Täglich bis zu 15 Bier! Besoffener Busfahrer war schon viermal beim "Idiotentest"

Dresden - Bloß nicht drüber nachdenken, was hätte passieren können! Claus K. (46) fuhr besoffen im Daewoo durch Hellerau, rammte Zäune und überfuhr beinahe ein Ehepaar. Als die Polizei ihn mit 3,44 Promille stoppte, schmetterte er den Beamten entgegen: "Ich muss zum Dienst. Ich fahre die Linie 94." Der Busfahrer wurde sofort aus dem Verkehr gezogen und hockte am Donnerstag vorm Amtsrichter.

Claus K. (46) kassierte am Amtsgericht eine Strafe und ist seinen Führerschein vorerst los.
Claus K. (46) kassierte am Amtsgericht eine Strafe und ist seinen Führerschein vorerst los.  © Peter Schulze

"Ich trank ein oder zwei Feierabendbierchen. An mehr erinnere ich mich nicht. Aber ich habe ein Alkoholproblem", gab Claus zu. Seit Jahren fällt der gelernte Maurer und ehemaliger Unteroffizier wegen Verkehrsdelikten auf, musste schon viermal zur MPU, vulgo "Idiotentest".

Dennoch: Bei einem Subunternehmen der DVB bekam er Mitte 2018 einen Job als Busfahrer! "Aber dann hatte ich einen Rückfall", so der Trinker, der täglich bis zu 15 Bier kippte.

Im Januar 2019 rammte er im Daewoo am Bauernweg Zäune und ein Firmenschild, fuhr dann auf dem Fußweg. "Meine Frau und ich sprangen im letzten Moment in eine Auffahrt", so Spaziergänger Ronald S. (50) "Sonst hätte er uns überfahren." Claus K. wurde in Busfahrer-Uniform und mit zwei Flaschen Bier in der Tasche im Hechtviertel gestoppt. Seinen Job war er sofort los, den Führerschein kassierten die Beamten ebenfalls sofort ein.

Der Richter verurteilte den Suff-Fahrer zu acht Monaten Haft (auf Bewährung). Die Fahrerlaubnis ist für drei Jahre weg und seinen Daewoo muss der Täter verkaufen, sonst wird er eingezogen.

"Bei uns gilt grundsätzlich null Promille und null Toleranz", so Anja Ehrhardt von der DVB. "Unsere Fahrer werden ständig und unangemeldet getestet. Auch die der Subunternehmer." Allerdings hat die DVB bei den Einstellungsverfahren der Subunternehmen keinen Einfluss. Sonst hätte Claus K. vermutlich den Job gar nicht erst bekommen ...

Beinahe wäre der Suff-Fahrer auf der Linie 94 unterwegs gewesen.
Beinahe wäre der Suff-Fahrer auf der Linie 94 unterwegs gewesen.  © Peter Schulze

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