Geheimdienst ermittelt nach Hakenkreuz-Skandal in England: Mehrere Soldaten unter den Hansa-Hooligans?
Watford/Rostock - Anfang September erschütterte ein Hakenkreuz-Skandal den Drittligisten FC Hansa Rostock. Unter den Hooligans sollen auch mehrere Soldaten gewesen sein.
Die Aktion könnte für einige Teilnehmer weitaus größere Konsequenzen haben als nur den Ausschluss aus dem Verein.
Wie die Ostsee-Zeitung (OZ) berichtet, ermittle inzwischen auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) in dem Fall. Demnach werde durch den Geheimdienst geprüft, ob auch Soldaten bei dem Vorfall zugegen waren.
Auf OZ-Anfrage teilte ein MAD-Sprecher mit, dass der Sachverhalt bekannt sei und geprüft werde.
Sollten Soldaten durch das Zeigen rechtsextremer Symbole oder durch Gewalt aufgefallen sein, würden sie unverzüglich aus dem Dienstverhältnis entfernt, heißt es. "Das Ziel ist immer, Personen mit extremistischer Einstellung oder fehlender Verfassungstreue aus der Bundeswehr zu entfernen", so der Sprecher.
Ob tatsächlich Soldaten unter den Hooligans waren, gab der Sprecher nicht preis.
Für zwei Teilnehmer hat die Aktion bereits berufliche Konsequenzen nach sich gezogen.
Sind Hooligans unter Soldaten?
Die Männer waren in Rostock als Türsteher tätig. "In der Vergangenheit arbeiteten die beiden Männer bei der Security-Firma, die bei uns für die Sicherheit zuständig ist. Seit Kenntnis des Vorfalls in England haben wir bei der Firma mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass diese beiden Personen bei uns nicht aufgestellt werden", sagte der Geschäftsführer des betroffenen Clubs gegenüber der Ostsee-Zeitung.
Der Kampfsport-Club MMA Rostock soll zudem neun seiner Mitglieder, die an dem Vorfall beteiligt gewesen sein sollen, die Mitgliedschaft gekündigt haben.
"MMA Rostock steht für Sport, Respekt und Gemeinschaft. Extremismus, Rassismus und politische Gewalt haben bei uns keinen Platz – unabhängig davon, aus welcher Richtung sie kommen", teilte der Club in einem Statement auf Facebook mit.
Am 4. September wurde bekannt, dass sich Hansa-Anhänger in Watford mit Hooligans des französischen Clubs Olympique Lyon und der Glasgow Rangers (Schottland) zu Schlägereien verabredet hatten.
Nach Recherchen des Portals Exif posierte die Gruppe aus Rostock anschließend vor einer Hakenkreuzfahne.
Titelfoto: x.com/ExifRecherche

