Konzert-Rückblick: Rammstein genial! Feuer ist stärker als Wasser

Dresden – Der K-Block brannte! Diesmal erlaubt! Erst kam das Gewitter von oben, dann das musikalische Donnerwetter im Rudolf-Harbig-Stadion von vorn: 25.000 Fans feierten eine nasse, aber heiße Party. Brachial, lautstark, fantastisch! Rammstein - oder wie der zeitweise Regen das Feuer nicht löschen konnte.

Till Lindemann auf der Bühne in Dresden.
Till Lindemann auf der Bühne in Dresden.  © Eric Münch

10 Uhr waren die ersten Fans vorm Stadion, erst in der prallen Sonne. Gegen 18 Uhr zog ein schweres Gewitter auf, die Anhängerschar musste das weite Rund wieder verlassen. Wettertechnisch hatte sich das Gewitter zum Konzertbeginn verzogen.

Dafür begann das Grollen von vorn aus Richtung K-Block. Da kam Frontman Till Lindemann auf die futuristische Bühne Marke Raumfahrtrampe Cap Canaveral heraufgefahren: Golden-schwarzer Schlangenleder-Anzug, roter Irokesenschnitt, die Arme hinterm Rücken verschränkt. Schwarz-rot-gold - Deutschland, ein Hinweis auf den Titel? Vielleicht.

"Was ich liebe" war der Opener. Eher gediegen, eher ruhig. Quasi zum Warmmachen. Und dann ging es richtig los: "Links 2,3,4". Sicher nicht umsonst als zweites Lied gewählt.

"Sie wollen mein Herz am rechten Fleck. Doch sehe ich dann nach unten weg, da schlägt es links." Rumms und ab ging die wilde Fahrt. Es krachte, schepperte, blitzte. Was für ein Sound, die Bässe wummerten, die Körper vibrierten im Takt.

Die heftige Feuershow während des Konzertes setzte das Stadion "in Brand".
Die heftige Feuershow während des Konzertes setzte das Stadion "in Brand".  © privat, Alexander Hesse

Die Masse tobte bei einsetzendem Regen. „Scheiß auf den Regen“, brüllte Lindemann bei „Mein Herz brennt“.

Die Fans sahen die altbewährte, eher routinierte, aber dennoch gigantische Pyro-Show der Rammsteine. Ein einziger Feuerschein! Bei "Puppe" brannte ein riesiger Kinderwagen. Bei "Mein Teil" später verschwand Keyboarder Flake in einem gusseisernen Bottich und wurde von Lindemann flambiert. Oft gesehen, jedes Mal ein Spektakel.

Eine Musikreise der Provokationen. Liebe, Hass, Kirchenkritik (damit Kindesmissbrauch) - und Vaterland! Natürlich "Deutschland"! Der Nummer-1-Hit des neuen Albums. Gespanntes Warten. Irgendwo ein kleines bisschen Stille, als erst einmal ein Remix von Bassist Richard Z. Kruspe die zunächst leere Bühne beschallte.

Aber dann: 25.000-mal Ekstase! „Deine Liebe kann ich dir nicht geben.“ Musikalisch schon. "Überheblich, überlegen, übernehmen, übergeben, überraschen, überfallen..." Die Fans brüllen mit: "Deutschland, Deutschland über allen".

„Sonne“, „Engel“, „Ausländer“, Pussy“, „Rammstein“, „Ohne dich“. Mit "Ich will" endeten mehr als zwei Stunden Rammstein, Teil 1, in Dresden. Und die Erkenntnis: „Ich will“ mehr davon. Schon heute.


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