Bundesregierung veröffentlicht Steuerreform: Das sind die Gewinner und Verlierer des neuen Pakets

Berlin - Einkommenssteuer runter, Kindergeld hoch - was hat die neue Steuerreform der Bundesregierung noch zu bieten? Wer profitiert von den Änderungen am meisten und wer muss ab sofort tiefer in die Tasche greifen?

Aufatmen für alle Arbeitnehmer. Der Einkommenssteuersatz wird ab dem kommenden Jahr gesenkt! (Symbolbild)  © Sina Schuldt/dpa

Im am heutigen Donnerstag veröffentlichten "Programm für Aufschwung und Beschäftigung" stecken so einige Änderungen für den heutigen Steuerzahler drin.

Zunächst soll der Einkommenssteuersatz ab dem 1. Januar des kommenden Jahres gesenkt werden. Um welchen Prozentsatz sich dieser Steuersatz verändern wird, ist noch ungewiss. Klar ist jedoch: All jene, die Einkommenssteuer bezahlen, werden es – zumindest etwas – im Geldbeutel merken. Dabei werden diejenigen, die weniger verdienen den Effekt dieser Änderung etwas stärker merken, als diejenigen, die bereits gutes Gehalt abkassieren.

Zudem möchte die Bundesregierung Familien mit Kindern besonders entlasten. Hierfür sollen sowohl der Kinderfreibetrag, als auch das Kindergeld angehoben werden.

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In dem Papier steht außerdem etwas von "Arbeitnehmerpauschbetrag", welcher auch angehoben werden soll. Um es kurz zu fassen: Das Finanzamt geht aktuell davon aus, dass jeder Arbeitnehmer berufliche Kosten wie Sprit auf dem Arbeitsweg, oder einfaches Büromaterial tragen muss. Für diese Ausgaben gibt es den Pauschbetrag, wenn diese angehoben wird, muss man auf einen größeren Teil seines Einkommens keine Steuern zahlen.

Grundlegend profitiert also jeder Arbeitnehmer ein bisschen von dieser Änderung.

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Ziel der Regierung ist es, mit der Steuerreform vor allem Familien mit Kindern zu entlasten.  © Michael Kappeler/dpa

Auch Minijobber sind von der Reform betroffen

Selbst diejenigen, die eigentlich unterhalb der zu-besteuernden Einkommensgrenze liegen, werden die Reform eventuell zu spüren bekommen. So plant die Bundesregierung den Pauschalsteuersatz von zwei auf fünf Prozent anzuheben. Diesen zahlt zwar der Arbeitgeber, jedoch könnte auch der Arbeitnehmer davon betroffen sein.

Es kann nämlich sein, dass Arbeitgeber in Zukunft weniger Minijobs anbieten, eventuelle Lohnerhöhungen zurückhaltender gewähren oder die höheren Kosten durch anderweitige Abgaben auszugleichen.

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Der Pauschalsteuersatz für Minijobber soll um knapp drei Prozent abgehoben werden. Ob dies auch bei den Minijobbern ankommt, bleibt abzuwarten. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

So sieht es mit der Reichensteuer aus

Immer wieder von der Bevölkerung gefordert, jetzt soll sie zu einem kleinen Teil umgesetzt werden. Reiche müssen künftig mehr Steuern in Deutschland zahlen. (Archivbild)  © Hannes P Albert/dpa

"Weniger Steuern zahlen" ist dabei ein gutes Stichwort. Denn die Bundesregierung plant die Progression abzuflachen. Wenn in Zukunft also das Gehalt steigt, sollen die Steuern nicht gleich, sondern zeitversetzt nachziehen.

Und auch mit dem Thema Reichensteuer wurde sich befasst. So soll zum einen der Spitzensteuersatz nach oben verschoben werden. Menschen, die bis jetzt ein mittleres bis gehobenes Einkommen haben, profitieren also auch von dieser Steuerreform.

Bisher zahlten reiche Menschen eine Einkommenssteuer von 45 Prozent, egal wie viel sie verdient haben.

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Nach der Reform wird es so sein, dass alle mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 250.000 Euro weiterhin 45 Prozent Einkommenssteuer zahlen. Während all jene, die mehr als das verdienen, 47 Prozent abtreten müssen.

Auch Haus- und Wohnungseigentümer werden von der Reform ins Visier genommen. Bisher war es so, dass 20 Prozent der Kosten (maximal 1200 Euro), die durch Handwerkerleistungen angefallen sind, steuerlich absetzbar waren. Künftig soll dieser Betrag auf 15 Prozent (maximal 900 Euro) schrumpfen.

Das sind die konkreten Gewinner und Verlierer der Steuerreform

Grundlegend ist festzuhalten: Je niedriger das Einkommen einer bestimmten Person ist, desto stärker bekommt sie die Auswirkung der Steuerreform durch Entlastungen zu spüren. Auch Familien mit Kindern werden eine spürbare Änderung erleben.

Die größten Verlierer des Steuerpakets sind die Superreichen in Deutschland, denn sie müssen zwangsläufig mehr Steuern zahlen als zuvor.

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