Mainz - Aus Kreisen von CDU und CSU - darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) - hört man in jüngster Zeit immer wieder Stimmen, die anprangern, in Deutschland würde allgemein zu wenig gearbeitet. Wie denken die Menschen hierzulande darüber?
Laut dem aktuellen ZDF-Politbarometer teilen diese Meinung nur 20 Prozent der befragten Wahlberechtigten. 75 Prozent - darunter mit 52 Prozent auch die Mehrheit der Anhänger der Union - halten diesen Vorwurf für nicht gerechtfertigt (Der Rest zu 100 Prozent antwortete hier und im Folgenden jeweils mit "weiß nicht").
Allerdings sehen es auch 48 Prozent der Menschen in Deutschland als wichtig an, dass zur Ankurbelung der Wirtschaft insgesamt mehr gearbeitet wird, 49 Prozent halten dies für weniger oder gar nicht wichtig.
Hierbei ist die Einstellung stark vom Alter der Befragten abhängig.
So betrachten 61 Prozent der Menschen über 60 Jahre die Mehrarbeit als wichtigen Beitrag zur Konjunktur. Bei den 35- bis 59-Jährigen sind es mit 38 Prozent und bei den 18- bis 34-Jährigen mit 36 Prozent wesentlich weniger.
Deutsche sehen Zustand der Sozialversicherungen sehr kritisch
Ein weiteres Thema im Politbarometer ist der Zustand der Sozialversicherungen - also Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung - in Deutschland.
Hier zeigen sich die Menschen sehr kritisch. Nur für 9 Prozent ist mit dem System weitgehend alles in Ordnung. 57 Prozent sehen hier größere Probleme und für 31 Prozent stehen die Sozialversicherungen sogar kurz vor dem Kollaps.
Nicht besonders groß ist in diesem Zusammenhang das Vertrauen in die Bundesregierung, die bestehenden Missstände zu beheben. Nur 25 Prozent der Befragten sind der Meinung, Schwarz-Rot könnte einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme bei den Sozialversicherungen leisten.
Dagegen hegt eine große Mehrheit von 73 Prozent Zweifel daran, dass die aktuelle Bundesregierung hierbei brauchbare Ansätze liefern könnte - darunter auch 47 Prozent der Unions- und 59 Prozent der SPD-Anhänger.
Weiterhin keine Mehrheit für Schwarz-Rot
Hinsichtlich der Frage, wie die Menschen in Deutschland wählen würden, wenn am kommenden Sonntag bereits die nächste Bundestagswahl stattfinden würde, hat sich gegenüber dem letzten Politbarometer vor zwei Wochen wenig geändert.
CDU/CSU wären mit unveränderten 26 Prozent weiterhin stärkste Kraft. Dahinter rangierten die AfD mit 24 Prozent (minus 1), die SPD mit 15 Prozent (unverändert), Bündnis 90/Die Grünen mit 13 Prozent (plus 1) und Die Linke mit unveränderten 10 Prozent.
Alle anderen Parteien würden weiterhin zusammen 12 Prozent erreichen, wobei keine - auch nicht die FDP oder das BSW - mindestens 3 Prozent erhalten würde. Bei diesem Ergebnis hätte die schwarz-rote Regierungskoalition weiterhin keine Mehrheit im Bundestag.
Wie üblich wurde die Umfrage für das ZDF-Politbarometer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt, die in der Zeit vom 3. bis zum 5. Februar insgesamt 1289 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online befragte.