AfD-Politikerin verbreitet "aus Tüdeligkeit" Nazi-Propaganda über Kinderblut und "Elite-Juden"
Prenzlau - Mit nur drei Klicks hat AfD-Frau Peggy Lindemann (46) für einen handfesten Skandal gesorgt. Auslöser ist ein antisemitisches Instagram-Video, das die Lokalpolitikerin aus Brandenburg in ihren Storys teilte. Lindemann spricht von einem Versehen und bittet um Entschuldigung.
In dem Clip der rechtsextremen Influencerin Denise Kettler wird in Anlehnung an Verschwörungsideen um den Epstein-Skandal Adolf Hitler verteidigt und ihm in seinem Judenhass recht gegeben.
"Ein Maler aus Österreich behauptete in seiner 'Propaganda', dass Elite-Juden das Blut unserer Kinder trinken würden. Glaubst du heute immer noch, dass er der Böse war?", ist in der Caption zu lesen.
Das Wort "Juden" wurde durch ein Saftpäckchen-Emoji als ein antisemitisches Codewort ersetzt. Das englische Wort für Saft lautet "juice", was wie "jews" (übersetzt: Juden) ausgesprochen wird.
Zudem ist die Karikatur eines hakennasigen Juden aus dem NS-Hetzblatt "Der Stürmer" abgebildet, die mit der Parole "Die Juden sind unser Unglück" überschrieben ist. Der verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) war selbst Jude.
Hintergrund: Die Ritualmordlegende ist ein antisemitischer Mythos, der Juden beschuldigt, christliche Kinder für rituelle Zwecke zu töten. Während der Corona-Pandemie fielen mehrere Promis durch die Verbreitung kruder Verschwörungserzählungen auf. Rapper Sido (45) sorgte 2020 für Negativschlagzeilen, als er im Gespräch mit Musikerkollege Ali Bumaye (41) über das Alter von Alkoholiker Harald Juhnke (†75) und dem kettenrauchenden Altkanzler Helmut Schmidt (†96) schwurbelte: "Vielleicht hat er ja Kinderblut getrunken."
Kettler, die unter dem Namen "independent.mom" postet, bezeichnet sich selbst als "Verschwörungstheoretikerin mit Stil" und "kritisch & ungeimpft".
Peggy Lindemann bekommt Rückendeckung von der AfD
Und was sagt die Brandenburger AfD-Kommunalpolitikerin aus der Uckermark zu den Vorwürfen? Lindemann bezog auf Instagram Stellung, sie habe "ungefähr 20 Reels zur Epstein-Affäre gerepostet. Dabei war eine antisemitische Darstellung dabei, die ich in diesem Moment als solche nicht erkannt habe".
Ihr sei "aus Tüdeligkeit ein Fehler passiert", wie die AfD-Stadtverordnete in Schwedt es nannte. Dafür möchte sie sich "aufrichtig entschuldigen". Der umstrittene Beitrag ist mittlerweile gelöscht und ihr Profil nicht mehr aufrufbar.
Der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Andreas Büttner (52), war zuvor auf den üblen Post gestoßen, forderte Konsequenzen und stellte Strafanzeige wegen Volksverhetzung.
Aus den eigenen Reihen muss Lindemann hingegen offenbar nichts befürchten.
Felix Teichner (35), Kreisvorsitzender der AfD Uckermark, plane keine Schritte gegen seine Parteikollegin. "Sie wusste nicht, was sie da postet, es war ein Versehen", sagte er dem "Tagesspiegel".
Titelfoto: SCreenshot/Instagram/lindemannpeggy (Bildmontage)

