Hunderte Soldaten simulieren NATO-Ernstfall bei XXL-Militärübung: Auch Drohne im Einsatz

Von Bastian Küsel-Kanbach, Markus Klemm

Hamburg - Von Donnerstag bis Samstag findet in Hamburg die XXL-Militärübung "Red Storm Charlie" statt - sie soll laut der Bundeswehr noch größer werden als ihre beiden Vorgänger "Red Storm Alpha" und "Red Storm Bravo". Zu Beginn standen Drohnen im Fokus.

Am Donnerstag startete die Militärübung "Red Storm Charlie", die bis zum 26. September andauern wird.  © NEWS5 / Sebastian Peters

Als ersten größeren Test mussten Bundeswehr und Polizei zwei feindliche Drohnen vom Himmel holen, entschärfen und den Drohnenpiloten auf dem Terminalgelände O'Swaldkai des Hafenlogistikers HHLA unschädlich machen.

Das Thema Drohnenangriff auf den Hamburger Hafen als kritische Infrastruktur beschäftige die Sicherheitsbehörden schon lange, so Innensenator Andy Grote (58, SPD).

So habe die Polizei das bei der Übung genutzte Abfangsystem ebenfalls beschafft. "Die kleine Drohne, (...) die bekämpft wurde, war quasi ein Originalnachbau der Leipzig-Drohne." Es sei genau eine solche Drohne mit einem Sprengsatz gewesen, wie sie am Flughafen Leipzig entdeckt worden war.

Bundeswehr Vorsicht auf den Straßen: Mehr als 500 Soldaten proben Ernstfall in Baden-Württemberg

Im Rahmen der dreitägigen Aktion trainieren das Landeskommando Hamburg und weitere Einheiten der Bundeswehr für mögliche Krisen- und Ausnahmesituationen. Ziel ist es, Abläufe und Abstimmungen zu üben, bevor echte nationale oder internationale Sicherheitslagen eintreten.

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Eine abgefangene Drohne wurde von Polizeibeamten mit einem Wasserstrahl während der Übung "Red Storm Charlie" im Hamburger Hafen zerstört.  © Marcus Brandt/dpa
Beteiligt sind neben der Bundeswehr auch Organisationen wie die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und die Polizei Hamburg. (Archivfoto)  © Marcus Golejewski/dpa

Militärübung "Red Storm Charlie": Insgesamt 500 Soldaten sollen involviert sein

Eng zusammenarbeiten wird die Bundeswehr dabei mit Organisationen wie der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk und der Polizei Hamburg sowie mit Landesbehörden und zivilen Unternehmen wie Airbus, EDEKA, Lufthansa oder Philips.

Die Übung basiert auf einem Szenario, in dem Entwicklungen an der Ostgrenze des NATO-Gebietes eine vorsorgliche Verlegung militärischer Kräfte erforderlich machen. Konkret sollen Truppen mit ihrer Ausrüstung in der Hansestadt ankommen und von dort weiter in Richtung Osten verlegt werden.

Der Transport führt dabei auch durch Teile des Hamburger Stadtgebiets - um die Auswirkungen auf Verkehr und Wirtschaft so gering wie möglich zu halten, finden die Übungsbewegungen überwiegend in den Nachstunden statt.

Im Vergleich zur Vorjahresübung "Red Storm Bravo" wird der Kreis der Beteiligten deutlich erweitert. So werden insgesamt rund 500 Soldaten samt zahlreichen Fahrzeugen und Hubschraubern sowie etliche Akteure der verschiedenen Organisationen mit Ausrüstung und Fahrzeugen involviert sein.

Erstmeldung um 7.40 Uhr, aktualisiert um 20.56 Uhr.

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