AfD-Anhänger gehen mit Björn Höcke am Tag der Deutschen Einheit auf die Straße

Von Monika Wendel

Fürstenwalde/Spree - AfD-Anhänger haben am Tag der Deutschen Einheit bei einer Demonstration mit Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke (54) gegen die Politik der Bundesregierung protestiert.

Gemeinsam mit AfD-Anhängern hatte Björn Höcke gegen die Politik der Bundesregierung protestiert.  © Patrick Pleul/dpa

Bei einem Aufzug durch Fürstenwalde/Spree (Brandenburg) riefen Menschen "Merz muss weg". Sie schwenkten Deutschlandfahnen, begleitet von Trommeln.

Die Veranstaltung der AfD wurde auch vom Protest eines Bündnisses begleitet. In der Stadt mit rund 34.000 Einwohnern hingen Plakate mit der Aufschrift "Björn ist ein Nazi". Auf dem Domplatz, einige hunderte Meter entfernt von der AfD, leuchteten Regenbogenfarben: Dort fand ein Fest für Vielfalt und gegen Rechts statt. "Unsere Heimat ist Bunter" war auf einem Banner zu lesen. 

Die Polizei, die mit vielen Kräften im Einsatz war, sprach von rund 1500 Teilnehmern bei der AfD-Veranstaltung. Eine Sprecherin der AfD-Landespartei nannte die Zahl 3500. 

AfD AfD-Verbot: Hape Kerkeling und Hans-Georg Maaßen bei Anhörung im Thüringer Landtag

Beim Festival für Vielfalt sprach die Polizei nach ihrer Schätzung von um die 500 Menschen. Dies sei bezogen auf die Spitze der Teilnehmerzahl, sagte ein Sprecher. Die Veranstalter des Festivals teilten mit, es hätten mindestens 1400 Menschen über den Tag verteilt mitgefeiert.

Anzeige

Höcke spricht von "Wendestimmung" nach Wahlen

Björn Höcke (54, AfD) stattete am Tag der Deutschen Einheit Fürstenwalde/Spree einen Besuch ab.  © Patrick Pleul/dpa

Bei der AfD-Veranstaltung wurden nach Angaben der Polizei zwei YouTuber (23, 24) angegriffen. Die Polizei nahm in beiden Fällen mehrere Anzeigen wegen Körperverletzung, Beleidigung und Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz auf.

Vor der Demonstration durch die Stadt sprach Höcke bei einer Kundgebung vor jubelnden Anhängern von einer "Wendestimmung" nach den ostdeutschen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

"Wir wollen endlich wieder ein normales Volk sein", erklärte der AfD-Landespolitiker, der als Rechtsaußen seiner Partei gilt. Er sprach von einer "verrückten Politik" von Merz und Co. 

AfD AfD obdachlos in Berlin? Partei schickt Mitarbeiter nach Räumungs-Rumms ins Homeoffice

Zur Debatte um ein AfD-Verbotsverfahren sagte Höcke: "Das, was im Augenblick gegen die AfD aufgefahren wird, ist durchaus in die Kategorie Psychoterror einzuordnen." Die "permanente Verbotsdebatte" diene vor allem dazu, die Partei und ihre Anhänger einzuschüchtern.

Mehr zum Thema AfD: