Kathy Kelly: "Ich hatte Angelo auf meiner Brust, falls er nicht atmet"

Leipzig - Geige spielen, Ballett tanzen - das war einst die Welt von Kathy Kelly (56). Bis zum viel zu frühen Tod von Kelly-Mama Barbara-Ann (†36). Dann musste sie mit gerade mal 19 Jahren eine Familie managen und sich um den damals vier Monate alten Angelo kümmern. Eine Bürde, die sie stark gemacht hat.

Kathy Kelly (56, 3.v.r.) übernahm früh die Mutterrolle in der Familie und kümmerte sich um ihre Geschwister.
Kathy Kelly (56, 3.v.r.) übernahm früh die Mutterrolle in der Familie und kümmerte sich um ihre Geschwister.  © DPA

Im MDR-Riverboat erzählte Kathy Kelly jetzt ihren Teil der Kelly-Erfolgsgeschichte. River-Moderatorin Kim Fisher spricht die Sängerin auf ihre frühe, musikalische Karriere an. "Du hast schon sehr früh deine Leidenschaft für die Musik entdeckt: Geige spielen, Klavier spielen, Ballerina sein - was war das für eine Zeit?"

Bereits mit sechs Jahren hat Kathy Kelly die Liebe zur Musik entdeckt. "Da habe ich eine Gitarre von einem Zigeuner bekommen und gespielt. Und mit achteinhalb Jahren habe ich dann angefangen, Musik richtig zu lernen: Geige, Akkordeon und Klavier. Und ich habe auch Ballettunterricht bekommen. Für mich war Musik und Tanz meine Welt, das hat mich nie verlassen."

Aber als sie 16 Jahre alt war, entschied ihr Vater, dass die ganze Familie ab sofort auf der Straße singt. "Das Singen auf der Straße war für uns Freiheit pur, wir konnten viel Geld verdienen und reisen. Und es war dann klar, ich könnte noch ein Jahr weiter in Wien studieren, wäre auch Solistin als Geigerin gewesen, aber es war auch die Zeit, als wir ein Angebot von Polydor für eine Platte bekommen haben und so fing ich an, zu produzieren. Für mich stand die Entscheidung: Bleibe ich in Wien und mache meine Karriere zu Ende oder fange ich etwas Neues mit meiner Familie an, bei dem aber gar nicht so klar war, wo es hingehen soll."

"Wenn ich eine Geige gehört habe, habe ich nur geweint"

Beim MDR Riverboat sprach Kathy Kelly mit Moderatorin Kim Fisher über den schmerzhaften Tod ihrer Mutter.
Beim MDR Riverboat sprach Kathy Kelly mit Moderatorin Kim Fisher über den schmerzhaften Tod ihrer Mutter.  © MDR Riverboat

Also legte sie ihre eigene Karriere auf Eis - zugunsten der Kelly Family. "Ich habe 15, 20 Jahr keine Geige mehr angefasst. Weil der Schmerz so groß war. Wenn ich eine Geige gehört habe, habe ich nur geweint. Ich liebte dieses Instrument, es war meine große Liebe."

Eine noch viel größere Bürde bekam die damals 19-Jährige auferlegt, als Barbara-Ann starb. "Also, in dem Moment, wo die Mutter gewusst hat, dass sie innerhalb der nächsten Tage stirbt, hat sie uns alle darauf vorbereitet. Aber in dem Moment, wo sie mir den Angelo übergeben hat, habe ich gedacht, wow, was passiert denn hier jetzt? Ich war stark, stark vielleicht durch viel Sport und Ballett und man wächst mit seinen Aufgaben. Man sagt ja oder nein - jeden Tag neu zur Aufgabe, die vor dir steht."

Dabei musste sich die Familie viele Sorgen um ihr jüngstes Mitglied machen. "Er war zu früh geboren und hatte Probleme mit der Atmung. Also hatte ich Angelo nachts auf der Brust gehabt, damit ich bemerken konnte, wenn seine Atmung aussetzt und ich ihn schütteln konnte."

"Und die kleine Maite lag neben mir und hat mich immer mit dem Fuß getreten. Maite war immer so, die hatte damals schon Power."

Übrigens: Wer Kathy Kelly mit ihren neuen Songs live in Sachsen erleben will, der sollte sich schnell Tickets sichern. Sie tritt am 15. Oktober in Leipzig und am 18. Oktober in Coswig auf. Alle Infos dazu gibt’s unter www.kathyannekelly.com

(v.l.n.r.) Angelo Kelly (l-r), Kathy Ann Kelly, Patricia Kelly und John Kelly auf dem roten Teppich beim Live-Entertainment Award.
(v.l.n.r.) Angelo Kelly (l-r), Kathy Ann Kelly, Patricia Kelly und John Kelly auf dem roten Teppich beim Live-Entertainment Award.

Titelfoto: MDR Riverboat

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