Bares für Rares: Wegen dieser Rarität wird Fabian Kahl "bedroht"

Köln – Der 57-jährige Holger Maertz aus Schwerin hat für die Händler von "Bares für Rares" einen sogenannten Schafferstab mitgebracht. Dieses hölzerne Zunft-Zepter aus dem Jahr 1770 bringt Fabian Kahl um ein Haar in Gefahr.

Der Schaffer- oder Zunftstab von 1770 sieht für Horst Lichter wie ein Spielzeug aus.
Der Schaffer- oder Zunftstab von 1770 sieht für Horst Lichter wie ein Spielzeug aus.  © ZDF/Bares für Rares

Ein Zunftstab war in der guten alten Zeit dafür da, dass bei Zunft-Treffen der Vorsitzende für Ruhe sorgen konnte und war gleichzeitig das Symbol für Autorität.

Wer den Stab hatte, hatte sozusagen die Macht. Ähnlich einem Königszepter.

So einen Schaffer, Zunft- oder Regimentsstab hat der Schweriner Holger im Gepäck.

Moderator und sprechender Schnauzbart Horst Lichter hält das gute Stück erst einmal für ein Spielzeug, wird aber von Experte Detlev Kümmel direkt aufgeklärt.

Holgers Mitbringsel ist eine Hinterlassenschaft seiner Tischlerfamilie. Experte Kümmel freut sich, dass jemand bereit ist, so einen Stab aus dem privaten Besitz abzugeben. Es gäbe zwar viele Exponate in Museen, im freien Handel sei dies jedoch eine absolute Rarität.

Bei Holgers Stab handelt es sich um ein eher einfach gehaltenes Stück, ein Grund für den kochenden Oberlippenbart noch ein weiteres "Spielzeug!" einzuwerfen. Für Kümmel ist die Einfachheit ein Hinweis darauf, dass der Stab eher in einer Gesellen-Gesellschaft als in einer Meisterzunft zur Anwendung kam.

Holger wäre mit zwanzig Euro zufrieden, wird aber von Hotte und Detti darauf hingewiesen, dass dieser Preis unverschämt niedrig wäre. Die Schätzung sieht diesen Würdenträger-Stock bei 250 bis 300 Euro.

Händler Meyer schwingt das Zepter

Händler Daniel Meyer schwingt im Scherz das Zepter um die anderen vom Bieten abzuhalten.
Händler Daniel Meyer schwingt im Scherz das Zepter um die anderen vom Bieten abzuhalten.  © ZDF/Bares für Rares

Im Händlerraum gibt das hölzerne Kleinod Rätsel auf. Ist es ein "Spielzeug" (Susanne Steiger)? Ist es eine "Nockenwelle aus Holz" (Walter Lehnertz)? Ist es Superman (unwitziger Autor dieser Zeilen)?

Die Auflösung der Frage erfreut die Händler genauso wie der Erhaltungszustand des immerhin mehr als 300 Jahre alten Stabes.

Das Startgebot liegt bei bescheidenen achtzig Euro. Aber Julian Schmitz-Avila, Daniel Meyer und Fabian Kahl liefern sich ein Bietergefecht und schaukeln sich schnell auf 300 Euro hoch.

Bei 350 Euro kommt Gefahr auf. Mit den Worten: "Kann ich den Prügel nochmal haben?", schnappt sich Daniel Meyer das Zepter, schwingt es bedrohlich über dem Kopf seiner Händlerkollegen Fabian Kahl und bietet 360 Euro.

Der Bedrohte zeigt sich unbeeindruckt und bietet einfach weiter. Für 400 Euro bekommt Kahl den Zuschlag und darf das gute Stück sein Eigen nennen.

Ganz ohne Blutvergießen aber mit vielen freudigen Gesichtern endet der freundschaftliche Kampf um den Schafferstab. Walter Lehnertz fasst das Geschehen perfekt zusammen: "Heute ist irgendwie ein bisschen Wahnsinn in der Luft hier."

Mit 380 Euro mehr als erhofft darf sich vor allem Holger Maertz als Gewinner des Tages sehen.

Holger Maertz (57) hat einen guten Handel gemacht.
Holger Maertz (57) hat einen guten Handel gemacht.  © ZDF/Bares für Rares

Titelfoto: ZDF/Bares für Rares

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