Makabere Wahl-Panne bei der AfD: Erst ein Mörder, dann ein Toter als Kandidat

München - Die AfD hat sich bei der Kommunalwahl in München zwei schwere Fehler erlaubt. Nachdem die Partei zunächst einen verurteilten Mörder als Stadtrat-Kandidaten aufgestellt hatte, kam nun ein weiterer makaberer Fall ans Licht.

Auf der Münchner Stadtrat-Liste der AfD stand ein Toter. (Symbolfoto)
Auf der Münchner Stadtrat-Liste der AfD stand ein Toter. (Symbolfoto)  © Carsten Koall/dpa

Schaut man sich auf der offiziellen Webseite zu den Wahlen in München die Kandidaten der AfD für den Stadtrat an, findet man auf Platz 41 einen gewissen Karl-Heinz S., der aber zur Wahl "nicht zugelassen" wurde.

Der Grund dafür: Der Mann war bereits vor der Wahl verstorben. Das berichtet "tz". Warum dieser Umstand keinem in der Partei aufgefallen war, bleibt ein Rätsel.

Bereits Anfang Februar hatte die "Süddeutsche" öffentlich gemacht, dass auf der AfD-Liste für den Münchner Stadtrat ein verurteilter Mörder stand. Der Mann hatte am 13. Januar 2004 seine über 80 Jahre alte Nachbarin im oberpfälzischen Furth im Wald erdrosselt.

Nach Debatte über Vetternwirtschaft: AfD-Fraktion schließt Jan Wenzel Schmidt aus
AfD Nach Debatte über Vetternwirtschaft: AfD-Fraktion schließt Jan Wenzel Schmidt aus

Dafür wurde er vom Landgericht Regensburg im März 2005 zu lebenslanger Haft verurteilt. Laut "SZ" wurde er im März 2021 aus dem Gefängnis entlassen. Die Reststrafe musste er auf Bewährung verbüßen.

Das Problem: Wer wegen einer Straftat zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt wurde, verliert nach Paragraf 45, Absatz 1 Strafgesetzbuch für fünf Jahre "die Fähigkeit, öffentliche Ämter zu bekleiden und Rechte aus öffentlichen Wahlen zu erlangen".

Das Wahlamt im Kreisverwaltungsreferat der Stadt München schloss den AfD-Kandidaten deshalb vor der Kommunalwahl am 8. März aus.

OB-Kandidat der AfD: "Den Eindruck eines Gewalttäters vermittelte er zu keinem Zeitpunkt"

Markus Walbrunn (39) war Oberbürgermeister-Kandidat der AfD für München bei der Kommunalwahl 2026.
Markus Walbrunn (39) war Oberbürgermeister-Kandidat der AfD für München bei der Kommunalwahl 2026.  © Peter Kneffel/dpa

Wie der Münchner Oberbürgermeister-Kandidat der AfD Markus Walbrunn (39) gegenüber "tz" erklärte, wusste die Partei nichts von der dunklen Vergangenheit des Mannes.

"In seinem Aufnahmegespräch erwähnt er die Tat nicht", so Waldbrunn.

"Den Eindruck eines Gewalttäters vermittelte er zu keinem Zeitpunkt."

Hochstufung der AfD Niedersachsen auf Eis gelegt
AfD Hochstufung der AfD Niedersachsen auf Eis gelegt

Der verurteilte Mörder kam anschließend einem Parteiausschlussverfahren zuvor und trat aus eigenem Willen aus der AfD aus.

Titelfoto: Carsten Koall/dpa

Mehr zum Thema AfD: