Neuer Schufa-Score eingeführt: Was soll das bringen?

Wiesbaden - Damit Verbraucher besser verstehen können, warum sie die Traumwohnung oder einen Kredit nicht bekommen, hat die Schufa ein neues Score-System entwickelt.

Ab Dienstag berechnete die Schufa die Bonität der Verbraucher anhand eines neuen Score-Systems. (Symbolfoto)
Ab Dienstag berechnete die Schufa die Bonität der Verbraucher anhand eines neuen Score-Systems. (Symbolfoto)  © Sebastian Kahnert/dpa

Im Zuge einer sogenannten "Transparenzoffensive" wurde seit 2022 an einem neuen Schufa-Score gearbeitet, der ab Dienstag (17. März) greift.

Die Wirtschaftsauskunftei mit Sitz in Wiesbaden begründete diesen Schritt unter anderem anhand eines veränderten Konsumverhaltens der Menschen, die heutzutage vermehrt "Mini-Kredite" aufnehmen würden, indem sie etwa Produkte erst kaufen, aber dann beispielsweise per "Klarna" später bezahlen.

Bisher war vielen Verbrauchern dabei relativ unklar, anhand welcher Kriterien sie von der Schufa in Bezug auf ihre Kreditwürdigkeit besser oder schlechter eingestuft werden. Der neue Score soll das nun ändern.

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Im alten Score-System wurde die Bonität anhand von über 50 verschiedenen Werten ermittelt, darunter sechs sogenannte "Branchenscores", die eigens Auskunft über den potenziellen Kunden für bestimmte Wirtschaftszweige (Online-Handel, Banken, Mobilfunkanbieter) bereitstellten. Für den Kunden selbst wurden all diese Werte in einem "Basisscore" zusammengefasst, der für die anfragenden Unternehmen jedoch nicht einsehbar war.

Mit der Einführung des neuen Schufa-Scores fallen die Branchenscores sowie der Basisscore weg. Stattdessen sollen Kreditinstitute, Vermieter und Co. künftig dieselbe Schufa-Einstufung eines Verbrauchers zu Gesicht bekommen wie auch der Verbraucher selbst.

Neuer Schufa-Score soll "leichter" zu verstehen sein

Die Schufa Holding AG will für den Verbraucher transparenter und verständlicher werden. (Symbolfoto)
Die Schufa Holding AG will für den Verbraucher transparenter und verständlicher werden. (Symbolfoto)  © Andreas Arnold/dpa

Der neue Schufa-Score wird dabei anhand von zwölf Kriterien errechnet, darunter Daten über laufende Kredite, aufgetretene Zahlungsstörungen, abgeschlossene Bankverträge oder Schufa-Anfragen von Mobilfunkanbietern oder Online-Händlern.

Diese Daten werden laut Schufa dann in einem Punktesystem auf einer Skala von 100 bis 999 zusammengefasst. Je höher der Wert, desto besser der Score.

"Die Höhe der Punktzahl pro Kriterium spiegelt die Gewichtung im Score wider. Verbraucherinnen und Verbraucher können so künftig einfach nachvollziehen, welche Kriterien ihren persönlichen Score wie beeinflussen, und Änderungen ihres Scores leichter verstehen", schrieb die Schufa in einer Mitteilung im vergangenen Jahr.

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Voraussetzung dafür ist allerdings die Einrichtung eines Schufa-Accounts, etwa per App. Dabei sollen Nutzer auch die Möglichkeit haben, möglicherweise falsche Angaben über ihre Bonität im System zu melden und ändern zu lassen. Ebenso soll es möglich sein, zu simulieren, wie sich beispielsweise die Aufnahme eines neuen Kredits oder die Kündigung einer Kreditkarte auf den eigenen Schufa-Score auswirken würden.

Titelfoto: Bildmontage: Andreas Arnold/dpa, Sebastian Kahnert/dpa

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