Pistorius versichert: Keine Demütigungen bei den Musterungen
Berlin - Bei den Musterungen für den neuen Wehrdienst wird es nach den Worten von Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) keine Demütigungen geben.
"Die Mediziner legen fest, welche Untersuchungen notwendig sind", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.
"Und das wird selbstverständlich den Grundsätzen von menschenwürdigem Umgang entsprechen." Der Minister antwortete auf eine Frage nach Untersuchungen im Intimbereich, die Männer früher als demütigend empfunden hätten.
Die Bundeswehr sucht seit Jahresbeginn aktiv mehr junge Menschen, die freiwillig Wehrdienst leisten. Hintergrund sind neue Nato-Vorgaben angesichts der erhöhten Bedrohung durch Russland. Die seit Januar geltende Wehrdienst-Reform sieht vor, dass 18-jährige Männer ab Jahrgang 2008 verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen und zur Musterung gehen müssen.
Die Entscheidung für den Wehrdienst an sich bleibt aber vorerst freiwillig. Für Frauen ist sowohl das Ausfüllen des Fragebogens als auch die Musterung freiwillig.
Pistorius betonte im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Niemand muss zur Bundeswehr, wenn er oder sie nicht will. Ich weiß jedoch aus Diskussionen mit jungen Frauen und Männer, dass es sehr viele gibt, die sagen: Das Leben in Freiheit ist mir so wichtig, dass ich nach meiner Schulzeit ein paar Monate Dienst leisten möchte."
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