Deutschland laut Umfrage nicht kinderfreundlich: CDU beschuldigt Ampel-Regierung

Berlin - Eine von der CDU/CSU in Auftrag gegebene Civey-Studie hat ergeben, dass 75 Prozent der Befragten die Bundesrepublik Deutschland nicht als kinderfreundliches Land einstufen würden. Ebenfalls gehe die Regierung in ihren politischen Entscheidungen zu wenig auf die Bedürfnisse von Familien ein, so das Urteil.

Weihnachtszeit ist Familienzeit. Doch viele Familien sorgen sich dieses Weihnachtsfest um steigende Kosten, die Bildung ihres Kindes und die Vereinbarkeit von Berufsalltag und Familienleben.
Weihnachtszeit ist Familienzeit. Doch viele Familien sorgen sich dieses Weihnachtsfest um steigende Kosten, die Bildung ihres Kindes und die Vereinbarkeit von Berufsalltag und Familienleben.  © dasha11/123RF

Im Zuge der Studie wurden online 1000 Eltern mit noch minderjährigen Kindern im Hinblick auf ihre Sorgen bezüglich ihres derzeitigen Familienlebens befragt.

Am häufigsten, mit insgesamt 58 Prozent der Befragten, gaben die Familien dabei an, dass ihnen die Kosten für Einkäufe, Wohnen und Mobilität am meisten Sorgen bereiten.

Mit 50,8 Prozent liegt die Sorge vor der Qualität der Schulbildung auf Platz zwei, gefolgt von der Sorge vor der Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben mit 33,1 Prozent. Letzteres sei besonders den Eltern im Alter zwischen 30 und 39 Jahren besonders wichtig, wie die Studie aufzeigt.

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Während sich über die Verfügbarkeit und Qualität von Kinderbetreuung oder den Zugang zu staatlichen Unterstützungsleistungen vergleichsweise wenig Sorgen gemacht werden, geben immerhin 22 Prozent der befragten Familien an, sich um ihre Gesundheit zu sorgen.

Kein Vertrauen mehr in die Familienpolitik der Ampel-Regierung?

Die familienpolitische Sprecherin der CDU, Silvia Breher (49, l.), und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Dorothee Bär (44, r.) wollen Deutschland familienfreundlicher gestalten. Die Ampel-Regierung stellen sie dabei in die Kritik.
Die familienpolitische Sprecherin der CDU, Silvia Breher (49, l.), und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, Dorothee Bär (44, r.) wollen Deutschland familienfreundlicher gestalten. Die Ampel-Regierung stellen sie dabei in die Kritik.  © Kay Nietfeld/dpa, Felix Schröder/dpa

Die familienpolitische Sprecherin und stellvertretende Parteivorsitzende der CDU, Silvia Breher (49), erklärt sich das Ergebnis der Studie dadurch, dass "Familien seit knapp drei Jahren am Limit" seien.

Ihrer Meinung nach, hätten die Schließungen von Schulen und Kindertagesstätten sowie "Horrormeldungen" über schlechte Bildungsstandards in deutschen Einrichtungen zu einem Vertrauensverlust der Familien, vor allem gegenüber der Ampel-Regierung geführt, so die 49-Jährige. Die CDU-Politikerin wirft der Regierung vor Kinder und Familien bisher vernachlässigt zu haben.

Diese Annahme Brehers wird auch durch das Ergebnis der Online-Studie bestätigt. Hier seien 87 Prozent der Befragten der Meinung, dass politische Entscheidungen noch stärker auf die Bedürfnisse von Familien eingehen sollten. Knapp 84 Prozent finden, dass Familien- und Erziehungsarbeit in der Gesellschaft nicht genug Anerkennung erhalten.

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75 Prozent der teilnehmenden Familien sehen in Deutschland aktuell schließlich kein kinderfreundliches Land. Jüngere Eltern stimmen dieser Aussage dabei häufiger zu, als Eltern ab 30 Jahren.

CDU fordert familienfreundlicheres Deutschland

In der Frage, ob der deutsche Staat durch Gesetze eher zu viele oder eher zu wenige Aspekte des Familienlebens regele, zeigt die Studie, dass die Meinungen hier geteilt sind. Während 45 Prozent zu viele Regelungen des Staates für Familien bemängelt, denken 35 Prozent, dass noch mehr Regelungen notwendig seien.

Die CDU/CSU leitet aus dieser Studie ein schlechtes Zeugnis für die Ampel-Regierung in Sachen Familienpolitik ab. Für Dorothee Bär (44), die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, sei es letztlich notwendig, dass die Familienfreundlichkeit wieder in den Mittelpunkt der Politik gerückt werden müsse.

So wolle sie beispielsweise durch "Partnermonate im Rahmen des Elterngeldes" mehr Männer an der Familien-internen Arbeit beteiligen: "Es ist wichtig, Familien insgesamt mehr Zeit zu ermöglichen - Zeit die partnerschaftlich verteilt werden sollte", so die 44-Jährige.

Titelfoto: dasha11/123RF, Kay Nietfeld/dpa, Felix Schröder/dpa

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