Wirtschaftsinstitut: AfD-Wähler schaden sich aus diesem Grund selbst am meisten

Von Dörthe Hein

Magdeburg - Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hätte eine Umsetzung von AfD-Forderungen negative Folgen für den Geldbeutel vieler Menschen in Sachsen-Anhalt.

DIW-Präsident Marcel Fratzscher schätzt, dass eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt teuer für die Bürger werden könnte.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

"Obwohl vieles an der Unzufriedenheit der Menschen in starken AfD-Regionen verständlich ist, würden sie sich mit der Wahl der AfD selbst am meisten schaden", urteilt das DIW Berlin in einer Kurzstudie. Das gelte nirgendwo mehr als in Sachsen-Anhalt.

"Sachsen-Anhalt ist älter, strukturschwächer und von kleineren Unternehmen geprägt - und damit verwundbarer als der Bundesdurchschnitt", so die Forscher.

"Durch die von der AfD geforderte Politik - den Austritt aus Euro und EU, Abschottung und einen Stopp der Zuwanderung sowie massive staatliche Kürzungen - würden Menschen dort im Durchschnitt jährlich rund 1600 Euro pro Kopf an Einkommen verlieren; zudem könnten rund 10.000 Arbeitsplätze verloren gehen", schreiben die Ökonomen.

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Sie kommen zu dem Ergebnis, dass die Einkommensverluste durch eine AfD-Politik in Sachsen-Anhalt bis zu doppelt so hoch ausfallen könnten wie im Bundesdurchschnitt.

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Umsetzung von AfD-Forderungen würden Einkommensverluste für Bürger nach sich ziehen

Laut Umfragewerten wäre die AfD bei der Landtagswahl stärkste Partei.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Die AfD steht der EU extrem skeptisch gegenüber, einen EU-Austritt fordert sie offiziell aber nicht, obwohl darüber parteiintern immer wieder diskutiert wurde. Gefordert wird langfristig eine lose verbundene Staatengemeinschaft mit mehr Kompetenzen bei den Nationalstaaten. 

Falls grundlegende Reformen nicht möglich sein sollten, will die Partei laut Grundsatzprogramm "einen Austritt Deutschlands oder eine demokratische Auflösung der Europäischen Union und die Neugründung einer Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft".

Den Euro hält die AfD für gescheitert, sie fordert die "Wiedereinführung nationaler Währungen". 

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