Bildungskrise in Brandenburg: Immer mehr Jugendliche ohne Abschluss
Von Marc-Oliver von Riegen
Potsdam - Die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss hat in Brandenburg das höchste Niveau seit zehn Jahren erreicht. Fast 2000 Schülerinnen und Schüler verlassen dort ohne Abschluss die Schule.
Im Schuljahr 2024/2025 hätten 1949 Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Berufsbildungsreife verlassen, wie aus einer Statistik des Bildungsministeriums hervorgeht. Das entspricht einem Anteil von acht Prozent.
Mit diesem Anteil der Abgänger ohne Abschluss liegt Brandenburg bundesweit auf dem elften Rang. Das geht aus einem Bericht der Rechercheplattform "Correctiv" hervor. Ganz vorn ist Sachsen-Anhalt mit 13,4 Prozent. Bundesweit hat die Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss demnach mit mehr als 64.000 einen neuen Höhepunkt erreicht.
Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann (47, CDU) will der Entwicklung in Brandenburg mit dem neuen Landesprogramm "Duales Lernen" entgegenwirken, wie er im April sagte. Das Programm will theoretisches Lernen in der Schule mit praxisorientiertem Lernen verzahnen - mit Genehmigung auch jenseits des Schulgesetzes.
Hoffmann will außerdem eine Lesen-Schreiben-Rechnen-Offensive an den Schulen starten.
Die AfD hält für mehr Abschlüsse weitere Gegenmaßnahmen für nötig. Landeschef René Springer (46) dringt unter anderem auf klare Leistungsanforderungen, konsequente Maßnahmen gegen Schulverweigerung und Schulschwänzen sowie mehr Praxis- und Berufsorientierung.
Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa
