Nach Vorwürfen der Vetternwirtschaft: AfD setzt Kommission ein

Von Christopher Kissmann

Magdeburg - Nach Vorwürfen der Vetternwirtschaft hat die AfD Sachsen-Anhalt erneut eine "politisch-mediale Kampagne" gegen sich beklagt.

Auch AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) steht im Zentrum von Vetternwirtschaft-Vorwürfen.
Auch AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund (35) steht im Zentrum von Vetternwirtschaft-Vorwürfen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Rechtlich einwandfreie Anstellungsverhältnisse würden skandalisiert, teilte die Partei nach einer Sitzung des Landesvorstands in Magdeburg mit.

Die Landes-AfD setzte zugleich jedoch eine Kommission mit dem Namen "Verhalten im politischen Betrieb" ein, die sich mit den Anstellungsverhältnissen bei Abgeordneten beschäftigen soll. Das Gremium wird vom AfD-Landtagsabgeordneten Gordon Köhler (39) geleitet.

"Unsere Anstellungsverhältnisse sind rechtlich einwandfrei", erklärte AfD-Landesvorsitzender Martin Reichardt (56).

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"Dennoch wird unsere neue Kommission nun Empfehlungen erarbeiten, um jeder weiteren Skandalisierung rechtmäßiger Arbeitsverhältnisse vorzubeugen."

Den von einigen Mitgliedern geforderte Sonderparteitag zur Aufarbeitung der Vorwürfe wird es hingegen nicht geben. Ein Sprecher der AfD sagte auf Nachfrage, es liege dazu kein satzungsgemäßer Antrag mehrerer Kreisverbände vor.

Die AfD sieht sich derzeit bundesweit mit Vorwürfen der Vetternwirtschaft in den eigenen Reihen konfrontiert. Bekannt geworden war durch die Recherchen von Medien auch, dass in der AfD deutlich mehr Mitarbeiter beschäftigt werden als in anderen Fraktionen in Sachsen-Anhalts Landtag.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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