AfD obdachlos in Berlin? Partei schickt Mitarbeiter nach Räumungs-Rumms ins Homeoffice

❤️️
😂️
😱️
🔥️
😥️
👏️

Von Jörg Ratzsch

Berlin - Die Bundes-AfD hat ein Büro-Problem, Mitarbeiter müssen wegen der Räumung ihrer Bundesgeschäftsstelle nach Angaben aus der Partei zunächst aufs Homeoffice ausweichen. Bis Mittwoch (30.9.) muss die AfD nach einem Urteil des Berliner Landgerichts vom vergangenen Jahr einen großen Teil ihrer Bundesgeschäftsstelle im Bezirk Reinickendorf im Berliner Nordwesten räumen. 

Die AfD muss raus aus der eigenen Parteizentrale.
Die AfD muss raus aus der eigenen Parteizentrale.  © Julian Stratenschulte/dpa

Die Suche nach einer neuen Immobilie dauere an, sagte ein Parteisprecher, der nach eigenen Angaben derzeit selbst von zu Hause aus arbeitet. Auch andere Mitarbeiter aus der bisherigen Bundesgeschäftsstelle sind nach Angaben aus Parteikreisen ins Homeoffice ausgewichen.

Die Vorgeschichte: Am Abend der Bundestagswahl im Februar 2025 hatte die AfD ihre Wahlparty im Innenhof des Bürogebäudes in einem Gewerbegebiet veranstaltet, in dem sie Räume für ihre Bundesgeschäftsstelle angemietet hat. Der Vermieter kündigte der AfD.

Sie habe die Hofflächen nicht gemietet, zudem sei der Zugang zum Gebäude stundenlang von der Polizei gesperrt worden, so dass andere Mieter das Haus nicht mehr hätten betreten können.

AfD-Mann Siegmund verspottet Kanzler Merz: "Irgendwann verraten wir den Leuten"....
AfD AfD-Mann Siegmund verspottet Kanzler Merz: "Irgendwann verraten wir den Leuten"....

Das Berliner Landgericht entschied schließlich im September vergangenen Jahres, dass die Partei den Großteil ihrer Räume zum 30. September dieses Jahres und den restlichen Bereich bis spätestens zum 31. Dezember räumen muss. Der Mietvertrag sollte ursprünglich ein Jahr später auslaufen. 

Zurzeit steht als Postadresse im Impressum auf der AfD-Webseite weiterhin "Eichhorster Weg 80, 13435 Berlin". Die Partei sucht aber seit langem einen neuen repräsentativeren Sitz möglichst zentral in Berlin. Das scheint sich jedoch schwierig zu gestalten, ähnlich wie die Suche nach Veranstaltungsräumen etwa für Parteitage. 

AfD sucht schon lange neue Immobilie: Geht es nach Mitte?

Die AfD verstoß mit der Wahlparty gegen den Mietvertrag.
Die AfD verstoß mit der Wahlparty gegen den Mietvertrag.  © Jörg Carstensen/dpa

Wiederholte Nachfragen bei der AfD zu einem möglichen neuen Quartier brachten in den vergangenen Monaten keine neuen Erkenntnisse. Über mögliche Objekte, die in der engeren Auswahl stehen, erteilt sie keine Auskünfte.

Im Sommer hatte "Bild" über eine angemietete Büroetage mit "Dutzenden Büros auf 1600 Quadratmetern" in einem Gebäude am Köllnischen Park in Berlin-Mitte als "neue Verwaltungszentrale der Partei" berichtet. Als Mieterin tritt demnach aber nicht die AfD, sondern eine Immobilientochter der Partei auf. Die Anmietung von Büros in dem Haus durch eine Tochterfirma wird in Parteikreisen bestätigt. AfD-Schilder wird es laut "Bild" dort nicht geben. Wie viele Mitarbeiter in den Büros was genau tun werden, bleibt unklar. 

Andere Mieter, etwa die Organisation Oxfam, hatten sich besorgt gezeigt. Für diesen Mittwoch hat eine Initiative mit dem Namen "Mitte liebt Vielfalt" zu einer Protestaktion aufgerufen. Der Vermietergesellschaft sollen Unterschriften gegen den Einzug überreicht werden. 

Kaufpläne der NRW-AfD vorerst gestoppt: Bundespartei spricht von "Missverständnis"
AfD Kaufpläne der NRW-AfD vorerst gestoppt: Bundespartei spricht von "Missverständnis"

Nach einer eigentlichen neuen AfD-Bundesgeschäftsstelle, als Repräsentanz, Zustelladresse und Ort für Bundesvorstandssitzungen und andere Parteiveranstaltungen wie Wahlpartys sucht die AfD nach Angaben aus Parteikreisen weiterhin.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Mehr zum Thema AfD: