In Augsburg kann gechillt werden, Dresden schmiert im Stressindex ab! Doch es geht noch viel schlimmer

Deutschland - In welcher deutschen Großstadt kann man eigentlich am stressfreiesten leben - und in welcher platzt einem der Schädel, selbst wenn privat und beruflich alles entspannt läuft? Diese Fragen beantwortet ein aktueller Stressindex für Deutschland. Demnach soll es in Augsburg am chilligsten sein, während Düsseldorf Stress pur bedeutet.

66 Prozent der Menschen in Deutschland fühlen sich laut TK häufig oder manchmal gestresst. (Symbolfoto)  © 123RF/dolgachov

30 deutsche Großstädte hat der Gesundheitsanbieter CanDoc für den Stressindex Deutschland miteinander verglichen. Aus den Bereichen Arbeitswelt, Erholung, Umwelt sowie Gesundheitsversorgung und Prävention flossen zehn Faktoren in die Analyse - unter anderem Straßenlärm, Grünflächen und Arbeitszeit.

Die Spitzenposition der Stressfreiheit konnte sich Augsburg sichern, mit 100 von 100 möglichen Punkten! Auf den nächsten Plätzen folgen Bielefeld, Münster und Kiel. Berlin (Platz 12) und Chemnitz (13) landen mit 55 Punkten im Mittelfeld, Köln (15), Leipzig (16), Hamburg (17) knapp dahinter.

Mit nur 47 und 46 Punkten ist es in München und Dresden noch stressiger - die Städte landen auf den Plätzen 21 und 22. Am schlimmsten ist die Stress-Situation laut der Analyse in Frankfurt am Main (28 mit 25 Punkten), Stuttgart (29 mit 23 Punkten) - und vor allem im Ruhrpott!

Gesellschaft Teuerste Stadt für Studenten: Hier kostet ein WG-Zimmer 850 Euro

Dortmund (24), Essen (25), Gelsenkirchen (26) sowie Duisburg (27) gehören allesamt zu den stressigsten Großstädten Deutschlands. Das abgeschlagene Schlusslicht bildet Düsseldorf auf Rang 30 - mit bodenlosen 0 von 100 Punkten!

Anzeige
In Augsburg gestresst sein? Anscheinend quasi unmöglich.  © IMAGO / imagebroker
Düsseldorf ist absolutes Schlusslicht im Stressindex Deutschland.  © dpa | Rolf Vennenbernd

Feinstaubbelastung in Leipzig besonders niedrig, Frankfurter und Düsseldorfer arbeiten am meisten

Leipzig kann immerhin mit sehr wenig Feinstaub überzeugen.  © dpa/Jan Woitas

Aus dem Index geht beispielsweise hervor, dass die Jahresarbeitsstunden in Frankfurt (1395) und Düsseldorf (1357) pro Arbeitnehmer im Schnitt am höchsten sind, während sie in Aachen (1260) oder eben Augsburg (1275) viel niedriger ausfallen. Auch in Dresden, Chemnitz und Leipzig wird mit etwa 1325 Stunden nicht grade wenig malocht.

Augsburg sichert sich seinen Spitzenplatz außerdem durch einen mächtigen Grünflächenanteil von mehr als 40 Prozent (Aachen sogar 51 Prozent, Mönchengladbach nur 19). Auch Dresden und Stuttgart können da ungefähr mithalten. Dafür gibt es in den beiden Landeshauptstädten aber unter anderem besonders viele Tropennächte (11 und 10 pro Jahr), was negativ in die Bewertung einfloss.

Besonders wenig Straßenlärm hört man nachts in Karlsruhe und Hannover, besonders viel Nachtlärm über 55 Dezibel (ungefähr die Lautstärke einer laufenden Waschmaschine) gibt es hingegen in Düsseldorf und Bonn. Die Feinstaubbelastung ist in Kiel und Leipzig besonders niedrig, in der Hauptstadt und im Pott wenig überraschend besonders hoch.

Gesellschaft Bahn, Ganztag, Solarstrom – was sich im August ändert

Tobias Bosse, CEO von CanDoc, warnt: "Dauerhafter Stress zählt zu den größten Risikofaktoren für Erkrankungen, und seine Ursachen sind selten eindimensional. Neben der persönlichen Vorgeschichte prägt auch das direkte Lebensumfeld, wie viel Stress Menschen im Alltag erleben." Er ergänzt: "Unsere Analyse zeigt: Die Voraussetzungen dafür sind in Deutschland alles andere als gleich verteilt."

Mehr zum Thema Gesellschaft: