"Bares für Rares"-Kandidatin will 300.000 Euro, Horst Lichter bricht die Sendung ab!

Köln - Natürlich kann sich bei "Bares für Rares" jedes Objekt als ungeahntes Schätzchen entpuppen. Doch niemals zuvor klafften Anspruch und Wirklichkeit in der Geschichte der ZDF-Sendung so krass auseinander wie in diesem Fall!

Claudia Galla (40) aus Bergisch Gladbach möchte bei "Bares für Rares" eine alte Bibel zu Geld machen.
Claudia Galla (40) aus Bergisch Gladbach möchte bei "Bares für Rares" eine alte Bibel zu Geld machen.  © Screenshot/ZDF/Bares für Rares

Verkäuferin Claudia Galla (40) aus Bergisch Gladbach hat bei ihrem Besuch in den heiligen Trödelhallen des Pulheimer Walzwerks bei Köln ein Buch mit im Gepäck. Dabei handelt es sich um kein gewöhnliches Buch, sondern um eine alte Bibel.

"Die habe ich von meiner Oma bekommen zur Kommunion", offenbart die 40-Jährige im Gespräch mit Moderator Horst Lichter (62). Das Werk sei ein Erbstück und befinde sich schon seit vielen Jahren im Besitz der Familie.

Bevor Experte Albert Maier (74) das gute Stück in Augenschein nimmt, erkundigt sich der frühere TV-Koch bei seinem Gast nach dem Wunschpreis. Mit der Bitte an Lichter, nicht zu lachen, nennt Galla die Summe: "300.000 Euro!"

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Ironisch merkt der Moderator daraufhin an: "Da würde ich sagen, die Realitätsnähe ist spürbar!" Und auch sein Experte muss sich nach dem Gehörten erst einmal sammeln und seine zuvor entglittenen Gesichtszüge neu sortieren.

Nachdem er sich von dem ersten Schock erholt hat, startet Maier mit seiner (vernichtenden) Expertise. "Es ist keine Rarität!", stellt der 74-Jährige zunächst klar. Immerhin sei die Bibel das meist gedruckte Buch der Welt.

Experte Albert Maier schätzt den Wert der alten Bibel auf maximal 50 Euro

Satte 300.000 Euro wünschte sich die Nageldesignerin für die zerfledderte Lektüre und lag damit meilenweit daneben.
Satte 300.000 Euro wünschte sich die Nageldesignerin für die zerfledderte Lektüre und lag damit meilenweit daneben.  © Screenshot/ZDF/Bares für Rares

Das Entstehungsjahr datiert der Sachverständige auf 1888. Damit widerlegt er zugleich die These der Verkäuferin, das Buch enthalte eine Signatur von Kaiser Wilhelm. Maier erklärt: "Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. ist bereits 1740 gestorben."

Süffisant merkt Lichter an: "Dann kann er ganz schwer unterschrieben haben." Spätestens jetzt realisiert auch Galla, dass hier und heute wohl nicht der ganz große Reibach auf sie wartet, denn auch den Zustand des Buches bewertet Maier als "relativ schlecht".

Doch was ist die zerfledderte Lektüre am Ende tatsächlich wert? "Ich traue mich es fast nicht zu sagen", druckst der Experte zunächst noch herum. Dann taxiert er den Preis auf maximal 50 Euro. Was für eine bittere Klatsche.

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Wunschvorstellung und Expertise liegen demnach so weit auseinander, dass Lichter den Auftritt der Bergisch Gladbacherin abbrechen muss. "Ich möchte dir keine Händlerkarte geben", erklärt der 62-Jährige und verabschiedet sich von seinem Gast.

Im Interview nach der Sendung zeigt sich Galla tief enttäuscht, immerhin sei sie mit großen Erwartungen angereist. Vom 300.000-Euro-Erlös wollte sie ihrem Sohn eigentlich ein Boot kaufen.

"Bares für Rares" läuft immer montags bis freitags ab 15.05 Uhr im ZDF oder vorab in der Mediathek.

Titelfoto: Screenshot/ZDF/Bares für Rares

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