Marine plant neuen Stützpunkt: Hier soll er entstehen

Von Lennart Stock und Mirjam Uhrich

Emden/Bremerhaven - Die Marine ist auf der Suche nach einem Standort für einen weiteren Militärhafen an der Nordseeküste. Wann dieser Hafen gebaut werden soll und wo genau er entstehen könnte, ist noch unklar. 

Die Marine sucht nach einem neuen Standort an der Nordseeküste. Bislang gibt es nur einen in Wilhelmshaven.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Marine und das Bundesverteidigungsministerium bestätigten die Überlegungen, nannten aber keine Details. An der Nordseeküste verfügt die Marine bislang nur in Wilhelmshaven über einen eigenen Hafen.

Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums verwies auf "neue Standort- und Liegenschaftserfordernisse", die sich durch den geplanten Aufwuchs der Streitkräfte ergäben.

"In diesem Zusammenhang prüft die Marine mögliche neue maritime Standortoptionen und diverse Häfen auf deren Potential zur zeitgerechten Deckung ihrer Bedarfe." Die Prüfungen und Entscheidungsprozesse dazu seien nicht abgeschlossen, hieß es. 

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Als Standortkandidaten gelten unter anderem die Häfen in Emden und Bremerhaven, wo bereits jetzt militärische Güter etwa bei Truppentransporten und Verlegeübungen umgeschlagen werden.

Sowohl der Bremer Senat als auch die Staatskanzlei in Hannover sprechen sich auf Anfrage für ihre jeweiligen Häfen als neue Marinestützpunkte aus. 

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Neuer Marinestützpunkt: Das spricht für Bremerhaven, das spricht für Emden

Der Rysumer Nacken bei Emden gilt als einer von zwei möglichen Kandidaten für einen neuen Marinestützpunkt.  © Lars Penning/dpa

Ein solcher Hafen ließe sich in Bremerhaven schnell realisieren, betonte ein Sprecher der Bremer Regierung. Der neue Marinehafen könnte im Bereich des Fischereihafens gebaut werden. Für das Gebiet lägen schon alle notwendigen Voruntersuchungen, Planungsunterlagen und rechtskräftige Bebauungspläne bereit.

Dort soll eigentlich ein "Energy Port" entstehen, also ein Industrie- und Hafengebiet für die Energiewende. Doch die Pläne stocken seit Jahren und würden mit einem neuen Marinehafen wohl in den Hintergrund geraten. 

Aus Sicht der Staatskanzlei in Hannover wäre Emden ein geeigneter Marine-Standort. "Niedersachsen ist Bundeswehr-Land Nummer 1, entsprechend hat die niedersächsische Landesregierung großes Interesse an einem starken Standort Emden", teilte eine Sprecherin der Staatskanzlei mit.

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Mögliche Flächen für einen Militärhafen gebe es, denn der Emder Hafen verfügt laut der landeseigenen Hafeninfrastrukturgesellschaft NPorts unter allen niedersächsischen Häfen über das größte noch ungenutzte Flächenpotenzial.

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