Von Alexander Welscher
Vilnius (Litauen) - Bei ihrem Manöver "Freedom Shield" wird die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 der Bundeswehr im November erstmals auch Kamikaze-Drohnen testen.
Neben verschiedenen Drohnen aller Art sollen bei der bislang größten Gefechtsübung des Kampfverbandes an der Nato-Ostflanke erstmals auch neue "Loitering Munition"-Systeme zum Einsatz kommen.
Dies teilte ein Sprecher der Brigade in dem baltischen EU- und Nato-Land mit, das an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad und an Russlands Verbündeten Belarus grenzt.
Kamikazedrohnen können über längere Zeit in der Luft über einem Gebiet verweilen (englisch "to loiter") und dann ihr Ziel angreifen. Dabei werden sie in der Regel selbst zerstört, daher die Bezeichnung.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) hatte kürzlich die Aufstellung eines Drohnenregiments angekündigt, das der Panzerbrigade 45 zugeordnet werden soll.
Die Brigade soll ab kommendem Jahr mit der "loitering munition" ausgestattet werden - und wird sie nun erstmals testen.
General: Meilenstein auf dem Weg zu kriegstüchtiger Brigade
Für "Freedom Shield" sollen nach Angaben des Sprechers rund 3800 Soldaten aus acht Nato-Staaten vom 17. November an in Litauen zusammengezogen werden.
Zehn Tage lang sollen sie die Überquerung des Flusses Nemunas südlich von Kaunas und das Gefecht von verbundenen Waffen - unter Einbeziehung von Drohnen und elektronischer Kampfführung - auf dem Truppenübungsplatz in Rudninkai üben.
"Die Übung Freedom Shield ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu einer voll ausgestatteten, einsatzbereiten und damit kriegstüchtigen Brigade Litauen", sagte der Kommandeur der Panzerbrigade 45, Brigadegeneral Christoph Huber.
"Wir üben, um besser zu werden. Innovativ bereiten wir uns konsequent auf die Erfordernisse eines möglichen Kriegsbildes vor."