Soldatin von Kamerad missbraucht und geschwängert: Was ihr Chef nach der Anzeige tut, macht sprachlos

Dresden - Vor zehn Jahren wurde Bundeswehr-Soldatin Nora Zeimet (38) nach einem Offizierslehrgang in Dresden von einem Kameraden in ihrer Stube vergewaltigt. Den Vorfall brachte die damals 29-Jährige zur Anzeige. Ihr Vorgesetzter nahm eine interne Untersuchung auf. Welche Szenen sich in dem Verhör abspielten und was der Chef anschließend tat, ist mit Worten kaum zu beschreiben.

Nora Zeimet (38) ist trotz des Vorfalls noch immer Soldatin. Seit 20 Jahren ist sie bei der Bundeswehr.  © Bildmontage: Screenshot/Instagram/@noerchen_zett (2)

In der SWR-Doku "Belästigt. Gemobbt. Missbraucht. Soldatinnen in Gefahr?" schildert Nora, wie das interne Verhör damals abgelaufen war: "Der hat original gesagt: 'Sie wissen schon, was Sie Ihrem Kameraden damit antun.' Diesen Satz werde ich nie vergessen."

Doch damit nicht genug. Laut Gerichtsakten wendete sich ihr Vorgesetzter mit einem "Tipp" an die Polizei. "Man hätte ihm zugetragen, dass ich über einen recht freizügigen Instagram-Account verfüge und das solle man doch bitte mal prüfen", erzählt die Soldatin weiter. "Das ist Täter-Opfer-Umkehr."

2017 wurde der damals in Magdeburg stationierte Mario W. (38) wegen sexuellem Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

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Mit ihm und einem weiteren Kollegen, Fin P. (damals 32), war Nora am Faschingsdienstag 2016 in mehreren Dresdner Clubs unterwegs.

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Mario W. (damals 28) wurde in Dresden zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.  © Ove Landgraf

Soldatin Nora über sexuellen Übergriff: "In dem Moment habe ich meinen Körper verlassen"

Sexuelle Übergriffe innerhalb der Bundeswehr kommen viel zu häufig vor. (Symbolfoto)  © SWR

Später brachte der damals 28-Jährige seine offenbar betrunkene Kameradin aufs Zimmer, duschte sie und legte sie ins Bett. Den Gerichtsakten zufolge konnte Nora schon kaum mehr gerade stehen. Ob sie betäubt wurde, ist bis heute unklar.

An die Geschehnisse kann sich die Soldatin nur noch bruchstückartig erinnern: "Der letzte Blitz ist, dass ich im Bett liege und jemand über mir liegt und Geschlechtsverkehr mit mir hat. Und in dem Moment habe ich meinen Körper verlassen."

Die Vergewaltigung blieb nicht folgenlos: Nora wurde schwanger, trieb das Kind jedoch ab.

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Bis heute setzt sich die zweifache Mama für Opfer sexueller Übergriffe in der Bundeswehr ein. "Ich glaube, es sind viel mehr betroffen, als wir wissen", so Nora, die seit 20 Jahren leidenschaftliche Soldatin ist.

Streaming-Tipp: Die ganze Doku mit weiteren bewegenden Fällen seht Ihr in der ARD-Mediathek.

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