haben.
Viele Hunde lieben das Apportieren, auf Dauer kann das aber negative Folgen haben.  © dpa, 123 RF

Werfen, bringen, werfen, bringen, ... Manche Hunde können stundenlang Apportieren. Für den Menschen ist das nach einer gewissen Zeit aber oft langweilig und auch Hunde werden durch eintönige Beschäftigung unterfordert.

Stephanie Salostowitz, Hundetrainerin aus Bayern weiß Rat für den Hund, der gerne "Sachen" bringt. Viele Hunde lieben das Apportieren: oft Werfen die Besitzer einfach einen Ball und lassen ihren Hund hinterher hetzten.

Doch eine solche Beschäftigung hat negative Folgen, an die viele Hundebesitzer nicht denken. Hunde springen durch eine solche "Auslastung" auch stark auf andere Bewegungsreize an. Das heißt, sie hetzten gerne alles, was sich bewegt: Vögel, aber auch Jogger, Radfahrer und Autos.

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Hunde Sie flüchtete sogar aus der Pflegestelle: Fenna sucht Menschen, die ihr erstmal Raum geben

Deshalb trainiert Stephanie ihren Hunden an zu warten und sich zu beherrschen, damit sie angenehme Begleiter werden. "Ruhe" zu üben ist wichtig, der Hund muss lernen Reize zu ertragen.

Dabei muss aber keinesfalls Langeweile aufkommen: Beim typischen "Retrievertraining" wird das Apportieren von Wild simuliert. Dummies ersetzen als Attrappen die Beute. Meist handelt es sich bei den Gegenständen um mit Granulat gefüllte Canvas-Säckchen.

Manche der Dummies schwimmen und ermöglichen dadurch ein Training im Wasser.
Manche der Dummies schwimmen und ermöglichen dadurch ein Training im Wasser.  © 123RF

Farben wie Blau und Gelb eigenen sich für Suchgegenstände besonders gut, denn Hunde leiden unter einer Sehschwäche für Rot und Grün. Die Such-Gegenstände sollten nicht als Spielzeug behandelt werden, sondern nur zum "Arbeiten" verwendet werden, empfiehlt Stephanie.

Beim Dummytraining wird nicht nur das Apportieren, sondern vor allem die Suche trainiert und damit die Nase des Hundes. So wird das Tier nicht nur körperlich, sondern auch geistig ausgelastet.

Zuerst muss allerdings das Warten geübt werden. Wenn Dein Hund noch sehr ungeduldig ist, kannst Du ihn auch an einer Leine festbinden, während Du den Dummy versteckt.

Suchübungen sollten am Anfang so einfach wie möglich sein, damit der Hund versteht, um was es geht. Wenn ein Hund zuvor nur auf Sicht eingesammelt hat, wird er sonst schnell frustriert werden, wenn ein Gegenstand einfach verschwindet. Wichtig ist auch auf die Windrichtung zu achten: am Anfang sollte der Wind dem Hund entgegen oder leicht von der Seite kommt.

Statt einfach nur zu rennen, muss der Hund so mehrere "Arbeiten erledigen": Er muss warten, sich konzentrieren, dass er den Gegenstand findet und muss ihn dann bringen. Der Hund lernt, dass er über Ruhe etwas zu tun kriegt, erklärt Stephanie. Ruhiges Verhalten wird also mit etwas Unterhaltsamem verknüpft.

Stephanie Salostowitz leitet ein Hundezentrum in der Nähe von Burglengenfeld in der Oberpfalz. Sie bildet Jagdhunde aus und beschäftigt sich viel mit triebstarken und aufgeregten Hunden. Ihr Spezialgebiet sind ängstliche Hunde, die sie zu stabilen Begleitern ausbildet. Salostowitz ist außerdem für ihre YouTube-Videos bekannt, in denen sie Hundebesitzern ausführlich Ratschläge gibt.

Titelfoto: dpa, 123 RF

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