Coronavirus: Polizei stoppt "Querdenker" Schiffmann

Deutschland - Die Meldungen reißen einfach nicht ab. Spätestens seit März 2020 wird die Bundesrepublik vom Coronavirus und den Auswirkungen der Pandemie im Griff gehalten. Maskenpflicht, Abstandsregeln und Hygiene-Maßnahmen sind nicht mehr wegzudenken. In mehreren Ländern wurde erst kürzlich erneut ein Lockdown verhängt. TAG24 berichtet im Liveticker über das aktuelle Corona-Geschehen. >> Hier geht es zu aktuellen Meldungen.

Update, 9. November, 21.39 Uhr: Wegen Corona-Einreiseverbot: Polizei stoppt "Querdenker" Schiffmann

Wegen der strengen Corona-Einschränkungen in Mecklenburg-Vorpommern hat die Polizei den Arzt Bodo Schiffmann auf dem Weg zu einem Protest gegen die Corona-Maßnahmen in Neubrandenburg gestoppt.

Wie eine Polizeisprecherin sagte, wurde der bekannte "Querdenker" mit Begleitern in einem Bus an der Bundesstraße 96 angehalten. In Mecklenburg-Vorpommern sei die Einreise von Tagestouristen untersagt und Schiffmann habe keine Genehmigung gehabt, hieß es. Der Mediziner müsse wieder ausreisen. Medienberichten zufolge wollte er bei dem Protest in Neubrandenburg als Redner auftreten.

Schiffmann, HNO-Arzt aus Baden-Württemberg, will nach Angaben der Organisatoren der Bewegung in Neubrandenburg rechtlich gegen das Einreiseverbot vorgehen.

In Neubrandenburg protestierten am Abend rund 370 Menschen mit einem Spaziergang gegen die nach ihrer Auffassung unverhältnismäßigen Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie. Veranstalter waren Neubrandenburger Bürger, die seit Wochen Proteste organisieren, zuletzt wieder mit wachsender Zahl von Teilnehmern.

Der Arzt Bodo Schiffmann spricht öfter bei Kundgebungen von Gegnern der Coronaschutzmaßnahmen.
Der Arzt Bodo Schiffmann spricht öfter bei Kundgebungen von Gegnern der Coronaschutzmaßnahmen.  © Markus Scholz/dpa

Update, 9. November, 21.07 Uhr: Inzwischen fast 41.000 Corona-Tote in Frankreich

In Frankreich sind fast 41.000 Menschen infolge der Coronavirus-Pandemie gestorben. In den vergangenen 24 Stunden seien in Kliniken 551 Corona-Tote gezählt worden, teilte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Montagabend in Paris mit.

Damit sei die Zahl der Toten auf genau 40.987 gestiegen. "Die zweite Welle (der Epidemie) breitet sich weiter aus", bilanzierte er. Frankreich gehört zu den Ländern, die besonders von der Corona-Krise betroffen sind.

Die Zahl der Infektionen stieg in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern innerhalb eines Tages um mehr als 20.100. In Frankreich gelten für die Bürger Ausgangsbeschränkungen, um die Zahl der Neuinfektionen einzudämmen. 

Salomon reagierte vor Journalisten zurückhaltend auf die Ankündigung des Mainzer Unternehmens Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer, wonach eine entscheidende Etappe hin zu einem wirkungsvollen Corona-Impfstoff geschafft wurde. "Man muss bei der Interpretation der Daten äußerst vorsichtig sein", sagte er auf eine entsprechende Frage.

Update, 9. November, 20.29 Uhr: Hallervorden: Warum dürfen Friseursalons öffnen?

Kabarettist Dieter Hallervorden (85) hat erneut für die Öffnung von Theatern in der Corona-Krise geworben. Er halte die Schließung für unverhältnismäßig. 

"Warum dürfen Friseursalons öffnen und Bühnen müssen schließen?", fragte Hallervorden in einem Beitrag, der am Montagabend in der rbb-"Abendschau" gezeigt wurde.

"Ich meine, Friseure kommen ihren Kunden ja deutlich näher als die Schauspieler ihren Zuschauern", sagte Hallervorden. Er finde es wichtig, dass sich die Regierung darum bemühe, dass die Gesunden nicht krank würden. "Aber doch bitte nicht an der falschen Stelle."

Psychologen hätten erklärt, wie Menschen litten, wenn ihnen Kultur genommen werde, sagte Hallervorden. Für ihn komme es nicht infrage, sein Theater in so schweren Zeiten im Stich zu lassen. "Ich habe gewisse Rücklagen. Und die bin ich bereit zu opfern. Zum Wohl des Theaters und ganz besonders auch für unsere Zuschauer."

Der Schauspieler Dieter Hallervorden (85) geht gegen Theaterschließungen in der Corona-Krise vor.
Der Schauspieler Dieter Hallervorden (85) geht gegen Theaterschließungen in der Corona-Krise vor.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 9. November, 20.21 Uhr: Erneut Demonstrationen auf Leipziger Augustusplatz

Erneut haben sich am Augustusplatz in Leipzig Hunderte Menschen zu Demonstrationen versammelt. Nach dem Chaos bei der "Querdenken"-Demonstration am Samstag waren am Montagabend die Gegner von Corona-Maßnahmen nach Polizeiangaben in der Unterzahl.

Polizeisprecher Philipp Jurke sagte, die Zahl der Teilnehmer von der Kundgebung "Spaziergang für die Freiheit" habe im "niedrigen zweistelligen Bereich" gelegen. Die Versammlung habe nur fünf bis zehn Minuten gedauert. Ihm seien zunächst keine Probleme bekannt gewesen, so Jurke. Deutlich mehr Gegendemonstranten hätten friedlich gegen die Kundgebung protestiert und an die Verbrechen der Nationalsozialisten in der Pogromnacht vor 82 Jahren erinnert.

Update, 9. November, 20.20 Uhr: EU fordert volle Transparenz bei Erforschung der Corona-Pandemie

Volle Transparenz und Kooperation aller Länder sind nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn der Schlüssel, um die genaue Herkunft des Coronavirus zu erforschen.

Das sagte der CDU-Politiker am Montag bei der Jahrestagung der Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf, an der er als Vertreter der EU während der deutschen Ratspräsidentschaft teilnahm. Spahn begrüßte bei dem virtuell geführten Treffen zudem die neue Studie der WHO zur Erforschung der Pandemie.

Nach langer Vorbereitung konnten die Wissenschaftler Ende Oktober ihre Arbeit aufnehmen. Spahn machte deutlich, dass in jeder Phase der Studie Transparenz und Kooperation nötig sei.

Die EU fordert zudem strengere Regelungen, um Forschern im Auftrag der WHO Besichtigungen relevanter Orte zu ermöglichen.

Update, 9. November, 20.06 Uhr: Mehr als zehn Millionen Corona-Infektionen in den USA

In den USA ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus auf mehr als zehn Millionen angestiegen.

Das ging am Montag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen, gefolgt von Indien mit über 8,5 Millionen Fällen. An dritter Stelle steht Brasilien, wo rund 5,7 Millionen Ansteckungen registriert wurden. Experten gehen in den meisten Ländern von einer hohen Dunkelziffer an Corona-Infektionen aus.

Die USA hatten erst vor zehn Tagen die Schwelle von neun Millionen bestätigten Infektionen überschritten. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt im Schnitt auf mehr als 100.000 pro Tag an. Am Wochenende lag die Zahl laut Johns Hopkins sogar bei mehr als 120.000.

Mehr als 237.000 Menschen sind in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, in Verbindung mit Covid-19 gestorben - mehr als in jedem anderen Land. Auf 100.000 Einwohner kommen damit rund 73 Tote, während es in Belgien rund 114, in Brasilien 78 und in Deutschland 14 sind.

Weltweit gibt es Johns Hopkins zufolge inzwischen mehr als 50 Millionen bestätigte Infektionen und damit verbundene 1,25 Millionen Todesfälle. Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Das Coronavirus hat die USA hart getroffen. Mehr als 10 Millionen Menschen sind bislang infiziert. Es gibt mehr als 237.000 Tote zu beklagen.
Das Coronavirus hat die USA hart getroffen. Mehr als 10 Millionen Menschen sind bislang infiziert. Es gibt mehr als 237.000 Tote zu beklagen.  © Seth Wenig/AP/dpa

Update, 9. November, 20.03 Uhr: New Yorks Bürgermeister warnt vor zweiter Corona-Welle

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hat die Bewohner der Millionenmetropole eindringlich vor einer zweiten Corona-Welle und damit möglicherweise einhergehenden neuen Einschränkungen gewarnt. 

"Wir müssen eine zweite Welle verhindern", sagte de Blasio am Montag bei einer Pressekonferenz. "Es wird gefährlich eng." Der Bürgermeister forderte alle New Yorker auf, sich an die Hygiene-, Masken- und Abstandsregeln zu halten. Er kündigte an, dass die Erlaubnis für Restaurants, Cafés und Bars, teilweise in Innenräumen auszuschenken, überprüft werde.

Weitere Einschränkungen seien notfalls unabdingbar, sagte de Blasio weiter. "Gott verhüte, dass dies weitergeht und wir eine ausgewachsene zweite Welle haben. Das bedeutet viel mehr Einschränkungen. Leider könnte es auch bedeuten, dass wir unsere Wirtschaft teilweise wieder schließen müssen."

Bill de Blasio, Bürgermeister von New York, warnt vor einer zweiten Corona-Welle.
Bill de Blasio, Bürgermeister von New York, warnt vor einer zweiten Corona-Welle.  © Mary Altaffer/AP/dpa

Update, 9. November, 20.01 Uhr: Corona-Fall im tschechischen Team vor Testspiel gegen Deutschland

Vor dem Testspiel der tschechischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Deutschland am Mittwoch in Leipzig ist ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Er habe das Teamhotel in Prag verlassen und sich in Quarantäne begeben, noch bevor er mit seinen Kollegen in Kontakt gekommen sei, teilte der tschechische Fußballverband am Montagabend mit. Der Name des Betroffenen wurde nicht mitgeteilt.

Nationaltrainer Jaroslav Silhavy wird damit mit einem 25-köpfigen Kader nach Deutschland anreisen. Für Dienstag ist eine zweite Corona-Testreihe geplant. Schon bei den Nations-League-Spielen Tschechiens gegen Schottland und die Slowakei im September und Oktober hatten mehrere Stammspieler wegen positiver Testergebnisse gefehlt.

Update, 9. November, 19.19 Uhr: Johnson: Annähernd so viele Patienten im Krankenhaus wie im Frühjahr

In britischen Krankenhäusern werden wieder fast so viele Covid-19-Patienten behandelt wie im Frühjahr. "Wir sind auf dem Weg zu dem gleichen Niveau wie in der ersten Welle", sagte der britische Premier Boris Johnson am Montag in London.

Am 5. November seien rund 13.000 Menschen im Krankenhaus mit Covid-19 behandelt worden. Auch die Zahl der Todesfälle sei auf hohem Niveau - sie lag zuletzt mehrfach bei rund 300 Fällen pro Tag.

Bereits nach dem Frühjahr galt Großbritannien als eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder in Europa. Nach Zahlen der Statistikbehörde hat die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 mittlerweile die Schwelle von 65.000 überschritten.

Mit Blick auf die vielversprechenden Nachrichten über einen potenziellen Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer sagte Johnson, das "Signalhorn der Kavallerie der Wissenschaft tute heute lauter". Aber es sei noch ein langer Weg. So schwor er die Bevölkerung darauf ein, Geduld zu haben und sich weiter an die Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln zu halten. In England gilt bis Anfang Dezember ein Teil-Lockdown, in dem die Gastronomie, viele Geschäfte und Freizeiteinrichtungen geschlossen bleiben müssen.

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, spricht während einer Pressekonferenz zum Thema Corona-Pandemie in der Downing Street.
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, spricht während einer Pressekonferenz zum Thema Corona-Pandemie in der Downing Street.  © Tolga Akmen/PA Wire/dp

Update, 9. November, 18.53 Uhr: Ausnahmezustand in Portugal mit Ausgangssperre gegen Corona

In Portugal ist am Montag zur Eindämmung der steigenden Corona-Zahlen ein Notstand mit einer nächtlichen Ausgangssperre in weiten Teilen des Landes in Kraft getreten. An Wochentagen gilt sie von 23.00 Uhr bis 5.00 Uhr, an Wochenenden sogar von 13.00 Uhr und bis 5.00 Uhr.

Die Maßnahme soll zunächst bis zum 23. November aufrecht erhalten bleiben und dann überprüft werden. Sie betrifft insgesamt 121 Gemeinden einschließlich den Städten Porto und Lissabon. Damit sind 70 Prozent der insgesamt 10,3 Millionen Einwohner betroffen. Die Einschränkungen greifen immer dann, wenn die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen die Zahl von 240 übersteigt, teilte die Regierung in Lissabon mit.

Das noch im Frühjahr wegen seiner damals niedrigen Corona-Zahlen gepriesene Portugal war wegen schnell steigender Infektionszahlen schon Ende Oktober in einen Teil-Lockdown gegangen. Die Bürger waren seither dringend aufgerufen, wo immer möglich von zu Hause aus zu arbeiten und die Wohnung nur aus triftigem Grund zu verlassen.

Kurze Spaziergänge und der Besuch zum Beispiel von Restaurants sind auch während des Notstands außerhalb der mit Ausgangssperren belegten Stunden weiter erlaubt. Gaststätten dürfen jedoch weniger Menschen als sonst bedienen und müssen früher schließen. Wochenmärkte unter freiem Himmel und andere Marktveranstaltungen sind verboten. Die Schulen bleiben geöffnet.

Die Bundesregierung warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Portugal. Ausgenommen sind nur noch die weit vom Festland entfernt liegenden Inseln Azoren und Madeira.
Die Bundesregierung warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Portugal. Ausgenommen sind nur noch die weit vom Festland entfernt liegenden Inseln Azoren und Madeira.  © Armando Franca/AP/dpa

Update, 9. November, 17.51 Uhr: Impfstoff-Euphorie katapultiert Dax über 13.000 Punkte

Die Aussicht auf einen Erfolg bei der Suche nach einem Coronavirus-Impfstoff hat am Montag am deutschen Aktienmarkt die Anleger euphorisiert. Zusätzlich befeuert vom US-Wahlergebnis wurde der Dax um 4,94 Prozent auf 13.095,97 Punkte nach oben getrieben.

Er verbuchte seinen größten Tagesgewinn seit Mitte Mai, als die Erholung vom Corona-Crash gerade lief. In der Spitze war er sogar um mehr als sechs Prozent auf ein Hoch seit Mitte September gestiegen.

Beflügelt wurden davon vor allem jene Aktien, die in den vergangenen Monaten virusbedingt besonders tief in die Krise gezogen wurden. In der zweiten Börsenreihe konnten andere Indizes dem Dax aber nur mit reduziertem Schwung folgen, da im MDax oder SDax die Aktien vieler bisheriger Krisenprofiteure ein negatives Gegengewicht bildeten. Der MDax gewann letztlich 1,64 Prozent auf 27.793,97 Punkte.

Update, 9. November, 17.40 Uhr: Mehrere SPD-Abgeordnete in Quarantäne

Fünf der 38 Abgeordneten der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus befinden sich derzeit als direkte Kontaktpersonen einer Infizierten in Quarantäne, darunter auch Fraktionschef Raed Saleh.

Das sagte der Sprecher der Fraktion, Markus Frenzel, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Abgeordnete Melanie Kühnemann-Grunow sei positiv getestet worden. Daraufhin hätten sich vorsichtshalber auch noch weitere Parlamentarier in freiwillige Quarantäne begeben, sagte Frenzel, ohne genaue Zahlen zu nennen. Die Fraktion sei aber weiterhin arbeitsfähig, betonte er.

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hatte am Samstagabend auf Twitter bekannt geben, dass sie sich in Corona-Quarantäne befinde. Der RBB hatte am Montag berichtet, dass nach Kalayci auch weitere Abgeordnete in Quarantäne sind. 

Raed Saleh (SPD), Fraktionsvorsitzender, befindet sich in Quarantäne.
Raed Saleh (SPD), Fraktionsvorsitzender, befindet sich in Quarantäne.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 9. November, 17.13 Uhr: Schwedens Regierungschef Löfven beendet Selbstisolation

Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven ist negativ auf das Coronavirus getestet worden

Nach dem negativen Test und einer ärztlichen Konsultation breche Löfven seine freiwillige Isolation ab, teilte sein Sprecher Mikael Lindström am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Skandinavien mit.

Löfven hatte sich Mitte vergangener Woche in seinem Dienstwohnsitz im Stadtkern von Stockholm isoliert, nachdem jemand aus seinem Umfeld eine Person getroffen hatte, die positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Symptome hatte Löfven keine, wie er am Donnerstag auf Facebook berichtet hatte.

Update, 9. November, 17.11 Uhr: Polizei stößt in Köln auf Hotel voller Touristen

Polizei und Ordnungsamt sind in Köln auf ein Hotel voller Touristen gestoßen.

Dem Betreiber und 22 von 43 Gästen drohen nun hohe Bußgelder, wie die Stadt am Montag mitteilte, denn Reisen zu touristischen Zwecken in die Domstadt sind wegen der Corona-Pandemie verboten. Die Touristen seien des Hotels verwiesen worden.

Ein Zimmer sei zudem für - derzeit ebenfalls verbotene - Prostitution genutzt worden. Eine Prostituierte sei von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Sie erhielt eine Strafanzeige. Die Meldeblätter im Hotel seien zudem lediglich mit Vor- und Nachnamen der Gäste ausgefüllt gewesen. Dem Hotelbetreiber droht ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro, den Touristen Bußgelder bis zu 250 Euro.

Update, 9. November, 17.10 Uhr: "Querdenken"-Demo mit 2000 Teilnehmern in Regensburg geplant

Nach der großen "Querdenken"-Demo in Leipzig ist am bevorstehenden Wochenende auch eine Protestveranstaltung von Gegnern der Corona-Maßnahmen in Bayern angekündigt.

Die Versammlung ist an diesem Samstag (14. November) in Regensburg geplant. Wie ein Sprecher des Regensburger Polizeipräsidiums am Montag erklärte, seien von den Organisatoren bis zu 2000 Teilnehmer angekündigt worden.

"Wir werden deutlich präsent sein", sagte der Polizeisprecher. Derzeit prüfe noch die Stadt Regensburg noch die Demonstrationsanmeldung, um eventuelle Auflagen zu erlassen. Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) sagte dem Bayerischen Rundfunk, dass die Stadt auch ein Verbot der Demonstration nicht ausschließe.

Die Regensburger "Querdenken"-Gruppe hat ein mehrstündiges "Fest für Freiheit, Frieden & Selbstbestimmung" angekündigt, mehrere Redner sollen auftreten. Am vergangenen Samstag hatten im Zentrum Leipzigs mindestens 20.000 Menschen bei einer "Querdenken"-Versammlung gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert - die meisten laut Polizei ohne Masken.

Update, 9. November, 17.06 Uhr: Corona-Ausbruch in Seniorenheim - 84 Infizierte, zwei Tote

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Karlsfeld (Landkreis Dachau) sind 65 Bewohner und 19 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden.

Zehn Infizierte seien im Krankenhaus behandelt worden, zwei Menschen seien gestorben, teilte das Landratsamt Dachau am Montag mit. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk ("BR24") berichtet.

Um die Heimbewohner weiter betreuen zu können, werden nach Angaben des Landratsamts systematisch Corona-Schnelltests für das Pflege- und Betreuungspersonal eingesetzt. Die Infizierten würden von einem separaten Mitarbeiter-Team betreut. Zudem gelte ein strenges Besuchsverbot. Am Dienstag sollen alle Bewohner und Mitarbeiter des Heims noch einmal getestet werden.

Update, 9. November, 17.02 Uhr: Slowakei testete über zwei Millionen Menschen auf Coronavirus

Mehr als zwei Millionen Menschen haben am Samstag und Sonntag neuerlich an Corona-Massentests in der Slowakei teilgenommen.

Die Regierung in Bratislava zog am Montagnachmittag eine zufriedene Bilanz der auch international beispiellosen Aktion. Alle über zehn Jahre alten Bewohner des 5,5 Millionen Einwohner zählenden EU-Landes sollten an zwei Wochenenden einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden.

Nur 0,66 Prozent der Tests seien an diesem Wochenende positiv ausgefallen, berichtete der für die Durchführung zuständige Verteidigungsminister Jaroslav Nad.

Diese deutliche Verbesserung - gegenüber gut einem Prozent vor einer Woche - belege den Erfolg der Regierungsmaßnahmen, erklärte Ministerpräsident Igor Matovic. 

In der ersten Runde wurden mehr als 3,6 Millionen Menschen getestet. Bezirke mit besonders niedrigem Anteil an Infizierten mussten nun an der zweiten Runde nicht mehr teilnehmen.

Formell war die Teilnahme an den Tests freiwillig. Wer aber kein negatives Testergebnis vorweisen kann, ist ab Montag von einer strikten Ausgangssperre betroffen und darf nicht einmal zur Arbeit. Freiwilligkeit heiße nicht, dass jemand "freiwillig das Virus verbreiten" könne, erklärte Matovic.

In der Slowakei wurde erneut ein Massentest durchgeführt. Zwei Millionen Menschen haben sich freiwillig auf das Coronavirus testen lassen.
In der Slowakei wurde erneut ein Massentest durchgeführt. Zwei Millionen Menschen haben sich freiwillig auf das Coronavirus testen lassen.  © J·n Kroöl·k/TASR/dpa

Update, 9. November, 17 Uhr: Corona-Ausbruch bei Piusbrüdern - 44 infizierte Priester

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Priesterseminar im Landkreis Regensburg sind 50 Menschen positiv auf das Virus getestet worden.

44 Priester sowie sechs Nonnen und Hilfskräfte seien Stand Montag infiziert gewesen, teilte das Landratsamt Regensburg mit. Zunächst hatte die "Mittelbayerische Zeitung" berichtet.

Die 56 Bewohner des Priesterseminars der katholischen Piusbrüder in Schierling seien unter Quarantäne gestellt worden. Eindeutige Hinweise, worauf der Corona-Ausbruch zurückzuführen ist, gebe es nicht, sagte ein Sprecher.

Update, 9. November, 16.49 Uhr: Tui bietet Corona-Schnelltest für Kanaren - Testpflicht ab Samstag

Ab diesem Samstag (14.11.) müssen deutsche Urlauber auch im Nicht-Risikogebiet Kanarische Inseln einen negativen Corona-Test nachweisen - Tui bietet vorab Schnell-Analysen an.

Der Antigen-Test lässt sich selbst von zu Hause aus machen, dazu gehört auch eine kurze Online-Beratung durch medizinisches Personal, teilte das Unternehmen am Montag in Hannover mit. Die Bescheinigung sei für die anschließende Reise anerkannt, erklärte der Manager Hubert Kluske.

Die Kanaren sind - anders als der gesamte Rest Spaniens - vom Robert Koch-Institut derzeit nicht als Region mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko für Sars-CoV-2 eingestuft. Für die schwer getroffene Touristikbranche gelten sie als wichtiger Herbstmarkt.

Von Mitte November an müssen alle Besucher der Inseln, die mindestens sechs Jahre alt sind und sich in einem touristischen Beherbergungsbetrieb aufhalten möchten, jedoch an der Rezeption ein negatives Testergebnis vorlegen, heißt es in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes für Spanien.

Der Test darf bei der Ankunft höchstens 72 Stunden alt sein und sollte nach Möglichkeit in Deutschland gemacht werden. Er ist aber auch noch nach der Einreise in autorisierten Teststationen auf den Kanaren möglich.

Tui vermittelt für Kunden die Bestellung eines Test-Kits, das ebenso die Daten für den medizinischen Online-Termin erhält. Das Ergebnis des kostenpflichtigen Angebots erhalten die Nutzer dann als pdf-Datei per E-Mail. Der Konzern informierte Reisebüros zum Wochenbeginn über die Testmöglichkeit.

Tui bietet für Personen, die auf den Kanaren Urlaub machen möchten, einen Corona-Schnelltest an.
Tui bietet für Personen, die auf den Kanaren Urlaub machen möchten, einen Corona-Schnelltest an.  © Andres Gutierrez/dpa

Update, 9. November, 16.48 Uhr: Kommunalverband: "Lockdown light" zeigt Wirkung

Nach einer Woche Teil-Lockdown hat der Städte- und Gemeindebund ein positives Zwischenfazit gezogen.

"Der von Bund und Ländern beschlossene sogenannte Lockdown light zeigt in den Kommunen sichtbar Wirkung", sagte der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg am Montag dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Innenstädte sind leerer, die Zahl der Menschen im Homeoffice hat wieder zugenommen und auch die Auslastung von Bussen und Bahnen geht erkennbar zurück."

Auch in der Stimmung der Bevölkerung könne man feststellen, dass die allermeisten Menschen wieder vorsichtiger geworden seien, sagte Landsberg. "Die Wenigen, die lautstark protestieren, haben zwar eine große mediale Aufmerksamkeit, sind jedoch eine verschwindend geringe Minderheit."

Einer Yougov-Umfrage vom 29. Oktober zufolge hielten zu dem Zeitpunkt 64 Prozent der Deutschen die Maßnahmen insgesamt für "(eher) angemessen". 25 Prozent fanden sie "(eher) unangemessen".

Update, 9. November, 16.44 Uhr: Ukrainischer Präsident Selenskyj mit Coronavirus infiziert

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich mit dem Coronavirus infiziert. "Trotz aller Quarantänemaßnahmen habe ich ebenfalls ein positives Ergebnis erhalten", schrieb das Staatsoberhaupt am Montag in sozialen Netzwerken mit.

Der 42-Jährige hat nach eigenen Angaben eine erhöhte Temperatur von 37,5 Grad Celsius, fühlt sich jedoch gut. In der Selbstisolation werde er weiterarbeiten. "Die Mehrheit überwindet Covid-19, und ich werde das auch durchstehen. Alles wird gut!", schrieb er.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, hat sich mit dem Coronavirus infiziert.  © Valentyn Ogirenko/Pool Reuters/AP/dpa

Update, 9. November, 16.39 Uhr: Landesweiter Lockdown in Italien könnte näher rücken

In Italien mehren sich wegen der steil steigenden Corona-Zahlen die Forderungen nach einem verschärften Lockdown.

Weil die Lage in Krankenhäusern und auf Intensivstationen schwierig werde, verlangte der Verband der Mediziner von Florenz einen Lockdown der Toskana und des gesamten Landes, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Montag schrieb. Bereits am Sonntag hatte der Ärzteverband Italiens Alarm geschlagen und sich für nationale Sperren ausgesprochen.

Der wissenschaftliche Berater des italienischen Gesundheitsministeriums, Walter Riccardi, sagte:"In bestimmten Metropolregionen muss der Lockdown sofort erlassen werden." Er hätte etwa das süditalienische Neapel schon vor zwei Wochen zur Roten Zone erklärt, zitierte ihn der Fernsehsender Sky TG24. Die Hauptstadt Kampaniens liegt bisher in der niedrigsten von drei Risikozonen.

Mailand: Ein Freiwilliger reicht einem Obdachlosen mit Mund-Nasen-Schutz Essen. Landesweit sind verschärfte Corona-Schutzvorschriften in Kraft getreten. Doch es kann bald noch härter kommen.
Mailand: Ein Freiwilliger reicht einem Obdachlosen mit Mund-Nasen-Schutz Essen. Landesweit sind verschärfte Corona-Schutzvorschriften in Kraft getreten. Doch es kann bald noch härter kommen.  © Antonio Calanni/AP/dpa

Update, 9. November, 16.26 Uhr: Zahl der Privatinsolvenzen sinkt - aber nicht mehr lange

Die Zahl der Privatinsolvenzen in Deutschland wird in diesem Jahr wegen der Corona-Krise vorerst wohl zum letzten Mal sinken. "Derzeit gehen wir am Ende des Jahres von bis zu 65.000 Privatinsolvenzen (...) aus", teilte die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel am Montag in Hamburg mit.

Im vergangenen Jahr war dieser Wert den Angaben zufolge schon nach dem dritten Quartal mit 65.492 erreicht. In diesem Jahr liege die Zahl nach den ersten drei Quartalen bei 52.855, was einem Rückgang von 19,3 Prozent entspreche. Allein im September sei die Zahl von 2019 auf 2020 um knapp 70 Prozent von 6324 auf 1969 gefallen.

Im kommenden Jahr wird die Zahl der Privatinsolvenzen nach zehn Jahren des Sinkens jedoch nach Einschätzung von Crifbürgel deutlich auf 100.000 bis 110.000 steigen. Wegen der Corona-Krise nähmen Arbeitslosigkeit und private Verschuldung zu. 

"Aber (...) auch der starke Anstieg von Kurzarbeit wird die Zahl der Privatinsolvenzen erhöhen", betonte die Auskunftei. Durch sie hätten die Menschen weniger Geld in der Tasche, um etwa Kredite, Mieten oder Finanzierungen zu begleichen. Auf Dauer führe das erst in die Überschuldung und dann in die Privatinsolvenz. "Die Insolvenz-Welle wird auch noch weit ins Jahr 2021 hineinreichen", prophezeite Crifbürgel.

Update, 9. November, 16.19 Uhr: Tschechien weitet Einsatz der Armee aus

Die tschechische Regierung weitet den Einsatz der Armee zur Unterstützung des Gesundheitswesens in der Corona-Krise aus. Statt wie bisher 360 sollen nun bis zu 900 Soldaten in Krankenhäusern und Altersheimen aushelfen, wie das Kabinett am Montag beschloss.

Hilfe kam derweil auch aus dem Ausland: Zwei Intensivmediziner der Bundeswehr seien zur Unterstützung im Zentralen Militärkrankenhaus (UVN) in Prag eingetroffen, teilte das tschechische Verteidigungsministerium mit. Erwartet wurden zudem sechs britische Mediziner sowie ein im Umgang mit Corona erfahrenes Ärzteteam der US-amerikanischen Nationalgarde.

Seit Beginn der Pandemie starben nach Angaben der nationalen Behörden 4858 Menschen in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

Tschechien bereitet sich vor. Auf dem Brünner Messegelände wurde ein Reservekrankenhaus für Corona-Patienten eingerichtet.
Tschechien bereitet sich vor. Auf dem Brünner Messegelände wurde ein Reservekrankenhaus für Corona-Patienten eingerichtet.  © Václav Šálek/CTK/dpa

Update, 9. November, 16 Uhr: Gericht sieht kleine Parteien in Baden-Württemberg bei Landtagswahl wegen Corona benachteiligt

Kleine Parteien sind durch die Corona-Krise aus Sicht des Landesverfassungsgerichts bei der Zulassung zur Landtagswahl benachteiligt.

Der Landtag halte trotz anhaltender Pandemie an der Hürde von 150 Unterschriften pro Wahlkreis für die Wahlzulassung fest und verletze damit das Recht auf Chancengleichheit der kleineren Parteien, stellte das Gericht am Montag nach einer mündlichen Verhandlung in Stuttgart fest. Fünf kleinere Parteien hatten gegen den Landtag geklagt. Der Landtag muss nun das Landtagswahlrecht entsprechend ändern.

Freie Wähler, die Linke, die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP), die Satire-Partei Die Partei und die Piratenpartei - alle derzeit nicht im Landtag vertreten - hatten ein an Corona-Bedingungen angepasstes Landtagswahlgesetz gefordert, um die Anzahl der notwendigen Unterschriften für die Zulassung zur Wahl zu reduzieren.

Die Parteien müssen bislang für eine landesweite Wahlzulassung in den 70 Wahlkreisen insgesamt 10.500 Unterschriften bekommen - das sind 150 Unterschriften pro Wahlkreis. Die kleinen Parteien sehen diese Hürde als viel zu hoch an.

Demnach näherten sich viele Passanten den Unterschriftensammlern aus Angst vor dem Coronavirus nicht. Die Unterschriften von Wählern dienen dazu, die Ernsthaftigkeit der Kandidatur nachzuweisen. Zuerst muss ein Kandidat nominiert sein, danach kann mit der Unterschriftensammlung begonnen werden. Die Wahl findet am 14. März 2021 statt.

Update, 9. November, 15.54 Uhr: Tierschützer wollen Anzeige wegen Nerz-Tötung in Dänemark erstatten

Während der aus Corona-Sorgen veranlassten Massenkeulung von Nerzen in Dänemark wollen Tierschützer Anzeige erstatten. Auslöser ist ein in sozialen Medien kursierendes Video, das zeigt, wie auf einer Nerzfarm in Nordjütland bei einer missglückten Tötung durch Beschäftigte der staatlichen Lebensmittelbehörde tote und noch lebende Tiere zusammengedrückt werden.

Man sei erschüttert über das Vorgehen, das nichts anderes als Tierquälerei darstelle, teilte die Tierschutzorganisation Dyrenes Beskyttelse am Montag mit. Die Behörden müssten sicherstellen, dass das Keulen der Pelztiere auf korrekte Weise vonstatten gehe.

"Das sind völlig unzulässige Bilder, von denen wir Zeuge werden. Das ist herzzerreißend und darf einfach nicht passieren", erklärte die Leiterin der Abteilung Tierschutz bei der Organisation, Yvonne Johansen. Auch wenn die Behörden in kurzer Zeit eine Vielzahl an Tötungen vornehmen müssten, müsse auf jedes einzelne Tier Rücksicht genommen werden. Die Polizei soll nun bei ihren Ermittlungen prüfen, wer für das falsche Vorgehen verantwortlich ist.

Die dänische Regierung hatte in der vergangenen Woche angeordnet, dass alle Nerze im Land getötet werden sollen - das sind etwa 15 bis 17 Millionen Pelztiere. Grund dafür sind Sorgen über eine bei den Nerzen aufgetauchte Coronavirus-Mutation, die nach Behördenangaben negative Auswirkungen auf die Wirksamkeit künftiger Corona-Impfstoffe haben könnte. Bei der Massenkeulung werden die Tiere nach Angaben von Dyrenes Beskyttelse ebenso vergast wie wenn sie zu Pelzen verarbeitet würden.

Toten Tiere einer Nerzherde, die aus 3000 Nerzmüttern und ihren Jungen besteht, liegen übereinander. In Dänemark haben sich Menschen mit einer ursprünglich bei Nerzen aufgetretenen Variante des Coronavirus infiziert.
Toten Tiere einer Nerzherde, die aus 3000 Nerzmüttern und ihren Jungen besteht, liegen übereinander. In Dänemark haben sich Menschen mit einer ursprünglich bei Nerzen aufgetretenen Variante des Coronavirus infiziert.  © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Update, 9. November, 15.50 Uhr: Gericht lehnt Antrag auf Wiederöffnung von Hotels ab

Das Thüringer Oberverwaltungsgericht hat einen Antrag gegen die Beschränkung von Beherbergungen abgelehnt. Ein Hotelbetreiber aus Eisenach hatte ihn gestellt, wie das Gericht in Weimar am Montag mitteilte.

Der Dritte Senat hatte seinen Beschluss von Sonntag demnach damit begründet, dass es um eine schwierige Rechtsfrage gehe, die nicht vollumfänglich innerhalb eines Eilverfahrens zu klären sei. Stattdessen hätten die Richter eine Interessensabwägung getroffen.

Dabei stünden sich Gesundheitsschutz und Freiheitsschutz - also etwa der Schutz von Leib und Leben und der Berufsfreiheit - zwar gleichrangig gegenüber. Allerdings wurde in der Abwägung auch berücksichtigt, dass Thüringen die Maßnahmen zeitlich befristet und zahlreiche Hilfsprogramme beschlossen habe, um Unternehmer in der Corona-Krise zu unterstützen.

Update, 9. November, 15.47 Uhr: "O du fröhliche" erklingt online - Kirche lädt zum Mitsingen ein

Zu Weihnachten soll dieses Jahr ein ganz besonderer Chor erklingen. Weil wegen Corona die Möglichkeiten zum gemeinsamen Singen und Musizieren eingeschränkt sind, hat die Erzdiözese Freiburg eine Mitsing-Aktion gestartet.

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 9. November, 15.32 Uhr: Download-Zahl der Corona-Warn-App steigt weiter

Die Zahl der Downloads der Corona-Warn-App steigt weiter. Bis zum Montagmorgen sei die App 22,14 Millionen Mal heruntergeladen worden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Über das Wochenende sei die Zahl "sehr nennenswert gestiegen". Inzwischen seien 3,116 Millionen Testergebnisse von Laboren über die App übermittelt worden. 53.565 Nutzer, die positiv getestet worden seien, hätten dies über die App auch anonym möglichen Kontaktpersonen mitgeteilt. "Es werden deutlich mehr", sagte Seibert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte dazu aufgerufen, positive Ergebnisse über die App zu teilen, um andere anonym zu warnen.

Update, 9. November, 15.21 Uhr: Taxifahrer verhindert Corona-Betrug mit angeblichem Arzt

Ein Taxifahrer hat einen mutmaßlichen Betrug verhindert und eine Seniorin vor dem Verlust von 14.000 Euro bewahrt.

Mehr Informationen dazu >>>>hier. 

Update, 9. November, 15.14 Uhr: Nach CDU-Veranstaltung in Sachsen: Röttgen vorsorglich in Quarantäne

Der CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen hat sich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben, nachdem er mit einem später positiv auf Corona getesteten Kollegen an einer Parteiveranstaltung teilgenommen hatte.

Trotz eines negativen Schnelltests bleibe Röttgen vorsorglich zu Hause und habe alle Präsenzveranstaltungen abgesagt, sagte eine Mitarbeiterin seines Abgeordnetenbüros am Montag auf Anfrage. Nach Ablauf der Inkubationszeit wolle er einen weiteren Test machen lassen.

Update, 9. November, 15.05 Uhr: Bundesregierung mit deutlichen Worten: Eskalation in Leipzig ist "fatales Signal"

Die Bundesregierung hat die Missachtung von Auflagen und die Gewalt bei einer Demonstration gegen die Corona-Regeln in Leipzig scharf verurteilt.

Nach der Auflösung der Versammlung hätten "Extremisten, Chaoten, gewaltbereite Menschen" sich ihren Weg durch Leipzig bereitet, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. "Das ist in dieser äußerst kritischen Phase der Pandemie, in der wir als Land alle zusammenstecken, ein fatales Signal."

Seibert appellierte: "Auch wenn es wahrscheinlich nicht bei jedem verfängt, möchte man eigentlich allen Teilnehmern einer solchen Demonstration zurufen: Hört auf die überwiegende Mehrheit der Wissenschaft! Dieses Virus kann für jeden, Corona-Skeptiker oder nicht, gefährlich und auch lebensgefährlich sein."

Seibert sprach auch Berichte über Angriffe auf Journalisten und Sicherheitskräfte an. "Gewalttätige Auseinandersetzungen und der Missbrauch des Demonstrationsrechts sind nicht zulässig." Für "extremistisches Gedankengut oder für Verschwörungsmythen" gebe es keinen Platz.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums betonte, die freie Presse sei ein Grundpfeiler der Demokratie. "Wer Journalisten angreift, in der Absicht, sie von ihrer Arbeit abzuhalten oder einzuschüchtern, der vergeht sich an unserer Verfassung."

Die Teilnehmer, die in Leipzig freiwillig zusammengekommen seien, nähmen die gesamte Gesellschaft 'in Mithaftung', sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums. "Denn wenn es zu einem dadurch gesteigerten Infektionsgeschehen kommt, hat das Auswirkungen auf die medizinische Kapazität in Deutschland."

Der Sprecher sagte weiter, Extremisten träten bei Veranstaltungen von Gegnern der Corona-Maßnahmen zwar zunehmend offener und mehr in Erscheinung. Es sei ihnen aber nicht gelungen, die Proteste vollständig zu instrumentalisieren. Deren Zusammensetzung sei sehr vielfältig.

Die Polizei vor Ort habe entschieden, nicht mit Gewalt gegen eine Gruppe vorzugehen, aus der heraus es Gewalt gegeben habe, die aber überwiegend friedlich gewesen sei. Es sei aus Sicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) richtig gewesen, dass die Polizei nicht "mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Rentner, Kinder und Familien" vorgegangen sei.

Am 7. November demonstrierten tausende von Menschen in der Leipziger Innenstadt gegen die vom Bund beschlossenen Corona-Maßnahmen. Mundschutz und Abstand suchte man in der Menge vergebens.
Am 7. November demonstrierten tausende von Menschen in der Leipziger Innenstadt gegen die vom Bund beschlossenen Corona-Maßnahmen. Mundschutz und Abstand suchte man in der Menge vergebens.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 9. November, 14.52 Uhr: Fast ganz Bayern Corona-"dunkelrot"

Die allermeisten Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern haben mittlerweile die dunkelrote Corona-Warnstufe überschritten.

Nur noch sieben von insgesamt 96 lagen am Montag unter dem Warnwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, wie aus der Liste des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervorging.

Sie alle liegen in Unter- oder Oberfranken: Bayreuth Stadt und Landkreis, Landkreis Kulmbach, Aschaffenburg Stadt und Landkreis sowie die Landkreise Main-Spessart und Bad Kissingen. Die Stadt München überschritt nun die 200er-Marke. Am höchsten liegt der Wert im Landkreis Traunstein (356) und in den Städten Rosenheim (303) und Augsburg (325).

Am 9. 11. fing in Bayern die Schule nach den Herbstferien an. Für die Schüler gilt: Maskenpflicht im Unterricht!
Am 9. 11. fing in Bayern die Schule nach den Herbstferien an. Für die Schüler gilt: Maskenpflicht im Unterricht!  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 9. November, 14.47 Uhr: Ziemiak weist Esken-Kritik an Polizeieinsatz von Leipzig scharf zurück

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat Kritik von SPD-Chefin Saskia Esken am Polizeieinsatz bei der "Querdenken"-Demo von Maskenverweigerern scharf als unsachlich zurückgewiesen. 

"Sie hat keine Ahnung von der polizeilichen Lage vor Ort", kritisierte Ziemiak am Montag nach Online-Beratungen des Parteipräsidiums in Berlin. Schon häufiger habe es ähnliche Einlassungen von Esken gegenüber der Polizei gegeben. "Man sollte sich erst äußern, wenn man alle Fakten kennt und nicht einfach lospoltern gegen die Polizei, nur weil man damit glaubt, einige Retweets bei Twitter zu bekommen."

Er wünschte, dass Esken und die SPD so viel Zustimmung hätten wie die sächsische Polizei, ergänzte Ziemiak. "Dann bräuchte sich die SPD über den nächsten Bundestagswahlkampf überhaupt keine Sorgen zu machen."

Esken hatte am Samstag getwittert: "Insgesamt waren die Polizeikräfte mit der Situation in #le0711 heute völlig überfordert. Massenhafte Verstöße gegen Regeln wie die Maskenpflicht wurden kaum geahndet. Pressevertreter*innen sahen sich den Übergriffen Rechtsradikaler schutzlos ausgeliefert."

Update, 9. November, 14.14 Uhr: Bus als Corona-Teststation vorgestellt

Der Testbus rollt an: In Neu-Ulm ist am Montag ein Bus vorgestellt worden, der als mobile Corona-Teststation dienen soll. In den kommenden Monaten kann er an Schulen, Pflegeheimen oder bei Unternehmen Station machen, um direkt vor Ort zu testen.

Das Unternehmen Daimler Buses hat den Linienbus der Marke Setra nach eigenen Angaben in vier Wochen in Neu-Ulm umgebaut und nun an das Unternehmen Huber Group verliehen. Huber betreibt bereits Corona-Teststationen und verspricht mit dem Bus eine "schnellere und individuellere Reaktion auf lokale Ausbruchsgeschehen". Das Testergebnis aus dem Bus soll innerhalb eines Tages vorliegen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) setzt bereits auf einen Bus: Der Medibus der Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio ist zunächst im von besonders vielen Corona-Infektionen betroffenen Landkreis Berchtesgadener Land eingesetzt worden, am vergangenen Wochenende war er in Augsburg stationiert. Patienten mit Infektzeichen werden dort untersucht und - wenn es als notwendig angesehen wird - auf Corona getestet. Damit entlaste man die bestehenden ambulanten Versorgungsstrukturen in der Region, erläuterte ein Sprecher.

Update, 9. November, 14.10 Uhr: Uffizien-Direktor Schmidt positiv auf Corona getestet

Der Chef der Uffizien in Florenz, Eike Schmidt, arbeitet wegen eines positiven Corona-Tests von zu Hause. Das bestätigte der deutsche Museumsdirektor am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte der 52-Jährige, der aus Freiburg im Breisgau stammt, bei einer Videokonferenz gesagt, er habe keine Symptome der Viruskrankheit und könne seine Energien weiter den Uffizien widmen. Die Pandemie verdeutliche, wie wichtig es sei, bei Technik und Digitalisierung auf der Höhe der Zeit zu sein, betonte er nach Medienberichten bei der Feier zum 50. Jubiläum der Abteilung für Bildung und Didaktik seines Museums.

Das Haus in der Toskana-Stadt, das zu den beliebtesten Museen in Italien gehört, ist seit Ende der vergangenen Woche geschlossen. Die italienische Regierung hatte im Kampf gegen die zweite Corona-Welle zunächst die Kinos und Theater zugemacht. Am Freitag mussten auch alle Museen schließen.

Eike Schmidt, der Museumsdirektor der Galerie der Uffizien in Florenz, hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Eike Schmidt, der Museumsdirektor der Galerie der Uffizien in Florenz, hat sich mit dem Coronavirus infiziert.  © Andrew Medichini/AP/dpa

Update, 9. November, 14.07 Uhr: Nach Angriff bei Stuttgarter Corona-Demo weiterer Verdächtiger gefasst

Nach einem brutalen Angriff auf Teilnehmer einer Stuttgarter Corona-Demonstration ist ein weiterer mutmaßlicher Täter verhaftet worden. Der 25 Jahre alte Deutsche kam in Untersuchungshaft, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Er werde der linken Szene zugerechnet. Gegen den Mann habe bereits ein Haftbefehl wegen Verdachts des Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung vorgelegen. Nun sind zwei Verdächtige in Haft.

Anfang Juli hatten die Ermittler bei Razzien in sieben Städten Zimmer und Wohnungen von Anhängern der linken Szene durchsucht. Die Einsätze mit mehreren Hundert Polizisten standen nach Angaben des Innenministeriums in Zusammenhang mit dem Angriff auf drei Gegner der Corona-Auflagen. Das Trio war Mitte Mai auf dem Weg zu einer Kundgebung angegriffen worden, einer von ihnen war lebensgefährlich verletzt worden.

Update, 9. November, 14.03 Uhr: Corona: Belgien meldet leichte Entspannung für Kliniken

In dem von Corona schwer getroffenen Belgien melden die Behörden eine leichte Entspannung in den Krankenhäusern. Der vorläufige Höhepunkt der Zahl neuer Klinikeinweisungen wegen Covid-19 sei vorige Woche überschritten worden, erklärte der Sprecher des Krisenzentrums, Yves Van Laethem, am Montag.

Seien am 3. November noch 879 Erkrankte in die Klinik gekommen, so seien es am Sonntag noch 400 gewesen, also weniger als die Hälfte. Es zeige sich "Licht am Horizont", sagte Van Laethem nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga.

Die Zahl der Infektionen und der Klinikbehandlungen werde geringer. Die Zahl der Covid-Patienten auf der Intensivstation nehme zwar noch leicht zu. Es sei aber zu erwarten, dass sich diese Zahl bei unter 1500 stabilisiere.

Update, 9. November, 13.58 Uhr: Spahn: Impfstoff-Fortschritt bei Biontech "sehr ermutigend"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Fortschritte des Mainzer Unternehmens Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer bei einem Corona-Impfstoff als "sehr ermutigend" bezeichnet. Die Unternehmen hatten zuvor mitgeteilt, ihr Impfstoff biete nach Studiendaten einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. Voraussichtlich ab der kommenden Woche soll die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt werden.

Spahn sagte, die Ergebnisse zeigten, "dass dieser Impfstoff einen Unterschied macht". Es freue ihn sehr, dass ein deutsches Unternehmen zu den ersten mit solchen Erfolgen zähle. Gleichwohl müssten natürlich weitere Erfahrungen abgewartet werden. "Das heißt noch nicht, dass morgen die Zulassung erfolgt."

Spahn erläuterte, eine Zulassung bei der FDA wäre zuerst einmal eine Zulassung in den USA. "Es kann dadurch eine zeitliche Differenz entstehen zwischen amerikanischer und europäischer Zulassung." Doch gehe er von einer parallelen Beantragung bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA aus. Als deutscher Gesundheitsminister wolle er erreichen, dass ein Impfstoff eines deutschen Unternehmens "nicht zuerst in anderen Ländern zur Verfügung steht".

Das schon laufende Verfahren (Rolling-Review-Verfahren), in dem bereits vor dem kompletten Zulassungsantrag einzelne Teile eingereicht werden, bedeute nicht, "dass die Anforderungen gesenkt werden", versicherte Spahn. Der Prozess könne so aber schneller gehen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn freut sich über die Neuigkeiten zum Corona-Impfstoff des Pharmaunternehmens Biontech.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn freut sich über die Neuigkeiten zum Corona-Impfstoff des Pharmaunternehmens Biontech.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 9. November, 13.54 Uhr: Corona-Schnelltests in Heimen sorgen für Personalprobleme

Die anlaufenden Corona-Schnelltests für Bewohner, Mitarbeiter und Besucher von Pflegeheimen und ambulanten Diensten stellen die Betreiber vor Personalprobleme. "Es ist zwar absolut zu begrüßen, dass wir auf diese Weise Infektionen herausfiltern können. Aktuell haben wir aber einfach das Personal nicht dafür", sagte Roland Weigel, Sprecher der Ruhrgebietskonferenz Pflege, einer Interessensvertretung mehrerer Heime und Pflegedienste aus dem Ruhrgebiet.

"Anders als im Frühjahr bei der Schutzausrüstung ist die Beschaffung im Moment nicht das große Problem", so die Einschätzung Weigels. Über Einkaufsgemeinschaften sei es den vielen Trägern gelungen, an Tests zu kommen.

Andere, darunter der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW sowie der Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW sehen die Verfügbarkeit der Antigen-Tests kritischer. Sie seien weder in ausreichendem Maße verfügbar, noch sei klar, wer das Personal dafür schule und wie der nicht unerhebliche Zusatzaufwand refinanziert werden soll, betonte etwa Sebastian Riebandt, Fachreferent stationäre Pflege beim Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW. Auch der Apothekerverband Nordrhein sprach bei den qualitativ besseren Tests von einer angespannten Marktsituation.

Update, 9. November, 13.46 Uhr: Biden präsentiert Corona-Expertenrat

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat am Montag seinen Expertenrat zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorgestellt. "Ich werde mich von der Wissenschaft und von Experten informieren lassen", erklärte Biden in einer Pressemitteilung.

Der Expertenrat solle dabei unterstützen, die Anti-Corona-Maßnahmen der neuen Regierung zu gestalten. Dabei gehe es vor allem darum, steigende Infektionszahlen unter Kontrolle zu bringen, die Entwicklung und Verteilung von sicheren und wirksamen Impfstoffen zu fördern und gefährdete Bevölkerungsgruppen zu schützen.

Der neue Expertenrat soll eine Dreierspitze aus Vivek Murthy, David Kessler und Marcella Nunez-Smith bekommen. Murthy war von 2014 bis 2017 oberster Gesundheitsbeamter der US-Regierung, Kessler leitete früher die Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA und Nunez-Smith ist Professorin an der Yale University, wo sie unter anderem zur Gesundheitsförderung von marginalisierten Bevölkerungsgruppen forscht. Zehn weitere Mitglieder gehören dem Gremium an, viele arbeiteten bereits für frühere US-Regierungen.

Die Pandemie sei eine der wichtigsten Herausforderungen für die neue Regierung, schrieb Biden. Im Wahlkampf hatte er immer wieder versprochen, er werde den Empfehlungen der Wissenschaft folgen, um die Pandemie zu bekämpfen. Dem amtierenden US-Präsidenten Donald Trump hatte er völliges Versagen vorgeworfen.

Der künftige US-Präsident Joe Biden will im Kampf gegen das Coronavirus einiges anders machen als Donald Trump.
Der künftige US-Präsident Joe Biden will im Kampf gegen das Coronavirus einiges anders machen als Donald Trump.  © Andrew Harnik/AP/dpa

Update, 9. November, 13.33 Uhr: Bochumer montiert reihenweise Masken-Hinweisschilder ab

Mit einer Schere hat ein Bochumer offenbar reihenweise Hinweisschilder auf die Corona-Maskenpflicht in der Bochumer Innenstadt entfernt. Ein Zeuge meldete das der Polizei; die Beamten stellten wenig später einen tatverdächtigen 61-Jährigen.

Am frühen Sonntagmorgen habe ein Zeuge den Bochumer beobachtet und der Polizei genau beschrieben, hieß es am Montag in einer Polizeimitteilung. Bei dem Mann hätten die Beamten einen Beutel mit zehn entwendeten Schildern gefunden. Gründe für sein Verhalten habe der 61-Jährige nicht genannt. Er wurde wegen Diebstahls angezeigt.

Update, 9. November, 13.25 Uhr: Sechs Nationalspieler bei RB Salzburg positiv auf Corona getestet

Bei Bayern Münchens Champions-League-Gegner Red Bull Salzburg sind gleich sechs Auswahlspieler verschiedener Nationen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der österreichische Fußball-Serienmeister am Montag weiter mitteilte, sei das Ergebnis der ausschließlich bei Nationalspielern vor der Länderspielpause durchgeführten Tests am Sonntagabend übermittelt worden.

"Die betroffenen Spieler sind derzeit ohne Symptome und haben sich bereits in Quarantäne begeben", hieß es in der Mitteilung. Die Namen der betroffenen Spieler wurden nicht bekanntgegeben. Die anderen Teammitglieder befänden sich in Mannschaftsquarantäne und dürften nur zwischen Wohnung und Trainings- beziehungsweise Spielort pendeln.

"Zudem wurden vorerst auch alle Nationalteamabstellungen abgesagt", teilten die Salzburger mit. Für die österreichische Nationalmannschaft hatte Teamchef Franco Foda die Salzburger Cican Stankovic, Andreas Ulmer und Albert Vallci nominiert, die nun bei den Länderspielen gegen Luxemburg (11. November) sowie Nordirland (15.) und Norwegen (18.) fehlen.

Update, 9. November, 13.22 Uhr: Neuer Höchststand bei Corona-Kranken auf Intensivstation

Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen hat in Deutschland den Höchstwert vom Frühjahr übertroffen. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Montag, dass 3005 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Davon werden 1688 (56 Prozent) invasiv beatmet. Der bisherige Höchststand war laut DIVI am 18. April mit 2933 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen erreicht worden.

Tatsächlich sei die Lage in den Kliniken derzeit sogar schlimmer als im Frühjahr, hatte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Es gebe wesentlich mehr infizierte Patienten auf den anderen Stationen - von denen ein Teil noch auf den Intensivstationen landen werde. Die gesamte Infektionslage sei nicht mit der im April vergleichbar.

Anders als bei der Spitze am 18. April werde diesmal kein Abflauen folgen, der Anstieg werde sich vielmehr vorerst fortsetzen, sagte Janssens. Der Grund sei, dass sich die jeweilige Zahl an Neuinfektionen erst verzögert in schweren Verläufen und schließlich in der Belegung der Intensiv-Stationen niederschlägt. "In vier Wochen werden wir die Folgen der Spitzenwerte jetzt sehen." Einige Zentren seien bereits am Anschlag, es müssten vereinzelt bereits Covid-19-Patienten in andere Kliniken gebracht werden.

Hinzu kommt, dass der Anteil älterer Infizierter nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) seit Ende September wieder steigt. Sie haben ein höheres Risiko, schwer zu erkranken - und damit auch dafür, zu Patienten auf der Intensivstation zu werden.

Update, 9. November, 13.15 Uhr: Anwalt zu gekippter Maskenpflicht: Mandant klagt notfalls weiter

Der Düsseldorfer Bürger, der mit einem Eilantrag die generelle Maskenpflicht in der Stadt für sich selbst gekippt hat, würde laut seinem Anwalt notfalls auch gegen eine nachgebesserte Regelung der Stadt vorgehen.

"Die aktuelle Allgemeinverfügung war juristisch Note 6", so der Kölner Rechtsanwalt Jochen Lober zur Deutschen Presse-Agentur. Er gehe davon aus, dass die Stadt nun reagiere. Sei eine neue Regelung wieder "so unverhältnismäßig wie die letzte, klagen wir notfalls weiter", so Lober.

Der Anwalt hatte für seinen Mandanten Eilantrag und Klage gegen die Allgemeinverfügung der Verwaltung eingereicht, die eine generelle Maskenpflicht in Düsseldorf vorsieht. Das Verwaltungsgericht hatte dem Eilantrag am Montag stattgegeben und die Verfügung für rechtswidrig erklärt. Laut Gericht betrifft das Ergebnis aber nur den einzelnen Bürger. Alle anderen müssen zunächst weiter Maske tragen.

Anwalt Lober nannte die Allgemeinverfügung, die vergangenen Dienstagabend veröffentlicht worden war, "handwerklich falsch formuliert". Zudem sei die Stadt "deutlich über das Ziel hinausgeschossen". So seien die Regelungen in Düsseldorf wesentlich strenger als die der landesweiten Coronaschutz-Verordnung: Unter anderem werde in der Verfügung von einem Mindestabstand von fünf statt anderthalb Metern gesprochen. Sein Mandant wolle "einfach an der frischen Luft ohne Maske herum laufen", wenn es ungefährlich sei, so Lober.

Ein Kölner Rechtsanwalt hat für seinen Mandanten eine Befreiung der Maskenpflicht bewirkt.
Ein Kölner Rechtsanwalt hat für seinen Mandanten eine Befreiung der Maskenpflicht bewirkt.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 9. November, 13.17 Uhr: Impfstoff-Hoffnung sorgt europaweit für Börsen-Euphorie

Ein voraussichtlich deutlicher Erfolg in der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs hat den Börsen Europas am Montag kräftig Auftrieb gegeben.

Der Dax eroberte erstmals wieder seit Mitte Oktober die 13.000-Punkte-Marke zurück. Zur Mittagszeit legte er zuletzt um 4,6 Prozent auf 13.051,63 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 4,9 Prozent auf 3362,09 Zähler und auch in Paris, London sowie Mailand und Madrid ging es weiter steil nach oben.

Wie das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech mitteilte, bietet sein Impfstoff nach Zwischenergebnissen in einer wichtigen Studienphase einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19. Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer wollen nun in Kürze die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen.

Update, 9. November, 13.15 Uhr: Philologenverband: Pandemie eindämmen statt abwarten

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat der Philologenverband Niedersachsen gefordert, die Quarantäne-Maßnahmen an betroffenen Schulen auszuweiten. Man müsse sich "von einer Politik des Abwartens und Reagierens verabschieden und zu einer aktiven, präventiven Eindämmung übergehen", mahnte der Vorsitzende Horst Audritz am Montag.

"Angesichts der ernsten Lage ist das zögerliche Vorgehen des Kultusministers unverständlich, sein Beteuern, die Schulen seien sicher, geradezu fahrlässig." Es sei abzusehen, dass Schulen keine isolierten Schutzzonen bleiben würden.

Audritz forderte, Schulen sollten schneller zum Wechselbetrieb zwischen Präsenzunterricht und Homeschooling mit geteilten Klassen zurückkehren. Der Philologenverband verlangte zudem kontinuierliche Kontrolle der Infektionslage, konsequentes Tragen von Masken im Unterricht und Belüftungssysteme für unsichere Unterrichtsräume. Lehrkräften sollten FFP2-Masken zur Verfügung gestellt werden.

Audritz nannte es eine "Milchmädchenrechnung", die Sicherheit der Schulen mit der geringen Quote der Infizierten zu begründen: "Mit den steigenden Infektionszahlen insgesamt wird auch die Zahl der Infizierten an den Schulen deutlich zunehmen, so dass wissenschaftlich bereits gewarnt wird, Schulen könnten zu Verstärkern der Pandemie werden."

Horst Audritz ist der Vorsitzende des Philologenverbandes Niedersachsen.
Horst Audritz ist der Vorsitzende des Philologenverbandes Niedersachsen.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 9. November, 13.06 Uhr: Polizeigewerkschaft kritisiert Justiz und Behörden nach "Querdenken"

Nach dem Chaos bei der "Querdenken"-Demonstration in Leipzig kritisiert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Justiz und Behörden. "Anstatt über angebliches Polizeiversagen zu reden, sollte man die wahren Ursachen für die Eskalation benennen: Man hätte diese ganze Situation überhaupt nicht zulassen dürfen", sagte der sächsische Landesvorsitzende Hagen Husgen der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag).

"Dass das Oberverwaltungsgericht diese Demo so genehmigt hat, ist für mich völlig unverständlich." Das Gericht in Bautzen hatte die Kundgebung mit 16.000 Teilnehmern erlaubt. Am Ende strömten deutlich mehr Menschen in die Leipziger Innenstadt, wobei sich nur ein Bruchteil sich an die Corona-Regeln hielt.

"Wir fühlen uns als Polizisten im Stich gelassen, wir sind mal wieder die Buhmänner", stellte Husgen fest. "Meine Kolleginnen und Kollegen sind richtig erzürnt darüber. Wenn wir deeskalieren, heißt es, die Polizei habe zu lax reagiert. Wenn wir härter durchgreifen, ist sofort von Polizeigewalt die Rede."

Das Versammlungsrecht sei ein hohes Gut, betonte der GdP-Landeschef. "Aber was ist denn mit der Gesundheit der Beamten, die sich bei einer solchen Veranstaltung einem hohen Risiko aussetzen, sich zu infizieren? Auch ein Oberverwaltungsgericht muss sich mal die Frage stellen: Was beschwöre ich herauf, wenn ich so etwas zulasse?"

Update, 9. November, 12.58 Uhr: Evangelischer Landesbischof: Gottesdienste keine Kulturveranstaltung

Der evangelische Landesbischof Christian Stäblein hat die Erlaubnis von Gottesdiensten trotz der anderen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie verteidigt. Es sei wichtig, dass die Gesellschaft sich einen offenen Raum für den religiösen Ausdruck bewahre, sagte Stäblein den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (Montag).

Die Kirche fühle sich den kulturellen Veranstaltungen, die nun vom Teil-Lockdown betroffen seien, sehr verbunden. Ein Gottesdienst habe aber eine eigene Aufgabe: "Er ist der religiöse Ausdruck von existenziellen Dingen, von Hoffnung, von Klage, von Trauer - so, wie das etwa bei Gottesdiensten zur Trauer um Corona-Tote der Fall ist", erklärte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).

Die Kirche habe in den vergangenen Monaten viel Erfahrung mit Schutz- und Hygiene gesammelt. Für jeden Gottesdienst müssten sich die Teilnehmer in Anwesenheitslisten eintragen, mit Abstand sitzen, Masken tragen und die Hände desinfizieren. Chöre können derzeit nicht auftreten, nur ganz kleine Ensembles zur liturgischen Unterstützung.

Christian Stäblein ist ein Bischof der Evangelischen Kirche.
Christian Stäblein ist ein Bischof der Evangelischen Kirche.  © Christoph Soeder/dpa

Update, 9. November, 12.52 Uhr: Biontech veröffentlicht vielversprechende Daten zu Corona-Impfstoff

Erstmals gibt es zu einem für Europa maßgeblichen Corona-Impfstoff Zwischenergebnisse aus der für eine Zulassung entscheidenden Studienphase.

Wie das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech am Montag mitteilte, bietet seine Impfung diesen Daten zufolge einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19. 

Mehr dazu lest Ihr im TAG24-Artikel zu den neuen Impfstoff-Daten von Biontech.

Update, 9. November, 12.49 Uhr: Ungarns Regierungschef Orban verhängt Corona-Lockdown

Angesichts der massiven Zunahme an Infektionen mit dem Coronavirus hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban einen Lockdown über sein Land verhängt.

Die Maßnahmen umfassen eine nächtliche Ausgangssperre von 20.00 bis 05.00 Uhr, die Schließung von Gaststätten und Hotels (letztere außer für Geschäftsreisende) und den Übergang vom Präsenz- zum Digitalunterricht ab der 8. Schulstufe. Sie treten am Mittwoch 00.00 Uhr (MEZ) in Kraft und gelten vorerst für 30 Tage.

"In den Krankenhäusern steht alles bereit", sagte Orban in einem Video, das er am Montag auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. "Wenn aber die Zahlen weiter im gegenwärtigen Ausmaß ansteigen, werden Ärzte, Pfleger und Krankenhäuser die ihnen auferlegte Last nicht mehr bewältigen können."

Orban reagierte - nach Ansicht von Kritikern relativ spät - auf die starke Zunahme an Corona-Infektionen in seinem Land. Allein am Montag verzeichneten die Behörden 5162 nachweisliche Ansteckungen in den letzten 24 Stunden. 55 Patienten starben im selben Zeitraum an den Folgen einer Corona-Erkrankung. Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie im März in Ungarn 114.778 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, das die Krankheit Covid-19 auslösen kann. 2493 Menschen starben in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land.

Ab Mittwoch gilt auch in Ungarn ein Corona-Lockdown.
Ab Mittwoch gilt auch in Ungarn ein Corona-Lockdown.  © John Thys/AFP Pool/AP/dpa

Update, 9. November, 12.40 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt weiter

Die Zunahme der Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen hat sich am Montag etwas verlangsamt. So stieg die Zahl der laborbestätigten Covid-19-Fälle im Vergleich zum Vortag um 677 auf 46.983, wie das Sozialministerium im Internet bekanntgab. Am Sonntag waren noch 1320 neue Fälle hinzugekommen.

Gleichzeitig überschreiten immer mehr Landkreise und kreisfreie Städte die kritische Schwelle von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Nur noch 6 von 45 Regionen im Land lagen unter diesem Wert, einen Tag zuvor waren es noch 10.

Landesweit erreicht derweil die Zahl der in den vergangenen sieben Tagen festgestellten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner 102,0, einen Tag zuvor waren es 102,2. Am höchsten fällt die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Cloppenburg mit 318,7 aus, am niedrigsten im Landkreis Holzminden mit 28,4.

Update, 9. November, 12.33 Uhr: Iran meldet erneut Höchstwert an Corona-Neuinfektionen

Die Anzahl der registrierten Corona-Neuinfektionen im Iran hat mit über 10 000 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Montag gab es im gleichen Zeitraum 458 Corona-Tote.

Damit liege die Gesamtzahl der Corona-Toten im Land aktuell bei über 38.000, die der Infizierten bei fast 700.000, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen. Die Fallzahlen dürften jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie angegeben, weil es im Iran laut Gesundheitsexperten noch zu wenige Testmöglichkeiten gibt. Der Iran hat etwa so viele Einwohner wie Deutschland.

Update, 9. November, 12.29 Uhr: Corona-Kontrollen in Baden-Württemberg: 5500 Ordnungswidrigkeiten an drei Tagen

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat abermals die Einhaltung der Corona-Regeln angemahnt. Bei Kontrollen am Wochenende habe die Polizei im gesamten Land fast 5500 Ordnungswidrigkeiten wegen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung zur Anzeige gebracht.

Das sei sehr problematisch. Das Infektionsgeschehen lasse sich nur gemeinsam senken, um eine drohende Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Bei den Anzeigen sei es von Freitag bis Sonntag in über 4800 Fällen um Verstöße gegen die Maskenpflicht gegangen, monierte Strobl. Insgesamt 36.420 Menschen seien landesweit kontrolliert worden.

"Leider gibt es einen kleinen, zunehmend aggressiven, Teil in der Bevölkerung, der die Corona-Regeln fortgesetzt missachtet und vorsätzlich die Allgemeinheit gefährdet", wird der Minister in der Mitteilung zitiert. Die Polizei werde weiterhin intensive Kontrollen fortsetzen und damit die Gesundheit der Bevölkerung schützen.

Thomas Strobl (CDU) ist der Innenminister von Baden-Württemberg.
Thomas Strobl (CDU) ist der Innenminister von Baden-Württemberg.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 9. November, 12.23 Uhr: Umfrage: Schüler mit Behinderung leiden unter Corona-Situation

Durch die Corona-Krise werden nach einer Lehrer-Umfrage des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) vor allem Schüler mit Behinderung benachteiligt. Die Hälfte der befragten Lehrkräfte gab an, die Schüler mit Förderbedarf im Südwesten seien während der Schulschließungen vergessen worden.

"Die Kinder fallen im Fernunterricht schlichtweg durch", sagte der VBE-Landesvorsitzende Gerhard Brand am Montag bei der Präsentation der Ergebnisse. Vor allem im Fernunterricht könnten Kinder, die aufgrund der Behinderung als Risikopatienten gelten, nicht passgenau betreut werden.

Insgesamt zeichneten die befragten Lehrkräfte ein düsteres Bild der Inklusion im Land: Nur 15 Prozent der Schulen in Baden-Württemberg sind demzufolge vollständig barrierefrei. Das ist nach Ansicht des Verbands der schlechteste Wert seit 2015. Mehr als die Hälfte der befragten Lehrkräfte hält die Inklusion grundsätzlich zwar für sinnvoll, aber nur 23 Prozent erachten den gemeinsamen Schulbesuch als "praktisch sinnvoll umsetzbar".

An der Forsa-Umfrage waren 500 Lehrkräfte aus dem Südwesten beteiligt. Inklusion hat das Ziel, Kindern mit einer Behinderung die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Update, 9. November, 12.17 Uhr: Ärzte: Trotz Corona weiterhin zum Zahnarzt

Das Informationszentrum Zahn- und Mundgesundheit (IZZ) Baden-Württemberg mahnt, Zahnarztbesuche nicht aus Angst vor Corona aufzuschieben. Die Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, Ute Maier, weist die Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus in den Praxen als unbegründet zurück.

"Wir empfehlen Patientinnen und Patienten deshalb einmal mehr, ihre Vorsorgeuntersuchungen und Behandlungen in der Zahnarztpraxis wahrzunehmen (...)", wird Maier in einem Schreiben des IZZ am Montag zitiert.

Das IZZ verweist auf hohe Hygienestandards in den Praxen. Ein erhöhtes Infektionsgeschehen in deutschen Zahnarztpraxen sei nicht dokumentiert. Das betont auch der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Peter Engel. "Seit Ausbruch der Pandemie hat es keine nennenswerten Infektionszahlen im Umfeld zahnärztlicher Praxen und Kliniken gegeben", schreibt Engel auf der Webseite der Bundeszahnärztekammer.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuletzt empfohlen, Zahnarzttermine wegen erhöhter Infektionsrisiken aufzuschieben. Gegen diese pauschale Aussage hatte bereits die Bundesvereinigung der Zahnärzte protestiert. Die Aussage erhöhter Infektionsrisiken gelte nicht für alle Lagen und Länder gleichermaßen, hieß es.

Update, 9. November, 12.14 Uhr: Söder lehnt Empfehlung des RKI für weniger Corona-Tests ab

CSU-Chef Markus Söder hat die neuen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) für Corona-Tests kritisiert. "Wir sind da sehr skeptisch, ob das in der Praxis umzusetzen und anwendbar ist", sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Konferenz des CSU-Vorstands in München.

Jemand, der Symptome habe oder fühle, müsse die Möglichkeit haben, sich testen zu lassen. Andernfalls sehe er die Gefahr, dass auch die Wirtschaft gelähmt werde, wenn die Menschen keine Möglichkeit mehr hätten, sich testen zu lassen. "Wir werden in Bayern auf jeden Fall die kostenlosen Tests fortsetzen."

Söder kündigte aber an, dass sich das Kabinett der Staatsregierung am Dienstag in seiner Sitzung mit der Teststrategie befassen werde. Dazu gehöre auch die Überlegung, wie gegen Missbrauchsfälle vorgegangen werden könne, weil sich Personen etwa mehrmals pro Woche testen lassen würden. Zugleich sollten auch Schnelltests noch stärker als bisher eingesetzt werden und es müsse geprüft werden, wie kommunale Testzentren entlastet werden könnten. So sei die Lage in München derzeit sicher schwieriger als anderswo.

Die vom RKI empfohlene neue Teststrategie soll die vielerorts überlasteten Labore entlasten, in dem dort nur noch Menschen getestet werden, wenn sie sich bei entsprechenden Krankheitssymptomen zunächst in eine mehrtägige Selbstisolation begeben haben. Nur bei einer weiteren Verschlechterung soll es dann Corona-Tests geben. Für Söder ist dies der falsche Weg, auch weil die Testkapazitäten in Bayern nach wie vor gut seien. Er fürchtete auch, dass dann dies zu überfüllten Arztpraxen führe und die Menschen verunsichere.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will in Bayern weiter auf kostenlose Tests setzen.
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will in Bayern weiter auf kostenlose Tests setzen.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 9. November, 12.11 Uhr: Neue Quarantäne-Regeln in Brandenburg - Corona-Test nach fünf Tagen

Seit diesem Montag gelten in Brandenburg neue Quarantäne-Regeln für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten im Ausland. Wer nach Brandenburg einreist, muss nur noch 10 statt 14 Tage in Quarantäne.

Aber: Bisher konnten Rückkehrer einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen, um nicht in Quarantäne zu müssen. Nun darf ein Test frühestens am fünften Tag nach der Einreise gemacht werden und bis zum Ergebnis muss man auf jeden Fall in Isolation bleiben. Das Robert Koch-Institut listet die von der Bundesregierung ausgewiesenen Corona-Risikogebiete im Ausland im Internet auf.

Wenn innerhalb von zehn Tagen nach der Einreise typische Corona-Symptome auftreten, muss man einen weiteren Test vornehmen lassen. Neu ist auch, dass man sich vor der Einreise nach Brandenburg digital anmelden muss.

Mehrere Ausnahmen gelten für die Isolation: für Berufspendler, Schüler, Lehrlinge und Studenten, für die Durchreise, für den "kleinen Grenzverkehr" mit Aufenthalt in Polen bis zu 24 Stunden, für Besuche direkter Verwandter oder Lebenspartner bis zu 72 Stunden. Ärzte, medizinische -und Pflegekräfte sowie Polizisten fallen - mit einem höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test - ebenfalls unter die Ausnahmen.

Update, 9. November, 12.07 Uhr:Zeit strikter Corona-Maßnahmen in dänischer Nerz-Region begonnen

Für die Menschen im Norden Dänemarks hat eine mehrwöchige Zeit mit strikten Corona-Maßnahmen begonnen. Grund dafür ist eine Coronavirus-Mutation bei Nerzen, die bislang bei zwölf Personen in der Region Nordjütland nachgewiesen worden ist und laut Behördenangaben Auswirkungen auf mögliche künftige Corona-Impfstoffe haben könnte. Deshalb hat die Regierung in Kopenhagen die Tötung des gesamten Nerzbestandes im Land angeordnet - es handelt sich um Millionen Tiere.

Zudem gelten in sieben nordjütländischen Kommunen ab Montag weitreichende Beschränkungen des öffentlichen Lebens: Unter anderem wird dort der öffentliche Nahverkehr weitgehend eingestellt. Nur noch Schüler sollen die Kommunengrenzen per Bus überschreiten dürfen. Zudem sind Sporthallen, Schwimmbäder und Fitnessstudios von nun an dicht, Gleiches gilt für Kultureinrichtungen wie Museen, Kinos und Theater.

Bereits am Samstag mussten Restaurants, Kneipen und andere Lokale schließen - sie dürfen aber noch Essen zum Mitnehmen anbieten. Die rund 280.000 Einwohner der betroffenen Kommunen werden darüber hinaus aufgefordert, einen Corona-Test zu machen und zudem nur in wichtigen Ausnahmefällen die Kommunengrenzen zu überschreiten. Alle außerhalb dieses Gebiets lebenden Menschen in Dänemark werden eindringlich aufgerufen, nicht dort einzureisen.

In Dänemark müssen Millionen Nerze getötet werden.
In Dänemark müssen Millionen Nerze getötet werden.  © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Update, 9. November, 12.02 Uhr: Corona-Kampagne: Bei Erkältungssymptomen Hotline 116117 anrufen

Die Kassenärztliche Vereinigung (KVH) und die Landesregierung rufen die Hessen in der Erkältungszeit dazu auf, wegen der Corona-Pandemie nicht einfach ohne Termin zum ärztlichen Bereitschaftsdienst zu gehen.

"Bei Erkältungssymptomen müssen wir derzeit immer auch eine Corona-Infektion in Betracht ziehen", erklärte der KVH-Vorsitzende Frank Dastych am Montag in Wiesbaden. Daher sei es wichtig, die Versorgung von Patienten mit Husten, Schnupfen oder Fieber von der Versorgung anderer Patienten trennen. Um zu erfahren, wann die Patienten in die Bereitschaftsdienstzentralen gehen können, sollten sie vorab die Rufnummer 116117 wählen.

Sozialminister Kai Klose (Grüne) machte sich ebenfalls stark für die Kampagne: Eine effektive Steuerung sei in allen Situationen der Corona-Pandemie ein essenzielles Element. Das gelte für den ambulanten Bereich genau wie für die stationäre Krankenhausversorgung. Über die Telefonnummer können sich die Bürger beraten lassen, ob und wo ein Corona-Test durchgeführt werden sollte.

Update, 9. November, 11.57 Uhr: Corona-Impfung zuerst für Alte, Kranke und zentrale Mitarbeiter

Nach der Zulassung eines Corona-Impfstoffs sollen in Deutschland Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen zuerst gegen das Virus geimpft werden.

Ebenso sollen Menschen in Schlüsselstellungen in der Gesellschaft und für die öffentlicher Ordnung zuerst geimpft werden, also Mitarbeiter von Gesundheitsämtern, Polizisten, Feuerwehrleute, Lehrer und Erzieher, wie die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, am Montag in Berlin mitteilte.

Auch Menschen, die etwa in Heimen für Obdachlose oder Asylbewerber sehr beengt untergebracht seien, sollten dazuzählen. Noch seien genaue Feststellungen zur Priorisierung nicht getroffen, also nicht alle Gruppen genau identifiziert. Es fehlten dazu noch Daten. "Sehr alte Patienten (...) haben mit Abstand die höchste Risikokonstellation", betonte Buyx aber.

Die nun auf den Weg gekommenen Empfehlungen der Wissenschaftler sei noch keine Entscheidung, wie der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, erläuterte. "Die Priorisierung muss von den Verantwortungsträgern der Politik festgesetzt werden auf Basis der Empfehlungen." Die letzte Priorisierung müssten diejenigen vor Ort treffen, "die die Spritze führen". Mertens kündigte an, es solle dokumentiert werden, wer wann womit geimpft wurde, um etwaige Nebenwirkungen zu bemerken und den Impfeffekt zu messen. Die Daten könnten zur Gewährleistung des Datenschutzes pseudonomysiert werden.

Sobald ein Corona-Impfstoff da ist, muss klar sein, wer ihn zuerst bekommt. (Symbolbild)
Sobald ein Corona-Impfstoff da ist, muss klar sein, wer ihn zuerst bekommt. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 9. November, 11.52 Uhr: Nach Corona-Fällen: Hansa Rostock darf wieder trainieren

Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock kann wieder trainieren. Nach drei Tagen häuslicher Quarantäne darf die Mannschaft "in Abstimmung mit dem Rostocker Gesundheitsamt ab heute in die Arbeitsquarantäne wechseln und den Trainingsbetrieb in Gruppen und unter erhöhten Hygienemaßnahmen wieder aufnehmen", teilte der Verein am Montag mit.

Nach den drei Corona-Fällen im Team habe es jedoch bei einer Nachtestung am vergangenen Sonntag einen weiteren positiven Befund gegeben, heißt es. Der Betroffene zeige nur leichte Symptome und befindet sich in zehntägiger Quarantäne. Am Samstag steht ein Auswärtsspiel beim Halleschen FC an.

Die negativ getesteten Spieler, Trainer und Betreuer sind zwar auch in häuslicher Quarantäne, dürfen diese wegen des Trainings jedoch vorübergehend unterbrechen. "Die eigene Wohnung darf somit nur für den Arbeitsweg zum und vom Ostseestadion und das Training verlassen werden", informierte der Verein. Mannschaft und Betreuer werden am Mittwoch erneut getestet. Danach entscheidet das Gesundheitsamt Rostock, ob die Quarantäne aufgehoben wird. Das Spiel gegen Türkgücü München am vergangenen Samstag war abgesagt worden

Update, 9. November, 11.41 Uhr: "Querdenken"-Demo - Sachsens Linke fordern Entlassung von Wöller

Nach der chaotischen "Querdenken"-Demonstration in Leipzig fordert die Linksfraktion im sächsischen Landtag die Entlassung von Landesinnenminister Roland Wöller (CDU). Das "andauernde Führungsversagen" des Ministers habe eine massenhafte Gesundheitsgefährdung ermöglicht, erklärte Fraktionschef Rico Gebhardt am Montag.

Wöller sei vor allem damit beschäftigt, die Schuld auf andere zu schieben. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) müsse den Innenminister unverzüglich entlassen. Zugleich beantragte die Oppositionsfraktion eine Sondersitzung des Innenausschusses für diesen Donnerstag. Dort sollten auch der Innenminister sowie die Polizeipräsidenten von Leipzig und Dresden Rede und Antwort stehen zu den Einsatzkonzepten.

Innenminister Wöller hatte die Polizei nach den Geschehnissen in Leipzig verteidigt. Gewalt als letztes Mittel sei nicht anzuwenden gewesen. Der Minister hatte jedoch die Demonstranten und das Oberverwaltungsgericht Bautzen kritisiert, das eine Kundgebung mit 16.000 Teilnehmern erlaubt hatte.

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) steht aktuell schwer in der Kritik.
Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) steht aktuell schwer in der Kritik.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 9. November, 11.37 Uhr: Rheinland-Pfalz: Bislang keine Hinweise auf Aktion von Maskengegnern

In Rheinland-Pfalz gibt es bislang keine Hinweise auf eine mögliche Aktion von Maskengegnern bei Schulkindern. "Wir haben noch keine Rückmeldung, dass in irgendeiner Art und Weise irgendjemand versucht hat, Schüler anzusprechen", sagte die Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) am Montag in Trier.

Die Behörde hatte vergangene Woche Schulen im Land auf eine mögliche bundesweite Aktion am Montag hingewiesen, bei der "Querdenken"-nahe Eltern angeblich planten, Kinder und deren Angehörige auf dem Schulweg anzusprechen und ihnen unwirksame, grobmaschige Masken in die Hand zu drücken.

Es sei richtig gewesen, zu informieren, sagte die Sprecherin. Schließlich sei es besser, auf mögliche Dinge vorbereitet zu sein, auch wenn dann nichts passiere. Es sei dringend notwendig, dass man sich in den Schulen an die geltenden Hygienevorschriften halte. In Rheinland-Pfalz gelte Maskenpflicht im Unterricht ab der Klasse 5.

Update, 9. November, 11.30 Uhr: Söder: Es gibt keine Sonderrechte für "Querdenker"

CSU-Chef Markus Söder hat das bewusste Ignorieren von Maskenpflicht und Abstandsregeln bei der "Querdenken"-Demo in Leipzig scharf verurteilt. Zugleich forderte der bayerische Ministerpräsident eine klare Aufarbeitung des gesamten Geschehens am Wochenende.

Das Grundgesetz garantiere das Demonstrationsrecht, aber weder Gewalt noch das Außerkraftsetzen von Gesundheitsvorschriften, sagte Söder am Montag vor einer Videoschalte des CSU-Vorstands in München. "Alle müssen sich an die Regeln des Gesundheitsschutzes halten. Es gibt hier keine Sonderrechte für Querdenker - ganz im Gegenteil."

Anti-Corona-Maßnahmen müssten überall eingehalten werden, auch bei Demonstrationen. "Und wenn eine Maskenpflicht gilt, dann muss die auch entsprechend umgesetzt werden", sagte Söder. "Viele Menschen verstehen nicht, warum sie sich im Kleinsten an alle Vorschriften halten. Und bei einer solchen Demonstration gilt das Ganze nicht mehr, nur weil Leute eine völlig falsche Ansicht haben." Bei der umstrittenen "Querdenken"-Demo in Leipzig war es am Wochenende massenhaft zu Regelverstößen und auch zu Gewalt gekommen.

Söder mahnte, man müsse sich dem "Phänomen Querdenker" stärker widmen, die Entwicklungen dahinter genauer anschauen und die "zunehmende aggressive Argumentation überprüfen". Söder fügte hinzu, man müsse die Frage klären: "Ist das eine Form von anderer Pegida, die da entsteht, oder vielleicht noch mehr? Dies muss auch von den zuständigen Institutionen besprochen und intensiv geprüft werden."

"Das ist eine Veränderung der politischen Kultur und es ist eine Herausforderung für unsere demokratische Gesellschaft, der wir uns intensiver stellen müssen", betonte der bayerische Ministerpräsident.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stellt klar: "Anti-Corona-Maßnahmen müssen überall eingehalten werden, auch bei Demonstrationen."
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) stellt klar: "Anti-Corona-Maßnahmen müssen überall eingehalten werden, auch bei Demonstrationen."  © Sven Hoppe/dpa

Update, 9. November, 11.26 Uhr: Thüringen: Gesamtzahl der Corona-Infektionen kratzt an 9000er-Marke

Die Zahl der bekannten Coronavirus-Infektionen in Thüringen steigt. Allein am Sonntag waren 132 neue Fälle registriert worden, wie die Staatskanzlei am Montag mitteilte (Stand 9. November, 0.00 Uhr).

Damit stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionen seit Pandemiebeginn auf 8961. Schätzungen zufolge gelten 6380 Betroffene aber als genesen. 220 Menschen, bei denen das Sars-CoV-2-Virus festgestellt wurde, sind gestorben.

Besonders heftig verläuft die Entwicklung aktuell im Landkreis Hildburghausen. Dort lag nach Angaben des Landratsamts von Montag die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner bei rund 217. Thüringenweit lag diese Sieben-Tage-Inzidenz laut Staatskanzlei bei rund 78. Im Freistaat leben rund 2,1 Millionen Einwohner.

Update, 9. November, 11.24 Uhr: Merz nach Besuch in Sachsen vorsorglich wieder in Corona-Quarantäne

Der CDU-Politiker und Kandidat für den Bundesparteivorsitz Friedrich Merz hat sich erneut vorsorglich in häusliche Corona-Quarantäne begeben. Der 64-Jährige habe sich freiwillig zu dem Schritt entschlossen, damit sich in seinem Umfeld auf keinen Fall jemand anstecke, sagte ein Sprecher des Ex-Chefs der Bundestagsunionsfraktion der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Ein Schnelltest sei am Montagmorgen allerdings negativ ausgefallen. Außerdem habe ein weiterer Test bei Merz Antikörper gegen das Coronavirus ergeben. Der Politiker und seine Ehefrau hatten sich bereits im März mit dem Virus angesteckt und sich daraufhin im Sauerland in häusliche Quarantäne begeben.

Diesmal gehe es um eine reine Vorsichtsmaßnahme, erklärte Merz' Sprecher. Hintergrund sei ein Besuch des CDU-Politikers beim sächsischen Kabinett am vergangenen Freitag. Am Sonntag war bekannt gegeben worden, dass der sächsische Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU) positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Merz sagte daraufhin seine Termine ab.

Update, 9. November, 11.20 Uhr: Bundesministerium: Länder bei Novemberhilfen eng eingebunden

Das Bundeswirtschaftsministerium hat angesichts von Kritik auf eine enge Einbindung der Länder in den Abstimmungsprozess über die Novemberhilfen hingewiesen. Das Haus von Minister Peter Altmaier (CDU) teilte am Montag mit, die wesentlichen Eckpunkte seien bereits im Beschluss von Bund und Ländern am 28. Oktober festgelegt worden. Weiter hieß es, die Novemberhilfen seien ein Bundesprogramm finanziert aus Bundesgeldern.

Der Bund will Firmen, die wegen des Teil-Lockdowns schließen müssen, mit Zuschüssen helfen. Vorgesehen ist ein Finanzvolumen von rund zehn Milliarden Euro. Immer mehr Länder aber fordern Nachbesserungen, Kritik kam auch von Wirtschaftsverbänden. Umstritten ist vor allem der Umfang von Hilfen für Firmen, die indirekt von Schließungen etwa von Gastronomiebetrieben betroffen sind.

Weiter teilte das Wirtschaftsministerium mit: "Dass in diesen Zeiten Entscheidungsprozesse sehr kurzfristig erfolgen und das Informationsbedürfnis auf allen Seiten hoch ist, ist absolut verständlich und genau aus diesem Grund erfolgt eine enge und kontinuierliche Einbindung der Länder." Aktuell liefen die Abstimmungen zur Verwaltungsvereinbarung mit den Ländern, in denen Punkte klargestellt und geklärt werden könnten.

Der konkrete Termin für Antragstellungen stehe noch nicht fest. "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Programmierung der Antragsplattform. Damit die Hilfen schnell ankommen, wird aktuell die Möglichkeit einer Abschlagszahlung geprüft." Im Wirtschaftsministerium seien Projektgruppen eingerichtet worden, die sich um die Umsetzung der Hilfsprogramme kümmerten. Dafür werde auch Personal aus anderen Bereichen eingesetzt: "Wir haben die Länder gebeten, zu prüfen, ob dies auch bei den zuständigen Behörden auf Länderebene möglich ist."

Peter Altmaier (CDU) ist der Bundeswirtschaftsminister.
Peter Altmaier (CDU) ist der Bundeswirtschaftsminister.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 9. November, 11.13 Uhr: Corona-Erholung lässt Zahl der Autoverkäufe in China weiter steigen

Die Erholung des weltgrößten Automarktes China vom Corona-Einbruch setzt sich rasant fort. Im Oktober seien 2,02 Millionen Pkw, SUVs und kleinere Mehrzweckfahrzeuge an Endkunden gegangen, teilte der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) am Montag in Peking mit.

Das war ein Plus von 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und der vierte Anstieg in Folge. China hat die Corona-Pandemie offenbar im Griff. Zudem setzt die Regierung des Landes stark auf den Konsum. Auch deshalb und wegen der Erholung des Welthandels legte zuletzt die Wirtschaft der Volksrepublik spürbar zu. China ist der mit Abstand wichtigste Einzelmarkt der deutschen Autokonzerne Volkswagen (inklusive Audi und Porsche), Daimler und BMW.

Update, 9. November, 11.05 Uhr: Gericht: Niedrigste Zahl der Neuinfektionen in Tschechien seit vier Wochen

In Tschechien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen an einem Tag auf den niedrigsten Wert seit vier Wochen gesunken. Am Sonntag kamen 3608 neue Fälle hinzu, wie am Montag aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging. Allerdings wird am Wochenende üblicherweise weniger getestet und gemeldet als an Werktagen.

Seit Beginn der Pandemie wurden in dem EU-Mitgliedstaat insgesamt 414.828 Infektionen und 4858 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung registriert. Zuletzt hatte das Land mit knapp 10,7 Millionen Einwohnern einen der steilsten Anstiege der Infektionsraten in Europa verzeichnet. Nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC gab es innerhalb von 14 Tagen statistisch 1506,3 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Das war der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten.

Der Leiter des Prager Instituts für Gesundheitsstatistik (UZIS), Ladislav Dusek, warnte vor voreiligem Optimismus. Man befinde sich an einem Wendepunkt, sei aber noch sehr verletzlich, sagte er der Onlineausgabe der Zeitung "Pravo". "Jetzt ist nicht die Zeit für Experimente, sondern dafür, die Maßnahmen mit Nachdruck einzuhalten", mahnte der Experte für Biostatistik.

Erstmals seit Wochen sank die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Tschechien wieder.
Erstmals seit Wochen sank die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Tschechien wieder.  © David Taneèek/CTK/dpa

Update, 9. November, 10.55 Uhr: Gericht: Bayern bereitet sich aufs Impfen gegen Corona vor

Bayern bereitet sich auf die Verteilung des Impfstoffes gegen das Coronavirus vor. Der Bund werde den Corona-Impfstoff an neun Stellen in Bayern liefern, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München.

Von dort werde das Material an die Impfzentren geliefert, die im Freistaat analog zu den lokalen Testzentren aufgebaut werden sollen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff vorliegen könnte.

In Bayern würden die lokalen Kreisverwaltungsbehörden diese Impfzentren aufbauen und betreiben, betonte Huml. Zusätzlich sind mobile Teams geplant, die zum Beispiel Menschen in Altenheimen impfen.

Update, 9. November, 10.48 Uhr: Gericht: Generelle Maskenpflicht in Düsseldorf ist rechtswidrig

Die neue generelle Maskenpflicht in Düsseldorf ist rechtswidrig. Das hat das Verwaltungsgericht Düsseldorf am Montag entschieden und dem Eilantrag eines Bürgers recht gegeben.

Der Beschluss gilt laut Gericht nur für den Bürger - alle anderen müssten demnach weiter Maske tragen.

Update, 9. November, 10.43 Uhr: Teilnehmer im CDU-Präsidium: Zu früh für Lockerung der Beschränkungen

Eine Woche nach dem Start des Teil-Lockdowns wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen sieht man im CDU-Präsidium noch keine Anzeichen, die für eine Lockerung sprechen. Mehrere Teilnehmer seien sich einig gewesen, dass es jetzt zu früh sei, um sagen zu können, wie sich die Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen auswirkten, hieß es aus Teilnehmerkreisen der virtuellen Sitzung des CDU-Präsidiums am Montag.

Über Lockerungen könne nicht gesprochen werden. In einer Woche will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten über den Zwischenstand der am 2. November vorerst für vier Wochen verhängten Kontaktbeschränkungen beraten. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte demnach im Präsidium: "Die Zahlen müssen weiter runter."

Ein anderer Teilnehmer betonte, das Ziel sei weiterhin, weniger als 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche zu erreichen. Davon sei man noch entfernt. Eine Überlastung des Gesundheitswesens müsse unbedingt verhindert werden. In Deutschland müssten länderübergreifende Krankentransporte möglich sein, um die Lage in einigen Regionen zu entspannen. Auch wurde über die Wirtschaftshilfen sei gesprochen worden, hieß es weiter. Es müsse sichergestellt werden, dass diese in den Branchen ankommen, wo sie benötigt werden.

Gseundheitsminister Jens Spahn fordert: "Die Zahlen müssen weiter runter."
Gseundheitsminister Jens Spahn fordert: "Die Zahlen müssen weiter runter."  © Michael Sohn/POOL AP/dpa

Update, 9. November, 10.35 Uhr: Elektroindustrie verbucht erstmals seit Februar steigende Aufträge

Die deutsche Elektroindustrie arbeitet sich langsam aus dem Corona-Tief. Zum ersten Mal seit Februar verbuchte die Branche im September ein leichtes Plus bei den Bestellungen. Die Aufträge legten um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie der Branchenverband ZVEI am Montag in Frankfurt mitteilte.

"Allerdings war der September des Vorjahres ein recht schwacher Monat gewesen, sodass die Messlatte entsprechend tiefer lag", sagte ZVEI-Chefvolkswirt Andreas Gontermann.

Insgesamt schloss die Branche das dritte Quartal sowie die ersten neun Monate mit einem Minus ab. Im Zeitraum Januar bis September sanken die Bestellungen um 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Produktion verringerte sich um 8,7 Prozent. Der Branchenumsatz lag mit insgesamt 130,3 Milliarden Euro um 8,1 Prozent unter dem Wert der ersten neun Monate 2019.

Zwar hellte sich das Geschäftsklima in der Branche im Oktober auf und lag erstmals seit Februar wieder leicht über der Null-Linie. "Allerdings fand die jüngste Erhebung größtenteils noch vor den neuerlichen Corona-Beschränkungen statt", sagte Gontermann. Eine erneute Stimmungseintrübung hält der Ökonom daher für nicht unwahrscheinlich.

Update, 9. November, 10.27 Uhr: Berlin: Ursprung von Corona-Infektionen meist nicht nachvollziehbar

In der Debatte über Ansteckungsorte in der Corona-Pandemie hat der Berliner Staatssekretär für Gesundheit bekräftigt, dass diese mittlerweile meist nicht mehr nachvollzogen werden können. Anders als im Frühjahr seien die Infektionen "breit durchs Stadtgebiet überall vertreten", sagte der SPD-Politiker Martin Matz am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses.

Wenn man bei 90 Prozent und mehr der Ansteckungen den Ursprung nicht kenne, könne es sein, dass sie auch aus Gastronomie und Hotels kämen. Man wisse es einfach nicht, sagte Matz. Deshalb bleibe nur, die Zahl der Kontakte insgesamt möglichst herunterzufahren. Im Teil-Lockdown im November seien Restaurants und Gastronomie besonders von Maßnahmen betroffen, weil ganz bewusst Schulen, Kitas und Teile des Arbeitslebens ausgenommen sein sollten.

Auf einem Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz in Berlin tragen immerhin alle Maske. In Berlin gibt es trotzdem das Problem, dass man kaum noch feststellen kann, wer von wem mit dem Coronavirus angesteckt wurde.
Auf einem Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz in Berlin tragen immerhin alle Maske. In Berlin gibt es trotzdem das Problem, dass man kaum noch feststellen kann, wer von wem mit dem Coronavirus angesteckt wurde.  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 9. November, 10.20 Uhr: Zahl neuer Corona-Fälle in Brandenburg geht leicht zurück

Der Anstieg neuer Corona-Infektionen in Brandenburg hat sich anscheinend verlangsamt - allerdings melden die Gesundheitsämter die Zahlen am Wochenende zeitverzögert. Von Sonntag auf Montag seien 218 neue Fälle hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Montag im Internet mit.

Am Sonntag wurden 356 neue Ansteckungen gezählt, am Samstag 409. Der bisherige Höchstwert wurde am Freitag mit 525 zusätzlichen Fällen erreicht. Seit März haben sich 11.435 Brandenburger mit dem Coronavirus infiziert, derzeit gelten etwa 6649 als genesen.

Den höchsten Wert neuer Ansteckungen je 100.000 Einwohner in einer Woche weist Cottbus mit fast 194 auf, während es in Brandenburg/Havel nur rund 49 sind.

Update, 9. November, 10.09 Uhr: Berliner Staatssekretär: In Kürze genügend Schnelltests für wichtige Bereiche

Nach einem Beschluss des Abgeordnetenhauses zum Einsatz von Corona-Schnelltests wird in Berlin damit gerechnet, dass der Bedarf in kritischen Bereichen bald gedeckt werden kann. Man gehe davon aus, "dass wir jetzt in Kürze genügend Schnelltests verfügbar haben, um all das tun zu können, was wir in den Prioritäten festgelegt haben", sagte Staatssekretär Martin Matz (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses.

Höchste Priorität bei der Ausstattung mit den Tests haben demnach die stationäre Pflege und die Obdachlosenhilfe, in weiteren Abstufungen folgen dann unter anderem Krankenhäuser, ambulante Pflege, Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD), Arztpraxen, Feuerwehr und Polizei.

Von den sechs Millionen Schnelltests, die für 2020 beschafft werden, seien rund 610.000 eingetroffen, sagte Matz. Rund 276.000 seien an die stationäre Pflege und die Obdachlosenhilfe ausgeliefert worden, zudem für Eingliederungshilfe und ÖGD. "Sie Auslieferungen werden jetzt fortgesetzt."

Zu den Zielen zählten etwa die Krankenhäuser sowie die ambulante Pflege- und Eingliederungshilfe. Manche Kliniken und die Kassenärztliche Vereinigung hätten bereits selbst Kontingente besorgt - es gebe dann eine Mischung aus Belieferungen der Senatsverwaltung und eigenen Bestellungen. Weitere 6,5 Millionen Schnelltests könnten für die ersten vier Monate 2021 eingekauft werden, bekräftigte Matz. Der Prozess laufe.

Berlin arbeitet daran, bald genügend Schnelltests zur Verfügung zu haben.
Berlin arbeitet daran, bald genügend Schnelltests zur Verfügung zu haben.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 9. November, 10 Uhr: Lehrerverband sieht große Mängel bei Voraussetzungen für Inklusion

Der Lehrerverband VBE beklagt Mängel an Deutschlands Schulen bei der Einbindung von Schülern mit Behinderung und besonderem Förderbedarf.

Es gebe einen deutlichen Unterschied zwischen dem Stellenwert der Inklusion in politischen Sonntagsreden und den tatsächlich bereitgestellten Ressourcen, kritisierte der Bundesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Udo Beckmann, am Montag. "Deshalb können die Schulen ihren Inklusionsauftrag unter den gegebenen Rahmenbedingungen nach wie vor nicht erfüllen."

Notwendig sind aus Sicht des Verbands etwa kleinere Klassen, mehr barrierefreie Schulen, eine bessere Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrer und eine flächendeckende Unterstützung durch Sonderpädagogen. Der Verband hat eine Umfrage beim Institut Forsa in Auftrag gegeben, der zufolge zwar 56 Prozent der befragten Lehrer den gemeinsamen Unterricht grundsätzlich sinnvoll finden, aber nur 27 Prozent dieser Befürworter halten dies zur Zeit praktisch für sinnvoll.

Die 2127 befragten Lehrerinnen und Lehrer allgemeinbildender Schulen machten auch Angaben zu den Einschränkungen in der Corona-Krise und ihren Auswirkungen auf die Inklusion. 70 Prozent gaben an, dass die Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend gefördert werden konnten, als die Schulen geschlossen waren. 74 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass die coronabedingten Einschränkungen zu einem Rückschritt bei der Inklusion geführt haben, weil der gemeinsame Alltag fehlte.

Update, 9. November, 9.46 Uhr: Esken zu Leipzig: Zuschauen ist "innenpolitische Bankrotterklärung"

SPD-Chefin Saskia Esken fordert Konsequenzen nach der "Querdenken"-Demo in Leipzig, bei der es am Wochenende massenhaft zu Regelverstößen und auch zu Gewalt kam. "Wenn wir daran was ändern wollen, dass solche Demonstrationen in der Größe möglich sind und auch unter diesen Umständen, dann müssen wir legislativ tätig werden", sagte Esken am Montag dem SWR.

"Wir werden die Nachjustierung des Infektionsschutzgesetzes im Bundestag nicht nur beraten, sondern auch beschließen", sagte sie. Die "Querdenken"-Demos würden mitunter verharmlost, wenn von besorgten Bürgern die Rede sei, erklärte Esken. "Dabei muss man ja wissen, dass rechtsradikale Hooligans auch übrigens aus ganz Europa angereist waren", sagte die SPD-Politikerin mit Blick auf die Demonstration am Samstag in Leipzig. "So einer Entwicklung tatenlos zuzuschauen, das ist eine innenpolitische Bankrotterklärung."

Esken richtete auch Kritik an Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU): "Die haben die PolizistInnen tatsächlich sehenden Auges und völlig unzureichend ausgestattet auch in diese Situation laufen lassen und ich finde das unverantwortlich."

Die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken sieht die Querdenken-Demos sehr kritisch.
Die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken sieht die Querdenken-Demos sehr kritisch.  © Michael Bahlo/dpa

Update, 9. November, 9.34 Uhr: Novemberhilfen: Immer mehr Länder fordern Nachbesserungen

Immer mehr Länder fordern die Bundesregierung zu Nachbesserungen bei den Novemberhilfen für Firmen auf, die vom Teil-Lockdown betroffen sind. In einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) warnen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein vor zu viel Bürokratie und Verzögerungen bei der Auszahlung der Zuschüsse. Außerdem fordern sie andere Vorgaben bei Hilfen für indirekt von Schließungen betroffene Firmen.

Das geht aus einem Brief der drei Länderwirtschaftsminister an Altmaier hervor, welcher der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag. Zuvor hatte es etwa aus Baden-Württemberg Kritik an den Plänen der Bundesregierung gegeben. Mit den Vorgaben der Bundesregierung drohe ein Verfahrensweg eingeschlagen zu werden, der eine "den Bedürfnissen der Unternehmen angemessene Abwicklung auch in zeitlicher Hinsicht unmöglich zu machen droht", heißt es.

"In dieser Form werden nicht nur Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein der Verwaltungsvereinbarung nicht zustimmen können", so die Minister Bernd Buchholz (Schleswig-Holstein/FDP), Volker Wissing (Rheinland-Pfalz/FDP) sowie Andreas Pinkwart (NRW/FDP).

Der Bund plant zu den Novemberhilfen wie bei anderen Programmen in der Corona-Krise Vereinbarungen mit den Ländern. Die Auszahlung der Zuschüsse soll über die Plattform für die bereits bestehenden Überbrückungshilfen durch die Länder erfolgen. In der Kritik steht vor allem die geplante Unterstützung von indirekt betroffenen Firmen. Diese müssen nach den Plänen der Bundesregierung "nachweislich und regelmäßig" 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungen betroffenen Unternehmen erzielen.

Im Brief der Länderminister heißt es, von geschlossenen Hotels und Gaststätten seien nicht nur die oft bemühten Wäschereien mittelbar betroffen. In den Orten, die selbst in der Nebensaison noch mehr Touristen als Einheimische in ihren Fußgängerzonen hätten, seien auch Einzelhändler mittelbar betroffen von geschlossenen Hotels. Praktikabel und fair wäre es, allein auf deutlich gesunkene Novemberumsätze abzustellen, etwa von 80 Prozent.

Update, 9. November, 9.23 Uhr: Karnevalisten eröffnen Session am 11.11. erstmals digital

Närrisches Feiern auf Plätzen und Straßen zum Start in die neue Karnevalssession fällt an diesem 11.11. wegen der Corona-Pandemie aus: Daher lädt der Bund Deutscher Karneval (BDK) zur bundesweit ersten digitalen Eröffnung der Session ein - rund um den offiziellen Startschuss um 11.11 Uhr.

"Wir wollen in diesen Zeiten trotzdem präsent sein und die Freude in die Wohnzimmer bringen", sagte BDK-Präsident Klaus-Ludwig Fess am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Bexbach. Es sei aber kein Aufruf zum Partymachen. "Die Leute sollen zuhause bleiben und nicht rausgehen."

Bei einem Live-Stream, der im Internet unter anderem über die Seite www.karnevaldeutschland.de (ab 10.45 Uhr) zu sehen sein wird, werde ein buntes Programm geboten: Unter anderem soll ein neues Musikvideo mit einem speziellen BDK-Song "Die längste Polonaise auf der Welt", bei der jeder 1,50 Meter Abstand hält, präsentiert werden. Zudem gibt es Video-Botschaften, eine Talkrunde und Witziges: "Wir wollen die Menschen aus dem Alltag herausreißen und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Wir lachen durch die Pandemie zu wenig", sagte Fess.

Der Start in die fünfte Jahreszeit gehe in diesem Jahr eben auch anders. "Wir zeigen neue Formate." Neben dem saarländischen Ministerpräsidenten Tobias Hans (CDU) und der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) werde auch BDK-Sonderbotschafterin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) mit einer Video-Botschaft dabei sein, kündigte Fess an.

Auch der Karneval muss sich den Corona-Bedingungen anpassen, deshalb gehts am 11.11. um 11:11 Uhr ausnahmsweise mal digital los.
Auch der Karneval muss sich den Corona-Bedingungen anpassen, deshalb gehts am 11.11. um 11:11 Uhr ausnahmsweise mal digital los.  © Daniel Peter/dpa

Update, 9. November, 9.11 Uhr: Hamburgs Bürgermeister: Die Lage in den Kliniken wird schwieriger

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ist besorgt wegen der zunehmenden Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken der Hansestadt, die möglicherweise bald die Zahlen im Frühjahr übertreffen werden. Die Lage werde schwieriger, sagte er im Interview mit der "Hamburger Morgenpost".

Schon im Frühjahr seien Intensivkapazitäten begrenzt gewesen, weshalb planbare Eingriffe verschoben wurden. "Das ist in den Kliniken letztlich auch eine Frage des Personals. Wir müssen an die Belastung und Gesundheit der Beschäftigten denken." Es gehe deshalb nun darum, mit dem Teil-Lockdown das Infektionsgeschehen stark abzubremsen.

Gleichzeitig nannte er die Berichte aus der Impfstoffentwicklung "ermutigend". So gebe es eine Reihe an Wirkstoffen, die bereits in der klinischen Prüfung seien. "Das ist mehr als man im Frühjahr erwarten konnte." Dennoch werde es noch dauern, bis tatsächlich ein Impfstoff da ist und eine ausreichende Zahl an Personen geimpft ist.

Hoffnung auf Weihnachten ohne Corona-Regeln machte Tschentscher nicht. "Wir werden wahrscheinlich auch Ende Dezember noch generelle Beschränkungen haben. Alles hängt davon ab, wie gut es uns jetzt gelingt, die Infektionsdynamik zu bremsen."

Peter Tschentscher (SPD) ist Erster Bürgermeister in Hamburg.
Peter Tschentscher (SPD) ist Erster Bürgermeister in Hamburg.  © Christian Charisius/dpa

Update, 9. November, 8.47 Uhr: Längere Pflegearbeitszeit löst deutliche Kritik aus

Die Kritik an der Entscheidung des Landes Niedersachsen, im Kampf gegen die Corona-Krise die Arbeitszeit in der Pflege auf bis zu 60 Wochenstunden zu erhöhen, wächst spürbar. In der Pflege seien die Beschäftigten ohnehin stark belastet, sagte David Matrai von der Gewerkschaft Verdi der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag).

"In der jetzigen Situation muss es darum gehen, sie zu entlasten – nicht zusätzlich zu belasten." Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Meta Janssen-Kucz, sagte: "Die Pflegefachkräfte müssen wieder ausbaden, was die Politik seit Langem versäumt hat. Seit Monaten arbeiten die Pflegenden über dem Limit."

Die Maßnahme, die eine tägliche Arbeitszeit von bis zu 12 Stunden vorsieht, gilt nach früheren Angaben des Sozialministeriums befristet bis Ende Mai kommenden Jahres. Beim Ausbruch der Epidemie war die Arbeitszeit schon einmal auf 60 Wochenstunden erhöht worden.

Matrai betonte: "Jetzt rächt sich, dass wenig für die Attraktivität des Berufs getan wurde." Es komme daher darauf an, Arbeitsbedingungen zu verbessern und so zusätzliche Pflegekräfte zu gewinnen. Janssen-Kucz meinte, die angespannte Lage in der Pflege sei nicht erst seit der Pandemie bekannt. Pflegefachkräfte müssten schnell von Tätigkeiten entlastet werden, die nicht zu den Kernaufgaben gehörten - etwa Verwaltungsaufgaben oder die Essensversorgung der Patienten.

Update, 9. November, 8.36 Uhr: Exporte mühen sich aus Corona-Tief - Vorkrisenniveau nicht erreicht

Deutschlands Exporteure haben im September nach dem Corona-Tief weiter aufgeholt. Im Vergleich zum August 2020 legten die Ausfuhren um 2,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.

Mit einem Volumen vom 109,8 Milliarden Euro lagen die Exporte allerdings noch um 3,8 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Von Januar bis einschließlich September blieben die deutschen Ausfuhren mit 880 Milliarden Euro um 11,7 Prozent unter dem Niveau der ersten neun Monate des Vorjahres.

Zeitweise Grenzschließungen, Störungen in der Logistik und Unterbrechungen der Lieferketten zu Beginn der Corona-Pandemie hatten das Geschäft mit "Made in Germany" in den vergangenen Monaten ausgebremst. Nach der Erholung im Sommer befürchtet die Wirtschaft einen erneuten Rückschlag, weil in vielen Ländern die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zuletzt wieder verschärft wurden.

Die Einfuhren nach Deutschland lagen im September mit 89 Milliarden Euro um 4,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Bei den Importen ergab sich für die neun Monate ein Wert 751,1 Milliarden Euro und damit ein Rückgang um 9,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

VW-Autos warten auf die Verschiffung ins Ausland, der deutsche Exporterholt sich langsam wieder nach der Corona-Krise.
VW-Autos warten auf die Verschiffung ins Ausland, der deutsche Exporterholt sich langsam wieder nach der Corona-Krise.  © Jörg Sarbach/dpa

Update, 9. November, 8.23 Uhr: Corona-Neuinfektionen in NRW weiter auf hohem Niveau

In Nordrhein-Westfalen haben sich erneut viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das Robert-Koch-Institut gab die Zahl der neuen Corona-Fälle für das Bundesland am Montagmorgen mit 3417 an und damit etwas höher als am Montag vor einer Woche - damals waren es 3369 Neuinfektionen.

Im Vergleich zu anderen Werktagen sind die Werte relativ niedrig. Das liegt daran, dass am Wochenende nicht alle Ämter Daten übermitteln. Vor einer Woche traten strengere Corona-Maßnahmen in Kraft, seither sind Freizeiteinrichtungen und Lokale geschlossen. Allerdings dauert es, bis sich solche Regeln in der Corona-Statistik widerspiegeln.

Update, 9. November, 8.04 Uhr: Sachsen-SPD: Nicht nur Gericht Schuld an Leipziger Demo-Debakel

Der Vorsitzende der sächsischen SPD-Landtagsfraktion, Dirk Panter, sieht nicht nur das Oberverwaltungsgericht Bautzen wegen des Leipziger Demo-Debakels in der Verantwortung.

"Ich bin erstmal fassungslos über das, was in Leipzig passiert ist", sagte Panter am Montag im MDR. "Aber das allein auf das Oberverwaltungsgericht zu schieben, halte ich für zu kurz gesprungen." Es müsse auch das Einsatzkonzept der Stadt und der Polizei hinterfragt werden, hieß es in dem MDR-Bericht. Unter anderem Leipzigs Oberbürgermeister Burkhart Jung (SPD) hatte einen Richterspruch zu der Demo scharf kritisiert.

Stadt und Organisatoren hatten sich zuvor über die Veranstaltung mitten in der Corona-Krise gestritten. Die Stadt hatte damit gerechnet, dass die Demonstranten sich nicht an die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus halten würden. Um das Infektionsrisiko gering zu halten, wollte sie die Veranstaltung an den Stadtrand legen. Das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) kassierte das jedoch am Samstagmorgen und ließ die Kundgebung in der Innenstadt unter Auflagen zu.

Update, 9. November, 7.43 Uhr: RKI: Sieben-Tage-Wert in Mecklenburg-Vorpommern steigt auf über 50

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche, hat in Mecklenburg-Vorpommern den kritischen Grenzwert von 50 erreicht.

Wie das Robert Koch-Institut am Montagmorgen auf seiner Internetseite mitteilte, liegt der Wert nun landesweit bei 50,18. Am Vorabend hatte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Mecklenburg-Vorpommern den Wert noch mit 49,7 angegeben.

Am Wochenende waren im Land 163 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Zahl der seit März registrierten Ansteckungen dem Lagus zufolge auf mindestens 3741. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung seit Beginn der Pandemie stieg um einen neuen Fall auf 30. Landesweit gelten laut dem RKI 2300 aller Infizierten als genesen. 301 Patienten werden stationär behandelt, 40 von ihnen auf Intensivstationen.

Das Robert Koch-Institut in Berlin liefert Deutschlandweit Zahlen und Informationen rund um die Corona-Pandemie.
Das Robert Koch-Institut in Berlin liefert Deutschlandweit Zahlen und Informationen rund um die Corona-Pandemie.  © Carsten Koall/dpa

Update, 9. November, 7.31 Uhr: Robert Koch-Institut meldet 883 neue Corona-Infektionen in Hessen

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Hessen steigt weiter deutlich an. Binnen eines Tages kamen 883 Fälle hinzu, wie aus Daten des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag hervorgeht (Stand 00.00).

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Corona-Fälle lag bei 54.043. Insgesamt 758 Todesfälle werden mittlerweile mit dem Erreger in Verbindung gebracht. Das waren fünf mehr als am Vortag

Update, 9. November, 7.19 Uhr: Jugendorganisationen fordern Konsequenzen nach Querdenker-Demo

Die Linksjugend und die Jungliberalen in Sachsen haben nach den Ausschreitungen der Querdenker-Demonstration am Samstag in Leipzig Konsequenzen gefordert.

"Gestern wurden Journalist_innen gejagt, die Gesundheit von uns allen aufs Spiel gesetzt und gewaltbereite Rechtsradikale konnten sich frei durch Leipzig bewegen. Ich bin fassungslos", so Paul Podbielski vom Beauftragtenrat der Linksjugend Sachsen in einer Pressemitteilung von Sonntagabend. Der Polizei warf er Versagen vor, das Konsequenzen haben müsse.

Neben der Linksjugend forderten auch die Jungliberalen den Rücktritt von Sachsens Innenminister Roland Wöller. "In seinen Äußerungen in der Pressekonferenz am Sonntag hat Staatsminister Wöller jegliche Bereitschaft vermissen lassen, für den desaströs gescheiterten Polizeieinsatz Verantwortung zu übernehmen", so der Landesvorsitzende der Jungliberalen Sachsen, Johannes Zeller, in einer Pressemitteilung von Montagmorgen.

Am Samstag hatten in Leipzig mindestens 20.000 Menschen gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert.
Am Samstag hatten in Leipzig mindestens 20.000 Menschen gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 9. November, 7.04 Uhr: Arbeitsagenturen stellen sich auf wieder steigende Kurzarbeit ein

Wegen der coronabedingten Schließungen von Hotels und Restaurants im November rechnen die Arbeitsagenturen in Mecklenburg-Vorpommern zum Jahresende wieder mit mehr Kurzarbeit. 

Das Beherbergungsgewerbe und die Gastronomie seien die beiden Branchen im Land gewesen, die schon beim Lockdown im Frühjahr die meisten Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt hatten, teilte die Regionaldirektion Nord in Kiel mit. Da mit den Corona-Lockerungen der Tourismus im Sommer aber wieder gut in Schwung gekommen sei, hätten viele dieser Betriebe die Kurzarbeit reduziert oder gar beendet.

So nutzten laut Arbeitsagentur im April landesweit noch 12.900 Betriebe für 87.100 Beschäftigt Kurzarbeit. Im Juli waren es demnach 5200 Firmen für 33.500 Mitarbeiter. "Durch die aktuelle Pandemie-Entwicklung und den Teil-Lockdown seit dem 2. November kann es nun wieder notwendig werden, eine Neuanzeige gegenüber der Agentur für Arbeit zu stellen", machte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord, deutlich.

Dies sei bei einer mindestens dreimonatigen Unterbrechung erforderlich. Solle also für November wieder Kurzarbeitergeld bezogen werden, müsse bis zum 30. November eine Neuanzeige gestellt werden, sagte sie. Bei kürzeren Unterbrechungen sei dies nicht der Fall.

Strengere Corona-Regeln und der anstehende Winder sorgen im Norden für weniger Tourismus und das bedeutet wohl wiederum mehr Kurzarbeit.
Strengere Corona-Regeln und der anstehende Winder sorgen im Norden für weniger Tourismus und das bedeutet wohl wiederum mehr Kurzarbeit.  © Jan Woitas/ZB/dpa

Update, 9. November, 6.43 Uhr: 13.363 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 13.363 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 2650 Fälle weniger als am Sonntag, wie aus Angaben des RKI vom Montagmorgen hervorgeht.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 671.868 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 09. 11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 63 auf insgesamt 11.352. Das RKI schätzt, dass rund 429.600 Menschen inzwischen genesen sind.

Laut den Statistiken der Johns Hopkins Universität in Baltimore fallen die Zahlen sogar noch etws höher aus. Demnach gab es hierzulande bereits 682.624 Infektionen und 11.372 Todesfälle in Folge einer Covid-19-Erkrankung.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntagabend bei 1,01 (Vortag: 1,04). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa zehn weitere Menschen ansteckten. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Update, 9. November, 6.17 Uhr: Top-Gehälter von Fußballprofis in der Krise: "Nicht viel verändert"

Fußballprofis müssen in der Coronakrise nur bedingt um ihre hohen Gehälter bangen. "Wenn ein Fußballer irgendwas fürchten muss, dann die Frage: Was passiert nach Ablauf meines aktuellen Vertrags - oder wenn mein Verein Insolvenz anmelden sollte?", sagte Christian Hoefs, Arbeitsrechtler der Kanzlei Hengeler Mueller in Frankfurt/Main, der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Angaben von Gregor Reiter, Geschäftsführer der Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung (DFVV), haben die meisten Bundesliga-Spieler noch Verträge "auf 'vor Corona'–Niveau, so dass sich zunächst - abgesehen von den freiwilligen Gehaltskürzungen – für die Spieler zumindest in dieser Beziehung nicht viel verändert hat."

Für die Zukunft werde vieles davon abhängen, wie lange die Zuschauer ausgeschlossen bleiben. "Niemand kann vorhersagen, dass die Zuschauer wieder in Massen in die Stadien strömen, wenn sie denn endlich dürfen", warnte Reiter.

Zu Beginn der Pandemie lagen die Gehaltsverzichte in den Profikadern nach Ansicht des DFVV-Geschäftsführers im Schnitt zwischen zehn und zwanzig Prozent. Diese Einwicklung hat angesichts des Teil-Lockdowns mit Geisterspielen nun wieder Fahrt aufgenommen, da viele Spieler ein- oder zweistellige Millionen-Jahreseinkommen haben.

So bestätigte der FC Schalke 04 vergangene Woche, dass man "einen sehr guten, einvernehmlichen Kompromiss gefunden" mit der Mannschaft gefunden habe - gültig bis zum Saisonende. Der freiwillige Verzicht auf einen Teil des Gehalts ist nach Ansicht von Arbeitsrechtler Hoefs die einzige Möglichkeit der Bundesligisten, von ihren hohen Personalkosten etwas herunterzukommen.

Die meisten Fußballer bekommen auch während der Corona-Krise ihr Millionengehalt.
Die meisten Fußballer bekommen auch während der Corona-Krise ihr Millionengehalt.  © Bernd Thissen/dpa-POOL/dpa

Update, 9. November, 5.55 Uhr: Krebstherapie: Behandlungsverzögerung erhöht Sterberisiko deutlich

Im Zuge der Corona-Pandemie wurden weltweit viele nicht dringliche Operationen und Behandlungen verschoben. Gerade für Krebs-Patienten könne dies allerdings schwerwiegende Folgen haben, warnen kanadische und britische Mediziner im Fachblatt "The BMJ". Schon ein Monat Verzögerung in der Krebstherapie könne das Sterberisiko um 3 bis 13 Prozent erhöhen, so das Fazit der Wissenschaftler.

Das Team um den Onkologen Timothy Hanna von der kanadischen Queen's Universität hatte untersucht, wie sich eine Verzögerung zwischen Diagnose und Therapiebeginn auf die Mortalität von Patienten auswirkt. Dafür führten die Wissenschaftler eine Metaanalyse von 34 Studien aus der Zeit von Januar 2000 bis April 2020 mit insgesamt knapp 1,3 Millionen Patienten durch.

Das Ergebnis: "Eine vierwöchige Verzögerung der Therapie ist bei allen gängigen Formen der Krebsbehandlung mit einem Anstieg der Mortalität verbunden, wobei längere Verzögerungen zunehmend nachteilig sind", so Hauptautor Hanna. Konkret erhöhe sich das Sterberisiko bei Operationen für jede vierwöchige Verzögerung um sechs bis acht Prozent, bei einigen Strahlen- und systemischen Therapien sogar um bis zu 13 Prozent.

Im Mai hatte eine Studie des National Institute for Health Research (NIHR) der britischen Universität Birmingham für Aufsehen gesorgt, der zufolge weltweit rund 28 Millionen chirurgische Eingriffe aufgrund von Corona verschoben wurden.

Wie viele Operationen in Deutschland wegen Corona aufgeschoben wurden, lässt sich nach Angaben von Joachim Odenbach von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) erst sagen, wenn endgültige Daten vorliegen. Insgesamt seien in den Kliniken hierzulande aber keine lebensnotwendigen Eingriffe, sondern in erster Linie elektive Leistungen verschoben worden.

Update, 9. November, 5.38 Uhr: Städte rüsten Unterkünfte für Obdachlose mit Hygienekonzepten

Die Corona-Pandemie stellt Bremen und Städte in Niedersachsen bei der Unterbringung von Menschen ohne Obdach in der kalten Jahreszeit vor besondere Herausforderungen. In den Unterkünften gelten Abstands- und Hygieneregeln, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht.

Dort wo es möglich ist, wurde demnach die Belegung von Gemeinschaftsunterkünften entzerrt. In Bremen etwa sollen nicht mehr als zwei Personen in einem Zimmer untergebracht werden. Auch die Städte Göttingen und Braunschweig passten ihre Angebote an die Corona-Vorschriften an.

In Hannover habe der Infektionsschutz bei der Unterbringung von Obdach- und Wohnungslosen "höchste Priorität", hieß es. Die Unterstützung für obdachlose Menschen gelte aber nicht nur für die Zeit der Corona-Pandemie, sondern generell, betonte Hannovers Dezernentin für Soziales und Integration, Sylvia Bruns. "Wir wissen um die besonderen Herausforderungen obdachloser Menschen und unser Ziel ist es, deren Situation zu verbessern."

Die Landesarmutskonferenz in Niedersachsen ging zuletzt davon aus, dass die Zahl der Obdachlosen während der kommenden Monate zunehmen wird. Steigende Corona-Infektionszahlen könnten zudem dafür sorgen, dass Hilfsangebote auch zum Schutz von Mitarbeitern reduziert werden könnten.

Hilfe für Obdachlose wird durch das Coronavirus zusätzlich erschwert.
Hilfe für Obdachlose wird durch das Coronavirus zusätzlich erschwert.  © Hannah Wagner/dpa

Update, 9. November, 5.21 Uhr: Zentrale Dokumentation von Corona-Impfungen geplant

Die Bundesregierung plant nach einem Medienbericht eine zentrale Dokumentation etwaiger Impfungen, wenn Corona-Impfstoffe erstmal verfügbar sind.

"Hierzu soll ein webbasiertes Datenportal verwendet werden, welches bis zum Beginn der Impfaktivitäten in Deutschland durch das RKI (Robert Koch-Institut) entwickelt werden soll", zitiert das Nachrichtenportal "ThePioneer" (Montag) aus der Nationalen Impfstrategie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Sie soll dem Bericht zufolge an diesem Montag vom Corona-Kabinett beschlossen werden.

Die Regierung beabsichtigt damit einen möglichst umfassenden und aktuellen Überblick darüber, welche Bevölkerungsgruppen bereits geimpft sind. Erfasst werden sollen demnach nicht-personenbezogene Angaben wie Alter, Geschlecht, Wohnort und Impf-Indikation sowie der Ort der Impfung, Impfdatum und das Impfstoff-Produkt mit Chargennummer.

In dem Dokument werden laut dem Portal sieben mögliche Impfstoffe genannt, für die eine Zulassung innerhalb der EU angestrebt wird. Darunter ist der des Mainzer Unternehmens Biontech, das mit dem US-Pharmariesen Pfizer kooperiert, und der von Curevac aus Tübingen.

"Einige Impfstoffhersteller haben noch im Jahr 2020 eine mögliche erste Auslieferung von Impfstoffdosen an die EU-Mitgliedstaaten in Aussicht gestellt", heißt es. Zu Beginn werde es vermutlich limitierte Mengen geben, für vorrangige Personengruppen wie Risikogruppen und medizinisches oder Pflegepersonal. "Sobald ausreichende Impfstoffmengen zur Verfügung stehen, wird angestrebt, die Impfaktivitäten in das Regelsystem übergehen zu lassen."

Update, 9. November, 5.07 Uhr: Bundesarbeitsagentur: Sorgen um Ausbildung im nächsten Jahr

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, hat an die Unternehmen appelliert, bei der Ausbildung nicht nachzulassen. "Nach der Pandemie ist der Fachkräftemangel genauso wieder da wie vorher - und kann sich zu einer immer schlimmeren Wachstumsbremse entwickeln", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Mein Appell an große und kleine Unternehmen ist: Bilden sie bitte aus!"

In diesem Jahr erwarte die Bundesagentur noch keinen "Corona-Jahrgang" bei den Auszubildenden-Zahlen. Die Vermittlung in Ausbildung verzögere sich zwar, aber sie funktioniere, erklärte Scheele. "Für das kommende Jahr machen wir uns, ehrlich gesagt, größere Sorgen." Denn: "Die Betriebe melden zurückhaltender Ausbildungsstellen und Praktika." Zudem hänge die Berufsorientierung an den Schulen davon ab, dass die Schulen die Berater in der Pandemie einließen.

Detlef Scheele ist der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA).
Detlef Scheele ist der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA).  © Daniel Karmann/dpa

Update, 9. November, 5 Uhr: Thüringer Ministerium prüft Einführung von Schnelltests für Lehrer

Das Thüringer Bildungsministerium prüft den Einsatz von Schnelltests für die Beschäftigten an Schulen und Kindergärten. Man lote derzeit zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung aus, ob künftig Schnelltests eingesetzt werden können, um Lehrer und Erzieher auf eine Corona-Infektion zu testen, sagte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Auch eine Ausweitung der Testkapazitäten sei im Gespräch. Beschäftigte an Schulen und Kindergärten können sich in Thüringen kostenlos testen lassen - auch ohne Erkältungssymptome. Bis zum Ende der Herbstferien wurden in diesen Berufsgruppen 4511 Tests durchgeführt und vom Land bezahlt, wie aus Daten des Thüringer Bildungsministeriums hervorgeht.

Update, 9. November, 4.56 Uhr: Bus und Bahn trotz Pandemie: Verkehrsunternehmen werben für ÖPNV

Trotz steigender Infektionszahlen werben Verkehrsunternehmen in Hessen für die Nutzung von Bus und Bahn. "Wir wollen nicht dazu motivieren, kreuz und quer durch die Gegend zu fahren. Aber wenn man unterwegs sein muss, dann kann man Bus und Bahn nutzen, weil das Infektionsrisiko sehr gering ist", sagte Thorsten Ebert, Landesvorsitzender des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und Vorstand der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG).

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist ein Verlierer der Corona-Krise. Mit dem ersten Shutdown im Frühjahr stürzten die Fahrgastzahlen des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) um 80 Prozent ab. Laut Ebert kamen zwar hessenweit Fahrgäste zurück. Doch der Teil-Lockdown versetzt dem ÖPNV den nächsten - wenn auch nicht so harten - Schlag. "Aktuell ist der Einbruch nicht so massiv. Ich gehe nicht davon aus, dass wir wieder bei den Fahrgastzahlen auf unter 50 Prozent fallen", erklärte der VDV-Vorstand.

Eigentlich wollten das Land Hessen, Verkehrsunternehmen und Kommunen Ende Oktober dem unter der Pandemie leidenden öffentlichen Personennahverkehr auf die Sprünge helfen. Ein gemeinsamer Auftritt zur bundesweiten Kampagne #BesserWeiter war in Kassel geplant. Doch dann kam der Teil-Lockdown, der Termin wurde abgesagt. Das habe aber rein organisatorische Gründe gehabt, sagte Ebert. Die Botschaft, die damals vermittelt werden sollte, habe sich nicht verändert.

Bus und Bahn sind Verlierer der Corona-Pandemie.
Bus und Bahn sind Verlierer der Corona-Pandemie.  © Boris Roessler/dpa

Update, 9. November, 4.44 Uhr: China sieht deutsche Schweinshaxe als Grund für neuen Corona-Fall

China hat eine aus Deutschland importierte Schweinshaxe als Auslöser für einen neuen Corona-Fall ausgemacht. Wie staatliche Medien berichteten, habe sich in der ostchinesischen Stadt Tianjin ein Arbeiter in einem Kühlhaus infiziert. Tests hätten danach ergeben, dass Virus-Spuren an der Verpackung einer gefrorenen Schweinshaxe entdeckt worden seien, die zunächst aus Bremen nach Tianjin importiert und von dort weiter in die Stadt Dezhou gesendet worden sei.

Acht Menschen, mit denen der Arbeiter zuvor engen Kontakte hatte, wurden laut der staatlichen Zeitung "Global Times" vorsorglich unter Quarantäne gestellt. Tianjin sei zudem in den "Kriegsmodus" übergegangen, womit in der Regel gemeint ist, dass strenge Kontrollen greifen.

Seit Monaten gibt es in China der Regierung zufolge kaum noch neue Infektionen, so dass sich das Leben und die Wirtschaftstätigkeit wieder normalisieren. Zwar gelten große Teile des Landes als "corona-frei", allerdings kommt es immer wieder zu kleineren lokalen Ausbrüchen, die mit strengen Maßnahmen wie Lockdowns und Massentests bekämpft werden. China hat schon mehrfach gefrorene Lebensmittel oder deren Verpackungen, die aus dem Ausland importiert wurden, für Infektionen verantwortlich gemacht. 

Update, 9. November, 4.30 Uhr: Gedenken an Pogromnacht in Hannover fällt coronabedingt aus

Das traditionelle Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938 fällt in Hannover wegen der Corona-Pandemie aus. Die Landeshauptstadt hat die Veranstaltung, die für diesen Montag geplant war, abgesagt.

Der Gedenkort an der zerstörten Neuen Synagoge an der Roten Reihe wird aber von 10 bis 18 Uhr geöffnet und für ein individuelles Gedenken unter Wahrung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln zugänglich sein, teilte eine Sprecherin der Stadt mit.

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay bittet um Verständnis für diese Entscheidung, die in Absprache mit den jüdischen Gemeinden getroffen wurde. In Gedenken an die Opfer findet eine kurze und nichtöffentliche Kranzniederlegung im kleinen Kreise statt.

Am 9. November 1938 waren im Deutschen Reich die Synagogen angesteckt, Friedhöfe geschändet und Geschäftsleute, die als jüdisch galten, verhaftet und verschleppt worden.

Belit Onay ist Hannovers Oberbürgermeister.
Belit Onay ist Hannovers Oberbürgermeister.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 9. November, 4.15 Uhr: Psychologin rät im Teil-Lockdown zur Selbstfürsorge

Um in den nächsten Wochen gut durch den Teil-Lockdown zu kommen, rät eine Psychologin zur realistischen Betrachtung der Situation. "Natürlich ist es sehr herausfordernd, dass es vielleicht noch Wochen und Monate so weitergeht. Aber es ist langfristig einfacher, sich darauf einzustellen, als sich von einem Wunschdenken leiten zu lassen und enttäuscht zu werden", sagte Jana Volkert vom Institut für Psychologie der Universität Kassel.

Besonders wichtig sei jetzt auch die Selbstfürsorge: "Alles, was einem gut tut, gilt es jetzt voranstellen. Jeder sollte jetzt besonders auf sich selbst achten und natürlich auf seine Nächsten, die einem wichtig sind." Die Expertin betont aber auch, dass sich Menschen professionelle Hilfe suchen sollten, wenn sie das Gefühl hätten, in der aktuellen Situation überfordert zu sein.

Verglichen mit dem ersten Lockdown im Frühjahr gibt es nach Ansicht von Volkert sowohl Vor- als auch Nachteile. Damals habe eine deutlich größere Verunsicherung geherrscht, "das war eine extreme Situation, wo eine große Anpassungsleistung von Nöten war". Inzwischen seien die Menschen pandemieerfahrener und hätten sich an Masken, Abstand oder Home Office gewöhnt.

Auf der anderen Seite dauere die Corona-Krise nun schon lange an, erklärt die Psychologin. "Dadurch besteht die Gefahr, dass Sorgen und Ängste chronisch werden können." Und mit Blick auf die dunkle und kalte Jahreszeit könnten saisonale Depressionen verstärkt werden.

Volkert sieht in dem Lockdown aber durchaus auch positive Aspekte: "Eine solche Zeit kann zu mehr Ruhe, Entspannung und Entschleunigung führen. Und es kann auch eine Art Besinnung auf die wesentlichen Dinge stattfinden."

Update, 9. November, 3.58 Uhr: Rotes Kreuz: Erste Hilfe kann auch während Corona geleistet werden

Rettungsdienste in Hessen haben dazu aufgerufen, auch während der Corona-Pandemie Erste Hilfe zu leisten. "In einer sehr großen Zahl der Fälle ist Hilfe ohne Infektionsrisiko möglich", sagte Günter Ohlig vom hessischen DRK-Landesverband.

"Bei kleineren Verletzungen bedarf es nicht unbedingt Körperkontakt." Generell sei darauf zu achten, dass alle Beteiligten eine Maske trügen. Atemspenden könnten mit einem dünnem durchlässigen Tuch oder einem Stofftaschentuch durchgeführt werden.

Ansonsten gelte es schnell professionelle Hilfe zu rufen. "Der Gesetzgeber verlangt von niemanden, dass er sich in unmittelbare Gefahr begibt, um anderen zu helfen." Ist die Hilfsbereitschaft von Laien aus Angst vor einer Corona-Infektion möglicherweise zurückgegangen? Das sei denkbar, aber solche Fälle seien dem Verband nicht bekannt, sagte Ohlig. Auch Michael Rößler vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hat nichts dergleichen beobachtet.

Update, 9. November, 3.45 Uhr: Neue Quarantäneverordnung für Einreise nach Bayern in Kraft

Von diesem Montag an gelten bei der Einreise aus ausländischen Corona-Risikogebieten nach Bayern verschärfte Quarantänevorschriften. Quarantänepflicht gilt dann im Grundsatz für alle bayerischen Rückkehrer, die sich länger als 24 Stunden in Tirol oder einem anderen Risikogebiet aufgehalten haben, ebenso für alle Ausländer, die länger als 24 Stunden in Deutschland bleiben. Bisher war die Schonfrist doppelt so lang.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte betont, dass Fahrten zum Einkaufen oder Arztbesuche weiter möglich sein sollen. "Gleichwohl ruft das bayerische Gesundheitsministerium dazu auf, auf unnötige Reisen zu verzichten und Kontakte wo immer möglich zu beschränken."

Wie im gesamten Bundesgebiet wird allerdings die Quarantänepflicht bei der Einreise aus einem Risikogebiet im Ausland verkürzt: Sie wird von 14 auf 10 Tage reduziert. Reisende können frühestens nach fünf Tagen in Isolation die Quarantäne vorzeitig mit einem negativen Testergebnis beenden. Der Test darf frühestens fünf Tage nach der Einreise nach Deutschland vorgenommen worden sein.

Der Bund hat als Grundlage den 16 Bundesländern eine sogenannte Musterverordnung vorgelegt. Rechtlich umgesetzt werden muss das aber von den jeweiligen Landesregierungen. "Im Wesentlichen hat die bayerische Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) die Vorgaben der Musterverordnung umgesetzt", sagte Huml. "Allerdings gibt es in Bayern weiterhin eine regelmäßige Testpflicht für Grenzgänger."

Wer aus dem Ausland nach Bayern reist, den erwarten neuerdings verschärfte Quarantäneregeln.
Wer aus dem Ausland nach Bayern reist, den erwarten neuerdings verschärfte Quarantäneregeln.  © Stefan Puchner/dpa

Update, 9. November, 2.37 Uhr: Gerichte müssen in Corona-Pandemie teils externe Räume mieten

Wegen der Corona-Pandemie und Abstandsregeln sind Hessens Gerichte in diesem Jahr für Sitzungen immer wieder auf externe Räume ausgewichen. 

Bis Anfang September seien insgesamt 257 Verfahren in extern angemieteten Räumen durchgeführt worden, teilte das Justizministerium in Wiesbaden auf eine Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Rainer Rahn mit. Welche Kosten den Gerichten dadurch insgesamt entstehen, sei derzeit noch nicht bezifferbar.

Am Landgericht Limburg sei beispielsweise für mehrere Strafverfahren ein Miet-Zelt aufgebaut worden. Außerdem könnten unentgeltlich Räume im Bürgerhaus genutzt werden, erläuterte das Ministerium. Das Landgericht Darmstadt habe bis Ende dieses Jahres einen externen Saal für 13 Sitzungstage gebucht, im nahe gelegenen Dieburg sei für zwei Zwangsversteigerungen die Stadthalle angemietet worden.

Update, 9. November, 1.41 Uhr: Spahn warnt: Bis zu 40 Prozent der Bevölkerung sind Risikogruppe

Bis zu 40 Prozent der Menschen in Deutschland zählen in der Corona-Krise nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Risikogruppe. "Bei uns sind 23 Millionen Deutsche über 60", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im Politik-Talk "Die richtigen Fragen" auf "Bild live".

"Wir sind ein Wohlstandsland mit Zivilisationskrankheiten: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewichtigkeit. Alles Risikofaktoren für dieses Virus, wie für viele Infektionskrankheiten übrigens auch." Spahn warnte: "Wenn Sie nach der Definition gehen, sind 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung Risikogruppe." Die Bundesrepublik sei nach Japan das zweitälteste Land der Welt.

Mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen sagte Spahn: "Wenn von 20.000 Neuinfizierten an einem Tag etwa zwei Prozent in die Intensivmedizin müssen, dann sind das 400 am Tag. Wenn die intensivmedizinische Behandlung und Begleitung 15 Tage im Schnitte dauert - sind das 6000."

Diese Zahl werde Deutschland noch "im November noch erreichen, das ist im Grunde schon absehbar". Für das Gesundheitswesen sei diese Belastung nur "unter ziemlicher Anspannung" zu bewältigen. "Wenn die Intensivmedizin mal zu voll ist, überfüllt ist, überlastet ist, dann ist es zu spät", sagte Spahn bei "Bild live".

Jens Spahn (CDU) ist der deutsche Bundesgesundheitsminister.
Jens Spahn (CDU) ist der deutsche Bundesgesundheitsminister.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 9. November, 1.05 Uhr: Eislaufbahn am Rockefeller Center in Pandemie kürzer geöffnet

Die weltberühmte Schlittschuhbahn am Rockefeller Center in New York soll trotz der Coronavirus-Pandemie geöffnet werden - allerdings deutlich kürzer als sonst. Die Eislaufbahn solle diesmal nur vom 21. November bis zum 17. Januar für Besucher geöffnet sein, berichtete die "New York Times" am Sonntag. Bislang war die Attraktion meist von Mitte Oktober bis Ende April zugänglich gewesen.

Die kürzeren Öffnungszeiten sind allerdings nur teilweise mit der Pandemie begründet: Der spätere Start liegt daran, dass das Gelände am Rockefeller Center noch von Restaurants genutzt wird, die dort unter freiem Himmel Essen und Trinken ausschenken. Das frühere Ende hängt auch mit geplanten Renovierungsarbeiten zusammen. Die Eislaufbahn wurde erstmals zu Weihnachten 1936 aufgebaut. Leicht zu erkennen ist sie an der goldfarbenen Statue des Prometheus aus der griechischen Mythologie sowie den vielen US-Flaggen.

Auch den traditionellen Weihnachtsbaum am Rockefeller Center in Manhattan soll es in diesem Jahr geben, teilten die Betreiber der Anlage mit. Wann die Lichter dort genau angehen sollen und wie die Veranstaltung, zu der normalerweise Tausende Menschen kommen, ablaufen soll, war noch nicht klar.

Die Eislaufbahn vor dem New Yorker Rockefeller Center darf auch zu Corona-Zeiten genutzt werden, aber nicht so lang wie gewöhnlich.
Die Eislaufbahn vor dem New Yorker Rockefeller Center darf auch zu Corona-Zeiten genutzt werden, aber nicht so lang wie gewöhnlich.  © Benno Schwinghammer/dpa

Update, 8. November, 21 Uhr: Spahn: Corona-Tests nur bei Symptomen und für Risikogruppen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die neue Corona-Strategie mit stärker fokussierten Testungen verteidigt. "In einer Phase wie jetzt, müssen zuerst mal die getestet werden, die Symptome haben, müssen die getestet werden, die zur Risikogruppe gehören oder etwa die im Pflege- und Gesundheitswesen arbeiten. Und jemand, der keine Symptome hat und ansonsten Kontaktperson ist, da muss auch nicht getestet werden", erklärte er am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Sobald aber jemand Symptome aufweise, gehe es natürlich darum, sich beim Arzt zu melden.

Spahn wies darauf hin, dass dies auch für Nutzer der Corona-Warn-App gilt, die eine rote Risikowarnung erhalten, weil sie intensiveren Kontakt zu einem Infizierten hatten. Zwar sei seit Oktober klar geregelt, dass in diesem Fall nicht nur der Gesundheitsdienst und das Gesundheitsamt, sondern auch die niedergelassenen Ärzte testen könnten. Das gehe aber immer nur im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten. Im Moment seien diese so stark ausgelastet, dass man sagen müsse, wer keine Symptome habe, solle zu Hause bleiben in Quarantäne.

Update, 8. November, 20.30 Uhr: Zahl der weltweiten Corona-Infektionen übersteigt 50 Millionen

Weltweit gibt es nach Angaben der Universität Johns Hopkins inzwischen mehr als 50 Millionen bestätigte Coronavirus-Infektionen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus liegt seit Beginn der Pandemie bei 1,25 Millionen, wie am Sonntag aus Daten der Universität in Baltimore in den USA hervorging.

Allein am Samstag war die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen demnach um gut eine halbe Million angestiegen. Die Pandemie breitet sich, wohl auch infolge des kühleren Wetters, zuletzt vor allem in Ländern der Nordhalbkugel stark aus, darunter in Europa und Nordamerika. In den USA wurden für Samstag knapp 130.000 Neuinfektionen gemeldet.

Die meisten bestätigten Infektionen gibt es mit 9,9 Millionen in den USA. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern gibt es mit mehr als 237.000 Toten auch die höchste Zahl der Todesopfer. Auf Platz zwei und drei hinsichtlich der meisten bestätigten Infektionen folgten Indien (8,5 Millionen) und Brasilien (5,6 Millionen). Die beiden bevölkerungsreichen Länder haben auch nach den USA die meisten Toten zu beklagen - 162.000 in Brasilien und 126.000 in Indien.

China, Peking: Passanten tragen Nasen-Mund-Bedeckungen während sie in einem Einkaufs- und Bürogebäude auf einer Rolltreppe fahren.
China, Peking: Passanten tragen Nasen-Mund-Bedeckungen während sie in einem Einkaufs- und Bürogebäude auf einer Rolltreppe fahren.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Update, 8. November, 20 Uhr: Südtirol weitet Maßnahmen im Kampf gegen Corona-Krise aus

Die italienische Provinz Südtirol weitet im Kampf gegen die Pandemie die Anti-Corona-Maßnahmen aus. Landeshauptmann Arno Kompatscher kündigte am Sonntag an, dass künftig die Menschen unter anderem ihre Wohnorte nur aus triftigem Grund verlassen dürfen, zudem sollen alle Schulen geschlossen werden. Diese und weitere Regeln gelten derzeit nur für einen Teil der Südtiroler Gemeinden. Wann die Ausweitung in Kraft tritt, war zunächst nicht klar.

Kompatscher sagte der italienischen Nachrichtenagentur Ansa, dass es die sich verschlechternde Corona-Lage in Südtirol nötig mache, die Provinz zu einer sogenannten roten Zone zu erklären. "An diesem Punkt macht es keinen Sinn, zwei verschiedene (Beschränkungs-)Regime zu haben", sagte Kompatscher.

Update, 8. November, 18.20 Uhr: Frankreichs Minister macht keine Prognose für Weihnachten

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran gibt sich mit Blick auf das Weihnachtsfest in der Corona-Krise zurückhaltend. Er wolle keine Prognose stellen, wie die Lage bis dahin aussehe, sagte er dem Sender France Inter am Sonntag. Er hoffe inständig, dass die strengen Ausgangsbeschränkungen dann gelockert worden seien. Es sei aber noch zu früh, dies jetzt zu sagen. "Alles zu seiner Zeit", sagte Véran. So oder so werde Weihnachten dieses Jahr "etwas speziell" sein.

Seit gut einer Woche gelten in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern strenge Beschränkungen - die Menschen dürfen nur mit triftigem Grund vor die Tür. Es gebe Hinweise, dass die eingeleiteten Maßnahmen langsam Wirkung zeigten, erklärte Véran. Aber auch hier müsse man weiter abwarten, bevor die Lage bewertet werden könne. Ende kommender Woche sei eine erste Bestandsaufnahme möglich, sagte der Minister. Die Corona-Situation in Frankreich ist ernst, das Land gehört zu den am schwersten getroffenen Staaten in Europa.

Olivier Veran (l), Gesundheitsminister von Frankreich, und Jean Castex, Premierminister von Frankreich.
Olivier Veran (l), Gesundheitsminister von Frankreich, und Jean Castex, Premierminister von Frankreich.  © Michel Euler/AP/dpa

Update, 8. November, 16.50 Uhr: Corona-Fall im sächsischen Kabinett - Schnelltests für Mitglieder

Sachsens Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Sonntag in Dresden bekannt. Für alle ausführlichen Infos >>> hier entlang.

Update, 8. November, 16.40 Uhr: Karnevalsverein verteilt "Sessions-Starter-Sets" für zu Hause

Sessionsauftakt einmal anders, coronabedingt: Unter dem Motto "Karneval neu denken" hat der Düsseldorfer Karnevalsverein Prinzengarde Blau-Weiss am Sonntag rund 500 Mitgliedern sogenannte Sessions-Starter-Sets an die Haustür gebracht. Ein Set besteht unter anderem aus dem neuen Sessionsorden, Luftschlangen, Luftballons, einer blau-weißen Schutzmaske und einem Viererpack Altbier, wie der Verein am Sonntag mitteilte.

Ziel sei es, den Mitgliedern mit den Accessoires einen stimmungsvollen 11.11. zu Hause im kleinen Kreis zu ermöglichen, erklärte Blau-Weiss-Präsident Lothar Hörning. 50 Prinzgardisten brachten die Sets zu den in Düsseldorf und Umgebung lebenden Mitgliedern. Unter ihnen war auch der neue Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU). Er erhielt als besondere Auszeichnung einen vom Bildhauer Gregor Schneider gestalteten Sessionsorden.

Anders als sonst wird in diesem Jahr das traditionelle Hoppeditz-Erwachen am 11.11. wegen der Corona-Einschränkungen fast ohne Publikum stattfinden.

Ein Motivwagen zum Coronavirus zieht beim Rosenmontagszug über die Strecke.
Ein Motivwagen zum Coronavirus zieht beim Rosenmontagszug über die Strecke.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 8. November, 16.33 Uhr: USA mit Corona-Rekord bei Bidens Wahlsieg - über 126.000 neue Fälle

Die USA haben am Tag des Wahlsiegs von Joe Biden einen Rekordwert an täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Samstag (Ortszeit) wurden 126.742 Neuansteckungen registriert, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgeht. Der Wert lag damit am dritten Tag in Folge bei mehr als 120.000. Zusätzlich wurden am Samstag laut der Zahlen 1040 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus registriert.

In den USA mit ihren 330 Millionen Einwohnern sind seit Beginn der Pandemie mehr als 9,8 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Mehr als 237.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Update, 8. November, 14.33 Uhr: Zwischenfälle bei Corona-Massentests in der Slowakei

In der Slowakei haben am Wochenende neuerlich Millionen Menschen an Corona-Massentests teilgenommen. Allein am Samstag seien 1,3 Millionen Menschen getestet worden, sagte Regierungschef Igor Matovic am Sonntag vor Journalisten.

Der Anteil an positiv Getesteten sei dabei mit 0,63 Prozent deutlich geringer ausgefallen als noch vor einer Woche. Dies belege den Erfolg der von der Regierung verfügten Einschränkungen, erklärte der Gründer und Chef der populistisch-konservativen Bewegung Gewöhnliche Leute OLaNO.

Nach Medienberichten gab es nur wenige kleinere Störungen der Massentests. In der nordslowakischen Bezirksstadt Tvrdosin konnte die Teststation am Sonntag wegen eines Einbruchs nicht geöffnet werden. Wie Verteidigungsminister Jaroslav Nad mitteilte, hatten Unbekannte in der Nacht 750 Test-Sets, 20 Schutzanzüge und anderes medizinisches Material gestohlen, aber keine Testergebnisse.

In der südslowakischen Stadt Rimavska Sobota nahm die Polizei einen Arzt fest, der die Tests mit nahezu zwei Promille Alkohol im Blut durchführte. Die von dem betrunkenen Mediziner Getesteten wurden zu einer Test-Wiederholung aufgerufen. In der ostslowakischen Regionalhauptstadt Presov starb ein 68 Jahre alter Mann beim Schlangestehen vor der Teststation an einem Herzinfarkt.

Innerhalb von zwei Tagen sollten von Samstagfrüh bis Sonntagabend (20 Uhr) zum zweiten Mal alle über zehn Jahre alten Bewohner von rund zwei Dritteln des Landes einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. Ausgenommen waren jene Bezirke, die in einer ersten Runde am vorigen Wochenende besonders wenige Infektionen aufwiesen.

Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesen nimmt bei einer Frau einen Abstrich im Rahmen eines Corona-Massentests, während weitere Mitarbeiter Daten erfassen und Tests durchführen.
Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesen nimmt bei einer Frau einen Abstrich im Rahmen eines Corona-Massentests, während weitere Mitarbeiter Daten erfassen und Tests durchführen.  © Radovan Stoklasa/TASR/dpa

Update, 8. November, 13.23 Uhr: Corona-Höchstwert im Iran: 459 Tote binnen eines Tages

Die Zahl der Corona-Toten im Iran hat mit 459 Fällen innerhalb eines einzigen Tages einen Höchstwert erreicht. 

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag gab es im gleichen Zeitraum mehr als 9200 Neuinfektionen. Damit liege die Gesamtzahl der Corona-Toten aktuell bei 38.291 und die Zahl der Infizierten bei mehr als 682.000, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen.

Die tatsächlichen Fallzahlen im Iran könnten jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie amtlich angegeben. Fachleute verweisen darauf, dass es im Iran, der etwa so viele Einwohner wie Deutschland hat, noch zu wenige Testmöglichkeiten gebe. Derzeit werden täglich 25 000 Tests durchgeführt. Die Testkapazität pro Tag soll auf 40.000 erhöht werden. Experten sind allerdings der Meinung, dass mindestens 200.000 Tests am Tag erforderlich wären, um bei einer Bevölkerung von mehr als 82 Millionen an genaue Fallzahlen zu kommen.

Update, 8. November, 13.11 Uhr: Höchststand bei Corona-Kranken auf Intensivstation fast erreicht

Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen hat in Deutschland fast wieder den Höchstwert vom Frühjahr erreicht. 

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) meldete am Sonntag, dass 2904 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden. Davon werden 1605 (55 Prozent) invasiv beatmet. Der bisherige Höchststand war laut DIVI am 18. April mit 2933 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen erreicht worden.

Tatsächlich sei die Lage in den Kliniken derzeit sogar schlimmer als im Frühjahr, sagte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe wesentlich mehr infizierte Patienten auf den anderen Stationen - von denen ein Teil noch auf den Intensivstationen landen werde. Die gesamte Infektionslage sei nicht mit der im April vergleichbar.

Anders als bei der Spitze am 18. April werde diesmal kein Abflauen folgen, der Anstieg werde sich vielmehr vorerst fortsetzen, sagte Janssens. Der Grund sei, dass sich die jeweilige Zahl an Neuinfektionen erst verzögert in schweren Verläufen und schließlich in der Belegung der Intensiv-Stationen niederschlägt. "In vier Wochen werden wir die Folgen der Spitzenwerte jetzt sehen." Einige Zentren seien bereits am Anschlag, es müssten vereinzelt bereits Covid-19-Patienten in andere Kliniken gebracht werden.

Update, 8. November, 12.57 Uhr: Darmstädter Kapitän Holland mit positivem Corona-Test

Der Darmstädter Mannschaftskapitän Fabian Holland ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Dies gab der hessische Fußball-Zweitligist am Sonntag (13.30 Uhr) kurz vor dem Spiel gegen den SC Paderborn bekannt. Da alle weiteren Ergebnisse der Testreihe negativ ausgefallen seien, könne die Partie stattfinden, hieß es in einer Mitteilung.

Darmstadt 98 befinde in einem ständigen und engen Austausch mit den zuständigen Behörden. Auch die Deutsche Fußball Liga sei umgehend informiert worden. Der positive Befund für Holland sei im Rahmen der regelmäßigen Corona-Testungen festgestellt worden. 

"Er wurde umgehend isoliert und hat sich mit sofortiger Wirkung in eine häusliche Quarantäne begeben", teilte der Club mit.

Fabian Holland (30) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.
Fabian Holland (30) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.  © Friso Gentsch/dpa

Update, 8. November, 11.49 Uhr: Bedford-Strohm ruft zu Geduld und Solidarität in der Corona-Krise auf

Nach Überzeugung des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sind in der Corona-Krise Geduld und Solidarität unverzichtbar. 

"Zwar haben wir in den ersten Monaten der Pandemie dem Virus gemeinsam und entschlossen getrotzt", sagte der Münchner Bischof am Sonntag zu Beginn der ersten digitalen EDK-Synode. Doch mache sich jetzt zunehmende Erschöpfung breit.

"Wir sind in diesen Tagen eine verwundete Gesellschaft", sagte Bedford-Strohm. Sie sehne sich nach Heilung. Der christliche Glaube sei dafür von unschätzbarer Bedeutung. "Unser Land braucht beides: zum einen die Resilienz, um mit Dingen umzugehen, die nur bedingt zu ändern sind, sowie die Geduld, das auch über längere Zeit durchzuhalten", so der EKD-Ratsvorsitzende.

Nötig sei zum anderen die soziale Energie, die solche Widerstandskraft nicht auf den Raum des persönlichen Durchhaltens beschränke, sondern daraus die Kraft gewinne, einander beizustehen und Solidarität zu üben. Und das besonders mit den Schwachen und Verletzlichen.

Update, 8. November, 11.46 Uhr: Dänemark bekämpft Corona-Varianten - Briten erlassen Einreiseverbot

In Dänemark sind nach dem Auftreten von Nerz-Corona-Varianten bereits 1,9 Millionen der etwa 15 Millionen Nerze in Zuchtanlagen getötet worden. Das teilte Dänemarks Polizei am Sonntag mit. Um die Ausbreitung der mutierten Erreger in der Bevölkerung einzudämmen, schlossen von Samstag an zudem in sieben norddänischen Kommunen mit insgesamt 280 000 Einwohnern alle Lokale.

Großbritannien reagierte auf den Nachweis mutierter, von Nerzen auf den Menschen übertragener Covid-19-Erreger mit Einreiseverboten. Sie gelten für alle Dänen, die keinen ständigen Wohnsitz im Vereinigten Königreich haben. Auch Einreisen von Ausländern über Dänemark sind seit Samstag untersagt, wie Verkehrsminister Grant Shapps mitteilte. Wer britischer Staatsbürger ist und aus Dänemark kommt, darf zwar ins Land, muss aber für zwei Wochen in Selbstisolation.

Aufgrund des Auftretens von Nerz-Corona-Varianten, erlassen Briten nun ein Einreiseverbot.
Aufgrund des Auftretens von Nerz-Corona-Varianten, erlassen Briten nun ein Einreiseverbot.  © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Update, 8. November, 11.09 Uhr: Steinmeier dankt Kirchen für ihr Engagement in der Corona-Krise

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Kirchen für ihr Engagement in der Corona-Krise gedankt. 

"Wir brauchen die Stimme der Kirche gerade jetzt und auch in Zukunft. Wir brauchen die Kirche als Kraft, die Orientierung und Halt gibt, die Zusammenhalt fördert", sagte er in einem Videobeitrag zur Eröffnung der Synodentagung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die am Sonntag begonnen hat.

Die Kirchen treffe die Corona-Krise besonders hart, denn gerade sie lebten von einer besonderen menschlichen Nähe und von Begegnung, sagte Steinmeier. "Sie haben sich, und dafür möchte ich Ihnen ebenfalls danken, in der Pandemie umsichtig und verantwortungsvoll gezeigt. Und Sie sind ganz neue, kreative, oft digitale Wege gegangen, um Trost und Zuversicht zu vermitteln", sagte der Bundespräsident. Vieles davon werde bleiben. "Aber die gemeinschaftliche Erfahrung eines Gottesdienstes können gestreamte Veranstaltungen nicht ersetzen."

Update, 8. November, 10.30 Uhr: Weitere Corona-Lockerungen in Israel - Straßengeschäfte geöffnet

Israel hat die Corona-Beschränkungen in dem Land weiter gelockert. Straßengeschäfte durften am Sonntag wieder geöffnet werden - zum ersten Mal seit der Verhängung eines zweiten Lockdowns Mitte September. 

In diesen kleinen Läden, die von der Straße aus zugänglich sind, dürfen sich nach einer Entscheidung des sogenannten Corona-Kabinetts allerdings nicht mehr als vier Kunden gleichzeitig aufhalten. Geschäfte in Einkaufszentren müssen weiter geschlossen bleiben.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich in Israel mit seinen rund neun Millionen Einwohnern nach offiziellen Angaben mindestens 319.022 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. 2664 Menschen starben bisher in Verbindung mit einer Corona-Infektion.

Update, 8. November, 10.25 Uhr: Virologe Drosten: Ausgemachter Unsinn muss beim Namen genannt werden

Der Virologe Christian Drosten hat den Wert unabhängiger Wissenschaft gegen teils harsche Kritik in sozialen Medien verteidigt und auf die Logik des wissenschaftlichen Erkenntnisgewinns verwiesen.

Mehr Informationen gibt es für Euch im aktuellen TAG24 Artikel zu Christian Drosten.

Christian Drosten (48), Direktor des Instituts für Virologie an der Charite, Universitätsmedizin Berlin.
Christian Drosten (48), Direktor des Instituts für Virologie an der Charite, Universitätsmedizin Berlin.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Update, 8. November, 10.09 Uhr: Senkung der Mehrwertsteuer wird nicht verlängert

Die wegen der Corona-Krise beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent wird nach Worten von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) nicht verlängert. 

Es werde bei den vereinbarten sechs Monaten bleiben, sagte Scholz am Sonntag zum Tag der Offenen Tür der Bundesregierung, die in diesem Jahr im Internet stattfindet. 

"Das endet mit diesem Jahr. Weil wir gesagt haben, wir wollen alle davon abhalten, dass sie auf bessere Zeiten warten, sondern dass einige schon voranschreiten und Geld ausgeben", so Scholz. "Und das hat sogar geklappt, wie wir an den Zahlen sehen." 

Die Minister und Kanzlerin Angela Merkel antworten in diesem Jahr in Videos auf Bürgerfragen.

Update, 8. November, 9.29 Uhr: Pfleger und Ärzte zuerst gegen Coronavirus impfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will einen dringend erwarteten Impfstoff gegen Corona zuerst für den Schutz des Gesundheitssystems selbst einsetzen. 

"Die Frage, wer wird zuerst geimpft, die wird diskutiert mit der Ständigen Impfkommission, mit der Wissenschaftsakademie Leopoldina und mit der Ethikkommission", sagte Merkel am Sonntag zum Tag der offenen Tür in einem Video, in dem sie auf Bürgerfragen antwortete. "Aber ich glaube, ich kann schon so viel verraten, dass ich sage, ganz vorn dran sind natürlich Pflegekräfte, Ärzte und auch Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören. Das sind dann allerdings schon recht viele in unserem Land."

Die Bundesregierung hofft, dass die ersten Impfstoffe recht bald zugelassen werden. "Dann wird natürlich noch nicht genug Impfstoff zur Verfügung sein", sagte die Kanzlerin und betonte: "Niemand wird gezwungen werden, sich impfen zu lassen, sondern es ist eine freiwillige Entscheidung."

Die Vorbereitungen für eine Impfkampagne liefen. Die Bundesländer planten eigene Impfzentren. Sehen müsse man erst noch, wieviel Impfstoff zur Verfügung stehen werde und wie lange dieser Impfstoff immunisiere. Zentrale Aufgabe sei es, die Bevölkerung insgesamt immun gegen das Virus zu machen. 

Wenn 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung immun seien - durch Impfung oder eine durchgestandene Krankheit - sei das Virus "mehr oder weniger besiegt", so Merkel. "Dann können wir auch alle Einschränkungen aufheben", sagte sie.

Update, 8. November, 9.02 Uhr: Wacken-Open-Air für 2021 bereits ausverkauft! Veranstalten hoffen auf Restart

Wegen der Corona-Krise musste das Heavy-Metal-Spektakel in Wacken in Schleswig-Holstein dieses Jahr zum ersten Mal in 30 Jahren ausfallen. Sollte die Pandemie auch noch im Sommer 2021 ein Thema sein, sind die Veranstalter vorbereitet.

Mehr Informationen erhaltet Ihr im aktuellen TAG24 Artikel zur Veranstaltung.

Wegen der Corona-Pandemie fiel das weltbekannte Heavy-Metal-Festival erstmals in 30 Jahren aus.
Wegen der Corona-Pandemie fiel das weltbekannte Heavy-Metal-Festival erstmals in 30 Jahren aus.  © Daniel Reinhardt/dpa

Update, 8. November, 6.29 Uhr: 16.017 neue Corona-Neuinfektionen an einem Tag gemeldet

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag in Deutschland 16.017 neue Corona-Infektionen gemeldet. 

Das sind rund 7000 Fälle weniger als noch am Tag zuvor, an dem mit 23.399 neu gemeldeten Fällen innerhalb von 24 Stunden ein neuer Höchstwert erreicht worden war. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen jedoch meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. 

Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 14.177 gelegen. Seit Beginn der Pandemie hat das RKI insgesamt 658 505 Infektionen erfasst. (Stand: 8.11., 00.00 Uhr)

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus stieg um 63 auf insgesamt 11.289. Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,04 (Vortag: 0,99). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa zehn weitere Menschen ansteckten. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Update, 8. November, 5 Uhr: Laut einer Studie verändert die Corona-Krise Einkaufsgewohnheiten

Die Corona-Krise hat die Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher in Deutschland nachhaltig verändert. Die Menschen machen sich seltener als früher auf den Weg in die Supermärkte und zu Discountern, aber dafür fallen die Einkäufe meist größer aus. 

Da geht aus einer aktuellen Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Nielsen hervor, für die 20 000 Haushalte befragt wurden.

Das neue Einkaufsverhalten habe mit der Corona-Pandemie begonnen, es sei aber auch in den Monaten danach - in der "neuen Normalität" - beibehalten worden, betonte Nielsen-Handelsexperte Alexander Proske. Gerade Familien mit jungen Kindern seien häufig dazu übergegangen, am Wochenende ihren Bedarf möglichst auf einmal einzukaufen.

Vom veränderten Einkaufsverhalten profitieren Nielsen zufolge vor allem kleine Verbrauchermärkte und Supermarktketten wie Edeka oder Rewe. "Sie bieten eine große Auswahl an Produkten und sind leicht zu erreichen", sagte Proske. Dies seien "die neuen Schlüsselkriterien" für viele Verbraucher. Die Discounter hätten dagegen nicht von dem Trend zu Großeinkäufen profitieren können. Alles deute darauf hin, dass auch in der zweiten Corona-Welle der Trend zu Großeinkäufen anhalten werde, sagte Proske.

Shopping-Trips werden Nielsen zufolge nun häufiger geplant. Spontane Einkäufe seien seltener geworden - auch weil viele im Homeoffice arbeiteten und nicht mehr auf dem Heimweg kurz in einen Laden hineinspringen könnten. Wichtig sei für viele Konsumenten heute, keine Zeit zu verschwenden, keine Schlangen an den Kassen zu haben und ihre kompletten Einkäufe möglichst auf einen Rutsch zu erledigen.

Eher zu den Verlierern gehören in der Corona-Krise denn Marktforschern zufolge die Drogeriemärkte. Denn das Interesse an Produkten zur Körper- und Schönheitspflege hat seit Ausbruch der Corona-Krise deutlich nachgelassen. Ein Beispiel: Seit der Maskenpflicht haben Nielsen zufolge 58 Prozent der Lippenstift-Nutzerinnen ihre Gewohnheiten verändert: 32 Prozent tragen keinen Lippenstift mehr, 26 Prozent tragen ihn seltener.

Update, 8. November, 3.15 Uhr: Kampf gegen Pandemie: Biden will Corona-Expertenrat vorstellen

Der frisch gewählte US-Präsident Joe Biden will schon am Montag einen Expertenrat zur Eindämmung der Corona-Pandemie vorstellen. 

Er werde im Kampf gegen das Virus keine Mühe scheuen, sagte Biden am Samstagabend (Ortszeit) in seiner Siegesrede in Wilmington im Bundesstaat Delaware. Die "führenden Wissenschaftler und Experten" würden ihm helfen, einen "Aktionsplan" zu entwickeln, der schon ab dem Tag seiner Amtseinführung am 20. Januar umgesetzt werden könne, sagte Biden.

Der amtierende Präsident Donald Trump wird noch bis 20. Januar weiter regieren. Biden hatte jedoch schon vor der Wahl vom Dienstag erklärt, dass er sich im Falle eines Wahlsiegs umgehend mit Gouverneuren und Bürgermeistern kurzschließen würde, um den Kampf gegen die Pandemie voranzutreiben. Verschiedene US-Medien hatten bereits vor Bidens Rede über die geplante Vorstellung des Expertenrats berichtet.

Joe Biden (77), "Gewählter Präsident", steht nach einer Ansprache gestikulierend auf der Bühne.
Joe Biden (77), "Gewählter Präsident", steht nach einer Ansprache gestikulierend auf der Bühne.  © Andrew Harnik/AP/dpa

Update, 8. November, 1.45 Uhr: Bundeswehr will bei Lagerung eines möglichen Corona-Impfstoff helfen

Die Bundeswehr will bei der Lagerung eines möglichen Corona-Impfstoffs einem Bericht zufolge helfen. 

"Neben der bisherigen Amtshilfe durch unsere Soldatinnen und Soldaten mit ihren helfenden Händen können wir uns auch gut vorstellen, logistisch zu unterstützen, indem wir beispielsweise Impfstoff an dafür geeigneten Orten lagern", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums zur "Bild am Sonntag". "Die Lagerung der zu kühlenden Impfstoffe erfordert besondere Sorgfalt, das muss sauber geplant werden."

Nach Informationen der Zeitung soll der Impfstoff gegen das Coronavirus in mehreren Kasernen zwischengelagert und von dort an bundesweit 60 Impfzentren geliefert werden. Dazu sollen an den Standorten entsprechende Kühlcontainer angemietet werden. Das Verteidigungsministerium habe mitgeteilt, sich derzeit im Abstimmungsprozess mit dem Bundesministerium für Gesundheit zu befinden.

Am Freitag hatte sich die Gesundheitsministerkonferenz gemeinsam mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen zur Versorgung mit Impfstoffen verständigt. Der gemeinsame Beschluss sieht unter anderem vor, dass der Bund die Impfstoffe beschafft und finanziert und die Länder Impfzentren einrichten. Die Impfstoffe sollen den Angaben zufolge durch die Bundeswehr oder durch die Hersteller angeliefert werden. Die Impfdosen sollen dem Bevölkerungsanteil entsprechend an die Länder verteilt werden, die die Impfzentren in eigener Verantwortung errichten.

Update, 8. November, 1.05 Uhr: Kretschmann: Verschärfung der Corona-Auflagen möglich

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat eine weitere Verschärfung der Corona-Auflagen nicht ausgeschlossen. 

"Wenn die Intensivstationen volllaufen, ist es schon zu spät. Wir dürfen nicht warten, bis die Kapazitäten erschöpft sind", sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (online Sonntag/Print Montag). 

"Wenn droht, dass diese rote Linie überschritten wird, kommen wir um härtere Maßnahmen - unter Umständen sehr harte Maßnahmen - überhaupt nicht herum." Als Beispiel nannte Kretschmann eine weitere Minimierung der Kontakte. "Die Anzahl der Personen, mit denen man sich treffen kann, muss dann noch weiter reduziert werden", sagte er.

"Weihnachtsmärkte halte ich in diesem Winter leider für vollkommen ausgeschlossen", sagte der Grünen-Politiker weiter. Auf die Frage, ob das auch für Silvesterpartys gelte, entgegnete Kretschmann: "Ich fürchte, ja. Silvesterpartys kann man im Kreise der Familie machen, aber nicht groß, feucht und fröhlich mit vielen Freunden." 

Der Ministerpräsident wörtlich: "Mit so etwas warten wir bitte, bis wir einen Impfstoff haben und die Bevölkerung auch durchgeimpft ist."

Die Zahl der Neuinfektionen müsse letztlich wieder stabil unter 50 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen fallen, betonte der Ministerpräsident. Es hänge von jedem einzelnen ab, ob wir im Dezember "lockern können oder verschärfen müssen". Sollten Bund und Länder den Teil-Lockdown "verlängern oder weitere Bereiche schließen müssen, gehe ich davon aus, dass wir auch die Hilfen ausweiten", sagte der Grünen-Politiker weiter.

Winfried Kretschmann (72), Baden-Württembergs Ministerpräsident , schließt eine weitere Verschärfung der Corona-Auflagen nicht aus.
Winfried Kretschmann (72), Baden-Württembergs Ministerpräsident , schließt eine weitere Verschärfung der Corona-Auflagen nicht aus.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 8. November, 1.02 Uhr: Mehr als 40.000 Corona-Tote in Frankreich

In Frankreich sind mittlerweile mehr als 40.000 Menschen infolge der Coronavirus-Pandemie gestorben. Mindestens 40.169 Menschen seien seit Beginn der Epidemie in Frankreich ums Leben gekommen, teilten die französischen Gesundheitsbehörden am Samstagabend mit. In den vergangenen 24 Stunden seien in den Krankenhäusern mehr als 300 Corona-Tote gezählt worden.

Frankreichs Parlament stimmte endgültig der Verlängerung des Gesundheitsnotstands im Zuge der Coronakrise zu. Die Abgeordneten der Nationalversammlung votierten mehrheitlich für eine Verlängerung bis zum 16. Februar. Die Opposition will den Gesetzesentwurf allerdings dem Verfassungsrat zur Prüfung vorlegen. Der Gesundheitsnotstand schafft den gesetzlichen Rahmen, um Einschränkungen per Verordnung durchzusetzen.

Der Gesundheitsnotstand war Ende März für das ganze Land ausgerufen worden. Er wurde Anfang Mai bis zum 10. Juli verlängert und lief dann aus. Die Regierung verhängte ihn dann Mitte Oktober wegen der steigenden Corona-Neuinfektionen per Dekret erneut - für eine Verlängerung brauchte es aber die Zustimmung des Parlaments. An einer Verlängerung bis Mitte Februar hatte es massive Kritik gegeben, der Gesetzesentwurf war heftig umstritten. Die Opposition warnte vor einer Beschneidung der Grundrechte.

Für die Zahl der täglichen Neuinfektionen in dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern gab es hingegen anders als sonst üblich keine offiziellen Angaben - sie wurden nicht extra ausgewiesen. Die Differenz zwischen den am Samstag und Freitag gemeldeten Zahlen der Infektionen im Land seit Beginn der Epidemie betrug mehr als 86.000.

Allerdings hatte es in den vergangenen Tagen technische Probleme bei der Meldung von Neuinfektionen gegeben. Es blieb unklar, ob am Samstag auch Nachmeldungen aus den vergangenen Tagen in die Gesamtzahl der Infektionen im Land miteingerechnet wurden. Am Montag soll über die aktuellen Zahlen und entsprechende Korrekturen informiert werden.

Update, 7. November, 23 Uhr: Queen tritt erstmals mit Corona-Maske auf

Die britische Königin Elizabeth II. (94) ist erstmals mit Corona-Maske in der Öffentlichkeit aufgetreten. 

Sie besuchte das Grabmal des unbekannten Soldaten in der Westminster Abbey. Dort legte die Monarchin bereits am Mittwoch Blumen ab, wie eine Sprecherin des Buckingham-Palastes am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Passend zum Anlass war die Maske der Queen schwarz.

Bei einem Besuch in einem Rüstungstechnologiezentrum in der Nähe der südenglischen Stadt Salisbury hatte sie Mitte Oktober keinen Schutz getragen und dafür Kritik einstecken müssen. Die Abstandsregeln seien eingehalten worden, hieß es damals vom Palast. Andere Royals sind regelmäßig mit Masken zu sehen: Herzogin Kate (38) bevorzugt dabei zum Beispiel zarte Blumenmuster, Herzogin Camilla (73) variiert stärker und trägt auch schon mal einen Schutz mit Pfauen-Print.

Beim ersten Lockdown, bei dem wesentlich strengere Kontaktbeschränkungen galten, lebten die Queen und Prinz Philip monatelang zurückgezogen auf Schloss Windsor in der Nähe von London. Mit einer kleinen Schar von Höflingen schirmte sich das hochbetagte Paar hinter den dicken Schlossmauern ab und blieb gesund.

önigin Elisabeth II. (94) nimmt an einer Zeremonie zum Jahrestag der Beerdigung des Unbekannten Soldaten im Westminster Abbey teil und tragt einen Mund-Nasen-Schutz.
önigin Elisabeth II. (94) nimmt an einer Zeremonie zum Jahrestag der Beerdigung des Unbekannten Soldaten im Westminster Abbey teil und tragt einen Mund-Nasen-Schutz.  © Aaron Chown/PA Wire/dpa

Update, 7. November, 22.52 Uhr: Trumps Sprecherin sieht Freudenfeiern für Biden als Corona-Risiko

Kayleigh McEnany, die Sprecherin des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump (74), hat eine dicht gedrängte Siegesfeier von Anhängern Bidens als Corona-Infektionsrisiko bezeichnet. Auf ihrem privaten Account verbreitete sie bei Twitter ein Video der jubelnden Menschenmenge vor dem Weißen Haus in Washington und schrieb: "Wo ist Joe Biden und ruft dazu auf, die massiven Super-Spreader-Events, die in seinem Namen abgehalten werden, zu beenden?"

Das Video, am Samstag ursprünglich von der CNN-Korrespondentin Caitlan Collins veröffentlicht, zeigte hunderte jubelnde Menschen an der Nordseite des Weißen Hauses. Die allermeisten Anwesenden dort trugen einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur zufolge Masken, um das Corona-Infektionsrisiko zu reduzieren.

Der Demokrat Joe Biden hatte Trump häufig dafür kritisiert, trotz der Pandemie große Veranstaltungen abzuhalten, bei denen viele Anwesende keine Masken trugen. Selbst im Weißen Haus, also in geschlossenen Räumen, gab es mehrere Auftritte mit zahlreichen Gästen.

Die Menschen feiern vor dem Pennsylvania Convention Center in Philadelphia mit Mund-Nasen-Schutz. Biden besiegte am Samstag Präsident Trump und wird damit der 46. Präsident der Vereinigten Staaten.
Die Menschen feiern vor dem Pennsylvania Convention Center in Philadelphia mit Mund-Nasen-Schutz. Biden besiegte am Samstag Präsident Trump und wird damit der 46. Präsident der Vereinigten Staaten.  © Rebecca Blackwell/AP/dpa

Update, 7. November, 21.36 Uhr: US-Medien: Biden will schon am Montag Corona-Expertenrat vorstellen

Der frisch gewählte US-Präsident Joe Biden (77) will US-Medienberichten zufolge schon am Montag einen Expertenrat zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie vorstellen. 

Die Einrichtung des Gremiums noch vor der Bekanntgabe der Personalwahl für erste Kabinettsposten unterstreiche, welche Bedeutung Biden dem Kampf gegen die Pandemie einzuräumen plane, berichtete am Samstag die Nachrichtenseite "Axios". Dem Sender CNN zufolge soll es sich um ein zwölfköpfiges beratendes Expertengremium handeln.

Der amtierende Präsident Donald Trump wird noch bis zur geplanten Amtseinführung Bidens am 20. Januar weiter regieren. Biden hatte jedoch schon vor der Wahl vom Dienstag erklärt, dass er sich im Falle eines Wahlsiegs umgehend mit Gouverneuren und Bürgermeistern kurzschließen würde, um den Kampf gegen die Pandemie voranzutreiben.

Die Pandemie ist in den USA weiter völlig außer Kontrolle. Zuletzt meldeten die Behörden dort im Schnitt rund 100.000 Neuinfektionen pro Tag. Daten der Universität Johns Hopkins zufolge gab es in den USA seit Beginn der Pandemie 9,8 Millionen bestätigte Infektionen und mehr als 236.000 damit zusammenhängende Todesfälle.

Joe Biden (77) wird der 46. US-Präsident.
Joe Biden (77) wird der 46. US-Präsident.  © Paul Sancya/AP/dpa

Update, 7. November, 20.55 Uhr: Innenminister kritisiert OVG-Entscheidung zu "Querdenken"-Demo

Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hat die Entscheidung des sächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG), die "Querdenken"-Demo in der Leipziger Innenstadt stattfinden zu lassen, scharf kritisiert. "Es ist unverantwortlich, eine solche Versammlung mit mehr als 16.000 Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie in der Leipziger Innenstadt zuzulassen", sagte Wöller am Samstag. Die Einhaltung der Infektionsschutzauflagen sei so von vornherein unmöglich gewesen.

Die Entscheidung der Stadt, die Versammlung nach gut zweieinhalb Stunden aufzulösen, sei richtig gewesen. "Die Corona-Pandemie lässt sich nicht mit der Polizei oder polizeilichen Maßnahmen bekämpfen, sondern nur mit Vernunft aller", sagte Wöller. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Tausende Teilnehmer kamen zu Demonstration der Stuttgarter Initiative "Querdenken" nach Leipzig, um gegen die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen zu protestieren.
Tausende Teilnehmer kamen zu Demonstration der Stuttgarter Initiative "Querdenken" nach Leipzig, um gegen die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen zu protestieren.  © Sebastian Kahnert/dpa

Update, 7. November, 19.56 Uhr: Keine Quarantäne: VfB lässt seine Nationalspieler reisen

Der VfB Stuttgart lässt seine Profis in der bevorstehenden Bundesliga-Pause trotz der derzeitigen Pandemielage zu ihren jeweiligen Nationalteams reisen. "Es gibt keine Quarantäne für die Spieler und deswegen eine Abstellungspflicht", sagte Trainer Pellegrino Matarazzo am Samstag. "Deshalb werden wir es ihnen ermöglichen".

Update, 7. November, 19.50 Uhr: Spieler und Betreuer betroffen: Weitere Corona-Fälle bei Hoffenheim

Beim Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim gibt es zwei weitere Corona-Fälle. Offensivmann Jacob Bruun Larsen und ein Mitglied des Betreuerstabs seien positiv auf das Virus getestet worden, teilte der Club am Samstagabend mit. Beiden ginge es gut. Sie seien symptomfrei und befänden sich in häuslicher Quarantäne. 

Die Tests der anderen Teammitglieder seien allesamt negativ ausgefallen. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt sei der TSG-Tross am Abend nach Wolfsburg gereist, um sich dort auf das Auswärtsspiel beim VfL am Sonntag vorzubereiten.

Mitte Oktober waren bereits die Hoffenheimer Profis Andrej Kramaric (Kroatien) und Kasim Adams (Ghana) nach Reisen mit ihren jeweiligen Nationalteams positiv auf das Virus Sars-Cov-2 getestet worden. Beim Tschechen Pavel Kaderabek lag ein Fall im familiären Umfeld vor. Nach absolvierter Quarantäne stieg das Trio zuletzt wieder ins Mannschaftstraining der Kraichgauer ein.

Update, 7. November, 19.46 Uhr: 1. FC Union vermeldet Corona-Fall: Bülter in häuslicher Quarantäne

Fußball-Profi Marius Bülter vom Bundesligisten 1. FC Union Berlin hat sich nach einem positiven Corona-Test in häusliche Quarantäne begeben. Der Offensivspieler wurde "positiv auf das Covid-19-Virus getestet", wie der Verein am Samstagabend mitteilte. 

Der 27-Jährige gehörte dem Kader nicht an, der am Samstag mit 5:0 gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld den höchsten Sieg in der noch jungen Bundesliga-Geschichte gefeiert hatte.

Weiterhin teilte Union mit, dass alle "anderen Tests der Lizenzspielerabteilung ein negatives Testergebnis" ergeben hatten. Zudem stand der aktuelle Tabellenvierte zu jeder Zeit im Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt. Ein kurzfristig anberaumter weiterer Test ergab ausschließlich negative Befunde im Kader der Köpenicker.

Update, 7. November, 19.12 Uhr: Digitale Einreiseanmeldung startet

Reisende, die nach Deutschland einreisen wollen und sich in den vergangenen zehn Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen ab Sonntag eine digitale Einreiseanmeldung ausfüllen. 

Die Informationen gehen an die Gesundheitsämter am Zielort des Reisenden. So sollen sie kontrollieren können, ob jemand die Quarantänepflicht einhält. "Die Digitalisierung der Einreiseanmeldungen entlastet die Gesundheitsämter", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Polizisten stehen an der Bundesstraße 512 in der Nähe von Neuhaus am Inn an einer Kontrollstelle an der Grenze zu Österreich.
Polizisten stehen an der Bundesstraße 512 in der Nähe von Neuhaus am Inn an einer Kontrollstelle an der Grenze zu Österreich.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 7. November, 18.47 Uhr: Erneut Höchststand der Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Bei der Zahl erfasster Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) erneut einen Höchststand verzeichnet. Die Gesundheitsämter meldeten 23.399 neue Fälle binnen 24 Stunden. Dies geht aus Angaben des RKI vom Samstag hervor. 

Am Tag zuvor waren 21.506 neue Infektionen gemeldet worden - und damit erstmals mehr als 20.000. Schon an den drei vergangenen Samstagen war jeweils ein Rekord bei den Neuinfektionen erreicht worden: Der Wert lag am 31. Oktober bei 19.059, am 24. Oktober bei 14.714 und am 17. Oktober bei 7830 Fällen.

Die Zahl erfasster Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 130 auf insgesamt 11.226 wie das RKI am Samstag meldete. Schon in den vergangenen Tagen hatte die Zahl deutlich über 100 gelegen (6.11. bei 166, 5.11. bei 116, 4.11. bei 151, 3.11. bei 131.). Der insgesamt höchste Stand war Mitte April mit 315 gemeldeten Todesfällen binnen eines Tages erreicht worden.

Ein Schild mit Hinweisen auf die Hygieneregeln steht am Rheinufer in Köln. Die Regierung will mit einem Teil-Lockdown im Monat November die Corona-Infektionszahlen in Deutschland senken.
Ein Schild mit Hinweisen auf die Hygieneregeln steht am Rheinufer in Köln. Die Regierung will mit einem Teil-Lockdown im Monat November die Corona-Infektionszahlen in Deutschland senken.  © Oliver Berg/dpa

Update, 7. November, 18.24 Uhr: Nach Protesten: Italiens Regierung billigt neue Corona-Hilfen

Nach Protesten gegen die verschärften Corona-Vorschriften in Italien hat die Regierung neue Hilfsmaßnahmen für betroffene Unternehmen und Arbeitnehmer angekündigt. In der Nacht zum Samstag verabschiedete das Kabinett ein Hilfspaket, das nach einer Mitteilung unter anderem Steuererleichterungen, Kredite, Zahlungsaufschübe und Zuschüsse vorsieht. 

Genaue Angaben zur Summe gab es darin zunächst nicht. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge hat das Paket einen Umfang von rund 2,5 Milliarden Euro. Ende Oktober hatte die Regierung bereits Hilfsmaßnahmen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro bewilligt.

Für vier italienische Regionen gilt seit Freitag ein Teil-Lockdown, der allerdings weniger streng ist als im Frühjahr. Die neuen Verschärfungen, die zunächst bis zum 3. Dezember gelten, hatten in den vergangenen Tagen heftige Proteste ausgelöst. In vielen Städten traten Taxifahrer in einen mehrstündigen Streik, um unter anderem gegen die nächtliche Ausgangssperre im ganzen Land zu protestieren. 

Am ersten Abend der neuen Ausgangssperre waren am Freitag in Rom die Straßen leer. Landesweit sind verschärfte Corona-Schutzvorschriften in Kraft getreten.
Am ersten Abend der neuen Ausgangssperre waren am Freitag in Rom die Straßen leer. Landesweit sind verschärfte Corona-Schutzvorschriften in Kraft getreten.  © Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 7. November, 18.18 Uhr: Teil-Lockdown und Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Litauen

In Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am ersten Tag des Teil-Lockdowns einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsbehörde in Vilnius vermeldete am Samstag 1972 positive Tests innerhalb von 24 Stunden in dem baltischen EU-Land. Bisher lag der Rekord bei 1656 neuen Fällen, verzeichnet Vortag. 

Angesichts der rasant steigenden Zahlen hat die litauische Regierung in Vilnius das gesamte Land seit Samstag für zunächst drei Wochen in einen Teil-Lockdown geschickt. Gastronomische Betriebe dürfen bis zum 29. November nur noch außer Haus verkaufen, Freizeit-, Kultur-, Unterhaltungs- und Sportstätten müssen weitestgehend dichtmachen, Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten sind untersagt. Weiter gilt eine Maskenpflicht in fast allen öffentlichen Räumen.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Aurelijus Veryga behalte sich die Regierung vor, die Einschränkungen weiter zu verschärfen.

Update, 7. November, 17.40 Uhr: Ausschreitungen bei Auflösung von "Querdenken"-Demo in Leipzig

Bei der Auflösung der "Querdenken"-Demo in Leipzig ist es zu Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Am Samstagnachmittag zündeten Teilnehmer am Ort der Kundgebung am Augustusplatz Böller und Raketen. Am Hauptbahnhof kam es zu kleineren Schlägereien zwischen Teilnehmern der Demo und Gegendemonstranten, Polizisten gingen dazwischen. Auf Twitter berichtete die Polizei von Angriffen auf die Einsatzkräfte. Gegen Straftäter werde man konsequent vorgehen. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Update, 7. November, 16.31 Uhr: Minister: Ungarn will Lizenz für russischen Corona-Impfstoff erwerben

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie verhandelt Ungarn über den Erwerb einer Lizenz für die Herstellung eines russischen Impfstoffs im eigenen Land. Das bestätigte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto in einem Video, das er am Samstag bei Facebook postete.

Bis dahin werde man die in Russland entwickelten und hergestellten Vakzine im größeren Stil importieren. Eine erste kleinere Lieferung werde bereits im Dezember, eine größere im Januar in Ungarn eintreffen, sagte Szijjarto.

Russland hat den weltweit ersten Corona-Impfstoff entwickelt, der unter dem Namen "Sputnik-V" zur breiten Verwendung in der Bevölkerung zugelassen ist - gegen internationale Bedenken. Mitte Oktober wurde in Russland ein zweiter Impfstoff mit dem Namen "EpiVacCorona" registriert. Szijjarto ging in dem Video nicht darauf ein, welche dieser Vakzine Ungarn importieren beziehungsweise selbst herstellen will.

Keiner der russischen Impfstoffe verfügt über eine Zulassung in der Europäischen Union - das ist aber eine Voraussetzung dafür, dass er im EU-Land Ungarn eingesetzt oder produziert werden kann.

Update, 7. November, 16.21 Uhr: Bahnverkehr zwischen Deutschland und Polen wegen Corona eingeschränkt

Der grenzüberschreitende Zugverkehr zwischen Deutschland und Polen wird der Deutschen Bahn zufolge von Sonntag an nur noch eingeschränkt möglich sein. 

Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Update, 7. November, 16.16 Uhr: Gesundheitsminister einigen sich auf Vorgehen bei Corona-Impfungen

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben ein gemeinsames Vorgehen bei Impfungen gegen Corona beschlossen. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin am Samstag mit.

Die Gesundheitsministerkonferenz habe sich unter dem Vorsitz von Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) gemeinsam mit Bundesminister Jens Spahn (CDU) auf ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen zur Versorgung mit Impfstoffen verständigt.

Der Beschluss vom Freitagabend sieht unter anderem vor, dass der Bund die Impfstoffe beschafft und finanziert und die Länder Impfzentren einrichten. Das NRW-Gesundheitsministerium plant nach eigenen Angaben bereits verschiedene Verteilwege, hieß es am Samstag aus Düsseldorf.

Die Impfstoffe sollen den Angaben aus Berlin zufolge durch die Bundeswehr oder durch die Hersteller angeliefert werden. Die Impfdosen sollen dem Bevölkerungsanteil entsprechend an die Länder verteilt werden, die die Impfzentren in eigener Verantwortung errichten. Dabei könne etwa die jeweilige Kassenärztliche Vereinigung einbezogen werden.

Insgesamt sei von 60 Standorten bundesweit auszugehen. Die Lieferung der Impfdosen sei mit Blick auf Lagerung und Transport nur an einer begrenzten Zahl von Standorten in jedem Bundesland möglich, heißt es in dem Beschluss. Die Standorte sollen bis zum 10. November festgelegt werden. Der Bund übernimmt den Angaben zufolge die Hälfte der Kosten für die Impfzentren.

"Nach Zulassung eines Impfstoffs ist zunächst von einer begrenzten Anzahl verfügbarer Impfdosen auszugehen", heißt es im Beschlusstext. Zunächst sollen besonders Risikogruppen berücksichtigt werden. Dabei sollen auch mobile Impfteams zum Einsatz kommen. Den Nachweis, dass sie berechtigt sind, müssen die zu Impfenden selbst erbringen. "Die Teilnahme an der Impfung ist freiwillig", heißt es weiter.

Das NRW-Gesundheitsministerium plant einen Zugang zu Impfungen unter anderem über Impfzentren, eine Versorgung über niedergelassene Ärzte und Betriebsärzte sowie "aufsuchende Angebote". Das Ministerium betonte am Samstag, dass die Errichtung geeigneter Impfstrukturen "komplex" sei. So müsse Personal gewonnen werden. Auch sei die Lagerung mit hohen Ansprüchen an die Lagerstandorte verbunden.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, hat sich mit Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) auf ein bundeseinheitliches und abgestimmtes Vorgehen zur Versorgung mit Impfstoffen verständigt.
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, hat sich mit Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) auf ein bundeseinheitliches und abgestimmtes Vorgehen zur Versorgung mit Impfstoffen verständigt.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 7. November, 16.13 Uhr: "Querdenken"-Demo in Leipzig nach vielen Corona-Verstößen aufgelöst

Nach zahlreichen Verstößen gegen die Versammlungsauflagen hat die Stadt Leipzig die "Querdenken"-Demo gegen die Corona-Politik aufgelöst.

Das teilte die Stadt auf Twitter mit. Die Veranstalter riefen die laut Polizei rund 20.000 Teilnehmer auf dem Augustusplatz in der Innenstadt auf, dem zu folgen. "Wir werden jetzt die Bühne verlassen, die Versammlung ist aufgelöst", sagten die Organisatoren am Nachmittag. "Verhaltet euch bitte friedlich."

Update, 7. November, 15.30 Uhr: Polizei zählt 20.000 Teilnehmer bei "Querdenken"-Demo in Leipzig

Zur "Querdenken"-Demonstration in die Leipziger Innenstadt sind deutlich mehr Menschen gekommen als angemeldet. Die Polizei gehe von 20.000 Teilnehmern aus, sagte Polizeisprecher Olaf Hoppe am Samstagnachmittag. "Das ist ein weiterer Auflagenverstoß." Nur 16.000 Teilnehmer waren für die Demonstration gegen die Corona-Einschränkungen angemeldet gewesen.

Schon vorher hatte die Polizei zahlreiche Verstöße festgestellt, so trug kaum jemand eine Mund-Nasen-Bedeckung, auch die Abstandsregeln wurden missachtet. Die Polizei nehme die Verstöße auf, so der Sprecher. Insgesamt sei die Kundgebung zunächst friedlich verlaufen, nur am Rande habe es vereinzelt Zusammenstöße der "Querdenken"-Teilnehmer mit Gegendemonstranten gegeben.

Am Rande der Demo in Leipzig haben sich mehrere hundert Gegendemonstranten versammelt. Die meisten von ihnen standen am Nachmittag an einer Zufahrtsstraße zum Augustusplatz, wo die "Querdenken"-Kundgebung stattfand. Die Stimmung war zunächst friedlich, aber angespannt. Zahlenmäßig waren die Gegendemonstranten der Kundgebung aber deutlich unterlegen. 

Gegendemonstranten stehen anlässlich der Demonstration der Stuttgarter Initiative "Querdenken" auf dem Augustusplatz.
Gegendemonstranten stehen anlässlich der Demonstration der Stuttgarter Initiative "Querdenken" auf dem Augustusplatz.  © dpa/dpa-Zentralbild/Sebastian Kahnert

Update, 7. November, 15.25 Uhr: Linke beschließt wegen Corona-Krise dezentralen Bundesparteitag

Wegen der Corona-Pandemie will die Linke ihren neuen Vorstand im Februar kommenden Jahres auf einem dezentralen Bundesparteitag bestimmen. Einen entsprechenden Beschluss habe der Vorstand am Samstag getroffen, teilte die Partei mit. 

"Die Linke wird damit erstmalig einen Bundesparteitag nicht an einem, sondern deutschlandweit an vielen Orten gleichzeitig durchführen", erklärte Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler. Geplant seien verteilte Tagungsorte, von denen aus die Delegierten dann in kleineren Gruppen zusammengeschaltet gemeinsam am Bundesparteitag teilnehmen können.

Delegierte der Linkspartei kommen zu einem Bundesparteitag.
Delegierte der Linkspartei kommen zu einem Bundesparteitag.  © dpa/Oliver Berg

Update, 7. November, 14.55 Uhr: Rekord bei Corona-Neuinfektionen in Lettland - Notstand ab Montag

In Lettland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Samstag mit 404 Fällen binnen 24 Stunden einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Riga stiegen damit die seit Beginn der Pandemie im Frühjahr erfassten Fälle in dem baltischen EU-Land auf 7880. Insgesamt starben nach offiziellen Daten 96 Menschen in Verbindung mit dem Virus. Zur Eindämmung der Pandemie hat die Regierung in Riga zum zweiten Mal den Notstand ausgerufen.

Von Montag an gilt in Lettland ein Ausnahmezustand bis zum 6. Dezember, durch den das öffentliche Leben und die wirtschaftlichen Aktivitäten eingeschränkt werden. Dieselbe Schutzmaßnahme hatte die lettische Regierung im Frühjahr bereits einmal ergriffen.

Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete im Herbst einen rasanten Anstieg der Infektionsraten. Seit Oktober gibt es ständig neue Rekordwerte. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Baltenstaat aktuell aber noch besser als in Deutschland.

Ein Werbeplakat für die lettische Corona-Warn-App hängt an einer nahezu menschenleeren Straße in einer Litfaßsäule.
Ein Werbeplakat für die lettische Corona-Warn-App hängt an einer nahezu menschenleeren Straße in einer Litfaßsäule.  © dpa/Alexander Welscher

Update, 7. November, 14.50 Uhr: Österreichs Corona-Zahlen steigen rasant - Viele in Klinikbehandlung

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus steigt in Österreich weiter rasant an. Am Samstag meldete das Innenministerium in Wien 8241 neue Fälle binnen 24 Stunden. Zudem seien mehr als 3000 Patienten mit dem Virus in einem Krankenhaus in Behandlung - so viele wie nie zuvor während der Pandemie. 432 Infizierte benötigten Pflege auf einer Intensivstation. Die Zahl der Verstorbenen stieg um 37 Personen auf bereits 1377 an.

Zum Vergleich: In Deutschland, das etwa zehnmal so viele Einwohner hat wie Österreich, erfasste das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag 23.399 neue Fälle binnen 24 Stunden - ebenfalls ein Rekord.

Um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern, herrscht in Österreich seit Dienstag für zumindest vier Wochen ein teilweiser Lockdown. Die Gastronomie und fast das gesamte Kultur- und Freizeitangebot wurden geschlossen. Zwischen 20 Uhr und 6 Uhr darf die Wohnung nur noch aus gutem Grund verlassen werden. Der Handel und auch die meisten Schulen blieben bislang aber offen.

Rudolf Anschober (Die Grüne, r.), Gesundheitsminister von Österreich, und Daniela Schmid, Sprecherin der Ampelkomission, nehmen an der Pressekonferenz "Aktuelle Lage und erste Bilanz nach erneutem Lockdown in Österreich" teil.
Rudolf Anschober (Die Grüne, r.), Gesundheitsminister von Österreich, und Daniela Schmid, Sprecherin der Ampelkomission, nehmen an der Pressekonferenz "Aktuelle Lage und erste Bilanz nach erneutem Lockdown in Österreich" teil.  © dpa/APA/Herbert Neubauer

Update, 7. November, 14.45 Uhr: "Querdenken"-Demo wegen hohen Zulaufs zeitweise unterbrochen

Wegen des hohen Zulaufs haben die Veranstalter der "Querdenken"-Demonstration in der Leipziger Innenstadt ihre Kundgebung gegen die Corona-Politik kurz unterbrochen. Sie riefen die mehreren tausend Teilnehmer auf, die Veranstaltungsfläche voll auszunutzen. Nach etwa einer halben Stunde ging die Kundgebung weiter. Die Polizei hatte die Versammlungsfläche zuvor deutlich vergrößert. 

Die für 16.000 Teilnehmer auf dem Augustusplatz angemeldete Kundgebung wurde am Samstagmittag auf den innerstädtischen Ring und angrenzende Straßen ausgeweitet, damit die zahlreichen Demonstranten den Mindestabstand einhalten können.

Das taten die zahlreichen Teilnehmer zunächst nicht, fast niemand trug eine Mund-Nasen-Bedeckung. "Die Einsatzkräfte sprechen Personen ohne Maske an, wenn uns ein Attest gezeigt wird, gleichen wir das mit den Angaben im Personalausweis ab", sagte eine Polizeisprecherin. "Es ist aber schwierig, bei dieser Menge, lückenlos zu kontrollieren." Offizielle Angaben zur Teilnehmerzahl machte die Polizei zunächst nicht. Der Augustusplatz war aber schon zu Beginn der Kundgebung um 13 Uhr dicht gefüllt gewesen.

"Querdenken"-Gründer Michael Ballweg gab der Polizei die Schuld für das Gedränge, die am Freitagabend und am Samstagmorgen den Aufbau der Veranstaltung gestört habe. "Trotz eines schwebenden Rechtsverfahrens durften wir nicht aufbauen", sagte Ballweg der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Stadt hatte die Veranstaltung zunächst an den Stadtrand verlegen wollen, erst am Samstagmorgen hatte das Oberverwaltungsgericht Bautzen die Kundgebung in der City genehmigt. "Wir hätten 19 weitere Lautsprechertürme in den Seitenstraßen installieren können, dann hätten sich die Teilnehmer verteilen können", sagte Ballweg.

Teilnehmer einer Demonstration der Stuttgarter Initiative "Querdenken" stehen auf dem Augustusplatz in Leipzig.
Teilnehmer einer Demonstration der Stuttgarter Initiative "Querdenken" stehen auf dem Augustusplatz in Leipzig.  © dpa/dpa-Zentralbild/Sebastian Kahnert

Update, 7. November, 14.40 Uhr: Gericht bestätigt Stuttgarter Corona-Auflagen für OB-Wahl

Die Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart an diesem Sonntag wird unter starken Corona-Auflagen stattfinden. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim wies am Samstag Beschwerden gegen eine entsprechende Verfügung der Landeshauptstadt zurück und bestätigte damit einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Stuttgart vom Freitag.

Die Verfügung sieht unter anderem eine grundsätzliche Pflicht zum Tragen einer Alltagsmaske in Wahlgebäuden und Wahlräumen vor. Zudem müssen die Wähler einen Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Personen einhalten. Menschen, bei denen der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, dürfen die Wahlgebäude nicht betreten und können stattdessen an diesem Sonntag bis 15 Uhr Briefwahl beantragen.

Der Verwaltungsgerichtshof teilte mit, es sei nicht erkennbar, dass die Grundsätze der Freiheit und der Öffentlichkeit der Wahl durch diese Regelungen verletzt würden. Gegen den Beschluss können den Angaben zufolge keine Rechtsmittel mehr eingelegt werden.

Bei der Wahl treten 14 Kandidaten an. Zum engeren Favoritenkreis auf die Nachfolge des scheidenden Oberbürgermeisters Fritz Kuhn (Grüne) gehören der Backnanger Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) und die Grünen-Bezirksvorsteherin Veronika Kienzle.

Eine Wahlhelferin (M) sortiert einen Wahlbrief in ein Fach.
Eine Wahlhelferin (M) sortiert einen Wahlbrief in ein Fach.  © dpa/Sebastian Gollnow

Update, 7. November, 14.35 Uhr: Grüne fordern Programm für Luftreinigungsgeräte an Schulen

Die Grünen fordern das rasche Anschaffen von mobilen Luftreinigungsgeräten an den Schulen in Sachsen-Anhalt. "Wir müssen als Land schnell handeln, bevor der Markt leer gefegt wird", teilte die Vorsitzende der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Cornelia Lüddemann, am Samstag in Magdeburg mit. 

Immer mehr Schulen seien von Corona-Neuninfektionen betroffen, oberstes Ziel sei es, das Recht auf Bildung auch in der Pandemie aufrechtzuerhalten. Es brauche dafür eine Gesamtstrategie, die Bildungsminister Marco Tullner (CDU) endlich ausarbeiten müsse.

Um die drängendsten Probleme zu lösen, sollen 4500 Geräte angeschafft werden, so Lüddemann. Sie sollen dort Abhilfe schaffen, wo aufgrund der baulichen Umstände schwer gelüftet werden kann. Untersuchungen der Bundeswehrhochschule München und des Umweltbundesamtes Dessau-Roßlau hätten gezeigt, dass Luftreinigungsgeräte in solchen Fällen ein wirksames Mittel sind.

Bei rund 900 Schulen mache das rein rechnerisch fünf Geräte pro Schule. Das Geld dafür soll nach Worten von Lüddemann aus dem im Frühjahr vom Landtag freigegebenen Coronahilfspaket kommen. Die grüne Landtagsfraktion werde zu Wochenbeginn mit diesem Vorschlag an die Koalitionspartner herantreten.

Herstellung von Luftfiltern bei der Firma Wolf. Lüften hilft gegen Corona.
Herstellung von Luftfiltern bei der Firma Wolf. Lüften hilft gegen Corona.  © dpa/Wolf GmbH/Uncredited

Update, 7. November, 14.30 Uhr: Seit Mitte Oktober deutlicher Anstieg bei Corona-Toten in Thüringen

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion hat sich in Thüringen von September auf Oktober nahezu verdreifacht. Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums starben im Oktober 14 Menschen, die nachweislich mit dem Sars-CoV2-Virus infiziert waren. Im September waren es fünf. 

Der Anstieg im Oktober machte sich vor allem ab der zweiten Monatshälfte bemerkbar. In den ersten vier Novembertagen wurden bereits sieben Todesfälle von Infizierten gemeldet, wobei es bei der Übermittlung der Daten durch die Gesundheitsämter an das Land zu Verzögerungen kommen kann.

Der Monat mit den meisten Todesfällen in Verbindung mit einer Corona-Infektion war in Thüringen bislang der April mit mehr als 100 Toten. Auch im Mai war die Zahl der Todesfälle mit rund 70 vergleichsweise hoch.

Laut Ministerium sind 86 Prozent der Toten, bei denen das Sars-CoV2-Virus nachgewiesen wurde, älter als 70 Jahre. Etwa sechs von zehn Corona-Toten sind Männer, der jüngste war 48 Jahre alt. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie 218 Menschen im Freistaat gestorben, bei denen das Sars-CoV2-Virus nachgewiesen wurde (Stand 0 Uhr, 7. November).

"Abstand halten!" in deutscher und englischer Sprache steht auf einem Flatterband am Domplatz inmitten der Erfurter Altstadt.
"Abstand halten!" in deutscher und englischer Sprache steht auf einem Flatterband am Domplatz inmitten der Erfurter Altstadt.  © dpa/dpa-Zentralbild/Martin Schutt

Update, 7. November, 14.25 Uhr: Belgien: Knapp 1000 Corona-Patienten in andere Kliniken verlegt

Im stark von der Corona-Pandemie betroffenen Belgien sind knapp 1000 Covid-19-Patienten seit Anfang Oktober wegen Überlastung einiger Krankenhäuser in andere Kliniken verlegt worden. Die meisten der 945 Betroffenen seien andernorts im Land untergekommen, 24 seien nach Deutschland gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Samstag. Mit der Maßnahme sollte Platz in Krankenhäusern geschaffen werden, die ihre Kapazitätsgrenzen erreicht haben.

Belgien ist in Relation zupa/r Einwohnerzahl europoaweit eines der am schwersten von der Corona-Krise betroffenen Länder. Seit Montag gelten deshalb verschärfte Einschränkungen. Unter anderem dürfen nur noch Geschäfte öffnen, die unbedingt notwendige Waren verkaufen. 

Bereits Mitte Oktober waren die Schließung von Kneipen, Restaurants und Cafés sowie eine nächtliche Ausgangssperre beschlossen worden. Zudem gilt seitdem die Regel, dass die Bürger außerhalb des eigenen Haushalts nur noch zu einer anderer Person engeren Kontakt pflegen dürfen. Die Maßnahmen sollen nach Angaben der Regierung zunächst bis Mitte Dezember gelten. 

Mitarbeiter transportieren einen Patienten, der von einem Krankenhaus in ein Genesungszentrum gebracht wird.
Mitarbeiter transportieren einen Patienten, der von einem Krankenhaus in ein Genesungszentrum gebracht wird.  © dpa/BELGA/Virginie Lefour

Update, 7. November, 14.20 Uhr: Einzelhandel: Hälfte der Kunden verzichtet aktuell auf Shoppingbummel

Etwa die Hälfte der Kunden in Niedersachsen verzichtet derzeit wegen des neuen Teil-Lockdowns auf einen Shoppingbummel. 40 bis 50 Prozent der Käufer fehlten aktuell, sagte am Samstag der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen, Mark Alexander Krack, der Deutschen Presse-Agentur.

Obwohl Geschäfte anders als Restaurants weiter aufmachen dürfen, seien die Umsatzeinbrüche immens. "Es verwundert nicht, dass die Kunden wegbleiben, wenn ringsherum alles schließt, die Gastronomie und die Kultur."

Der Handel hoffe nun, dass es nicht wie zu Beginn der Corona-Pandemie zu einem Lockdown auch für die Geschäfte komme, sagte Krack. Die Diskussion darüber sei nicht nachvollziehbar. Es müsse abgewartet werden, ob die Corona-Zahlen durch die seit Montag geltenden Maßnahmen sinken würden. Außerdem seien Geschäfte keine Orte, die die Verbreitung des Virus anheizten, da die Zahl der Kunden stark zurückgegangen sei und Maskenpflicht herrsche.

Das Weihnachtsgeschäft will der Einzelhandel noch nicht aufgeben. Hart betroffen seien aber schon jetzt Branchen wie Elektro- und Spielwarenläden oder der Buchhandel, die einen Großteil ihres Jahresumsatzes im Weihnachtsgeschäft erzielten, sagte Krack. Auch vielen Bekleidungs- und Schuhgeschäften gehe es schlecht. "Das, was als 'Lockdown-light' bezeichnet wird, ist in weiten Teilen für den Einzelhandel ganz schön heavy." Eine Welle von Insolvenzen sei aber noch nicht zu beobachten.

Nur wenige Besucher gehen durch ein Einkaufszentrum.
Nur wenige Besucher gehen durch ein Einkaufszentrum.  © dpa/dpa-Zentralbild/Sebastian Kahnert

Update, 7. November, 14.15 Uhr: Neue Corona-Fälle in Asylbewerber-Einrichtung in Trier

In der Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (AfA) in Trier sind drei weitere Corona-Fälle gemeldet worden. Das teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) am Samstag mit. 

Die Infizierten seien isoliert worden. "Insgesamt 31 direkte Kontaktpersonen wurden ebenfalls getrennt untergebracht", hieß es weiter. Damit habe sich die Zahl der nachweislich Infizierten auf 38 erhöht. Die Einrichtung steht laut ADD seit Ende Oktober unter Quarantäne. 

In Rheinland-Pfalz gibt es vier AfAs. Bereits zuvor hatte es in den Einrichtungen Corona-Fälle gegeben.

Ein Schild mit der Aufschrift "Aufnahmeeinrichtung" ist am Haupteingang der Asylbewerber-Unterkunft in Trier angebracht. (Archivbild)
Ein Schild mit der Aufschrift "Aufnahmeeinrichtung" ist am Haupteingang der Asylbewerber-Unterkunft in Trier angebracht. (Archivbild)  © dpa/Birgit Reichert

Update, 7. November, 14.10 Uhr: Wochenende mit viel Sonne: Polizei kontrolliert Einhaltung der Corona-Regeln

Sonniges Wetter in weiten Teilen Hessens hat am ersten Wochenende des Teil-Lockdowns zahlreiche Menschen ins Freie gezogen. Vielerorts kontrollierte am Samstag die Polizei, ob die Corona-Regeln eingehalten wurden. 

Gröbere Verstöße oder gar Zwischenfälle gab es nach Angaben der jeweiligen Präsidien zunächst jedoch nicht. Vor allem rund um Sehenswürdigkeiten und beliebte Ausflugsziele, wie etwa die Burg Königstein (Hochtaunuskreis), überprüften Streifen, ob Besucher die wegen der Pandemie geltenden Verordnungen einhielten.

Menschen gehen durch die Burgruine Königstein in Hessen.
Menschen gehen durch die Burgruine Königstein in Hessen.  © dpa/Andreas Arnold

Update, 7. November, 14 Uhr: Corona-Schnelltest bis Sonntag in allen Seniorenheimen in Halle

In Halle sollen bis Sonntag Corona-Schnelltests in allen Seniorenheimen durchgeführt werden. An 50 von 51 Einrichtungen in der Stadt sei das Personal bereits dafür eingewiesen worden, zahlreiche Seniorenheime hätten bereits Bewohner und Mitarbeiter getestet, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) am Samstag. Dabei habe es acht positive Ergebnisse gegeben, die jetzt aber noch durch einen herkömmlichen Test bestätigt werden sollten.

"Unser Ziel ist es, dass wir bis morgen einen Überblick über das Infektionsgeschehen in allen Senioreneinrichtungen der Stadt gewinnen", sagte Wiegand. "Dies ermöglicht uns ein schnelleres und noch effektiveres Eingreifen im Fall einer Infektion".

Die Landesregierung hatte unter der Woche mit der Beschaffung von 500.000 Schnelltests für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser begonnen. Damit sollen Bewohner, Besucher und das Personal tagesaktuell auf das neuartige Coronavirus getestet werden. Auch in Wittenberg waren am Freitag schon die ersten Tests eingetroffen.

Ein Mann hält einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus und ein Teststäbchen in einem Pflegeheim in den Händen.
Ein Mann hält einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus und ein Teststäbchen in einem Pflegeheim in den Händen.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Update, 7. November, 13.45 Uhr: St. Paulis Aufsichtsratschefin: "Wo kriegen wir Gelder her?"

Aufsichtsratschefin Sandra Schwedler vom FC St. Pauli nennt den Fußball-Zweitligisten "schwer getroffen von Corona", hat aber auch hoffnungsvolle Aspekte ausgemacht. "Was uns aber relative Sicherheit verschafft, ist das gute und konservative Wirtschaften der vergangenen Jahre. Diese Basis rettet uns gerade", sagte Schwedler im Podcast "Millerntalk" des "Hamburger Abendblatt". "Es wäre aber Blödsinn zu sagen, wir schiffen locker durch die Pandemie."

Schwedler sprach nicht nur die Millionenverluste im Fußball an, sondern auch die Situation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Verein, die im Homeoffice tätig sind oder in Kurzarbeit waren. "Was hat Corona überhaupt für Auswirkungen für die Menschen und die sporttreibenden Abteilungen? Wir wissen nicht, wie es weitergeht, haben uns aber inzwischen daran gewöhnt, nur auf Sicht zu fahren", sagte Schwedler und beschrieb das bevorstehende Frühjahr als hart. 

"Wir gucken jetzt schon: Wo kriegen wir Gelder her? Wie sichern wir die Liquidität? Ein Investor, an den wir Anteile verkaufen, spielt bei uns keine Rolle. Das wollen wir ebenso wenig wie den Verkauf des Stadionnamens", betonte die Aufsichtsratschefin.

Die Wege rund um das Millerntorstadion sind während eines Fußballsspiels abgesperrt.
Die Wege rund um das Millerntorstadion sind während eines Fußballsspiels abgesperrt.  © dpa/Daniel Bockwoldt

Update, 7. November, 13.20 Uhr: Neue Einreiseverordnung: Zehn Tage Quarantäne

Für Reisende aus einem Corona-Risikogebiet im Ausland gelten in NRW ab Montag neue Quarantäne-Regeln. Demnach müssen die Reisenden mit einigen Ausnahmen künftig zehn Tage lang in Quarantäne und nicht mehr 14 Tage. Die Regel gilt unter bestimmten Bedingungen allerdings nicht für Reisende, die ein höchstens 48 Stunden altes, negatives Testergebnis vorlegen können. 

Diese Ausnahmen sind laut Verordnung etwa für Besuche enger Verwandter, Urlaubsrückkehrer oder Teilnehmer an Sportveranstaltungen möglich. Mit der neuen Einreiseverordnung setze das Land Nordrhein-Westfalen die Muster-Quarantäneverordnung des Bundes in Landesrecht um, teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Samstag mit.

Wer nicht unter die Ausnahmeregeln fällt, kann sich künftig nicht mehr unmittelbar nach Einreise "frei testen". Frühestens ab dem fünften Tag nach Einreise könne nun ein Test durchgeführt werden. Im Fall eines negativen Ergebnisses werde damit die Quarantäne beendet. "Die Testung ist für die Betroffenen kostenlos und wird über den Gesundheitsfonds abgerechnet", hieß es weiter.

Die fünftägige Frist sorgt laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) für mehr Sicherheit bei der Feststellung einer möglichen Infektion. "Zum anderen hoffe ich, dass diejenigen, die trotz der hohen Infektionszahlen vermeidbare Reisen ins Ausland planen, durch die unvermeidbare mindestens fünftägige Quarantäne von diesen Plänen Abstand nehmen."

Betroffene Reisende seien weiterhin grundsätzlich verpflichtet, das zuständige Gesundheitsamt bei Einreise zu informieren, so das Ministerium. Zur Beschleunigung des Meldeverfahrens soll ein digitales Meldesystem eingeführt werden. Reisende sollen sich dabei vor der Einreise unter www.einreiseanmeldung.de anmelden. Die Daten werden nach offiziellen Angaben verschlüsselt und nur dem zuständigen Gesundheitsamt zugänglich gemacht. 14 Tage nach der Einreise sollen sie automatisch wieder gelöscht werden. Die Seite soll am Sonntag freigeschaltet werden.

Ausnahmen von der Quarantänepflicht gelten auch etwa für Durchreisende, im Grenzverkehr mit den Niederlanden, Belgien und Luxemburg für bis zu 24 Stunden oder Grenzpendler, die mindestens einmal wöchentlich an ihren Wohnsitz in NRW zurückkehren.

Ein Passagierflugzeug der britischen Fluggesellschaft Easyjet rollt nach seiner Landung in Berlin über das Vorfeld.
Ein Passagierflugzeug der britischen Fluggesellschaft Easyjet rollt nach seiner Landung in Berlin über das Vorfeld.  © dpa/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Update, 7. November, 13.15 Uhr: München: Der Viktualienmarkt liegt im Sterben

Der Viktualienmarkt ist das Aushängeschild Münchens - doch Corona zwingt Standbesitzer in die Knie.

"Der Markt, mit dem München in der ganzen Welt geworben hat, liegt im Sterben", sagte Elke Fett, Sprecherin der Marktverkäufer, der Abendzeitung (Samstag). Obwohl die Stände in diesem Teil-Lockdown öffnen dürften, kämen kaum Besucher. "Öffentlich mag keiner mehr hierher zu uns fahren, die Leute haben Angst vor Ansteckung. Mit dem Auto bist du nicht mehr erwünscht, man kann ja nirgends mehr parken. Dazu sind jetzt auch noch die Büros im Umkreis alle leer."

Wie sich der Umsatz entwickelte und was den Standbetreibern Hoffnung gibt, steht >>> hier.

Eine symbolische Darstellung der Maskenpflicht ist auf einem Hinweisschild auf dem Viktualienmarkt in der Innenstadt zu sehen.
Eine symbolische Darstellung der Maskenpflicht ist auf einem Hinweisschild auf dem Viktualienmarkt in der Innenstadt zu sehen.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 7. November, 13.10 Uhr: Zwei Gefangene in Brandenburg mit Coronavirus infiziert

In Brandenburger Gefängnissen haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie zwei Gefangene nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Einer der beiden Infizierten sei inzwischen wieder gesund, bei dem anderen sei ein weiterer Test negativ ausgefallen, wie das Justizministerium Brandenburg der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam auf Anfrage mitteilte (Stand: 5. November). Damit gebe es derzeit keine bekannten aktiven Corona-Fälle in den Gefängnissen im Land.

Die Gefangenen waren nach Ministeriumsangaben neu in den Justizvollzugsanstalten Nord-Brandenburg, Teilanstalt Neuruppin-Wulkow, und Brandenburg an der Havel aufgenommen worden. Die beiden seien in die Quarantänestationen der Gefängnisse gekommen und sofort getestet worden.

Unter den Mitarbeitern in den Gefängnissen ist bisher keine bekannte Infektion aufgetreten. Eine Beamtin war während ihres Urlaubs an Covid-19 erkrankt, bevor sie ihren Dienst in einem Gefängnis wieder angetreten hatte, sodass eine Ansteckung ausgeschlossen wurde.

Die Justizvollzugsanstalt in Brandenburg an der Havel.
Die Justizvollzugsanstalt in Brandenburg an der Havel.  © dpa/dpa-Zentralbild/Bernd Settnik

Update, 7. November, 13.05 Uhr: Corona-Testreihe in Frankfurter Gefängnis beendet

Nach dem Coronavirus-Ausbruch in einem Frankfurter Gefängnis liegen nach Angaben des hessischen Justizministeriums sämtliche Testergebnisse vor. Zu den bereits zuvor positiv getesteten 26 Gefangenen kamen ein weiterer bestätigter Fall sowie ein mutmaßlich positiver Fall hinzu, wie ein Ministeriumssprecher am Samstag mitteilte. "Alle weiteren etwa 110 Tests waren negativ." 

Auch die Ergebnisse von 104 Bediensteten lagen vor: Zu den hier bereits festgestellten Infektionen bei zwei Personen sei ein weiterer Fall hinzugekommen. "Alle weiteren Tests waren negativ", so der Sprecher.

Anfang der Woche waren in der Justizvollzugsanstalt 28 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden: 26 Gefangene und zwei Bedienstete. Daraufhin wurden laut Ministerium alle Gefangenen einer Station und sämtliche Bedienstete der Justizvollzugsanstalt getestet.

Ein Justizbeamter steht an den Sicherheitszäunen der Justizvollzugsanstalt Frankfurt/Main.
Ein Justizbeamter steht an den Sicherheitszäunen der Justizvollzugsanstalt Frankfurt/Main.  © DPA/Arne Dedert

Update, 7. November, 12.55 Uhr: Slowakischer Regierungschef will regelmäßige Corona-Massentests

Der slowakische Regierungschef Igor Matovic möchte Corona-Massentests regelmäßig durchführen. Das wäre eine Alternative zu einem strengen Lockdown, zitierte ihn die liberale Tageszeitung "Dennik N" am Samstag: "Wenn wir uns die Frage stellen, ob es besser ist, die ganze Slowakei in einem landesweiten Lockdown zuzusperren, sodass Millionen Menschen ohne Arbeit und die Geschäfte geschlossen sind (...), oder ob wir alle einmal pro Woche zu so einem Test gehen, dort vielleicht eine Stunde zubringen (...), dann glaube ich, dass sich 99,9 Prozent der berufstätigen Menschen für den Weg des landesweiten Testens entscheiden."

Seit Samstagmorgen setzt die Slowakei einen beispiellosen Massentest eines Großteils der Bevölkerung fort. Innerhalb von zwei Tagen sollen sich zum zweiten Mal alle über zehn Jahre alten Bewohner von rund zwei Dritteln des Landes einem Antigen-Schnelltest unterziehen. Ausgenommen sind jene Bezirke, die in einer ersten Runde vor einer Woche besonders wenige Infektionen aufwiesen. Damals ließen sich mehr als 3,6 Millionen Menschen testen. Mehr als 38.000 positiv Getestete, die sonst unentdeckt die Infektion weiterverbreitet hätten, seien in Quarantäne geschickt worden, erklärte Matovic danach.

Die Teilnahme an den Tests ist formell freiwillig. Ab Montag fallen aber alle, die kein negatives Testergebnis vorweisen können, unter eine rigorose Ausgangssperre. Nicht einmal der Weg zur Arbeit ist ihnen erlaubt. Die Slowakei wurde von der ersten Corona-Welle im Frühling kaum betroffen, seit September steigt die Zahl der Covid-19-Erkrankungen aber so stark an, dass Experten vor einer Überforderung des unterfinanzierten slowakischen Gesundheitssystems warnten.

Igor Matovic, Ministerpräsident der Slowakei.
Igor Matovic, Ministerpräsident der Slowakei.  © dpa/AP/EPA Pool/Olivier Hoslet

Update, 7. November, 12.50 Uhr: Indiens Hauptstadt verzeichnet mehr als 7100 neue Corona-Fälle

Neben einem Rekordanstieg an Corona-Fällen müssen sich Bewohner der indischen Hauptstadt Neu Delhi auch Sorgen über die hohe Luftverschmutzung machen. Die Behörden in der Millionenmetropole meldeten am Samstag mit 7178 bestätigten Neuinfektionen den höchsten Anstieg seit Beginn der Pandemie und warnten, die Luftverschmutzung könnte die Lage noch verschlimmern. Die Region um Neu Delhi verzeichnet bereits mehr als 423.000 Corona-Fälle, mehr als 6800 Menschen starben.

Am Samstag waren die Hauptstadt und ihre Vororte in einen dichten Dunstschleier gehüllt. Die Behörden bezeichneten die Luftqualität an mehreren Messstationen als "ernst", der schlechtesten von sechs Warnstufen. Verschlimmert wird die Lage durch das Verbrennen von Ernteresten auf Feldern. Das tun Bauern jeden Spätherbst, um ihre Felder günstig für die neue Aussaat freizubekommen - obwohl das schon längst verboten ist. 

Experten warnen, dies könne sich negativ auf den Verlauf von coronabedingten Atemwegserkrankungen auswirken. In dem Land mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern gibt es bereits mehr als 8,4 Millionen bekannte Corona-Fälle, rund 125.000 Menschen starben.

Ein mit einem Schutzanzug bekleideter Mitarbeiter des Gesundheitswesens nimmt bei einer Frau in einem Covid-19-Testzentrum eine Nasenabstrichprobe.
Ein mit einem Schutzanzug bekleideter Mitarbeiter des Gesundheitswesens nimmt bei einer Frau in einem Covid-19-Testzentrum eine Nasenabstrichprobe.  © dpa/AP/Altaf Qadri

Update, 7. November, 12.45 Uhr: Iran meldet wieder Höchstwert an Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen im Iran hat mit fast 9500 Fällen binnen eines Tages einen neuen Höchstwert erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag gab es im gleichen Zeitraum 423 Corona-Tote. Damit liegt die Gesamtzahl der Infizierten im Land aktuell bei mehr als 670.000, die der Corona-Toten bei fast 38.000, wie Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen sagte.

Nach Einschätzung von Gesundheitsexperten dürften die tatsächlichen Fallzahlen im Iran jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie amtlich angegeben. Fachleute verweisen darauf, dass es im Iran, der etwa so viele Einwohner wie Deutschland hat, noch zu wenige Testmöglichkeiten gebe. Derzeit werden täglich 25.000 Tests durchgeführt. Die Testkapazität pro Tag soll aber auf 40.000 erhöht werden. Experten sind jedoch der Meinung, dass mindestens 200.000 Tests am Tag erforderlich wären, um an genaue Fallzahlen zu kommen.

Um einen weiteren drastischen Anstieg der Fallzahlen zu verhindern, hatte der Corona-Krisenstab in mehr als 40 Städten einen vorläufigen Lockdown eingeführt. Aus ökonomischen Erwägungen ist ein Lockdown in der Hauptstadt und Wirtschaftsmetropole Teheran mit ihren 13 Millionen Einwohnern weiterhin kein Thema. Allerdings müssen nächste Woche auch in Teheran außer Apotheken und Supermärkten alle Läden um 18 Uhr geschlossen werden. Bislang durften sie bis 22 Uhr, manche sogar bis Mitternacht öffnen.

Menschen mit Mund-Nasen-Schutz im iranischen Tous.
Menschen mit Mund-Nasen-Schutz im iranischen Tous.  © dpa/XinHua/Ahmad Halabisaz

Update, 7. November, 12.20 Uhr: Innenminister Beuth in Corona-Quarantäne

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) ist nach einer bestätigten Infektion mit dem Coronavirus in seinem persönlichen Umfeld in häuslicher Quarantäne. Ein erster Corona-Test war nach Angaben des Ministeriums jedoch negativ. "Dem Innenminister geht es gut, bisher zeigen sich keine Symptome", teilte ein Sprecher am Samstag in Wiesbaden mit. Beuth führe seine Amtsgeschäfte von zuhause aus weiter.

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) will im Laufe der kommenden Woche seine häusliche Corona-Quarantäne verlassen und die Amtsgeschäfte in der Wiesbadener Staatskanzlei wieder aufnehmen. Auch Regierungssprecher Michael Bußer ist nach Angaben vom Donnerstag noch in Quarantäne. Beide wurden negativ auf das Virus getestet.

Peter Beuth (CDU), Innenminister des Landes Hessen.
Peter Beuth (CDU), Innenminister des Landes Hessen.  © DPA/Arne Dedert

Update, 7. November, 12 Uhr: "Querdenken"-Demo in München: Beschwerde gegen abgelehnten Eilantrag

Die Organisatoren einer von der Stadt München untersagten Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen haben beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof Beschwerde eingelegt. Das sagte ein Sprecher des Gerichtshofs am Samstag. Die Kundgebung der "Querdenker"-Bewegung mit 120.000 Teilnehmern war am Sonntag auf der Theresienwiese geplant. Eine Entscheidung über die Beschwerde wurde noch im Laufe des Samstags erwartet.

Die Beschwerde richtet sich gegen einen Entscheid des Verwaltungsgerichts München. Das hatte zuvor das von der Stadt ausgesprochene Verbot bestätigt und einen Eilantrag der Veranstalter abgelehnt. Das Gericht verwies dabei auf das Infektionsschutzgesetz. 

Angesichts der Erfahrungen vergangener Versammlungen von "Querdenker"-Gruppen, der hohen Teilnehmerzahl und der ausdrücklichen Forderung "Keine Abstände, keine Masken" sei mit Corona-Infektionen zu rechnen, so die Richter des Verwaltungsgerichts.

Menschen stehen bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen auf der Theresienwiese.
Menschen stehen bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen auf der Theresienwiese.  © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Update, 7. November, 11.55 Uhr: Polen registriert knapp 28.000 Corona-Neuinfektionen

In Polen hat sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals der Marke von 28.000 genähert. Innerhalb von 24 Stunden kamen 27.875 neue Fälle hinzu, die meisten davon (4290) in Schlesien, wie das polnische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Im gleichen Zeitraum starben 349 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus.

Der bisherige Rekordwert war mit 27.143 Fällen erst am Donnerstag erreicht worden. Seit dem Beginn der Pandemie gab es in Polen 7636 Todesfälle in Verbindung mit einer Corona-Infektion. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat Polen als Risikogebiet eingestuft.

Angesichts der drastisch steigenden Zahl von Neuinfektionen gelten seit Samstag in Polen weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Kinos, Theater und Museen sind erneut geschlossen - ebenso wie Geschäfte in Einkaufszentren, mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken. Alle Schulen stellen auf Fernunterricht um. Die Auflagen sollen bis zum 29. November gelten.

Ein Fernsehbildschirm zeigt Adam Niedzielski, Gesundheitsminister von Polen.
Ein Fernsehbildschirm zeigt Adam Niedzielski, Gesundheitsminister von Polen.  © dpa/PAP/Leszek Szymanski

Update, 7. November, 11.50 Uhr: Bundesländer einigen sich auf Vorgehen bei Corona-Impfungen

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben ein gemeinsames Vorgehen bei Impfungen gegen Corona beschlossen. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit in Berlin am Samstag mit. 

Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) habe sich unter dem Vorsitz von Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) gemeinsam mit Bundesminister Jens Spahn (CDU) auf ein einheitliches und abgestimmtes Vorgehen zur Versorgung mit Impfstoffen verständigt. 

Wer zuerst geimpft werden könnte und wie viele solcher Zentren es geben soll, lest Ihr >>> hier.

Jens Spahn (40, CDU), Bundesminister für Gesundheit, und Dilek Kalayci (53, SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung in Berlin.
Jens Spahn (40, CDU), Bundesminister für Gesundheit, und Dilek Kalayci (53, SPD), Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung in Berlin.  © dpa/Kay Nietfeld

Update, 7. November, 11 Uhr: Verfassungsrechtler Papier kritisiert Gesetz zu Parlamentsbeteiligung

Der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hält die von der großen Koalition geplanten Regelung der Parlamentsrechte in der Corona-Pandemie für "nicht hinreichend". Zwar würden alle denkbaren Grundrechtsbeschränkungen in 15 Einzelnummern speziell aufgeführt. In der Begründung werde sogar festgehalten, dass nicht nur einzelne, begrenzte Maßnahmen, sondern auch weitreichende und lang andauernde Maßnahmen vom Willen des Gesetzgebers getragen seien, erläuterte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). 

"Die unerlässlichen Abwägungsentscheidungen zwischen den divergierenden Schutzgütern der Gesundheit einerseits und den Freiheitsrechten andererseits werden damit aber gerade nicht dem Parlament vorbehalten, sondern in vollem Umfang an die Exekutive delegiert. Diese behält nach wie vor insoweit einen Persilschein". so Papier.

Und weiter: "Dem Sinn und Zweck des grundgesetzlichen Parlamentsvorbehalts ist damit meines Erachtens nicht entsprochen." Der Zeitdruck bei Entscheidungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sei kein Argument dafür, auf Beratung und Beschlussfassung des Parlaments zu verzichten. Denn der Regierung könne "eine Eilkompetenz für befristete oder vorläufige Regelungen eingeräumt" werden, mit der "Notwendigkeit parlamentarischer Bestätigung".

Der Bundestag hatte sich am Freitag erstmals mit Gesetzesplänen von Union und SPD befasst, die eine genauere Rechtsgrundlage für Beschränkungen schaffen sollen. Im Infektionsschutzgesetz sollen mögliche Maßnahmen einzeln aufgelistet werden - etwa Kontaktbeschränkungen, die Maskenpflicht oder auch Schließungen von Geschäften. Die Regelung soll sich auf die Dauer beziehen, für die der Bundestag wie geschehen eine "epidemische Lage von nationaler Tragweite" festgestellt hat.

Hans-Jürgen Papier, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichtes.
Hans-Jürgen Papier, ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichtes.  © dpa/Boris Roessler

Update, 7. November, 10.55 Uhr: Kommunen rechnen mit Verschärfung der Corona-Regeln in Niedersachsen

Die kommunalen Spitzenverbände in Niedersachsen rechnen damit, dass das Land die Corona-Auflagen verschärft, wenn die Zahl der Ansteckungen nicht bald sinkt. "Aufgrund der angespannten und sehr ernsten Lage plant das Land Niedersachsen offenbar weitere Schritte zur Eindämmung des Covid-Infektionsgeschehens", sagte der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, Jan Arning.

Auch der Sprecher des Städte- und Gemeindebundes, Thorsten Bullerdiek, erklärte, wenn die Infektionszahlen nicht sinken würden, müsse mehr getan werden und Kontaktbeschränkungen seien dann mit Sicherheit auch noch im Dezember notwendig. Die Verbände betonten, sie wollten in weitere Verschärfungen vorab eingebunden werden.

Eine Regierungssprecherin hatte am Freitag gesagt, weitere Schließungen seien denkbar, bei einer günstigen Entwicklung der Infektionszahlen aber auch leichte Lockerungen Ende des Monats. Es sei zu früh, darüber zu spekulieren. Der Koalitionspartner CDU hatte erklärt, angesichts steigender Corona-Infektionszahlen sei eine Ausweitung des Teil-Lockdowns in Niedersachsen denkbar. So sei eine Rückkehr zum Wechselunterricht an den Schulen, aber auch die erneute Schließung des Einzelhandels vorstellbar.

Ein rot-weißes Flatterband ist an Fahrradtrainern befestigt, die in einem Fitnessstudio stehen. Fitnessstudios in Niedersachsen müssen vorerst weiter geschlossen bleiben.
Ein rot-weißes Flatterband ist an Fahrradtrainern befestigt, die in einem Fitnessstudio stehen. Fitnessstudios in Niedersachsen müssen vorerst weiter geschlossen bleiben.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Update, 7. November, 10.50 Uhr: Spahn: Mehr Menschen sollten Infektionen über Corona-App melden

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat dazu aufgerufen, mehr nachgewiesene Infektionen über die Corona-Warn-App zu teilen. Er sei aber weiter dagegen, die Anwendung verpflichtend zu machen, sagte Spahn am Samstag bei einem virtuellen Kongress der Kommunalpolitischen Vereinigung von CDU und CSU. Entwickler arbeiteten an Verbesserungen. So solle die App öfter als nur täglich aktualisiert werden. Die Nutzer sollten zudem vom System aktiv ermuntert werden, Infektionen zu melden. Spahn sprach in diesem Zusammenhang von "Nudging".

Derzeit haben nach seinen Worten 22 Millionen Menschen in Deutschland die App installiert, 18 bis 20 Millionen Menschen nutzen sie tatsächlich. Mittlerweile seien mehr als zwei Millionen Laborergebnisse über die App übermittelt worden. Jeder Zwang führe zu einer sehr kontroversen Debatte mit dem Risiko, dass man an Akzeptanz verliere, warnte er.

Zugleich wundere ihn, wie bereitwillig die Menschen in Deutschland und Europa Gesundheitsdaten in den Angeboten der Internetgiganten teilten. Auch rätselt er weiter, wo er sich selbst mit dem Virus infizierte. Alles dazu >>> hier.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister.
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Update, 7. November, 10.05 Uhr: Söder zum kostenlosen Testen: Müssen sehen, ob Kapazitäten reichen

Bayern geht bei Corona-Tests bundesweit einen Sonderweg - doch angesichts von Laboren an der Belastungsgrenze erwägt Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun eine Anpassung. "Wir müssen jetzt sehen, ob bei steigendem Testaufkommen die Kapazitäten weiter ausreichen", sagte er in dem "Spiegel". In Bayern kann sich derzeit jeder ohne Anlass kostenlos testen lassen - allerdings meldeten Labore und Ärzte Engpässe.

Bayern sei ein Transitland, daher sei die offensive Teststrategie nützlich gewesen, sagte Söder. "Der Staat mutet den Bürgern viel zu, daher ist der kostenlose Test ein Service für die Bürger. Besorgte Menschen in Bayern haben das Angebot gern angenommen. Aber wir werden sehen, wie sich die Kapazitäten in den kommenden Wochen entwickeln", so Söder. "Jetzt müssen wir sehen, wie wir die nationale Teststrategie weiterentwickeln." Wichtig sei, dass Deutschland gemeinsam handle. Wie das konkret aussehen soll, sagte Söder nicht.

In dem Doppelinterview zusammen mit dem Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach dieser sich gegen Tests ohne Anlass aus. "Wir können nicht beliebig viel testen, sondern müssen gezielt vorgehen", sagte Tschentscher. "Wer keine Symptome hat, muss in der Regel nicht getestet werden."

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © dpa/Sven Hoppe

Update, 7. November, 10 Uhr: "Querdenken" darf laut OVG doch in Leipziger City demonstrieren

Die Initiative "Querdenken" darf nun doch in der Leipziger Innenstadt gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren. Das Oberverwaltungsgericht Bautzen habe entschieden, dass die Demonstration mit 16.000 Menschen auf dem Augustusplatz stattfinden darf, teilte die Stadt am Samstagmorgen mit. 

Am Freitagabend hatte das Verwaltungsgericht im Eilverfahren die Auflagen der Stadt zunächst bestätigt. Die Stadt wollte die Kundgebung auf die Parkplätze der Neuen Messe außerhalb des Stadtzentrums verlegen.

Für Samstag (13 Uhr) sind insgesamt 27 Demonstrationen, Versammlungen und Kundgebungen in Leipzig angekündigt. Die Polizei bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen "sehr intensiven Einsatz vor, weil auf allen Seiten ein gewisses Radikalisierungspotenzial erkennbar ist". Die Leipziger Polizei wird von der sächsischen Bereitschaftspolizei, von Einsatzkräften aus acht Bundesländern sowie der Bundespolizei und dem Landeskriminalamt unterstützt.

Blick auf den Leipziger Augustusplatz.
Blick auf den Leipziger Augustusplatz.  © dpa/dpa-Zentralbild/Jan Woitas

Update, 7. November, 9.40 Uhr: Sozialpsychologe erklärt Zusammenhang zwischen Corona-Frust und Randalen

Die wiederholten Zusammenstöße zwischen Jugendlichen und der Polizei werden aus Sicht des Sozialpsychologen Rolf van Dick durch die Corona-Auflagen befeuert.

"Ich sehe natürlich den Zusammenhang, dass junge Menschen, denen am Mittwoch oder Donnerstag gesagt wird, ab Montag ist wieder alles zu, noch ein letztes Mal groß feiern wollen und sich dann auch von der Polizei nichts sagen lassen", sagte der Professor für Sozialpsychologie an der Goethe-Universität zu den Ereignissen in Frankfurt am vergangenen Wochenende (TAG24 berichtete).

Dabei spielten zwei Faktoren eine Rolle, sagte der Experte. Welche das sind, erfahrt Ihr >>> hier.

Zahlreiche Polizisten waren am zurückliegenden Wochenende auf der Zeil in Frankfurt im Einsatz.
Zahlreiche Polizisten waren am zurückliegenden Wochenende auf der Zeil in Frankfurt im Einsatz.  © Screenshot Instagram/ffm.aktuell

Update, 7. November, 9 Uhr: Singles in der Pandemie: So hart treffen sie die Kontaktbeschränkungen

Rund jeder Fünfte in Deutschland lebt allein. Für diese Menschen haben Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Maßnahmen eine ganz andere Bedeutung als für Familien.

Viele drohen abzurutschen, in ein schwarzes Loch zu fallen. Da ist sich Monika Wehn sicher. Sie leitet den Freizeitclub Karlsruhe & Region, wo sich Singles meist zwischen 40 und 60 zum Beispiel beim Wandern, bei gemeinsamen Restaurant- oder Theaterbesuchen kennenlernen können. Im Teil-Lockdown mitten in der Corona-Krise bietet sie nun Online-Meditation und Hörgeschichten auf ihrem Blog. "Einfach, um Hoffnung zu geben", sagt Wehn.

Mit welchen Maßnahmen und Tipps sie noch gegen die Einsamkeit in der Pandemie ankämpft, erfahrt Ihr >>> hier.

Monika Wehn, Leiterin des Freizeitclub Karlsruhe & Region, setzt sich für Singles ein.
Monika Wehn, Leiterin des Freizeitclub Karlsruhe & Region, setzt sich für Singles ein.  © Uli Deck/dpa

Update, 7. November, 8.55 Uhr: Mehr als 23.000 neue Corona-Fälle

Bei der Zahl erfasster Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) erneut einen Höchststand verzeichnet. Die Gesundheitsämter meldeten 23.399 neue Fälle binnen 24 Stunden. Dies geht aus Angaben des RKI vom Samstagmorgen hervor. 

Am Tag zuvor waren 21.506 neue Infektionen gemeldet worden - und damit erstmals mehr als 20.000. Die Zahl erfasster Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 130 auf insgesamt 11.226. Schon in den vergangenen Tagen hatte die Zahl mehrfach deutlich über 100 gelegen. Der insgesamt höchste Stand war Mitte April mit 315 gemeldeten Todesfällen binnen eines Tages erreicht worden.

Selbst wenn die Zahl der Neuinfektionen demnächst stagnieren sollte, ist zunächst weiter mit hohen Werten bei den Todesfällen zu rechnen, da diese im Verlauf der Erkrankung, oft erst Wochen nach der Infektion, auftreten. Die Zahl der Ansteckungen wirkt sich darum verzögert auf die Zahl der Todesfälle aus.

Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet.
Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet.  © dpa/dpa-Zentralbild/Hendrik Schmidt

Update, 7. November, 8.10 Uhr: Nord-FDP fordert regionale Lösungen in Corona-Pandemie

Im Kampf gegen das Coronavirus will die FDP im Kieler Landtag wieder stärker zwischen den Ländern differenzieren. "Für uns ist klar, dass die Maßnahmen ab Dezember zielgenauer und damit verhältnismäßiger werden müssen", sagte Fraktionschef Christopher Vogt der Deutschen Presse-Agentur. "Wir werden das Novemberpaket zur Mitte des Monats sehr genau überprüfen, um für die nächsten Monate die richtigen Maßnahmen für Schleswig-Holstein zu erarbeiten." 

Er verstehe den Wunsch von Bund und besonders betroffenen Ländern, jetzt einmal bundesweit durch strikte Kontaktreduzierungen auf die Bremse zu treten. "Aber wir sollten die regionalen Unterschiede ab Dezember unbedingt wieder berücksichtigen, wenn das Infektionsgeschehen es zulässt."

Christopher Vogt (l), FDP-Fraktionsvorsitzender.
Christopher Vogt (l), FDP-Fraktionsvorsitzender.  © dpa/Carsten Rehder

Update, 7. November, 8.05 Uhr: Wanderregion Harz profitiert stark vom Trend zum Inlandstourismus

Der Harz hat als Wanderregion vom Trend zum Inlandstourismus in diesem Jahr stark profitiert. Die Tourismusinformationen in Deutschlands nördlichstem Mittelgebirge registrierten in den vergangenen Monaten selbst an gewöhnlichen Wochentagen volle Wanderparkplätze und teils lange Warteschlangen an den Parkautomaten. 

Der Trend zum Inlandstourismus habe aufgrund der geltenden Corona-Einschränkungen deutlich zugenommen, sagte die Sprecherin des Harzer Tourismusverbandes, Christin Wohlgemuth, der Deutschen Presse-Agentur. "Davon profitiert der zentral gelegene Harz sehr stark."

Zunehmender Beliebtheit erfreut sich bei den Harzgästen der Wanderstempel: An über 200 Orten in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es Stempelstellen, wo sich Outdoorfans einen Abdruck in einen Wanderpass stempeln können. Wer alle 222 Orten passiert hat, darf den Titel "Harzer Wanderkaiser" tragen.

Hoch im Kurs standen in den vergangenen Monaten auch geführte Wanderungen. So wurde das Naturerlebnis-Programm des Nationalparks Harz sehr viel stärker besucht als normalerweise. Das Online-Harz-Tourenportal wurde bis Oktober um 20 Prozent stärker genutzt als im Vorjahreszeitraum. Aktuelle Übernachtungszahlen gibt es noch nicht. 

Zwei Wanderer gehen in der Nähe von Altenau im Oberharz über einen schmalen Wanderweg.
Zwei Wanderer gehen in der Nähe von Altenau im Oberharz über einen schmalen Wanderweg.  © dpa/picture alliance/Swen Pförtner

Update, 7. November, 8 Uhr: Experten: Wirtschaftsfolgen von Corona könnten Migration befeuern

Die schweren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in vielen Ländern Afrikas könnten Experten zufolge die Migration befeuern. Künftig würden sich Treiber der Migration verstärken, sagte Bram Frouws, der Leiter des Rechercheinstituts Mixed Migration Centre, der Deutschen Presse-Agentur. 

"Der Bedarf oder der Wunsch von Menschen auszuwandern wird nur wachsen, aber die Optionen auszuwandern werden womöglich schrumpfen", sagte er. Auch Roland Nwoha von der Organisation Idai Renaissance in der nigerianischen Stadt Benin City sagte, er erwarte in seinem Heimatland "eine riesige Bewegung von Menschen, denn die Pandemie hat in Nigeria so viel Leid und Armut verursacht".

Allerdings könnten sich den Experten zufolge neue Dynamiken und Routen entwickeln. Frouws erwartet in den kommenden Jahren weniger Migration aus den Ländern südlich der Sahara nach Europa, dafür könne sich die Migration innerhalb der Länder oder der Region verstärken - was ohnehin jetzt schon den Großteil der Migration in Afrika ausmache. Zudem würden Schmuggler wegen der Corona-Restriktionen zunehmend neue Routen ausprobieren, sagte Nwoha.

Afrikanische Migranten werden nach ihrer Ankunft an der Küste von der spanischen Polizei zu einer vorübergehenden Unterkunft gebracht.
Afrikanische Migranten werden nach ihrer Ankunft an der Küste von der spanischen Polizei zu einer vorübergehenden Unterkunft gebracht.  © dpa/AP/Javier Bauluz

Update, 7. November, 7.55 Uhr: Kritik an OVG-Entscheidung zu Corona-Verordnung in Niedersachsen

Die Entscheidung des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichtes, Gastronomiebetriebe und Fitnessstudios geschlossen zu lassen, trifft bei unterlegenen Klägern auf harsche Kritik. "Es handelt sich offenbar um eine politische Entscheidung", kritisierte Marcus Bartscht, Anwalt des Betreibers eines Fitnessstudios, der zu den Klägern zählt. Bestätigt werde dieser Verdacht dadurch, dass es zahlreiche fast gleichlautende Entscheidungen anderer Oberverwaltungsgerichte in Deutschland gebe, sagte der Anwalt.

Der Jurist betonte, das Gericht in Lüneburg habe vom Land Niedersachsen Erläuterung zu zahlreichen Fragen der neuen Verordnung eingefordert. Die Antworten darauf seien mehr als oberflächlich gewesen. "Die Entscheidung des Gerichtes ist deshalb überraschend", sagte Bartscht.

Das OVG hatte am Freitag entschieden, dass Fitnessstudios und Gastronomiebetriebe in Niedersachsen vorerst weiter geschlossen bleiben müssen. Anträge darauf, dies zu stoppen, wurden abgelehnt. Mehrere Betreiber hatten sich mit Eilanträgen an das OVG gewandt und geltend gemacht, dass die Schließungen infektionsschutzrechtlich nicht notwendig seien und den allgemeinen Gleichheitssatz verletzten.

Die Verwaltungsgerichtsordnung steht neben Akten im Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) auf einem Tisch.
Die Verwaltungsgerichtsordnung steht neben Akten im Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) auf einem Tisch.  © dpa/Philipp Schulze

Update, 7. November, 7.50 Uhr: Berichte: Trumps Stabschef Mark Meadows mit Coronavirus infiziert

Einer der wichtigsten Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump hat sich Medienberichten zufolge mit dem Coronavirus infiziert. Trumps Stabschef Mark Meadows sei positiv auf das Virus getestet worden, berichteten die Sender CNN und CBS sowie die Zeitung "New York Times" in der Nacht zu Samstag übereinstimmend. 

Das Weiße Haus wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Meadows hatte Trump am Dienstag - dem Tag der Wahl in den USA - bei einem Besuch von Wahlhelfern in Arlington bei Washington begleitet. Die "New York Times" berichtete, Meadows Test sei am Mittwoch positiv ausgefallen.

Trump hat im Wahlkampf entgegen Empfehlungen von Gesundheitsexperten Massenkundgebungen mit Tausenden Anhängern abgehalten. Die meisten Unterstützer folgten dem Beispiel des Präsidenten und trugen keine Masken. Trump selbst war Anfang Oktober auf das Coronavirus getestet und wegen seiner Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt worden. 

Mark Meadows, Stabschef im Weißen Haus.
Mark Meadows, Stabschef im Weißen Haus.  © dpa/AP/Patrick Semansky

Update, 7. November, 7.45 Uhr: Eintracht-Manager Bobic will Zuschauer-Rückkehr in die Stadien

Sportvorstand Fredi Bobic vom Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt wünscht sich eine schnelle Rückkehr zu Spielen mit Zuschauern. "Mein Eindruck ist, dass sich der überwältigende Teil der Bevölkerung bislang vorbildlich an die Verordnungen gehalten hat. Jetzt darf die Politik es nicht überdrehen, sonst werden die Maßnahmen immer mehr infrage gestellt", sagte Bobic im Interview der "Stuttgarter Zeitung" und der "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag).

Unter den insgesamt 207.000 Zuschauern an den ersten drei Spieltagen der ersten und zweiten Liga sei kein einziger nachgewiesener Corona-Fall gewesen. Trotzdem seien die Stadien "von heute auf morgen wieder dichtgemacht" worden, erklärte Bobic vor dem Spiel der Eintracht bei seinem früheren Club VfB Stuttgart am Samstag (15.30 Uhr/Sky). Die Politik müsse daher die Verhältnismäßigkeit ihrer Maßnahmen hinterfragen.

Frankfurts Sport-Vorstand Fredi Bobic steht vor einem Spiel im Stadion.
Frankfurts Sport-Vorstand Fredi Bobic steht vor einem Spiel im Stadion.  © dpa/Uwe Anspach

Update, 7. November, 7.40 Uhr: Corona-Einschränkungen treffen Thermen - Hilfe gefordert

Dem Bäderland Baden-Württemberg droht aus Sicht des Heilbäderverbands der Abstieg. "Noch ist Baden-Württemberg mit seinen 56 höher prädikatisierten Heilbädern und Kurorten das Bäderland Nummer eins in Deutschland", betonte Verbandspräsident Fritz Link. Doch ohne massive finanzielle Unterstützung drohe ein Sterben der Standorte, darunter 35 mit Thermal- und Mineralbädern. 

Die Thermen verzeichnen laut Verband coronabedingte Umsatzverluste von insgesamt über 52 Millionen Euro. Mit jedem weiteren Monat Schließung sei mit jeweils mit 17 Millionen Euro Einbußen zu rechnen.

Damit seien die Kommunen als Besitzer der Thermen überfordert. Die von der Landesregierung zur Unterstützung der Mineral-/Thermalbäder vorgesehenen 15 Millionen Euro müssten unverzüglich fließen. Dies könne aber nur die erste Tranche sein, sagte Link. Unbedingt notwendig sei auch die Teilhabe der Thermen an Überbrückungshilfen des Bundes - andernfalls drohten Schließungen und langjährige Investitionsstaus.

Eine Befragung nach dem ersten Lockdown ergab, dass in der Hälfte der Thermen der Betrieb mittel- bis langfristig nicht gesichert ist. Vor der Corona-Krise verzeichneten sie durchschnittlich 720.000 Besucher pro Monat, davon 30 Prozent aus medizinisch-therapeutischem Anlass, 70 Prozent zur Entspannung und Erholung. Die Besucherzahlen hatten sich nach der ersten Schließung halbiert.

Blick in eine Therme.
Blick in eine Therme.  © dpa/dpa-Zentralbild/Martin Schutt

Update, 7. November, 7.35 Uhr: Neue Corona-Schnelltests laufen in ersten Ländern an

Zum Schutz vor Infektionen besonders in Pflegeheimen und Kliniken läuft der Einsatz neuer Corona-Schnelltests an. In ersten Bundesländern können die ergänzenden Testmöglichkeiten nach Angaben der zuständigen Ministerien bereits verwendet werden, teils sind Vorbereitungen dafür geplant. 

Für November hat der Bund zunächst neun Millionen Tests über Abnahmegarantien bei Herstellern gesichert, damit die Länder oder Einrichtungen sie kaufen können. Dieses monatliche Kontingent soll schrittweise auf 22 Millionen Schnelltests im Januar anwachsen, wie es vom Bundesgesundheitsministerium hieß.

Sachsen-Anhalt hat erste Heime und Kliniken mit Tests ausgestattet. Das Land will insgesamt 500.000 Tests beschaffen. In Bayern sind bisher 464.000 Schnelltests an 67 Kommunen verteilt worden. Insgesamt hat das Land 10,5 Millionen Tests geordert - als Reserve bei hoher Nachfrage.

In Brandenburg erklärte das Ministerium: "Die Schnelltests werden noch nicht flächendeckend eingesetzt, einzelne Einrichtungen nutzen sie aber schon." Auch in Schleswig-Holstein setzen nach Angaben des Sozialministeriums erste Einrichtungen Schnelltests ein. "Insgesamt ist die Beschaffung der Tests derzeit im Aufbau." In Sachsen gibt es ebenfalls bereits Schnelltests, die Einrichtungen selbst beschaffen.

Laut einer Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die seit Mitte Oktober gilt, können die neuen Schnelltests vor allem in Kliniken und Pflegeheimen auf breiter Front kommen. Dies soll dazu beitragen, Bewohner, Personal und Besucher besser zu schützen. 

Ein Mann hält einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus in einem Pflegeheim in den Händen.
Ein Mann hält einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus in einem Pflegeheim in den Händen.  © dpa/Hauke-Christian Dittrich

Update, 7. November, 7.30 Uhr: 2,5 Millionen Euro für Ausfälle der Veranstaltungsbranche geplant

Schausteller, Caterer, Licht- und Tontechniker: Das Thüringer Wirtschaftsministerium will der von der Corona-Pandemie gebeutelten Veranstaltungsbranche unter die Arme greifen. Dafür wolle sich das Land an Ausfallkosten beteiligen, die entstehen, wenn Veranstaltungen oder Messen wegen verschärfter Infektionsschutzmaßnahmen abgesagt werden müssen. 

Dafür seien vorerst rund 2,5 Millionen Euro aus den Mitteln der Corona-Hilfen des Landes eingeplant, hieß es aus dem Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Dabei gehe es zunächst um Veranstaltungen, die bis zum 21. Juni 2021 stattfinden sollen.

Bis zu 80 Prozent von bereits angefallenen Ausgaben für ein geplantes Event könnten so abgedeckt werden, maximal aber nicht mehr als 100.000 Euro pro Veranstaltung. Voraussetzung sei, dass die Kosten durch eine Absage wegen verschärfter Corona-Maßnahmen quasi nutzlos geworden sind. Anspruch auf Absicherung solle es ab Dezember geben.

Besucher sind in einer Messehalle der Elektronikmesse IFA unterwegs. In diesem Jahr musste die IFA abgesagt werden.
Besucher sind in einer Messehalle der Elektronikmesse IFA unterwegs. In diesem Jahr musste die IFA abgesagt werden.  © dpa/dpa-Zenralbild/Jens Büttner

Update, 7. November, 7.25 Uhr: Mehr Schüler und Lehrer in Corona-Quarantäne

Die tägliche Quote von hessischen Lehrern und Schülern in Corona-Quarantäne ist mit den steigenden Infektionszahlen gewachsen. Zuletzt mussten rund drei Prozent der Schüler und knapp vier Prozent der Lehrer wegen behördlicher Anordnungen zu Hause bleiben (Stand: 4. November). 

Beide Werte hätten noch bis zu den Herbstferien dauerhaft unter einem Prozent gelegen, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Wiesbaden auf dpa-Anfrage. Sie seien erst nach dem starken Anstieg der Infektionszahlen in ganz Deutschland angewachsen.

Die Kommunen vor Ort entscheiden, wer alles nach einem positiven Test in der Schulgemeinschaft in Quarantäne muss. "Eine Übersicht der Maßnahmen durch die Gesundheitsämter haben wir nicht", erklärte der Ministeriumssprecher. In der Regel werde für einzelne Schüler, ganze Klassen oder Lerngruppen Quarantäne verhängt.

Dass eine ganze Schule geschlossen wird, ist dagegen eher selten: Zum Stichtag 3. November waren in Hessen insgesamt vier der 1795 Schulen wegen coronabedingter Quarantänevorgaben geschlossen. Insgesamt waren es nach Ministeriumsangaben seit Schuljahresbeginn 29. "Wir hoffen, dass durch die neue Maskenpflicht im Unterricht weniger Kinder in Quarantäne geschickt werden", sagte der Sprecher.

In einem Gymnasium liegt während einer Unterrichtsstunde einer zehnten Klasse ein Mund-Nasen-Schutz auf dem Tisch einer Schülerin.
In einem Gymnasium liegt während einer Unterrichtsstunde einer zehnten Klasse ein Mund-Nasen-Schutz auf dem Tisch einer Schülerin.  © dpa/Uli Deck

Update, 7. November, 7.20 Uhr: Regierung zu Karnevals-Ausfall: Laut Studie drohen Millionenverluste

Durch den Ausfall des Straßenkarnevals wegen der Corona-Pandemie drohen in NRW hohe Millionenverluste. Das Wirtschaftsministerium hält sich in einem Bericht an den Landtag zwar mit eigenen Prognosen zurück, verweist aber unter anderem auf eine Studie zur finanziellen Bedeutung des Karnevals für Köln.

"Besonders das Beherbergungs- und Gaststättengewerbe, aber auch die Karnevalsausstatter werden von den Einschränkungen in der anstehenden Karnevalsaison betroffen sein", leitet die Landesregierung ihre Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion ein.

Inwieweit Hotels betroffen sein werden, dazu will das Wirtschaftsministerium keine NRW-weite Schätzung abgeben, "da das Karnevalsgeschehen regional sehr unterschiedlich ausgeprägt ist." Die Regierung verweist in ihrem Bericht aber auf eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting und der FH Köln: Demnach hat das Hotelgewerbe in der Domstadt während der Session 2017/2018 rund 63 Millionen Euro eingenommen - 10 Prozent ihres Jahresumsatzes.

Kölner Kneipen könnte es noch härter treffen: Sie erwirtschafteten laut der gleichen Studie "an den wesentlichen fünf Karnevalstagen bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes", heißt es von der Regierung. Insgesamt habe der Umsatz im Kölner Kneipenkarneval in der besagten Session bei 182 Millionen Euro gelegen.

Was Kostüme angeht, stellt das Wirtschaftsministerium lediglich fest, dass "voraussichtlich deutlich weniger Kostüme und Accessoires verkauft werden als in den Vorjahren." Wie hoch der Umsatzverlust tatsächlich sein werde, könne weder die Landesregierung noch der Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie vorhersagen.

Zur Frage der SPD, wie viele Jobs das Karnevals-Aus kosten könnte, verweist das Ministerium erneut auf die Studie von Boston Consulting und FH Köln: Demnach konnten in der Stadt "6500 Arbeitsplätze dem Karneval zugeordnet werden."

Hinter Kameraleuten ist ein Werbeplakat mit Schauspielerin und Moderatorin Janine Kunze und der Aufschrift: "Am 11.11. feiere ich nicht" zu sehen.
Hinter Kameraleuten ist ein Werbeplakat mit Schauspielerin und Moderatorin Janine Kunze und der Aufschrift: "Am 11.11. feiere ich nicht" zu sehen.  © dpa/Oliver Berg

Update, 7. November, 7.15 Uhr: Umfrage: Mehrheit der Thüringer für Kontaktbeschränkungen

Die Mehrheit der Thüringer befürwortet die Verschärfung der Kontaktbeschränkungen im Teil-Lockdown. 62,1 Prozent der Befragten sprachen sich für die Beschränkungen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus aus, wie aus einer von den Zeitungen von Funke Medien Thüringen (Samstag) in Auftrag gegebenen repräsentativen Erhebung hervorgeht. 

27,4 Prozent lehnten die Maßnahmen ab. In Thüringen dürfen sich aktuell maximal zehn Mitglieder von zwei Haushalten in der Öffentlichkeit treffen. Das Meinungsforschungsinstitut Insa Consulere befragte von Montag bis Donnerstag 1032 Thüringer ab 18 Jahren.

Die erneute Schließung von Gaststätten, Restaurants und Hotels im Teil-Lockdown stieß bei der Mehrheit auf Ablehnung. 56,9 Prozent der Befragten sprachen sich gegen eine Schließung von Gaststätten und Restaurants aus. 30,3 Prozent befürworteten die Maßnahmen. Mit der Schließung von Hotels waren 49,6 Prozent nicht einverstanden.

Mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung "eher zufrieden" zu sein gaben 40,2 Prozent an, 10,6 Prozent waren sogar "sehr zufrieden". 21,9 Prozent waren aber "sehr unzufrieden". Besser fiel das Ergebnis für die Thüringer Landesregierung aus: 13,2 Prozent gaben an, "sehr zufrieden" zu sein, 43,4 Prozent waren "eher zufrieden". 16,1 Prozent der Befragten zeigten sich "sehr unzufrieden".

Zettel mit den Hinweisen "Bitte Abstand halten!" und "Beachten Sie den Sicherheitsabstand auch beim Anstellen!" sind mit Klebeband behelfsmäßig am Domplatz angebracht.
Zettel mit den Hinweisen "Bitte Abstand halten!" und "Beachten Sie den Sicherheitsabstand auch beim Anstellen!" sind mit Klebeband behelfsmäßig am Domplatz angebracht.  © dpa/dpa-Zentralbild/Martin Schutt

Update, 7. November, 7.10 Uhr: Gewerkschaft: Corona ängstigt Polizisten

Die drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen und die vielen Kontrolleinsätze in Rheinland-Pfalz machen nach Gewerkschaftsangaben Polizisten im Dienst "schon etwas Angst". Das sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Sabrina Kunz, der Deutschen Presse-Agentur. Immerhin bekämen nun alle rheinland-pfälzischen Polizisten im Außendienst zusätzlich bessere Masken. Diese FFP2-Masken sollen sie wirksamer vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus als ihre bisherigen blauen Stoffmasken schützen.

"Nach meinen mir vorliegenden Informationen hat das Land 25.000 FFP2-Masken für die Polizei gekauft", erklärte Kunz. Die Ausgabe habe teils gestockt, solle nun aber beschleunigt werden. "Bislang wurden FFP2-Masken nur bei bestimmten Einsätzen eingesetzt, zum Beispiel bei Todesermittlungen", sagte die GdP-Landesvorsitzende. Die drei Stoffmasken aller Polizisten sollten zudem ersetzt werden.

Inklusive ihrer Verwaltungsbeamten und Angestellten habe die Polizei in Rheinland-Pfalz rund 13.000 Beschäftigte, von denen etwa 4500 auch im Außendienst seien. Das Innenministerium betont: "Die Gesundheit der Mitarbeiter und die Reduzierung von Infektionsgefahren sind zur Gewährleistung der Funktionsfähigkeit der Polizei von höchster Priorität." 

Schon in der ersten Corona-Welle im Frühling seien Streifenwagen mit Schutzanzügen und -handschuhen, FFP2-Masken, Überziehschuhen und Vollschutzbrillen ausgestattet worden. Verstärkt wird nach Worten von Kunz jetzt aber auch die Corona-Teststrategie bei Polizisten: "Es soll mehr Schnelltests geben, um rascher Ergebnisse zu haben."

Polizisten sollen neue Masken erhalten.
Polizisten sollen neue Masken erhalten.  © dpa/dpa-Zentralbild/Robert Michael

Update, 7. November, 7.05 Uhr: Weihnachtsbäume werden wohl teurer

Weihnachtsbäume werden in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen voraussichtlich teurer - der Preis für die Nordmann-Tanne dürfte von 18 bis 23 Euro pro laufendem Meter auf etwa 20 bis 25 Euro steigen, sagte der Vorsitzende des entsprechenden Fachbereichs im NRW-Landesverband Gartenbau, Eberhard Hennecke. Grund seien zusätzliche Ausgaben für Corona-Auflagen wie Desinfektion, extra Personal und besonders große Verkaufsflächen. Hinzu komme der alljährliche Kostenanstieg.

Dennoch erwarte der Verband eine rege Nachfrage. "Schon jetzt ist das Interesse groß, viele fragen schon nach Bäumen", sagte Hennecke, der in Sundern im Sauerland einen Forstproduktebetrieb führt. Angesichts der Corona-Bedrohung wollten viele Menschen es sich offensichtlich im eigenen Wohnzimmer mit einem Baum gemütlich machen. Urlaube fielen ja weitgehend weg.

Aus dem Sauerland kommen etwa ein Drittel aller Weihnachtsbäume bundesweit. Über 80 Prozent der Bäume entfielen auf die besonders beliebte Nordmanntanne mit ihren weichen und festen Nadeln, sagte der Forstwirt.

Nordmanntannen, die als Weihnachtsbäume verkauft werden sollen, stehen nebeneinander auf einem Hang.
Nordmanntannen, die als Weihnachtsbäume verkauft werden sollen, stehen nebeneinander auf einem Hang.  © dpa/Caroline Seidel

Update, 7. November, 7 Uhr: Karliczek will Pandemiehilfen für Studenten auch im Wintersemester

Studenten, die wegen der Corona-Pandemie ihren Nebenjob verloren haben, sollen nach dem Willen von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek auch im Wintersemester finanziell unterstützt werden. "Wir sind uns mit dem Deutschen Studentenwerk einig, dass wir die bewährte Überbrückungshilfe für Studierende in pandemiebedingten Notlagen im November wiederaufleben lassen", sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post" (Samstag). "Ich kann mir vorstellen, dass die Überbrückungshilfe aber auch darüber hinaus bis zum Ende des Wintersemesters weiterläuft."

In der Corona-Krise hatte das Bildungsministerium die Überbrückungshilfe ins Leben gerufen, die nicht zurückgezahlt werden muss. Sie wurde von Juni bis September an diejenigen ausgezahlt, die mit Kontoauszügen nachweisen konnten, dass sie in einer pandemiebedingten Notlage sind, etwa weil regelmäßige Zahlungen aus Jobs ausblieben. Gezahlt wurden 100 bis maximal 500 Euro pro Monat.

Karliczek sagte der Zeitung: "Wir lassen die Studierenden in dieser Pandemie nicht allein." Die Überbrückungshilfe gebe den Studenten und Studentinnen, "die ihre Jobs verloren haben und die auch in den nächsten Monaten womöglich nicht so rasch neue Erwerbsmöglichkeiten aufgrund der Pandemie finden", eine gewisse Sicherheit.

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung.
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung.  © dpa/Christoph Soeder

Update, 7. November, 6.55 Uhr: Ärztegewerkschaft: Corona-Infizierte in Hotelzimmer unterbringen

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund plädiert dafür, dass positiv auf das Coronavirus Getestete ihre Quarantäne auch in einem Hotelzimmer verbringen können. Das Angebot solle freiwillig sein und nur für Menschen gelten, die keine oder nur schwache Symptome haben, sagte die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

Eine solche Regelung könne die Infektion von Familienmitgliedern verhindern und nütze nebenbei auch Hotels und Pensionen, die in der Krise kaum Einnahmen haben. Die Kosten für die Unterbringung müsse der Staat übernehmen.

"Die Zahl derjenigen, die sich zu Hause bei infizierten Familienmitgliedern oder Mitbewohnern anstecken, steigt rapide", begründete Johna ihren Vorschlag. 

Für viele Infizierte sei es schwer, sich zu Hause zu isolieren. "Wenn man zu viert auf 80 Quadratmetern wohnt, ist es oft kaum möglich, sich wirklich abzusondern", betonte Johna. "Beengte Wohnverhältnisse gefährden den Erfolg der Quarantäne."

Ein Zimmerschlüssel hängt in einem Gästehaus vor einem Bett im Türschloss.
Ein Zimmerschlüssel hängt in einem Gästehaus vor einem Bett im Türschloss.  © dpa/Swen Pförtner

Update, 7. November, 6.50 Uhr: Mehr als 500 Verfassungsbeschwerden wegen Corona in Karlsruhe

Gegen den wegen Corona geltenden Teil-Lockdown liegen beim Bundesverfassungsgericht bislang vier Verfassungsbeschwerden und zwei Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung vor. Nach Angaben der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag) zählte das Gericht in Karlsruhe zum Thema Corona bisher insgesamt 518 Verfassungsbeschwerden. 

331 seien in Karlsruhe eingegangen, aber nicht weiter verfolgt worden. Das Gericht habe sich bislang mit 187 Verfassungsbeschwerden und 53 isolierten Anträgen auf Erlass einer einstweiligen Anordnung befasst. Ein Gerichtssprecher bestätigte die Zahlen am Freitag im Wesentlichen auch der Deutschen Presse-Agentur.

Aussenaufnahme des Bundesverfassungsgerichts.
Aussenaufnahme des Bundesverfassungsgerichts.  © dpa/Uli Deck

Update, 7. November, 6.45 Uhr: Söder: "Der Lockdown light wird wirken"

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die derzeitigen coronabedingten Einschränkungen Wirkung zeigen. "Der Lockdown light wird wirken. Die Medizin ist bitter, aber notwendig. Ich hoffe, die Dosis reicht", sagte der CSU-Chef der "Rheinischen Post" (Samstag). 

Er rief die Bürger zugleich auf, "Geduld zu bewahren. Wir brauchen mindestens zwei Wochen, um den Erfolg der Maßnahmen bewerten zu können. Es wäre falsch, die Therapie frühzeitig abzubrechen." Der Ministerpräsident betonte zugleich, Deutschland habe den "mildesten Lockdown, den es derzeit in Europa gibt".

Die Ängste der Bürger in Deutschland, sich mit dem Virus zu infizieren, sind einer Forsa-Befragung im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums zufolge gestiegen. So waren im Juni 8 Prozent sehr und 58 Prozent der Menschen etwas besorgt, sich selbst zu infizieren. Im Oktober sind 18 Prozent sehr und 67 Prozent etwas besorgt, berichtet die "Rheinische Post" unter Berufung der ihr vorliegenden Studie.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa


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