Nach KI-Skandal im "heute journal": ZDF beruft Korrespondentin ab

Mainz - Nach dem Skandal-Bericht über Festnahmen der US-Einwanderungsbehörde ICE im "heute journal" hatte das ZDF angekündigt, die Fehler vom Sonntagabend umfänglich aufzuarbeiten. Nun folgten erste Konsequenzen. New-York-Korrespondentin Nicola Albrecht (50) wurde mit sofortiger Wirkung abberufen.

Nach einer Überprüfung zog das ZDF erste personelle Konsequenzen.
Nach einer Überprüfung zog das ZDF erste personelle Konsequenzen.  © Monika Skolimowska/dpa

Der Sender räumte Verstöße gegen ZDF-Richtlinien und journalistische Standards ein.

Die Korrespondentin hatte für die Redaktionen "Mittagsmagazin" und "heute journal" über die Angst von Kindern unter anderem in New York vor den Festnahmen der amerikanischen ICE-Behörde berichtet.

Der Beitrag für das "Mittagsmagazin" wurde am Freitag, 13. Februar, gesendet und war nicht zu beanstanden. Dieser Bericht wurde von der Korrespondentin für das "heute journal" vom 15. Februar angepasst.

Nicht gekennzeichnet: ZDF entfernt KI-Bilder aus "heute journal"-Beitrag
TV & Shows Nicht gekennzeichnet: ZDF entfernt KI-Bilder aus "heute journal"-Beitrag

In der neuen Fassung verwendete sie zwei Videoszenen aus dem Netz. Davon stammte eine Szene aus einem völlig anderen Kontext (Festnahme in Florida 2022), die andere Szene war KI-generiert.

Das KI-generierte Material hätte ohne journalistische Begründung und ohne Einordnung gemäß der internen Regeln des ZDF zur Verwendung von KI-generiertem Material nicht verwendet werden dürfen.

Erforderliche Überprüfung fehlte

Eine nach journalistischen Standards erforderliche Überprüfung der anderen Videoszene und ihres Ursprungs ist nicht erfolgt. Der Schlussredaktion des "heute journals" hätte bei der Abnahme des Beitrags die KI-generierte Bildsequenz auffallen müssen.

ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten: "Der Schaden, der durch die Missachtung journalistischer Regeln entstanden ist, ist groß. Es geht im Kern um die Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung. Wir erarbeiten zurzeit einen Maßnahmenkatalog, um mit aller Konsequenz sicherzustellen, dass die hohen journalistischen Standards, denen wir verpflichtet sind, jederzeit und uneingeschränkt eingehalten werden."

Titelfoto: Monika Skolimowska/dpa

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