Seltenes und skurriles in Chemnitz: Große Schau der Simson-Legenden

Chemnitz - Bei dieser verrückten Schau schlägt das Herz jedes Moped-Fans höher! Donnerstagabend eröffnete im Chemnitzer Fahrzeugmuseum eine Sonderausstellung rund um die Suhler Kultmarke Simson.

"Eine unserer besten Arbeiten": Formgestalter Karl Clauss Dietel (84) vor dem von ihm entworfenen Automatik-Roller SR 52 "Supra".
"Eine unserer besten Arbeiten": Formgestalter Karl Clauss Dietel (84) vor dem von ihm entworfenen Automatik-Roller SR 52 "Supra".  © Klaus Jedlicka

Neben besonders seltenen Entwürfen, Prototypen und Sonderanfertigungen rief Museumsleiter Dirk Schmerschneider (48) vor allem die Tuning-Szene auf, ihre Schmuckstücke als Leihgaben einzureichen. "Nach zwei Tagen hatten wir schon 40 Angebote", sagt er. Weil für so viel Zweirad-Kult gar kein Platz sei, werden bis Herbst immer wieder neue Exponate zu sehen sein, darunter etwa das pinkfarbene Simson-Trike "Sachsen-3er".

Zu den ersten Gästen zählte Reinhard Hirsch (67). Bevor er das Autohaus Hirsch gründete, betrieb er 1981-1990 in Röhrsdorf einen Simson-Handel. "Siehst Du das Mini-Mokick dort? So etwas gab's nie zu kaufen, sondern nur Marke Eigenbau", schwärmt er. "Ich hatte auch mal zwei gebaut, aber längst verschenkt."

Ebenfalls nie gebaut wurde der Automatik-Roller SR 52 "Supra" von 1968, ein Entwurf des legendären Formgestalters Karl Clauss Dietel (84) - auch er kam zur Eröffnung: "Das war eine unserer besten Gestaltungsarbeiten", sagt er rückblickend. An diesem Abend traf er alte Wegbegleiter wieder, etwa den einstigen Simson-Chefkonstrukteur Joachim Scheibe (72): "Mit Dietel habe ich damals so manche Schlachten geschlagen", sagt er lachend.

Auch der langjährige Chef der Fertigungstechnologie im Suhler Simson-Werk, Bernhard Dünnebier (80), war gereist: "Ich hatte vor allem den Motor mit auf die Beine gestellt." Was sie damals geschaffen haben, wird wohl noch lange Kult bleiben.

Ehrensache: Museumsleiter Dirk Schmerschneider (48) zeigt seine private Simson "Schwalbe" (Baujahr Januar 1965) in der Ausstellung - hier mit originalem Händler-Preisschild (1250 Mark Deutscher Notenbanken).
Ehrensache: Museumsleiter Dirk Schmerschneider (48) zeigt seine private Simson "Schwalbe" (Baujahr Januar 1965) in der Ausstellung - hier mit originalem Händler-Preisschild (1250 Mark Deutscher Notenbanken).  © Klaus Jedlicka
Reinhard Hirsch (67) ist begeistert von diesem selbstgebauten Mini-Mokick (Baujahr 1983).
Reinhard Hirsch (67) ist begeistert von diesem selbstgebauten Mini-Mokick (Baujahr 1983).  © Klaus Jedlicka
Simson-Legenden unter sich: Chefkonstrukteur Joachim Scheibe (72, r.) und Bernhard Dünnebier (80), Leiter der Fertigungstechnologie.
Simson-Legenden unter sich: Chefkonstrukteur Joachim Scheibe (72, r.) und Bernhard Dünnebier (80), Leiter der Fertigungstechnologie.  © Klaus Jedlicka

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