Nach schweren Vorwürfen: Matthias Lieschke aus AfD-Fraktion ausgeschlossen

Von Inga Jahn

Magdeburg - Landesschatzmeister Matthias Lieschke (55) ist aus der AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt ausgeschlossen worden.

Matthias Lieschke (55) soll Anfang Dezember 2025 heimlich aufgenommen und die Audiodatei eines Kreisspitzentreffen weitergeleitet haben. (Archivbild)
Matthias Lieschke (55) soll Anfang Dezember 2025 heimlich aufgenommen und die Audiodatei eines Kreisspitzentreffen weitergeleitet haben. (Archivbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Diese Entscheidung sei in einer Sitzung am Montag beschlossen worden, teilte die AfD-Landtagsfraktion mit. Der Politiker aus dem Landkreis Wittenberg sei damit mit sofortiger Wirkung nicht länger Mitglied der Fraktion.

Lieschke werde unter anderem schweres partei- und fraktionsschädigendes Verhalten vorgeworfen, hieß es.

Ein Kreisspitzentreffen, das Anfang Dezember vergangenen Jahres als Videokonferenz stattfand, soll er heimlich aufgenommen und die Audiodatei weitergeleitet haben.

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Lieschke, der bislang auf Platz 20 der AfD-Landesliste bei der Landtagswahl steht, hatte sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

In einer ausführlichen Aussprache der Fraktion habe er die Vorwürfe gegen ihn nun "in keiner Weise entkräften" können, hieß es. "Daher sah sich die Fraktion gezwungen, Herrn Lieschke zum Schutz der Fraktion sowie zur Ermöglichung einer weiteren vertrauensvollen parlamentarischen und politischen Arbeit aus ihren Reihen auszuschließen."

20 Ja-Stimmung entschieden über den Ausschluss des 55-Jährigen aus der AfD-Fraktion. (Symbolbild)
20 Ja-Stimmung entschieden über den Ausschluss des 55-Jährigen aus der AfD-Fraktion. (Symbolbild)  © Christoph Reichwein/dpa

Der Beschluss wurde mit 20 Ja-Stimmen und einer Neinstimme gefasst, hieß es. In Sachsen-Anhalt findet die nächste Landtagswahl am 6. September statt. Die AfD ist in Umfragen mit Abstand stärkste Kraft. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) hat als Ziel eine Alleinregierung ausgegeben.

Titelfoto: Bildmontage: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa, Christoph Reichwein/dpa

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