Totenkopf-Flagge: FC St. Pauli steht auf britischer Anti-Terror-Liste!

Hamburg – Es ist wohl eines der bekanntesten Logos weltweit: Der Totenkopf vom FC St. Pauli. Doch dieses Symbol ist den Kiezkickern nun zum Verhängnis geworden. Sie sind auf einer Anti-Terror-Liste der britischen Polizei gelandet.

Ein Fan schwenkt eine Fahne mit dem Totenkopf-Logo.
Ein Fan schwenkt eine Fahne mit dem Totenkopf-Logo.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Demnach wird der Verein von der Organisation namens "Counter Terrorism Policing", einem nationalen Netzwerk zur Terrorismusbekämpfung in Großbritannien, als potenziell "linksextrem" eingestuft.

Grund dafür ist das Totenkopf-Logo der Zweitligisten, das als linksextremistisch eingestuft wird.

Auf der Liste steht der FC St. Pauli neben militanten Neonazi-Gruppierungen wie "Combat 18" oder "National Action" oder den kurdischen Milizen YPG und YPJ.

Doch nicht nur die Aufführung des Kiezklubs sorgt für Aufregung, auch stehen auf der Liste die Logos von Greenpeace, Extinction Rebellion und verschiedenen Tierschutzorganisationen, wie Peta.

Abwehrspieler James Lawrence (27) teilte die Liste am Morgen auf Instagram.

Dazu gab der Waliser ein klares Statement ab: "Alles, was ich sagen kann ist, dass ich stolz bin auf mein Team und auf das, wofür es steht. Stolz auf die Werte, die wir haben. Stolz darauf, für St. Pauli zu spielen - antifaschistisch, antirassistisch, antisexistisch und antihomophob. Was kann man daran nicht mögen?"

Auch der FC St. Pauli twitterte die Reaktion des Kiezkickers. "Dem ist nichts hinzuzufügen", hieß es vom Verein.

Update, 19.15 Uhr: Polizei äußert sich

Die britische Organisation zur Terrorismusbekämpfung hat nun den Medienberichten widersprochen: "Wir betrachten diese Gruppen nicht als extremistisch, wir betrachten sie nicht als Bedrohung für die nationale Sicherheit", teilte Sprecher Dean Haydon auf der Website der Behörde mit.

Zuvor hatte die Zeitung "Guardian" über die Liste berichtet, auf der neben Symbolen von Neonazi-Gruppierungen auch die von Greenpeace oder Extinction Rebellion auftauchen.

"Wir stellen diese Dokumente her, um Einsatzkräften und anderen Kollegen dabei zu helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen", hieß es in der Erklärung weiter. Ziel der Liste sei es, die Unterschiede zwischen Zeichen und Symbolen deutlich zu machen. "Es ist nötig, dass unsere Anti-Terrorismus-Polizei, Einsatzkräfte und Partner verstehen, zu welchen Organisationen Leute gehören, und was ihre Ziele und Aktivitäten sind - rechtmäßig oder anderweitig."

Hayden wies zudem darauf hin, dass die Liste explizit klarstelle, dass viele der Gruppen, deren Symbole auf der Liste sind, für die Anti-Terrorismus-Arbeit nicht relevant seien und die Mitgliedschaft in diesen Gruppen in keiner Weise auf Kriminalität hindeute. "Etwas anderes zu unterstellen, ist nicht hilfreich und irreführend."

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