Die ARD hat's wieder getan! AfD-feindliche Parole im Tatort gezeigt

Kiel - In dem am Sonntag gezeigten Tatort aus Kiel birgt eine kurze Szene wieder politischen Sprengstoff.

Kommissarin Mila Sahin (Almila Bagriacik) läuft in einer Tatort-Szene an einem Verteilerkasten mit dem Graffito "FCK AFD" vorbei.
Kommissarin Mila Sahin (Almila Bagriacik) läuft in einer Tatort-Szene an einem Verteilerkasten mit dem Graffito "FCK AFD" vorbei.  © Screenshot/ARD Mediathek

Eigentlich geht es in der Tatort-Folge "Borowski und das Glück der Anderen" um eine ruhige Vorstadtsiedlung, einen Lottogewinn, Neid, Nicht-Anerkennung und natürlich das Aufklären eines Mordes (TAG24 berichtete). Das Ganze ging relativ ruhig vonstatten... Dennoch haben 7,72 Millionen Zuschauer am Sonntagabend eingeschaltet, was der ARD die höchste Quote zur Primetime brachte.

Einigen Zuschauern ist dabei eine sehr kurze Szene aufgefallen, in der eine Anti-AfD-Parole zu sehen ist.

Ermittlerin Mila Sahin, gespielt von der 28-jährigen Almila Bagriacik, läuft an einem Stromkasten vorbei, auf dem ein gespraytes "FCK AFD" steht, was so viel heißt wie "F*ck AfD".

Das erinnert an den Eklat um eine Folge des Polizeiruf 110 aus Rostock vor wenigen Monaten (TAG24 berichtete). Dort war kurz im Hintergrund unter anderem ein "FCK AFD"-Aufkleber im Ermittlerbüro zu sehen.

Daraufhin empörten sich AfD-Politiker über angeblich "gebührenfinanzierte Werbung für die Antifa und linke Politik".

Der NDR reagierte damals und bereinigte die Szenen, sodass sie seitdem in der Mediathek nicht mehr zu sehen sind (TAG24 berichtete).

Die Schauspielerin Almila Bagriacik ist bereits das zweite Mal als neue Ermittlerin an der Seite von Axel Milberg im Tatort aus Kiel zu sehen.
Die Schauspielerin Almila Bagriacik ist bereits das zweite Mal als neue Ermittlerin an der Seite von Axel Milberg im Tatort aus Kiel zu sehen.  © dpa/Christophe Gateau

Im Gegensatz zur lautstarken Diskussion nach dem Polizeiruf dominieren nun allerdings hämische Kommentare von AfD-Gegnern in den sozialen Netzwerken.

"Nettes Graffiti auf dem Schaltkasten an der Straße. Und bloß nicht einknicken wie der '110er'", kommentiert ein Zuschauer auf Facebook.

"Wittere Zoff von der AfD", twittert ein anderer. "Werden die wieder Zensur fordern?", fragt er weiter bezogen auf AfD-Politiker.

Doch die bleiben bisher erstaunlich ruhig, dabei ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk doch oft Ziel ihrer Angriffe.

Andere Nutzer mutmaßen im Internet von Rache der ARD für die zensierte Polizeiruf-Folge und gratulieren dazu.

Davon kann allerdings keine Rede sein. Der NDR hat den Borowski-Fall Monate bereits vor dem Eklat gedreht. Die Dreharbeiten fanden übrigens in Kiel und im Kreis Herzogtum Lauenburg statt.

Ob das Graffito absichtlich in der Tatort-Folge auftaucht, ist völlig unklar, es kann durchaus unbeabsichtigt in den Krimi gerutscht sein. Im öffentlichen Raum sind Schmierereien schließlich keine Seltenheit.

Titelfoto: dpa/Christophe Gateau, Screenshot/ARD Mediathek

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