An der Psyche sollte nicht gespart werden! Ein Kommentar
Dresden/Berlin - Ab dem 1. April 2026 erhalten Psychotherapeuten 4,5 Prozent weniger Geld pro Sitzung - und das, obwohl die Zahl der Betroffenen weiter steigt. Für gesetzlich Versicherte bedeutet das wohl noch größere Hürden beim Zugang zu dringend benötigter Hilfe.
Die Robert Bosch Stiftung warnt seit Jahren, dass immer mehr Menschen Hilfe brauchen, und der Bedarf an Therapie wächst stetig.
Kein Wunder: Krieg, schwierige Lebensumstände und gesellschaftliche Spannungen belasten viele Menschen enorm. Wer da einen klaren Kopf behält, kann sich glücklich schätzen.
Schon jetzt stehen viele Patienten monatelang auf Wartelisten, während die Praxen am Limit arbeiten. Und nun? Kürzungen!
Genau die Unterstützung, die Menschen auffängt, ihnen hilft, psychische Krisen zu bewältigen, wieder gesund zu werden und zurück ins Arbeitsleben zu finden, wird geschwächt - während Politiker gleichzeitig lautstark fordern, Krankheitszeiten zu senken und die Erwerbsfähigkeit zu stärken.
Wer länger arbeitsfähig bleiben soll, muss Hilfe bekommen
Man kann nur den Kopf schütteln. Wer von Menschen verlangt, länger arbeitsfähig zu bleiben, trägt auch die Verantwortung, die Versorgung bei psychischen Erkrankungen aufrechtzuerhalten.
Denn Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen gehören zu den häufigsten Ursachen für Krankentage in Deutschland und führen regelmäßig zu langen Ausfallzeiten.
Wir brauchen eine gut finanzierte ambulante Psychotherapie, die Menschen unterstützt, bevor sie dauerhaft krank werden - und kein System, das ihnen den Zugang zu dringend benötigter Hilfe erschwert.
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