Drohnen, Konvoi und Proteste: Drei Tage Ausnahmezustand bei XXL-Militärübung
Von Markus Klemm
Hamburg - Begleitet von Demonstrationen ist die dreitägige Militärübung "Red Strom Charlie" am Samstag in Hamburg zu Ende gegangen.
Im Mittelpunkt der gemeinsamen Übung von Bundeswehr, zivilen Behörden, Organisationen und Unternehmen standen Kommunikation, Koordination und das gemeinsame Handeln in komplexen Lagen.
Rund 1700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter etwa 500 Soldatinnen und Soldaten, hatten diverse Aufgaben zu bewältigen, etwa einen Chemieunfall, einen Sabotageakt auf einen Zug mit militärischen Gütern, einen Massenanfall von verletzten Soldatinnen und Soldaten sowie die Einrichtung eines Ersatzkrankenhauses in einer Tiefgarage.
Als ersten größeren Test mussten Bundeswehr und Polizei am Donnerstag zwei feindliche Drohnen vom Himmel holen, entschärfen und den Drohnenpiloten auf dem Terminalgelände O'Swaldkai des Hafenlogistikers HHLA festsetzen.
In der Nacht rollte zudem ein Konvoi mit bis zu 70 Militärfahrzeugen durch die Stadt.
Begleitet wurde die Übung von Protesten, am Donnerstag hatten Aktivisten nach Polizeiangaben vergeblich versucht, den Militärkonvoi zu stören. Am Freitag besetzten Aktivisten Gleise der Hafenbahn und am Samstag zogen Hunderte Demonstranten durch die Innenstadt.
"Red Storm Charlie" war dritte Übung dieser Art
Zum Protest aufgerufen hatte das Bündnis "Kein Nato Hafen" unter dem Motto "NEIN zum Kriegsmanöver Red Storm Charlie - JA zu sozialem Fortschritt!". Unterstützt wurde das Bündnis unter anderem von Initiativen der Friedensbewegung, Jugendverbänden, Gewerkschaftern und Nichtregierungsorganisationen (NGOs).
"Red Storm Charlie" war die bereits dritte zivil-militärische Übung dieser Art in Hamburg. Deren Basis war der Operationsplan Deutschland. Er beschreibt laut Bundeswehr, wie militärische Maßnahmen der Landes- und Bündnisverteidigung mit zivilen Unterstützungsleistungen koordiniert werden.
Ziel des Plans sei es, Zuständigkeiten, Abläufe und Verfahren frühzeitig festzulegen, damit staatliche und zivile Stellen im Bedarfsfall abgestimmt und handlungsfähig reagieren könnten.
Titelfoto: Fotomontage: Gregor Fischer/dpa, Marcus Brandt/dpa
