AfD-Parteitag beginnt pünktlich: Demonstranten sehen sich trotzdem als Sieger

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Von Lea Marie Kläsener, Simone Rothe, Stefan Hantzschmann, Thomas Struk, Sebastian Haak, Christian Rüdiger

Erfurt - Zehntausende Menschen haben sich an Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag in Erfurt beteiligt. Nach Angaben der Polizei kamen rund 31.000 Menschen zu Demonstrationszügen, Kundgebungen und Sitzblockaden. Die Bündnisse "Zusammenstehen" und "Widersetzen" sprachen von 50.000 Demonstranten. Der Parteitag der AfD begann trotz aller Proteste pünktlich.

Mit Blockaden wollten die Demonstranten den AfD-Bundesparteitag verhindern.
Mit Blockaden wollten die Demonstranten den AfD-Bundesparteitag verhindern.  © Michael Reichel/dpa

Während in der Messehalle Alice Weidel (47) und Tino Chrupalla (51) als Spitzenduo wiedergewählt wurden, versammelten sich zahlreiche Menschen vor der Messe - am Nachmittag waren es dort laut Polizei bis zu 15.000 Menschen.

Bis zum Nachmittag verliefen die Demonstrationen weitgehend friedlich. Laut Polizei gab es kleinere Scharmützel an einigen Absperrungen, teilweise musste Pfefferspray eingesetzt werden.

Das Portal "Apollo News" berichtete, eines ihrer Reporterteams sei von Demonstranten attackiert worden. Der Chefredakteur schrieb auf der Plattform X, einem seiner Mitarbeiter sei dabei gegen den Hinterkopf getreten worden. Die Polizei konnte den konkreten Vorfall nicht bestätigen.

AfD-Bundesparteitag in Erfurt: Demos und Proteste auf Straßen zum Messegelände verboten
AfD AfD-Bundesparteitag in Erfurt: Demos und Proteste auf Straßen zum Messegelände verboten

Zuvor hatte die Polizei berichtet, dass zwei Journalisten durch Flaschenwürfe aus einer Versammlung heraus verletzt worden seien. Ein Journalist wurde demnach mit einem Krankenwagen zur weiteren Behandlung weggebracht.

Auch wurde ein Bürgerbüro der AfD sowie Beamte nach Angaben der Polizisten in einer Straße mit Pyrotechnik und Farbbeuteln angegriffen.

Die Polizei räumte Sitzblockaden.
Die Polizei räumte Sitzblockaden.  © Jacob Schröter/dpa

Tino Chrupalla spottet in Erfurt: "Randalierer haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen"

Mehrere tausend Polizisten sind im Einsatz.
Mehrere tausend Polizisten sind im Einsatz.  © Michael Reichel/dpa

Um Blockaden durch Demonstranten zu umgehen, fuhren Hunderte AfD-Delegierte schon in den frühen Morgenstunden mit Reisebussen zum Parteitagsgelände.

Nach Angaben von Delegierten versammelten sie sich bereits vor 4 Uhr an Treffpunkten weit außerhalb der Stadt. AfD-Chef Tino Chrupalla eröffnet den Parteitag mit Spott: "Der frühe Vogel fängt den Wurm (...) die Randalierer von der Antifa haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen."

An einer Sitzblockade auf einem Abschnitt der A71 bei Erfurt sowie Zufahrtsstraßen nach Erfurt beteiligten sich zeitweise mehrere Tausend Menschen.

AfD-Co-Chef Tino Chrupalla: "Wir müssten in Thüringen eigentlich regieren"
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Das Bündnis "Widersetzen" hatte angekündigt, mit Blockaden den Parteitag verhindern zu wollen. Es zeigte sich trotz des pünktlichen Beginns des AfD-Parteitags aber zufrieden: "Wir haben die zentralen Zufahrtswege blockiert. Wir haben schon gewonnen, bevor der Tag heute losging", sagte Noa Sander von "Widersetzen".

Klimaaktivistin Luisa Neubauer (30) ist ebenfalls in Erfurt und beteiligt sich an den Protesten.
Klimaaktivistin Luisa Neubauer (30) ist ebenfalls in Erfurt und beteiligt sich an den Protesten.  © Martin Schutt/dpa
Die Polizei hat in der Cyriakstraße in Erfurt - unweit des Messegeländes - Demonstranten festgesetzt.
Die Polizei hat in der Cyriakstraße in Erfurt - unweit des Messegeländes - Demonstranten festgesetzt.  © Jacob Schröter/dpa

Die Blockade auf der A71 wurde von den Aktivisten am Mittag selbst aufgelöst, am Nachmittag war die Autobahn laut Stadt wieder für den Verkehr frei. Einige Aktivisten klebten sich an einem zentralen Platz in der Innenstadt an Straßenbahnschienen fest oder ließen sich von einer Brücke herab.

Erstmeldung um 8.15 Uhr, aktualisiert um 17.19 Uhr

Titelfoto: Jacob Schröter/dpa

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