Nach Warnung vor regionalen Strom-Blackouts: BBK-Sprecherin korrigiert eigenen Chef für Aussage

Bonn - Kuriose Kehrtwende beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Der Chef, Ralph Tiesler (62), hatte erst vor wahrscheinlichen und kurzzeitigen Blackouts in Regionen Deutschlands gewarnt.

Die möglichen Stromausfälle in einigen Regionen in Deutschland seien höchst unwahrscheinlich, hieß es am Sonntag.
Die möglichen Stromausfälle in einigen Regionen in Deutschland seien höchst unwahrscheinlich, hieß es am Sonntag.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Am Sonntag folgte eine Entkräftung der Aussagen. Ein Blackout-Szenario in Teilen Deutschlands sei sehr gering, hieß es nun.

Eine Sprecherin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) korrigierte die vom Chef gemachten Aussagen, bezeichnete die folgende Erklärung bei Twitter sogar als Klarstellung.

"Ein großflächiger Stromausfall in Deutschland ist äußerst unwahrscheinlich. Das elektrische Energieversorgungssystem ist mehrfach redundant ausgelegt und verfügt über zahlreiche Sicherungsmechanismen, um das Stromnetz bei Störungen zu stabilisieren."

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Damit wurden die von Amtschef Ralph Tiesler gegenüber Welt.de gemachten Aussagen korrigiert und beschwichtigt. Die Betonung lag dabei auf großflächigen Stromausfällen.

Tiesler hatte konkret über regionale und zeitliche Stromausfälle gesprochen und gesagt: "Wir müssen davon ausgehen, dass es im Winter Blackouts geben wird." Auch TAG24 hatte über die Aussagen des BKK-Chefs berichtet.

Laut BKK-Sprecherin werde die Wahrscheinlichkeit aber auch für dieses Szenario als gering angesehen.

"Missverständliche Formulierung" bei Blackout-Warnung

BBK-Chef Ralph Tiesler (62) hatte zunächst vor möglichen regionalen Blackouts gewarnt.
BBK-Chef Ralph Tiesler (62) hatte zunächst vor möglichen regionalen Blackouts gewarnt.  © Carsten Koall/dpa

Konkret korrigierte die Sprecherin der Bundesbehörde ihren Chef: "Ebenso wird die Wahrscheinlichkeit als gering angesehen, dass es regional und zeitlich begrenzt zu erzwungenen Abschaltungen kommt, um die Gesamtversorgung weiter sicherzustellen."

Per Twitter erklärte die Sprecherin, Tiesler habe sich auf ein solches Szenario bezogen, "um die grundsätzliche Bedeutung von Vorsorgemaßnahmen hervorzuheben."

Man bedauere die missverständliche Formulierung. Das Missverständnis läge somit beim Begriff "Blackout". Statt unkontrollierte Stromausfälle, die in Deutschland sehr selten vorkommen, seien eben geplante Abschaltungen in einigen Regionen durchaus möglich. Aber auch hierfür seien die Wahrscheinlichkeiten gering.

Auch die Bundesnetzagentur sah sich gezwungen, die Aussagen des BKK-Chefs einzuordnen.

"Es gibt zahlreiche Mechanismen und Reserven zur Stabilisierung des Stromnetzes in angespannten Situationen", betonte ein Sprecher gegenüber der Funke-Mediengruppe.

Dass Strom-Abschaltungen im Winter erforderlich werden könnten, hielt die Bundesnetzagentur ebenfalls für sehr unwahrscheinlich.

Titelfoto: Montage: Hauke-Christian Dittrich/dpa Carsten Koall/dpa

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