Depri-Stimmung: Mehrheit findet, dass sich Deutschland in falsche Richtung entwickelt
Berlin - Einer neuen "YouGov"-Umfrage zufolge finden drei von vier Bürgern, dass sich Deutschland in die falsche Richtung entwickelt.
Insgesamt 74 Prozent aller Befragten vertreten diese Einstellung, wie das Marktforschungsinstitut YouGov am Dienstag mitteilte.
Auch wenn diese Ansicht unter Wählern von AfD (93 Prozent) und Linkspartei (84 Prozent) besonders ausgeprägt ist, gilt die aktuelle Katerstimmung laut Umfrage parteiübergreifend.
Unter den Wählern der im Bundestag vertretenden Parteien ist die Meinung, dass sich das Land in die richtige Richtung bewegt, klar in der Minderheit. Die 27 Prozent der optimistischen CDU/CSU-Anhänger markieren hier noch den Höchstwert.
Sogar jeder Zweite (55 Prozent) ist der Meinung, dass Deutschland "tiefgreifende Reformen" benötigt, um wieder auf Vordermann zu kommen.
Aus der Umfrage geht hervor, dass auch hier die Wähler aller Bundestagsparteien im Grunde übereinstimmen. Unter AfD-Anhängern ist die Zustimmung zu tiefgreifenden Reformen mit 67 Prozent am größten. Unter SPD-Wählern mit 49 Prozent am niedrigsten.
Dass die erhofften Reformen durch das geplante Reformpaket ("Programm für Aufschwung und Beschäftigung") der Bundesregierung zur Besserung der Lage in Deutschland beitragen, sehen die Umfrageteilnehmer dagegen nicht.
Während nur 13 Prozent das Reformpaket für notwendig halten, sind 45 Prozent der Befragten der Meinung, dass die geplanten Reformen in die falsche Richtung gehen. Befragt wurden insgesamt 2230 Personen zwischen dem 10. und 13. Juli.
Titelfoto: Michael Kappeler/dpa
