Lebensbedrohlich: Diese Gefahr für Kinder wird im Haushalt viel zu oft unterschätzt

Von Bettina Grönewald

Düsseldorf - Knopfbatterien sind eine häufig noch unterschätzte Gefahr für kleine Kinder.

Das Verschlucken von Knopfzellen-Batterien kann mitunter lebensbedrohliche Folgen haben.
Das Verschlucken von Knopfzellen-Batterien kann mitunter lebensbedrohliche Folgen haben.  © Christoph Schmidt/dpa/dpa-tmn

Zwischen 2020 und 2025 hat die Informationszentrale gegen Vergiftungen am Universitätsklinikum Bonn für Nordrhein-Westfalen 430 Fälle dokumentiert, in denen Kinder bis zu sechs Jahren Knopfzellen verschluckt hatten.

Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP-Landtagsabgeordneten Susanne Schneider hervor. "Viele Eltern sind sich der Risiken nicht bewusst", warnte die gelernte Krankenschwester.

Neben dem Verstopfen von Nasen und Ohren mit den glänzenden kleinen Objekten sei das Verschlucken der Knopfzellen besonders gefährlich. Bereits nach wenigen Stunden könne durch die elektrochemische Reaktion in der Speiseröhre Gewebe schwer geschädigt werden.

Elektronische Patientenakte: In Berlin wissen viele nicht mal, dass sie eine haben!
Gesundheitspolitik Elektronische Patientenakte: In Berlin wissen viele nicht mal, dass sie eine haben!

"Die Folge können tiefe Verätzungen, Fistelbildungen, langfristige Schluck- und Atemprobleme sowie lebensbedrohliche Komplikationen sein", warnte Schneider.

Schutz bei Spielzeug, aber nicht bei Alltagsgegenständen

Gemäß einer Verordnung gelten klare Vorgaben zu kindersicheren Batteriefächern und Warnhinweisen für elektrisches Spielzeug. (Symbolbild)
Gemäß einer Verordnung gelten klare Vorgaben zu kindersicheren Batteriefächern und Warnhinweisen für elektrisches Spielzeug. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Die Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug enthalte klare Vorgaben zu kindersicheren Batteriefächern und Warnhinweisen für elektrisches Spielzeug, antwortete federführend das Düsseldorfer Gesundheitsministerium auf Fragen der Abgeordneten nach Schutzmaßnahmen.

Diese gälten allerdings nicht für viele Haushalts- und Alltagsgegenstände wie etwa Fernbedienungen, die für Kinder leicht zugänglich seien, betonte Schneider. "Das macht sie zu einer oft unterschätzten Gesundheitsgefahr für Kinder."

Die Aufklärung über Maßnahmen der Unfallverhütung sei ein empfohlener Bestandteil der Vorsorge-Untersuchungen U3 bis U9, hielt die Landesregierung fest.

Harte Kante gegen Online-Tricks: Brandenburg will Verbraucher im Internet besser schützen
Gesundheitspolitik Harte Kante gegen Online-Tricks: Brandenburg will Verbraucher im Internet besser schützen

Allerdings gebe es keine verbindlichen Vorgaben zu den Inhalten. Diese Entscheidung liege im Ermessen der behandelnden Kinderärzte.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Mehr zum Thema Gesundheitspolitik: