Zoff um hohe Preise: Kommt bald ein Tempolimit, um Spritkosten zu senken?

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Von Andreas Hoenig

Berlin - Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen könnte nach Berechnungen von Greenpeace zu deutlichen Einsparungen bei Spritkosten führen. Seine sofortige Wirksamkeit mache ein Tempolimit zu einem "attraktiven Instrument" in der Debatte um die Entlastung der Haushalte, heißt es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Kurzstudie des Umweltverbands. 

In vielen europäischen Ländern gibt es schon ein Tempolimit von 130 km/h, zum Beispiel in Österreich, Frankreich und Italien.
In vielen europäischen Ländern gibt es schon ein Tempolimit von 130 km/h, zum Beispiel in Österreich, Frankreich und Italien.  © Thomas Frey/dpa

Ein durchschnittlicher Haushalt mit im Schnitt 1,21 Pkw gebe aktuell jährlich etwa 2490 Euro für Sprit aus, heißt es in der Untersuchung.

Durch ein Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen könnte ein solcher Haushalt im Durchschnitt 239 Euro pro Jahr an Spritkosten sparen, so Greenpeace.

Für Haushalte, die primär Diesel-Fahrzeuge nutzten - das seien oft Pendler mit hohen Fahrleistungen - steige das Einsparpotenzial in diesem Szenario auf 331 Euro jährlich.

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Je Auto bringe ein Tempolimit von 100 sowie 80 Einsparungen von rund 153 Euro pro Jahr bei einem Benziner, bei einem Diesel wären es rund 274 Euro. 

Als Reaktion auf die gestiegenen Spritpreise ist auch ein Tempolimit im Gespräch. Über die Einführung eines generellen Tempolimits auf deutschen Autobahnen wird seit Jahren gestritten. In der schwarz-roten Koalition ist eine Einigung darüber nicht in Sicht. 

Verringerung der Geschwindigkeit um 10 km/h könnte Ölverbrauch um bis zu sechs Prozent senken

Weniger Geschwindigkeit bedeutet am Ende des Jahres mehr Geld im Portemonnaie.
Weniger Geschwindigkeit bedeutet am Ende des Jahres mehr Geld im Portemonnaie.  © Christoph Soeder/dpa

Auf vom Tempolimit betroffenen Straßen werde im Mittel weniger schnell gefahren, so Greenpeace. Da der Energieverbrauch von Fahrzeugen im Quadrat zur Geschwindigkeit steige, lasse sich durch niedrigere Geschwindigkeiten - bei gleicher Fahrleistung - Sprit sparen.

Zudem wurden laut Greenpeace Routenwahleffekte berücksichtigt: "Sinkt die gefahrene Geschwindigkeit auf einer Strecke, gewinnen Alternativrouten an Bedeutung, die kürzer sind, aber vor der Einführung des Tempolimits mit einer größeren Reisezeit verbunden waren. Die Wahl kürzerer Routen verringert die Fahrleistung, das spart weiteren Kraftstoff." 

Der Chef der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, sagte dem "Spiegel", Deutschland sollte über ein Tempolimit auf Autobahnen nachdenken.

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Analysen der Energieagentur zeigten: Schon eine Verringerung der Geschwindigkeit um 10 Kilometer pro Stunde auf Autobahnfahrten könne den nationalen Ölverbrauch um bis zu sechs Prozent senken.

In Deutschland ließen sich laut dem Umweltbundesamt mit Tempo 120 auf Autobahnen und Tempo 80 auf Landstraßen rund 3,2 Milliarden Liter Benzin und Diesel pro Jahr sparen.

Titelfoto: Thomas Frey/dpa

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